Ein bemerkenswertes Thrillerdebüt
Happy EndInhalt: Nur kurz hat Isa Ben, ihren wenige Monate alten Sohn, im Wohnzimmer allein gelassen, um sich im Keller um die Wäsche zu kümmern, doch als sie zurückkehrt, ist Ben verschwunden - und bleibt es nach ...
Inhalt: Nur kurz hat Isa Ben, ihren wenige Monate alten Sohn, im Wohnzimmer allein gelassen, um sich im Keller um die Wäsche zu kümmern, doch als sie zurückkehrt, ist Ben verschwunden - und bleibt es nach gründlicher Suche auch. Ein Alptraum beginnt: Permanent fragt Isa sich, wie ihr Sohn verschwinden konnte; die Schuld, die sie sich gibt, ist grenzenlos. Zudem kann keiner sich wirklich in ihre Lage versetzen - ihr Mann Mark stürzt sich in seine Arbeit als Kinderarzt -, sodass Isa mehr und mehr vereinsamt. Doch dann geschieht das Unglaubliche: Nach einem halben Jahr wird Ben wiedergefunden. Isa könnte nicht glücklicher sein - wären da nicht kleine Anzeichen, die sie zweifeln lassen, ob Ben wirklich Ben ist…
Persönliche Meinung: “Happy End” ein psychologischer Thriller von Sarah Bestgen. Die Handlung wird hauptsächlich aus der personalen Perspektive von Isa erzählt, die wirklich klasse gezeichnet wird. Ihre Sorgen als junge Mutter, ihre Liebe zu Ben, ihre Angst um Ben sowie ihre Schuldgefühle nach dem Verschwinden werden sehr tiefenscharf, anschaulich und lebendig dargestellt. Daneben finden sich noch weitere Perspektiven, wie diejenige des ermittelnden Kommissars Simmons, wodurch der Thriller weitere Facetten gewinnt. Auch die Handlung des Thrillers hat mir sehr gefallen. Merkwürdigkeiten - wie z. B. das völlig unvermittelte Auftauchen Bens, plötzlich neu in das Leben von Isa tretende Menschen sowie ein aufdringlicher Nachbar - sorgen für Spannung(en). Daneben finden sich mehreren unerwartete Wendungen sowie ein fulminantes Ende, das mehrere Überraschungen bereit hält. Ohne zu viel verraten zu wollen: Das Ende zeigt die Grautöne zwischen “Gut” und “Böse”, was nochmal die herausragende Zeichnung der Figuren unterstreicht. Der Schreibstil von Sarah Bestgen ist sehr anschaulich und flüssig zu lesen, sodass man durch die Seiten des Thrillers fliegt. Insgesamt ist “Happy End” ein spannender und fesselnder Thriller mit psychologisch tief ausgearbeiteten Figuren. Ein bemerkenswertes Debüt!