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Veröffentlicht am 06.05.2026

Ein empathisch geschriebener Liebesroman

Die Liebe an miesen Tagen
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Inhalt: Seitdem ihr Ehemann verstorben ist, lebt Clara allein. Momentan plagen sie finanzielle Engpässe, sodass sie sich schweren Herzens dazu entscheidet, dass Wochenendhaus, dass sie und ihr Mann in ...

Inhalt: Seitdem ihr Ehemann verstorben ist, lebt Clara allein. Momentan plagen sie finanzielle Engpässe, sodass sie sich schweren Herzens dazu entscheidet, dass Wochenendhaus, dass sie und ihr Mann in mühevoller Arbeit zur ihrem persönlichen Rückzugsort aufgebaut haben, zu verkaufen. Perspektivwechsel: Eigentlich hat Elias gar keine Lust, das Häuschen, dass seine Freundin Vera in einem Inserat gefunden hat, zu begutachten. Sie können es sich eh nicht leisten. Trotzdem hat er sich breitschlagen lassen – und trifft dort auf Clara…

Persönliche Meinung: „Die Liebe an miesen Tagen“ ist ein Liebesroman von Ewald Arenz. Im Fokus stehen die beiden Protagonisten Clara und Elias, aus deren personalen Perspektiven die Handlung wechselweise erzählt werden. Beide sind schon länger aus der Phase, in der man sich leichthin verknallt, heraus; glauben auch gar nicht mehr an die eine große Liebe – und trotzdem: Als sie sich am Wochenendhäuschen treffen, funkt es. Ewald Arenz zeichnet die Annäherung der beiden, die ersten Schmetterlinge sowie die weitere Entwicklung der Beziehung mit all ihren Höhen und Tiefen einfühl- und behutsam mit einem emphatischen Ton nach. Dabei werden die Gefühle und Unsicherheiten, die die Protagonisten mit sich herumtragen, sehr greifbar. Um nur einige Fragen zu nennen, die die beiden beschäftigen: Bin ich nicht zu alt, mich neu zu verlieben? Wie wird es mein (familiärer) Umkreis aufnehmen? Passt mein Lebensentwurf zum Lebensentwurf der anderen Person? Neben der Liebe werden noch weitere Themen im Roman berührt (Umgang mit Krankheit, Tod und Älterwerden der eigenen Eltern), wodurch „Die Liebe an miesen Tagen“ eine vielschichtige Lektüre wird. Die Handlung selbst ist nicht vorhersehbar und besitzt einige dramatische Wendungen. Insgesamt ist „Die Liebe an miesen Tagen“ ein emphatisch geschriebener Roman über die Liebe im erwachsenen Alter, der durchaus auch Lesende mitreißen kann, die noch jünger als die Protagonisten sind.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Facettenreiche Frühlingsgedichte

Ein Frühlingstag mit Rainer Maria Rilke
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“Ein Frühlingstag mit Rainer Maria Rilke” ist eine im Reclam Verlag erschienene Anthologie von Texten (Schwerpunkt: Gedichte), die Rilke zum Thema Frühling verfasste. Dabei werden verschiedene Facetten ...

“Ein Frühlingstag mit Rainer Maria Rilke” ist eine im Reclam Verlag erschienene Anthologie von Texten (Schwerpunkt: Gedichte), die Rilke zum Thema Frühling verfasste. Dabei werden verschiedene Facetten der Jahreszeit gezeigt. So finden sich im ersten Abschnitt “Winterhauch und Frühlingslicht” Gedichte wie “Ein Frühlingswind" oder das 25. Sonett an Orpheus, die den Frühling als Aufbruch/Neuanfang mit z. T. schicksalhafter Bedeutung darstellen. Der zweite Abschnitt “Erwachen und Erblühen” lenkt mit Gedichten wie “Wilder Rosenbusch” und “Blaue Hortensie” oder einem Auszug aus Rilkes einzigem Roman “Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge” den Blick auf das Wachstum in der Natur. Der dritte Abschnitt “Blüten der Liebe” fokussiert (z. B bwi “Eros” oder “Die Liebende”) die im Frühling sprießende Liebe, wobei diese nicht immer glücklich verläuft. “Entstehen und Vergehen”, der vierte Abschnitt, thematisiert u.a. mit einem Auszug aus “Malte Laurids Brigge” und der Ballade “Geburt der Venus” den Keim des Destruktiven, der sich im scheinbar ausschließlich Schönen findet (der Auszug aus “Malte” beschreibt bspw. die Differenz zwischen der schönen Landschaft im Frühling und der inneren Zerrissenheit des Protagonisten). Der letzte Abschnitt “Frühlingsträume und Frühlingsgeschichten” enthält u.a. Gedichte aus dem Buch der Lieder, in denen Traum- und Fantasiewelten beschrieben werden. Insbesondere für die Gedichte gilt: Rilkes Wortwahl ist sehr überlegt und gewählt, die Texte besitzen einen angenehmen Klang und schöne sprachliche Bilder, der Ton der Gedichte ist dabei häufig empfindsam. Insgesamt ist “Ein Frühlingstag mit Rainer Maria Rilke” eine schön zusammengestellte Anthologie mit facettenreichen Frühlingstexten.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Starker Beginn, durchwachsener Fortgang

