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Veröffentlicht am 13.09.2021

Bestimme dein Schicksal

Die letzte Göttin
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Die Protagonistin Andromeda oder nur „einfach Andra, ein Teenager aus dem zweiundzwanzigsten Jahrhundert und eine Allroundniete“ [37], erwacht statt der vereinbarten hundert Jahre erst tausend Jahre später. ...

Die Protagonistin Andromeda oder nur „einfach Andra, ein Teenager aus dem zweiundzwanzigsten Jahrhundert und eine Allroundniete“ [37], erwacht statt der vereinbarten hundert Jahre erst tausend Jahre später. Bereits an diesem Punkt ist schon einiges schiefgelaufen. Auch der Ort ist nicht der, den sie sich erhofft hatte. Kann es da für „Die letzte Göttin“ von Lora Beth Johnson noch viel schlimmer kommen? Andra hat verständlicher Weise viele Fragen. Und auch der männliche Gegenpart Zhade bringt nicht gerade viel Licht ins Dunkel. Wer Spielt hier welches Spiel? Ist das nur „alles Teil eines raffinierten Plans, „den Zhade ausgeheckt hatte“ [271]?
Die Autorin erzählt eine spannende und erfrischende andere SciFi-Story. Vieles bleibt über große Strecken im Dunkeln, wird erst gegen Ende klarer und auch das Setting, die Skizzierung der Geschehnisse, ist gelungen.
„Die Stadt schien nur aus Widersprüchlichkeiten zu bestehen. Statt Autos oder Gleitern säumten Karren die Straßen. Vor Eingangsstufen oder in den Gassen waren pferdeähnliche Kreaturen an Pfosten gebunden und dösten vor sich hin, während über ihnen Drohnen von Dach zu Dach und Fenster zu Fenster flogen.“ [178]
Der Schreibstil ist flüssig und als Leser*in folgt man Andra gerne und ist, wie die Protagonistin auch, teils irritiert. Die Kapitel wechseln immer aus der Sicht von Andra und Zhade und am Anfang der Kapitel gibt es Begriffsdefinitionen. Das ist mal etwas Anderes und originell. Das gilt auch für die Handlung und die Wendungen, welche schon überraschend waren.
An manchen Stellen hätte man die Geschichte aus meiner Sicht etwas straffen können. Auf der anderen Seite bekommt man durch die Wiederholungen einen besseren Einblick in Andras Gefühlswelt und Gedanken.

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Veröffentlicht am 13.09.2021

Frisch gestrichen

Nelly & Düse - Pudel frisch gestrichen
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„Nelly & Düse - Pudel frisch gestrichen“ ist eine originelle, frech und quirlig erzählte Geschichte, die den kleinen Zuhörerinnen des Öfteren ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Die Autorin Nicole Mahne kreiert ...

„Nelly & Düse - Pudel frisch gestrichen“ ist eine originelle, frech und quirlig erzählte Geschichte, die den kleinen Zuhörerinnen des Öfteren ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Die Autorin Nicole Mahne kreiert eine tierisch starke Geschichte um den Terrier Düse und die Pudeldame Cinderella, welche die Bekanntschaft mit einem frisch gestrichenen Zaun macht. Und spätestens ab diesem Moment nimmt die Geschichte ordentlich Fahrt auf. Die Protagonisten Nelly und Max geben wirklich ihr Bestes.
Der Schreibstil ist gut und man kann die Geschichte prima vorlesen. Die Schrift und Schriftgröße ist perfekt gewählt, so dass kleine Leser
innen (ab 8 Jahren) keine Probleme beim Lesen haben. Zudem gibt es wunderschöne Farbillustrationen von Caroline Opheys auf jeder Doppelseite. Diese lockern das Ganze noch etwas auf und sind wirklich witzig anzuschauen. Hundeliebhaber*innen kommen voll auf ihre Kosten.
So turbulent die Geschichte ist, so authentisch und realistisch sind die Charaktere. „Meine Halbschwester Sophie kann die besten Beschimpfungen, echt jetzt.“ [94] Jeder mit zwei Kindern zuhause weiß, dass es sich wirklich so abspielt. Jedoch hätte ich mir gewünscht, dass die Kraftausdrücke nicht verwendet worden wären.

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Veröffentlicht am 09.09.2021

Eine Museumsmotte

Kunstfresser – Aus dem Leben einer Museumsmotte
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Was ist eigentlich Kunst? Und was ist ein Museum? Diesen Fragen und noch vielen, vielen weiteren geht das Buch „Kunstfresser – Aus dem Leben einer Museumsmotte“ von Christine Ziegler auf den Grund. Wo ...

