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Veröffentlicht am 10.02.2026

Die perfekte Inspirationsquelle für die Reiseplanung - oder einfach nur für wunderbare Fernwehträume

KUNTH Unterwegs in Neuseeland
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Meine Meinung:
Dieses Reisebuch im praktischen Flex-Cover ist ein sehr gelungener Mix aus Reiseführer, Bildband und Reiseatlas und für meinen Geschmack damit eine großartige Kombination, die sehr viel ...

Meine Meinung:
Dieses Reisebuch im praktischen Flex-Cover ist ein sehr gelungener Mix aus Reiseführer, Bildband und Reiseatlas und für meinen Geschmack damit eine großartige Kombination, die sehr viel Wissenswertes über Neuseeland bietet und sich sowohl perfekt für eine Reisevorbereitung als auch -begleitung eignet.

Schon auf den ersten Seiten begrüßt uns dieses Buch mit atemberaubenden Fotos, die einen sofort ins Träumen und Schwelgen bringen. Und genau das ist auch eine der ganz großen Stärken dieses Buches: bildgewaltige Fotografien, die den Wunsch wecken, all diese Pracht einmal mit eigenen Augen zu sehen. Dabei liegt der Fokus natürlich klar auf den beinahe unzähligen Sehenswürdigkeiten, die die Natur hier hervorgebracht hat: endlos erscheinende Traumstrände, geheimnisvolle Tropfsteinhöhlen, heiße Quellen, wilde Flüsse, schneebedeckte Berge, riesige Nationalparks, aktiver Vulkanismus, gigantische Regenwälder, die auf Gletscherkanten treffen, und natürliche „Blue Pools“. Die Natur Neuseelands ist einfach überwältigend, und dieses Buch fängt diesen Eindruck perfekt in seinen Fotografien ein. Selbstverständlich gibt es zu diesen Sehenswürdigkeiten auch die passenden redaktionellen Erläuterungen, die uns alles gut recherchiert und mit vielen interessanten Fakten gespickt näherbringen.

Neben den atemberaubenden Landschaften widmet sich dieses Reisebuch aber auch der ganz eigenen Fauna und Flora Neuseelands. Hier „trifft“ man auf die Kauribäume und den „Supple Jack“, werden Keas & Kiwis, See-Elefanten & Palmendiebe und noch so einige weitere besondere Arten vorgestellt.

Natürlich beschert uns dieses Buch auch interessante Informationen zur Geschichte und Kultur des Landes, und ich finde es sehr schön, dass dabei insbesondere die Maori-Kultur immer wieder zur Sprache kommt, sei es etwa der Schöpfungsmythos der Inseln, die traditionellen Begrüßungsrituale, die einzigartige Tattookunst oder auch das traditionelle Festessen „Hangi“. Aber auch Kricket & Rugby finden hier ihren Platz.

Wie man sieht, bietet dieses Buch damit wirklich eine riesige Menge an Inspirationsquellen. Aber auch praktische Tipps zu besonders schönen Wander-Tracks, berühmten Film-Drehorten oder empfehlenswerten Tauchrevieren bietet dieses Buch, genauso wie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in den größten Städten, inklusive passenden Kartenausschnitten. Was man hier allerdings nicht findet, sind die klassischen „Basic-Infos“ zu Anreise, Unterkunft, Währung, Gesundheit etc., aber das ist auch nicht der Fokus dieses tollen Buchkonzeptes.

Das Buch endet dann passender Weise mit drei vorgeschlagenen Reiserouten mit einem Zeitbedarf von jeweils ca. 2-3 Wochen (für Nordinsel, Südinsel und „Insel-Hopping“ in Französisch-Polynesien), die sich perfekt als „Grundgerüst“ für die individuelle Reiseplanung anbieten. Ein Reiseatlas (1:800.000) und ein gut bestücktes Stickwortverzeichnis runden dieses Reisebuch schließlich perfekt ab.

Wer Neuseeland bis jetzt noch nicht auf der persönlichen Reise-Bucketlist hatte, wird es spätestens nach diesem Buch draufsetzen - und zwar ganz oben!

