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Veröffentlicht am 09.09.2019

Sinful Prince - der sinnliche Spin-Off Auftakt

Sinful Prince
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Zunächst einmal möchte ich vorwegschicken, dass ich die vorherige Sinful-Reihe mit Ausnahme der Leseprobe zuvor NICHT kannte.
Demnach kann ich zwar bestätigen, dass Sinful Prince auch ohne Vorwissen gelesen ...

Zunächst einmal möchte ich vorwegschicken, dass ich die vorherige Sinful-Reihe mit Ausnahme der Leseprobe zuvor NICHT kannte.
Demnach kann ich zwar bestätigen, dass Sinful Prince auch ohne Vorwissen gelesen werden kann, jedoch erscheint es mir nicht ganz sinnvoll. Schließlich fehlen dann doch ein paar zentrale Infos über die Nebencharaktere zum vertieften Verständnis

Zum allgemeinen Inhalt:
Die Hauptprotagonistin ist Temperance (der Name ist meiner Meinung nach sehr treffend gewählt). Sie arbeitet für die Seven Sinners Destillerie und bekommt zu Beginn der Geschichte eine Einladung, den Whiskey in einem neuen Etablissement vorzustellen.
Der Besuch gestaltet sich jedoch ganz anders als erwartet und völlig unverhofft bietet sich für Temperance die Möglichkeit ihren geheimsten Begierden nachzugehen. Begierden, die offenbar nur ein geheimnisvoller Unbekannter zu stillen vermag.
Durch eine missglückte Absprache im Geschäft, tritt sogar noch eine weitere Seite von Temperance ans Licht.

Zu meiner ganz persönlichen Meinung:
Zugegeben, die Geschichte konnte mich direkt auf Seite eins abholen. Der Einstieg fiel mir wirklich sehr leicht. Die Stimmung war verheißungsvoll. Das anfängliche Zögern von Temperance nachvollziehbar.
Auch die Sexszenen selbst waren meiner Meinung nach wirklich toll ausformuliert.
Ein weiteres Zuckerle waren die unkonventionellen Nebencharaktere; allen voran Harriet (Temperance Nachbarin) und Arielle (eine von Temperance' späteren Freundinnen).

Hier setzt meine Kritik dann jedoch auch schon an. Wie es sich für den Auftakt einer Reihe gehört, wurden viele Fragen und Ungereimtheiten aufgeworfen, die fast alle ungeklärt blieben (so auch der Name des Unbekannten). Mir scheint ein wenig zu viele (auf einmal).
Die Geschichte wurde stark von äußerer Handlung beherrscht; Temperance' Gedanken wurden zwar ähnlich ausführlich thematisiert, ihre Gefühle dagegen kamen fast nur im erotischen Kontext zum Tragen.
Auch die Nebencharaktere blieben eher im Dunkeln. Im Deutschunterricht hätte man sie als "Typ" statt als "Charakter" eingestuft.

Ganz generell wurden bestimmte Einzelheiten seltsam fokussiert (eventuell lag das jedoch aber u.a. auch an der Einteilung der Leseabschnitte), die sich im Nachhinein als fragwürdig unspektakulär entpuppten (so z.B. das anfängliche Geheimnis um Temperance' Vergangenheit oder einen gewissen Autodiebstahl)

Abschließendes Fazit:
Ein Auftakt mit tollen erotischen Szenen, einer Handvoll Klischees, hoher Spannung (dafür hat Meghan March wirklich ein besonderes Händchen) und großem Potential, das meiner Meinung nach (noch) nicht ganz ausgeschöpft wurde. Vllt lässt sich das ja aber auch erst im Gesamtpaket der Reihe beurteilen:)

Veröffentlicht am 30.07.2019

Eine berührende Geschichte über eine starke junge Frau im 19.Jh

Effi liest
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Nie hätte ich gedacht, dass ich der Geschichte einmal 5 Sterne geben würde, und sogar noch mehr.

Denn die Geschichte und ich hatten ein paar Startschwierigkeiten, wie man so schön sagt.
Die Leseprobe ...

Nie hätte ich gedacht, dass ich der Geschichte einmal 5 Sterne geben würde, und sogar noch mehr.