Kill for Me
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Inhalt: Seit dem gewaltsamen Tod ihrer Tochter ist für Amanda nichts mehr so, wie es war. Zwar ist sich der leitende Ermittler Farrow sicher, dass der Hauptverdächtige Wallace Crone den Mord an Amandas ...

Inhalt: Seit dem gewaltsamen Tod ihrer Tochter ist für Amanda nichts mehr so, wie es war. Zwar ist sich der leitende Ermittler Farrow sicher, dass der Hauptverdächtige Wallace Crone den Mord an Amandas Tochter begangen hat, doch Crone kann immer wieder - mit dem Geld seines Vaters - seinen Hals aus der Schlinge ziehen, sodass der Mord juristisch bisher ungesühnt blieb. Doch als Amanda einer Selbsthilfegruppe für Trauernde beitritt, ändert sich ihr Leben radikal. Dort offenbart sie sich Wendy, einer Leidensgenossin, deren Tochter ebenfalls getötet wurde, wobei auch hier der Täter nicht zur Rechenschaft gezogen wurde. Wendy schlägt ihr einen Deal vor: Sie will Crone töten, wenn Amanda den Mörder von Wendys Tochter umbringt - und tatsächlich ist Crone kurze Zeit später verschwunden. Amanda ist am Zug…

Persönliche Meinung: “Kill for Me” ist ein Thriller von Steve Cavanagh, dessen Handlung in sich abgeschlossen ist. Erzählt wird die Handlung hauptsächlich aus zwei personalen Perspektiven: Amanda, die mit dem Verlust ihrer Tochter zurechtkommen muss, und Ruth, die einen Einbruch in ihr Haus nur knapp überlebte, wovon sie nachhaltig traumatisiert ist (insbesondere die Perspektive von Ruth sorgt dabei für Spannung, da man lange Zeit nicht wirklich erahnen kann, welche konkrete Rolle sie im Thriller spielt). Daneben tritt vereinzelt die Perspektive von Farrow hinzu, der in den Fällen von Amanda und Ruth ermittelt. Die Ausgangslage des Thrillers ist durch den mörderischen Pakt von Wendy und Amanda brisant; zusätzlich kommt Spannung dadurch auf, dass eine der beiden nicht ist, was sie vorzugeben scheint. Leider ließ mich der Thriller allerdings trotz des vielversprechenden Beginns zwiegespalten zurück. Das liegt einerseits an der recht detailliert erzählten Handlung: Wir erfahren viel über das Seelenleben, die Routinen und den Alltag der Handelnden. Zwar werden sie so vergleichsweise lebendig, doch für mich litt dadurch das Tempo der Handlung, sodass einzelne Längen entstanden. Andererseits konnten mich die beiden Wendungen am Ende der Handlung nicht vollends überzeugen. So ist die erste Wendung noch überraschend (auch wenn sie ein Muster nutzt, das man öfter liest), die zweite hingegen ist eher vorhersehbar. Der Schreibstil von Steve Cavanagh ist anschaulich und eingängig, sodass man den ca. 500 Seiten starken Thriller trotz seiner Länge zügig lesen kann. Insgesamt ist “Kill for Me” ein Thriller mit vielversprechendem Beginn und interessanter Grundidee, der bei mir aber - aufgrund der angesprochenen Kritik in Bezug auf die Wendungen und den detaillierten Schreibstil - eher einen durchwachsenen Eindruck zurücklässt.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Eine abwechslungsreiche Frühlingsanthologie

Ein Frühlingstag mit Johann Wolfgang Goethe
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“Ein Frühlingstag mit Johann Wolfgang Goethe” ist eine im Reclam Verlag erschienene Anthologie von Texten, in denen Goethe den Frühling thematisiert. In der Anthologie finden sich Gedichte, Balladen und ...