FAZIT:
Ein großartiges Reisebuch, das Neuseeland mit seiner Vielfalt und außergewöhnlichen Natur und Kultur feiert.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Wenig spannend und eine absolut unsympathische Protagonistin

Tödliches Angebot
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„Und auf einmal bin ich im Haus. Meine Sinne fühlen sich an wie neu geboren - als wären sie zuvor tot gewesen, aber jetzt wieder zum Leben erwacht und hungerten nach jedem noch so kleinen Detail. Es riecht ...

„Und auf einmal bin ich im Haus. Meine Sinne fühlen sich an wie neu geboren - als wären sie zuvor tot gewesen, aber jetzt wieder zum Leben erwacht und hungerten nach jedem noch so kleinen Detail. Es riecht teuer.“ (S. 87)

Meine Meinung:
Nach dem profitablen Verkauf ihres Reihenhauses sitzen Margo und Ian nun schon seit Monaten in einer kleinen Mietwohnung fest. Auf der Suche nach ihrem Traumhaus wurden sie inzwischen rund ein Dutzend Mal überboten und Margos Verzweiflung wird mit jedem gescheiterten Versuch, ein passendes Haus für die Familienplanung zu finden, immer größer. Als sie eines Tages durch Zufall von einem neuen Traumhaus erfährt, das noch nicht offiziell auf dem Markt ist, ist für Margo schnell klar: Sie würde ALLES tun, um dieses Haus zu bekommen. Wirklich ALLES…

Die Storyidee und die Kurzbeschreibung hatten mich sehr neugierig auf dieses Buch gemach, und auch die ersten Kapitel ließen sich vielversprechend an. Sehr schnell merkt man, dass Margo bei ihrem Ziel, endlich das passende Haus zu finden, keinerlei Scham oder Grenzen kennt. Doch leider ist mir die Protagonistin beim Lesen genauso schnell immer unsympathischer geworden. Margo, die schon seit Teenagertagen ein Wutproblem hat, ist berechnend und manipulativ, vulgär und gemein (Zitat Margo: „Diese Frau ist wie eine Mensch gewordene Pilzinfektion“, S. 58). Und je weiter Margo aus der Spur gerät, desto weniger konnte ich diese Figur ertragen. Leider gab es auch keinen anderen Charakter, der mir wirklich sympathisch war. Dafür gleich so einige, mit denen ich echt Mitleid hatte.

Darüber hinaus hatte ich mir vom Plot viel Spannung erwartet, immerhin wird das Buch als Psycho-Thriller angepriesen. Doch leider habe ich beim Lesen so gut wie keine Spannung erlebt. Erst als nach knapp 2/3 des Buches die Story überraschender Weise weit von Washington DC wegführt, hatte ich felsenfest auf erste wirklich spannende Momente gewartet. Doch leider war dieser kurze Plot-Schlenker bereits nach wenigen Seiten wieder passé. Erst nach rund 90% (!) des Buches kommt wirkliche Spannung auf, zum Finale also, in dem Margo ihre ganze widerliche Hinterhältigkeit ausspielt. Das kurz darauffolgende Ende der Geschichte kann ich nur als „legitim“ bezeichnen. Es passt zur Story, hat mir persönlich aber nicht wirklich gefallen, was aber sicher reine Geschmackssache ist.

Alles in allem hat sich das Buch schnell lesen lassen und ist auch flüssig geschrieben, hat mich aber weder gepackt, gar gefesselt. Für mich leider enttäuschend.

Und noch eine Bemerkung zum Schluss: Der Klappentext verrät eigentlich schon fast die gesamte Handlung des Buches - so sollte das eigentlich nicht sein. ☹

FAZIT:
Psycho auf jeden Fall, aber kein wirklich spannender Thriller, zumindest nicht auf den ersten 300 von 330 Seiten.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Das erste Dutzend ist voll - ein neuer Provinzkrimi vom Feinsten

Prost, auf die Fischer
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„Der Chiemsee hat Wellengang bekommen, lieber Kollege. Und wir beide stehen am Ufer und warten, was uns alles angespült wird.“ (S. 78)

Meine Meinung:
Ausgerechnet auf dem Betriebsausflug der Brunngrieser ...