Denn die Geschichte und ich hatten ein paar Startschwierigkeiten, wie man so schön sagt.
Die Leseprobe hat mir ganz gut gefallen. Es ging darin um Effie, die von einem Mädchenpensionat geworfen wird, weil sie im Garten mit einem Buch erwischt wird, das angeblich nicht für die zarten Nerven einer Frau bestimmt ist. (An dieser Stelle darf ich anmerken, dass die Theorie darüber selbstverständlich von zwei Männern kommt, von Freud und Fließ)

Ich weiß selbst nicht genau, was ich erwartet hatte, aber der Anfang riss mich nicht unbedingt mit. Effie erschien mir ein wenig naiv und aufmüpfig und es geschah in Grunde nicht viel, außer dass Effie wieder nach Hause geschickt wurde und mit ihrem lieben Vater ein Arrangement traf. Das beinhaltete zum einen, dass Effie von ihrer Tante Auguste im Benimm einer Dame unterrichtet würde und zum anderen Latein studieren dürfte, um später als Frau, für diese Zeit höchst ungewöhnlich, Vorlesungen an einer Universität hören zu dürfen. Auf der Fahrt nach Hause traf sie außerdem den jungen Arzt Max.

Ab da nahm die Geschichte jedoch langsam an Fahrt auf und entlockte mal ein Schmunzeln, mal ein Lachen. Effie entwickelte sich zu einer wunderbaren einfühlsamen und starken Frau, die genau wusste, was sie wollte und die sich nicht um bürgerliche Regeln scherte. Unterstützt wurde sie dabei von ihrem unfassbar lieben Vater, zwei guten Freundinnen und ihrer Tante.
Max hingegen machte leider erst große Rückschritte. Es ließ sich von den falschen Ärzten (Freud und Fließ) beeinflussen und entfernte sich dadurch von Effie. Später erkannte er aber zum Glück, dass er sich von den beiden hatte von falschen Tatsachen täuschen lassen und das Ende war dadurch dann doch noch ganz nach meinem Geschmack:)

Unbedingt erwähnen möchte ich auch noch den Schreibstil, der mit altbackenen Worten dem Leser das Gefühl verleiht sich wirklich in Effies Zeit zu befinden, das Cover, in dem mehr genau durchdachte Details stecken, als ich auf den ersten Blick vermutete, die wunderschönen Briefe von Max an seinen Bruder Ben, die immer wieder Einblick in Max' Gefühle und Gedanken gaben, die Zitate aus Zeitschriften und literarischen Werken dieser Zeit und schließlich die absolut wundervolle Rahmenhandlung des Romans, der im Mädchenpensionat beginnt und endet.

Wer also etwas für historische Romane und unkonventionelle Protagonistinnen übrig hat, dem kann ich die Geschichte wirklich uneingeschränkt ans Herz legen. Sie ist einfach unglaublich.

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>>Das wäre nett.<< Ich schlug bescheiden die Augen nieder. Aber nur, damit niemand das triumphierende Funkeln darin sah. ~Effie, S. 216

Veröffentlicht am 30.07.2019

"not broken, just bent"

Begin Again
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Eines von der Sorte Buch, bei der einmal lesen einfach nicht ausreicht
"Beginn again" punktet nicht nur mit einem wunderschönen Cover, sondern auch mit zauberhaftem und fesselndem Schreibstil, starken ...

Eines von der Sorte Buch, bei der einmal lesen einfach nicht ausreicht
"Beginn again" punktet nicht nur mit einem wunderschönen Cover, sondern auch mit zauberhaftem und fesselndem Schreibstil, starken Protagonisten - und insgesamt mit einer wunderschönen, berührenden Geschichte!
Ja, selbst die Streitereien zwischen den beiden habe ich gerne gelesen, so blöd sich das jetzt vielleicht auch anhört. Nur am Ende nicht mehr, aber da war es schließlich mehr als Streit; da war es einfach nur noch verletztend.
**Achtung Spoiler**
Das ist übrigens Etwas, auf das ich immer wieder stoße: Dass Menschen einander von sich stoßen, weil sie sich selbst zu schlecht füreinander vorkommen. Ich finde das einfach auf so viel Arten grausam, denn 1. sollte man niemanden derart verletzten, nur um ihn "vor sich selbst zu beschützen". 2. Nimmt man dem anderen dabei die Entscheidungsfreiheit - und das geht einfach nicht. Denn 3. sind letztlich immer beide damit unglücklich.
Und trotzdem kann ich es nachvollziehen. Das macht es aber in meinen Augen nicht weniger grausam.
Ob es sich aber im Falle von Kaden und Allie hätte verhindern lassen, kann ich schlecht sagen...

Veröffentlicht am 30.07.2019

Bestimmt schön im Sommer?

Bestimmt schön im Sommer
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Bevor ich anfange zu kritisieren, möchte ich klarstellen, dass dies meine persönliche Meinung ist. Es gibt bestimmt Leser, die Freude an der Geschichte haben und ihr etwas abgewinnen können. Nur gehöre ...

Bevor ich anfange zu kritisieren, möchte ich klarstellen, dass dies meine persönliche Meinung ist. Es gibt bestimmt Leser, die Freude an der Geschichte haben und ihr etwas abgewinnen können. Nur gehöre ich persönlich eben nicht dazu.