“Ein Frühlingstag mit Johann Wolfgang Goethe” ist eine im Reclam Verlag erschienene Anthologie von Texten, in denen Goethe den Frühling thematisiert. In der Anthologie finden sich Gedichte, Balladen und Briefe von Goethe sowie thematisch passende Auszüge aus seinen Hauptwerken. So stehen neben Gedichten, die den Einzug des Frühlings in der Natur behandeln (z. B. “Rosenknospe” und “Das Veilchen”), Szenen aus “Die Wahlverwandtschaften” (Frühling im Garten des Baron Eduard) sowie “Faust” (der Osterspaziergang). Zu hymnischen Liebesgedichten (z. B. “Ganymed” und “Frühzeitiger Frühling”) gesellen sich Auszüge aus “Wilhelm Meisters Lehr- und Wanderjahre” (u. a. die Liebesepisode um den Baron Lothario) und gefühlvolle Briefe aus “Die Leiden des jungen Werther”. Auch eine “metaphysische” Liebe wird in einer Ballade (“Zuneigung”) behandelt: diejenige des Schriftstellers zur Muse. Eher “faktenbasiert” geht es in ausgewählten Briefen der “Italienischen Reise” zu, in denen Goethe die Natur um Palermo beschreibt und auf geologische Erkundungen geht. Abgeschlossen wird das Bändchen mit dem “Mailied”, für mich Goethes Frühlingsgedicht schlechthin, in dem, feurig erzählt, die aufkeimende Liebe des lyrischen Ichs mit dem Sprießen der Natur verquickt wird. Insgesamt ist “Ein Frühlingstag mit Johann Wolfgang Goethe” eine abwechslungsreiche Anthologie, die man am besten bei Sonnenschein, Vogelgezwitscher und Blumenduft lesen sollte.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Ein spannender Horrorthriller

REM
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Inhalt: Seit ihrer Kindheit hat Alysee Schlafstörungen - was mit dem ungeklärten Tod ihres Vaters zusammenhängt: Als sie ein Kleinkind war, flehte ihr Vater sie eines Nachts panisch an, nicht einzuschlafen, ...

Inhalt: Seit ihrer Kindheit hat Alysee Schlafstörungen - was mit dem ungeklärten Tod ihres Vaters zusammenhängt: Als sie ein Kleinkind war, flehte ihr Vater sie eines Nachts panisch an, nicht einzuschlafen, doch sie nickte kurz ein, und als sie aufwachte, war ihr Vater tot. Seitdem lebt sie bei einer Pflegefamilie, wobei ihr besonders ihr Pflegebruder Nico durch schwierige Zeiten half. Jahre später wird die Vergangenheit erneut präsenter: Alysee erfährt, dass sie die Villa, in der ihr Vater an Unerklärlichem forschte, geerbt hat - wodurch sich eine Möglichkeit auftut, endlich Gewissheiten zu erhalten…

Persönliche Meinung: “REM” ist ein Horrorthriller von Annika Strauss und Sebastian Fitzek. Erzählt wird die Handlung hauptsächlich aus der personalen Perspektive der 25-jährigen Alysee; daneben finden sich aber auch immer wieder Perspektiven verschiedener Nebenfiguren (z. B. Nico). Kleiner Disclaimer: Zwecks Spoilergefahr bleibe ich im Folgenden recht vage, hoffe aber, dass mein Eindruck der Lektüre dennoch deutlich wird. Im Mittelpunkt der Handlung steht Alysees Suche nach Antworten auf Leerstellen aus ihrer Vergangenheit: Was ist mit ihren Eltern passiert? Wer tötete ihren Vater? Woran forschte ihr Vater überhaupt? Diese Fragen versucht sie in der geerbten Villa zu beantworten, wo sie auf unterschiedlichste, teils menschliche, teils albtraumhafte Gefahren stößt, die lebendig gezeichnet werden. Durch die offenen Fragen zieht sich permanent Spannung durch den Thriller, sodass er zu einer fesselnden Lektüre wird. Sehr gefallen hat mir auch die Auflösung der Handlung, die mit kleineren und größeren Wendungen (z. T. mit Mysteryelementen) auftrumpft. Spannend fand ich zudem die Grundidee des Thrillers (der Ursprung der Albträume von Alysee), da ich sie in dieser Form bisher noch nicht gelesen habe (wegen Spoilergefahr kann ich sie hier leider nicht ausführlicher besprechen). Der Erzählstil von Strauss und Fitzek ist flüssig, eingängig und anschaulich, sodass man nur so durch die Seiten des Thrillers fliegt. Insgesamt ist “REM” ein spannender Horrorthriller mit schöner Grundidee und überraschenden Wendungen.

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