„Der Chiemsee hat Wellengang bekommen, lieber Kollege. Und wir beide stehen am Ufer und warten, was uns alles angespült wird.“ (S. 78)

Meine Meinung:
Ausgerechnet auf dem Betriebsausflug der Brunngrieser Polizeidienststelle „stolpert“ Luise über eine gut eingenetzte Leiche, die im ansonsten heimeligen Frillensee vor sich hin schippert. Eine Vollbremsung für den Wandertag und ein Kavalierstart für den inzwischen zwölften Fall des Chiemgauer Ermittler-Duos Tischler und Fink.

Wie gewohnt, dauert es auch diesmal nicht lange, bis sich eine bunte Schar potenzieller Verdächtiger zusammengesellt hat und man sich beim Lesen einmal mehr fragt, wer nun bloß der Täter sein könnte und - vor allem - warum! Während man also ganz kräftig mit dem „Mitermitteln“ beschäftigt ist, führt uns Friedrich Kalpenstein dabei wieder an die reizvollsten Schauplätze im Chiemgau und beschert uns eine ordentliche Dosis original bayerischen Lokalkolorit. So sehnt man sich mit jedem Kapitel mehr in die Chiemgauer Alpen.

Natürlich geht es auch im neuen Band wieder wunderbar humorvoll zu, wenn sich die Ermittler freundschaftlich Necken und Anfrotzeln, oder auch, wenn der gute Fink (der Janker-Leuchtturm auf dem Schulhof) mal wieder anfängt, ein bisschen zu gscheidhaferln. Und auch (fast) alle anderen inzwischen liebgewonnenen Brunngrieser bekommen hier natürlich wieder ihren Auftritt: Mama Fink (auf kulinarischen Abwegen) und Frau Kneidinger (in Elektro-Not), Jäger Ferstel (in falschverstandener Zugehörigkeit zum Ermittlerkreis) und Schrauber Steiner (in internationalen Konflikten verstrickt) und selbstverständlich unsere Resi, die ein falscher Mann im richtigen Auto dann doch irritiert. Das alles unterhält uns ganz hervorragend und bringt die Business-Ladies Tereza und Nori natürlich nicht davon ab, ihr ganz persönliches „Projekt“ weiterzuentwickeln.

Es ist einfach immer wieder schön, nach Brunngries zu kommen - wie ein kleiner, spannender Urlaub zum Lesen!

FAZIT:
Brunngries ist immer wieder eine literarische Reise wert - Lesevergnügen pur!

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Die Erben des Danehofs

Oxen. Interregnum
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„Wir waren gefrorene Flammen - lebende Tote. Aber wir sind zurückgekehrt. Wir haben uns zusammengetan und dem Feind einen vernichtenden Schlag versetzt. Und jetzt sind wir gezwungen, den letzten Schritt ...

„Wir waren gefrorene Flammen - lebende Tote. Aber wir sind zurückgekehrt. Wir haben uns zusammengetan und dem Feind einen vernichtenden Schlag versetzt. Und jetzt sind wir gezwungen, den letzten Schritt zu tun und uns zu vergewissern, dass nicht alles vergebens war.“ (S. 34)

Meine Meinung:
„Interregnum“ ist der mittlerweile siebte Band um den hochdekorierten dänischen Ex-Elite-Soldaten Niels Oxen und auch, wenn man diesen Band „stand alone“ lesen kann, so würde ich doch immer empfehlen, zuerst die Vorgängerbände zu lesen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Nur wenig Zeit ist vergangen seit dem großen Finale des Vorgängerbandes und schon bittet PET-Urgestein Axel Mossmann seine Allzweckwaffe Niels Oxen und die toughe Ermittlerin Margarethe Franck erneut zu einem Geheimeinsatz abseits aller offiziellen Protokolle. Als Fan dieser Reihe bin ich von der ersten Seite an wieder mittendrin und freue mich, mein Lieblings-Ermittlerteam, das im weiteren Verlauf natürlich auch wieder mit Sally Finnsen und Axels Neffen Sonne aufgestockt wird, auf eine neue Mission begleiten zu können.

