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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.11.2019

Hervorragende Fortsetzung zum Report der Magd

Die Zeuginnen
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Ich muss zugeben, ich hatte nicht all zu große Hoffnungen für "Die Zeuginnen". Eine Fortsetzung für so ein erfolgreiches Buch, welches zu einer ebenfalls erfolgreichen Serie verfilmt wurde, nach so einer ...

Ich muss zugeben, ich hatte nicht all zu große Hoffnungen für "Die Zeuginnen". Eine Fortsetzung für so ein erfolgreiches Buch, welches zu einer ebenfalls erfolgreichen Serie verfilmt wurde, nach so einer langen Zeit? Da ich das erste Buch wirklich toll fand konnte ich nicht widerstehen und musste die Fortsetzung lesen. Und soviel kann ich sagen: Atwood hat die Fortsetzung hervorragend umgesetzt und meiner Meinung nach den ersten Band noch übertroffen.

"Die Zeuginnen" spielt ca 15 Jahre nach "Der Report der Magd". Drei Handlungsstränge erzählen vom Leben in Gilead (Tante Lydia sowie die Tochter eines Kommandanten)
und außerhalb (ein Mädchen in Kanada). Teils knüpft Atwood hier an den ersten Band an, teils bringt sie Ideen aus der Serie ("die kleine Nicole"). Die drei Handlungsstränge erzählen abwechselnd und ergänzend vom Leben und dem Beginn des Falles von Gilead. Allzu viel möchte ich nicht verraten, nur so viel: das Buch ist sehr gut und spannend geschrieben und bringt noch mal einige neue Ideen. Klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 28.11.2019

Lest dieses Buch!

Eure Heimat ist unser Albtraum
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Ich kann die vielen negativen Rezensionen zu diesem Buch wirklich nicht verstehen. Häufig fragt man sich, ob der Rezensent das Buch wirklich gelesen hat. Das Konzept des Buches finde ich sehr interessant ...

Ich kann die vielen negativen Rezensionen zu diesem Buch wirklich nicht verstehen. Häufig fragt man sich, ob der Rezensent das Buch wirklich gelesen hat. Das Konzept des Buches finde ich sehr interessant gewählt: 14 bekannte deutsche Autoren mit Migrationgshintergrund haben je einen Essay zu verschiedenen Themen dazu beigetragen. Ich fand die Essays durchwegs sehr gut umgesetzt, ausgesprochen gut geschrieben und interessant zu lesen. Fast alle haben mich zum Nachdenken gebracht. Vor allem die Essays zu Essen und Sprache haben mich beeindruckt. Ich selbst habe auch ähnliches erlebt, als ich nur von einem in ein anderes Bundesland gezogen bin - das Ausmaß lässt sich natürlich bei weitem nicht vergleichen. Ich finde dieses Buch extrem relevant für alle, die in deutschsprachigen Länder leben: egal ob Deutschland oder anderswo, ob mit oder ohne Migrationgshintergrund. Lest dieses Buch, lasst euch von den Amazon - Rezensionen nicht abschrecken!

Veröffentlicht am 28.11.2019

Eindrückliches Debüt von 1937

Menschen neben dem Leben
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Ich war bereits von "Der Reisende" begeistert und wollte daher das andere (erste) Werk des Autors unbedingt lesen. Boschwitz schrieb zwei Bücher, "Menschen neben dem Leben" und "Der Reisende". Sie wurden ...

Ich war bereits von "Der Reisende" begeistert und wollte daher das andere (erste) Werk des Autors unbedingt lesen. Boschwitz schrieb zwei Bücher, "Menschen neben dem Leben" und "Der Reisende". Sie wurden erst 2018 bzw 2019 auf Deutsch übersetzt, lektoriert und im Klett Cotta Verlag publiziert. "Menschen neben dem Leben" erschien 1937 auf Schwedisch, 1939 auf Englisch, 2019 nun auf Deutch. Boschwitz starb 1942 im Alter von 27 Jahren bei einem deutschen Torpedo-Angriff auf der Überfahrt von Australien nach England.

In "Menschen neben dem Leben" beschreibt Boschwitz die Menschen am Rande der Gesellschaft im Berlin der Zwischenkriegsjahre. Der Krieg und die Weltwirtschaftskrise lässt viele Menschen mittellos dastehen: vor allem durch technische Verbesserungen werden viele Berufe obsolet, die Arbeitslosigkeit steigt, die Arbeiter werden immer schlechter behandelt, weil sie sofort austauschbar sind. So geht es auch Boschwitz' Protagonisten: Schreiber, der Gemüsehändler, die Obdachlosen Fundholz und Tönnchen, der kleinkriminelle Grissman und der blinde Sonnenberg.