Bei "Bestimmt schön im Sommer" geht es ganz grob um die zwei Schwestern Adela und Maria. Die eine ist gestorben, die andere nach Deutschland ausgewandert. Jahre später kehrt sie nach Galicien zurück. Laut Aufmacher geht es um Schuld und Vergessen.

Leider konnte mich dieses Buch wirklich so überhaupt nicht überzeugen.
Das beginnt bereits bei Cover und Titel. Beide vermitteln den Eindruck, dass man mit diesem Buch eine eher heitere sommerliche Geschichte in den Händen hält. Laut Aufmacher humorvoll erzählt.
Von Humor konnte ich jedoch nichts entdecken - und ich würde mich durchaus als jemanden beschreiben, der Humor und auch Ironie liebt und versteht.
Als sommerlich-fröhlich habe ich die Geschichte ebenfalls nicht empfunden. Cover und Titelgebung (einer sehr unwichtigen Szene im Buch nachempfunden) empfinde ich also schonmal als sehr unpassend.

Das macht ja nichts, oder? Die Geschichte selbst kann ja immer noch sehr gut sein.
Jedoch liegt die Betonung hier leider deutlich auf 'kann'.
Die Leseprobe hat bei Kapitel 8 begonnen. Genau wie die Handlung. Wobei Handlung wahrscheinlich das falsche Wort ist. In meinen Augen gab es nämlich keine.
Als die Leserunde begonnen hatte, musste ich mich anfangs so sehr durch die Seiten zwängen, dass es wirklich anstrengend war. Und das geht mir eigentlich nie so. Deshalb musste ich das Buch nach etwa vier Kapiteln zur Seite legen. Es ging einfach nicht mehr. Es gab keine Handlung. Die Hauptpersonen waren farblos. Innere Handlung fand gar nicht statt.
Nach etwa einer Woche habe ich das Buch schließlich notgedrungen doch wieder zur Hand genommen. Bei Kapitel acht angelangt habe ich mich schließlich sogar an den sehr melancholischen Schreibstil gewöhnt, der jedoch weiter farblos blieb, und letztlich habe ich die Geschichte sogar zuende gelesen.

Ich legte das Buch zur Seite und empfand Verwirrung. Fühlte mich leer und fragte mich - was war da gerade geschehen?
Nachdem ich mich mit anderen Teilnehmern der Leserunde unterhalten hatte, erfuhr ich, dass ich nicht die Einzige war, der es so ging: Wir alle hatten so viele ungeklärte Fragen: Was wollte die Autorin damit bewirken? Wie war Adela, Marias Schwester, gestorben? Warum war sie gestorben? War es Selbstmord? Was hat es mit Matteo auf sich? Wie geht es mit Maria, Matteo und Marias Eltern weiter? Was FÜHLEN die einzelnen Charaktere? Wie? Was? Wo? ...

Irgendwie habe ich mich letztendlich damit abgefunden, dass ich wohl die falsche Leserin für das Buch war und kann sagen "das war wohl nix".

Veröffentlicht am 25.07.2019

Eine verdammt besondere Geschichte, die gelesen werden will!

Forbidden
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Auf Instagram habe ich die Geschichte nicht ohne Grund zu meinem Jahreshighlight gekürt - und das obwohl das Jahr noch nicht einmal vorüber ist. Aber ich weiß einfach, dass es so schnell keine Geschichte ...

Auf Instagram habe ich die Geschichte nicht ohne Grund zu meinem Jahreshighlight gekürt - und das obwohl das Jahr noch nicht einmal vorüber ist. Aber ich weiß einfach, dass es so schnell keine Geschichte der Welt wagen wird, diese hier in den Schatten zu stellen.
Sie hat mich wirklich umgehauen! Es war schmerzhaft und bittersüß. Das Ende hat mich kalt erwischt. Die Geschichte ließ mich lange nicht mehr los.
Eine Geschichte, die nachklingt und das definitiv auch sollte!


Ein Beispiel.
Einmal frägt Maya ihre Freundin, ob es in ihren Augen eine Liebe gibt, die wirklich und tatsächlich tabu ist. Ihre Freundin denkt, Maya spricht von Klischees wie einem Lehrer-Schüler-Verhältnis o.Ä.
Aber nein. Maya spricht von einer Liebe, die so tabu ist, dass die Gesellschaft sie noch einmal für eine echte Option hält: Der wahren, aufrichtigen und absolut echten (Geschwister-)Liebe.

Ich kann nur hoffen euch mit meiner Rezi dazu aufzumuntern, der Geschichte eine Chance zu geben. Euch die Tränen in die Augen steigen zu lassen über diese verdammte Ungerechtigkeit. Das Tabu ein wenig kleiner werden zu lassen. Denkt bitte zumindest einmal darüber nach:)