Wieder einmal serviert uns Autor Jens Henrik Jensen einen sehr ausgeklügelten, hervorragend recherchierten und einmal mehr top-aktuellen Plot, dessen ganzes Ausmaß sich den Ermittlern - und auch uns - erst nach und nach offenlegt. Auch diesmal führt der Fall das Team in andere Länder, wenn auch nicht ganz so weit in die Welt hinaus wie noch im Vorgänger. Und noch bei einem weiteren Stilelement bleibt Jensen sich treu: Neben dem Hauptplot gibt es einen ebenfalls spannenden und actionreichen Nebenstrang, der für eine Figur zutiefst persönlich ist.

Dies alles zusammen garantiert auch in Band sieben beste und intelligente Leseunterhaltung. Die knapp 600 Seiten habe ich schnell weggelesen und dabei sehr genossen. Eine großartige Reihe!

FAZIT:
Eine starke, sehr lesenswerte Fortsetzung für alle Fans der Reihe.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Eine intelligente Story, die aber einen längeren Anlauf benötigt

Minnesota
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„Ich habe ein Wutproblem. Und… wohl auch noch eine ganze Reihe anderer Probleme.“ (Bob Oz, S. 96)

Meine Meinung:
Ich hatte anfangs so meine Schwierigkeiten mit diesem Buch. Die Geschichte an sich war ...

„Ich habe ein Wutproblem. Und… wohl auch noch eine ganze Reihe anderer Probleme.“ (Bob Oz, S. 96)

Meine Meinung:
Ich hatte anfangs so meine Schwierigkeiten mit diesem Buch. Die Geschichte an sich war wenig spannend und mir war überhaupt nicht klar, in welche Richtung sie wohl führen würde. Manchmal ist so etwas ja durchaus von Vorteil und macht mich neugierig. Hier war das aber nicht der Fall. Dazu erzählt Nesbø seine Geschichte zu Beginn in drei Handlungssträngen mit verschiedenen Protagonisten. Das sorgt ja normalerweise für Abwechslung, aber hier hatte ich das Problem, dass ein Protagonist (Bob Oz mit seiner Impulskontrollstörung) mir echt total unsympathisch war, während die beiden anderen für mich so gar nicht „greifbar“ waren und total blass blieben. Lediglich ein einziger Nebencharakter war mir bis dahin wirklich sympathisch, die toughe Barfrau Liza. Für mein Empfinden viel zu dünn - bis dahin!

Dennoch habe ich mich wacker vorangekämpft in diesem Buch und wurde dann doch noch mit einer intelligenten Story und spannenden Lesemomenten belohnt. Nach rund einem Drittel begann Nesbø in homöopathischen Dosen zu eröffnen, warum Bob Oz so ein Widerling ist, und hat es im Verlauf des Buches sogar tatsächlich geschafft, dass mir dieser verschrobene „One Night Bob“ wirklich sympathisch geworden ist. Das zu schaffen ist schon eine hohe Kunst des Schreibens.

Und auch die Geschichte hat mich dann doch noch voll und ganz in ihren Bann gezogen, als sich so langsam die Konturen der Storyline aus dem erzählerischen Nebel herausgelöst haben und alles anfing, sich langsam aber sicher zu einem großen Gesamtbild zusammenzusetzen. Und es ist am Ende nicht nur eine fesselnde und bewegende Story gewesen, sondern auch noch ein Plot mit Tiefgang und erschreckender Aktualität. Ganz bewusst überlässt Jo Nesbø dabei seinen Lesenden, die Moral der Geschichte für sich selbst einzuordnen und die Frage danach, wer hier Opfer und wer Täter gewesen ist. Ein beeindruckendes Beispiel für die schriftstellerische Größe Jo Nesbøs.

FAZIT:
Ein für mich schwacher Anfang, aber dennoch bitte durchhalten: es lohnt sich wirklich!

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