Boschwitz hat ein gutes Gespür für Menschen und kann sich ausgezeichnet in diese hineinfühlen. So schafft er, dass der Leser diese ihm vermutlich fernen Menschen ausgezeichnet versteht. In kurzen, gut verständlichen Sätzen beschreibt er dicht, lebendig und authentisch das Leben im Berlin der 20er Jahre. Auch der Humor kommt trotz des ernsten Themas nicht zu kurz. Wahnsinn, dass der Autor dieses Buch mit nur 22 Jahren geschrieben hat. Ein wirklich eindrücklicher Debüt-Roman der noch lange nachwirkt.

Veröffentlicht am 07.10.2019

Inspirierendes Porträt Schweizer Bergführerinnen

Himmelwärts
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Dies war mein erstes Buch von Daniela Schwegler und ich möchte gleich am Anfang betonen, wie gut es gelungen ist. Schwegler portraitiert zwölf der knapp 40 Frauen des Schweizer Bergführerverbandes. Zum ...

Dies war mein erstes Buch von Daniela Schwegler und ich möchte gleich am Anfang betonen, wie gut es gelungen ist. Schwegler portraitiert zwölf der knapp 40 Frauen des Schweizer Bergführerverbandes. Zum Vergleich: dieser zählt auch 1300 Männer. Nicole Niquille erhielt 1986 als erste Frau das Schweizer Bergführerdiplom. Sie und elf andere Frauen erzählen in diesem Buch ihre (Lebens-)Geschichten. Schwegler schafft es, diese Geschichten wunderbar poetisch und inspirierend wiederzugeben. Begleitet wird das ganze von gelungenen Bildern, die auf verschiedenen Touren mit den Frauen entstanden sind.

Mir persönlich gefiel dieses Buch wahnsinnig gut. Der Einband ist hochwertig, das Titelbild sehr gut gewählt, sodass man gleich neugierig auf das Buch wird. Jede der Frauen erhält ein Kapitel, welches mit einer Einleitung inkl. Portraitfoto beginnt. Weiter geht es mit der Lebensgeschichte der Frau, insbesondere den Weg zum Bergführen. Am Schluss des Kapitels folgen Fotos von einer gemeinsamen Tour mit der Autorin, sowie ein Tourentipp. Ich bin selbst gerne am Berg unterwegs, da kennt man viele der Probleme am Berg, sowohl als Frau als auch als Mensch. Ich bin beeindruckt, wie gut Daniela Schwegler diese Frauen portraitiert – das Lesen brachte mir viele Ideen. Ich fand es sehr interessant zu lesen, wie diese Frauen das Führen, einen anderen Job und teilweise das Familienleben unter einen Hut bringen. Ein wiederkehrendes Thema ist auch der Verlust am Berg – ein wichtiges Thema welches einen am Berg häufig begleitet. Auch die feministischen Aspekte waren für mich als Frau interessant, wobei diese stets eher nebenbei erwähnt werden. Mein Fazit: ein wunderschön gestaltetes und poetisches Buch, welches ich Frauen und auch Männern am Berg empfehle.

Veröffentlicht am 24.09.2019

Spannende Mischung aus Roman und Krimi

Drei
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"Hast du jemandem von uns erzählt?"

Dieser Roman handelt von drei Frauen, die alle denselben Mann treffen. Bereits ab hier muss man vorsichtig sein, um nicht zu spoilern. Einerseits ist da Orna, vor ...

"Hast du jemandem von uns erzählt?"

Dieser Roman handelt von drei Frauen, die alle denselben Mann treffen. Bereits ab hier muss man vorsichtig sein, um nicht zu spoilern. Einerseits ist da Orna, vor kurzem geschieden, die Gil auf einer online dating Platform für Geschiedene kennenlernt. Sie gibt alles für ihren Sohn, ist jedoch langsam wieder bereit für etwas neues. Die zweite Frau, Emilia, eine lettische Pflegerin, holt sich Rat vom Sohn der Familie, dessen Vater sie einst gepflegt hat. Langsam entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden. Die letzte Frau ist jung, kurz nach der Elternzeit und scheint eine Abwechslung zu suchen...

Dror Mishani schreibt ruhig und beinahe sachlich, aus der Sicht der jeweiligen Frau, jedoch immer in der dritten Person. Gil lernen wir nur aus Sicht der Frauen kennen. Das Buch ist grob in drei Teile geteilt, welche jeweils einer der Frauen zugeordnet ist, wobei Orna gefühlt am meisten Platz einnimmt. Ich hab das Buch gerne und leicht gelesen, es ist spannend geschrieben und bietet die ein oder andere Überraschung. Den Hype um das Buch kann ich nicht ganz nachvollziehen, vielleicht liegt dies daran, dass der Autor in Israel sehr bekannt ist. Insgesamt ein sehr schönes Leseerlebnis mit einigen Überraschungen!