Ein spannender Reihenauftakt, der sich auch 23 Jahre nach Erstveröffentlichung sehr gut lesen lässt
Die WellenläuferInhalt: Jolly ist eine Wellenläuferin: Sie kann seit ihrer Geburt über das Wasser laufen - ein Umstand, der sie für den Piraten Bannon unentbehrlich macht. Denn: Bei jeder Schiffskaperung läuft Jolly voran ...
Inhalt: Jolly ist eine Wellenläuferin: Sie kann seit ihrer Geburt über das Wasser laufen - ein Umstand, der sie für den Piraten Bannon unentbehrlich macht. Denn: Bei jeder Schiffskaperung läuft Jolly voran und setzt die gegnerischen Kanonen schachmatt. Doch die letzte Kaperung entpuppte sich als Falle; allein Jolly kann knapp entkommen - und erwacht auf einer nahezu unbewohnten Insel. Dort trifft sie auf Munk, der ebenfalls auf den Wellen laufen kann… Anderswo, inmitten des Atlantiks, dreht sich ein gewaltiger Mahlstrom, der die Grenze zwischen den Welten durchlässig macht - und dieser hat es auf Jolly und Munk abgesehen…
Persönliche Meinung: “Die Wellenläufer” ist ein phantastischer Jugendroman von Kai Meyer. Es handelt sich um den ersten Band der “Wellenläufer”-Trilogie. Erzählt wird die Handlung aus den Perspektiven der jugendlichen Protagonisten Jolly und Munk, die als die letzten beiden Wellenläufer gelten. Bereits zu Beginn der Handlung müssen beide tragische Schicksalsschläge erleiden, wodurch eine schöne Portion Dramatik in die Handlung kommt. Das Setting der Handlung ist die Karibik zur Hochzeit der Piraterie um ca. 1700. Dementsprechend setzen wir mit den Figuren mehrfach die Segel, treffen auf Freibeuter und Piratenkönige, machen eine Kneipenschlägerei mit und betreten New Providence. Wie im Inhaltsteaser schon angedeutet, handelt es sich dabei um eine phantastische Version der Karibik: Neben Wellenläufern und hybriden Wesen aus Mensch und Tier gibt es weitere düstere Gestalten, die der (im ersten Band noch vage bleibende) Mahlstrom aussendet. Sehr hat mir dabei gefallen, wie in “Die Wellenläufer” mit Motiven der Seefahrtsliteratur gespielt wird: So begegnen die Protagonisten “Klabautern”, Mischwesen aus Kobolden und Haien, und auch die “Geisterschiffe” sind hier wörtlich zu nehmen. Die Handlung folgt der Struktur eines Abenteuerromans: Mehrere Gefahren und Missionen müssen bewältigt werden, bis die Protagonisten zu ihrem (vorläufigen) Ziel gelangen. Zusätzlich findet sich eine kleine Liebesgeschichte innerhalb der Handlung. Der Schreibstil von Kai Meyer ist gewohnt bildreich, anschaulich und flüssig zu lesen. Insgesamt ist “Die Wellenläufer” ein spannender Reihenauftakt, der sich auch 23 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung sehr gut lesen lässt.