Was ist eigentlich Kunst? Und was ist ein Museum? Diesen Fragen und noch vielen, vielen weiteren geht das Buch „Kunstfresser – Aus dem Leben einer Museumsmotte“ von Christine Ziegler auf den Grund. Wo fängt man bei diesem großformatigen Buch, welches wunderschön durch Stephanie Marian illustriert wurde, an? Der „Kunstfresser“ ist eine tolle Kombination aus Geschichte, Sachbuch und Mitmach-Buch. Alles wird auf eine kindgerechte Weise erklärt. Das fängt schon bei der Mottenfamilie an, welche uns durch das Buch und natürlich auch durch das Museum führt. Wir bekommen nicht nur die Mottenfamilie vorgestellt, wir erfahren auch etwas über die „richtigen“ Motten. Auch hier wird das zuvor erworbene Wissen gleich spielerisch wieder abgefragt.
Die Sachinformationen werden gut erklärt und sind wohldosiert. Die kleinen Leser*innen erfahren unglaublich viel. Auch, dass es Kunst nicht nur im Museum gibt. Das Buch lebt von den wunderbaren Illustrationen. Sie verdeutlichen den Sachverhalt, lockern auf, laden ein, dass man sich die verschiedenen Sachen genauer anschaut und auch nach längerer Betrachtung immer wieder etwas Neues entdeckt.
Was mir besonders gefallen hat, dass die Kinder mit einbezogen werden. Immer wieder das Angebot aktiv mitzumachen. Es darf gemalt werden, man kann seine Antworten reinschreiben, es dürfen Fehler gesucht werden. Man darf selbst kreativ werden.
Fazit: Eine tolle Geschichte mit den Kunstfressern, ein kindgerechtes Sachbuch zum Thema Museum und viele Angebote an die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Und das alles in einem Buch mit bezaubernden Illustrationen. Zum Vorlesen eignet es sich bereits ab ca. 6 Jahren.

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Veröffentlicht am 09.09.2021

Wabikusa

Karline und der Flaschengarten
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„Doch dann traf ich Karline, Grete, Luca und Imad. Ich erfuhr durch die vier, welch positive Kraft dieser Garten hat. Er bringt alle zusammen, egal wie alt sie sind, welches Geschlecht sie haben, aus welcher ...

„Doch dann traf ich Karline, Grete, Luca und Imad. Ich erfuhr durch die vier, welch positive Kraft dieser Garten hat. Er bringt alle zusammen, egal wie alt sie sind, welches Geschlecht sie haben, aus welcher Kultur sie stammen.“ [214 f.] Das Zitat aus dem Buch „Karline und der Flaschengarten“ von Maike Siebold fasst nicht nur die Themen wie Freundschaft, Toleranz und Liebe zur Natur gut zusammen, sondern es zeigt auch, welch positiven Einfluss so ein Garten nehmen kann. Gerade dann, wenn dieser einer Tankstelle weichen soll und unsere vier Held*innen ordentlich zupacken, erkunden und ein schönes Abenteuer erleben.
Mir gefällt an diesem Buch besonders die Ausgewogenheit, die Warmherzigkeit, die Mischung und das Tempo, mit der die Geschichte startet. Wie ich finde, wird die Geschichte wunderschön durch Karline erzählt. Und durch den Schreibstil lässt sich das Ganze prima lesen/vorlesen.
Kai Schüttler steuert die Illustrationen bei, welche sich in ausreichender Anzahl im Kinderbuch befinden und sehr gut bei den Kindern ankommen.
Positiv für die Eltern sind das Inhaltsverzeichnis, wenn man die Geschichte vorliest und die Anleitung „Bastel dir deinen eigenen Flaschengarten“ am Ende. So kann man nochmals gemeinsam und mit Bezug zum Buch basteln und das Erlebte vertiefen.

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Veröffentlicht am 01.09.2021

Unterhaltung und Tiefgang

Barbara stirbt nicht
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Dass eine Ehe nach Jahrzehnten etwas eingefahren ist und es urplötzlich zu einer eingreifenden Veränderung kommen kann, stellt den Mann von Barbara vor einige Herausforderungen. Herr Schmidt ist anfangs ...

Dass eine Ehe nach Jahrzehnten etwas eingefahren ist und es urplötzlich zu einer eingreifenden Veränderung kommen kann, stellt den Mann von Barbara vor einige Herausforderungen. Herr Schmidt ist anfangs mit den kleinsten Dingen maßlos überfordert. Wie macht man eigentlich einen Kaffee? Doch im Laufe der Geschichte wächst Herr Schmidt über sich heraus, muss er doch kochen, den Haushalt machen und seine Frau pflegen.
„Barbara stirbt nicht“ von Alina Bronsky glänzt wie gewohnt durch den wunderbaren Schreibstil. Garniert mit bissigem Humor, einmaligen Charakteren und einem pointierten Blick gelingt der Autorin ein Roman, der einen bestens unterhält und des Öfteren ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Mich begeistert, dass Bronsky eine relativ normale Geschichte so ansprechend zu den Leser*innen bringt. Das schaffen nicht viele. Es geht in diesem Roman ja nicht nur um die Sonderheiten eines alten Mannes, sondern auch um die Themen Pflege und Abschied.
Der Blick auf die Charaktere, deren verschiedenen Facetten und wie diese agieren wird sehr ansprechend dargestellt. Teils kommen einem die Situationen sehr überspitzt vor. Doch schnell stellt man fest, dass dies sehr den Tatsachen entspricht.
Perfekte Unterhaltung mit Tiefgang und viel Lesevergnügen.

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