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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2018

Das Universum hat kein Ende.

Der Outsider
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Bei dem Buch „Outsider“ kommt es zu einem sehr brutalen Mord an Frank Peterson. Die Zeugenaussagen und sämtliche andere Beweise sprechen deutlich für sich: Terry Maitland ist der Schuldige. Doch je länger ...

Bei dem Buch „Outsider“ kommt es zu einem sehr brutalen Mord an Frank Peterson. Die Zeugenaussagen und sämtliche andere Beweise sprechen deutlich für sich: Terry Maitland ist der Schuldige. Doch je länger die Ermittlungen überdauern muss der Detektive Ralph Anderson feststellen, dass der Fall sehr mysteriöse Züge annimmt und dieser doch nicht so unkompliziert ist, wie es zunächst scheint. Es beginnt somit ein Wettlauf gegen die Zeit, denn wer weiß wann dieser mysteriöse „Outsider“ wieder zuschlägt.

Die ersten dreihundert Seiten drehen sich eigentlich ausschließlich nur ums Terrys Festnahme. Man könnte meinen, dass es schnell langweilig wird, jedoch hat King es mit Hilfe von Zeugeninterviews, Autopsieberichten usw. sehr dynamisch und spannend gestaltet, sodass die Seiten nur so geflogen sind. Ich finde, dass dieses Buch sehr krimilastig wirkt und es einen sehr stark an die „Bill Hodges“-Reihe erinnert. UND AUFGEPASST! Es erinnert einen nicht nur daran! Denn man trifft hier wieder auf alte Bekannte und wird deswegen leider auch ein wenig gespoilert, wenn man noch nicht alle Teile der Reihe gelesen haben sollte. Da ich selber nur den ersten Teil der Reihe kenne, hat mich das schon ein wenig geärgert. Mir gefällt jedoch aber auch die dadurch resultierende Komplexität. Ich denke für Leser, die alle Teile kennen, ist es ein besonderes einzigartiges Lesegefühl.

Ansonsten war es für mich ein solider King. Es hat mich super unterhalten, mich das ein oder andere Mal zum Gruseln gebracht - jedoch ist es meiner Meinung nach nicht eines seiner besten Werke.

Veröffentlicht am 12.09.2017

Ein unrealistischer rasanter Neuanfang

Die Phantasie der Schildkröte
1

Bei Edith handelt es sich um eine Mitte vierzig Jahre alte Frau, die ihr Leben bisher in sehr eintönigen und routinierten Bahnen lebt. Im Groben und Ganzen ist sie damit aber auch zufrieden, denn sie hat ...

Bei Edith handelt es sich um eine Mitte vierzig Jahre alte Frau, die ihr Leben bisher in sehr eintönigen und routinierten Bahnen lebt. Im Groben und Ganzen ist sie damit aber auch zufrieden, denn sie hat ihr Leben gerne im Griff, lebt gern allein und lässt sich somit ungern auf etwas Spontanes ein - bis sie in einem Aufzug auf ein kleines Mädchen namens Schneewitchen trifft. Denn dieses Mädchen stellt ihr Aufgaben, die für Edith kleine Herausforderungen darstellen.

Ich empfand Edith zu Beginn als sehr anstrengend, da sie wirklich sehr nervige Charakterzüge aufweist: Ihre Klamottenauswahl steht vor Wochenbeginn bereits fest. Abends unternimmt sie nie etwas, denn der Kontakt zu Menschen fällt ihr unheimlich schwer und zusätzlich läuft jeden Abend ihre geliebte Sendung, die sie bloß nicht verpassen darf: Monk.

Da Edith Monk vom Typ her sehr ähnelt und ich leider absolut kein Fan von ihm bin, hatte ich natürlich so meine Schwierigkeiten. Da der Schreibstil auch sehr simpel gehalten ist, hätte ich das Buch eigentlich auch gerne wieder zur Seite packen können, aber wie ich nun mal so bin, habe ich das natürlich nicht getan.

Ich hatte zwischenzeitlich auch das Gefühl es mit einer pubertierenden Jugendlichen zu tun zu haben, da sie in ihren Gedanken so sprunghaft, naiv und ängstlich ist. Ich stelle mir eine ca. 45-jährige einfach nicht so vor und habe da wohl etwas anderes erwartet. Zusätzlich kann man bei so einer schwierigen Persönlichkeit besonders in dem Alter eigentlich gar nicht erwarten, dass sie sich in ihrem Leben noch so großartig ändern wird. Aber da habe ich mich wohl geirrt, denn in den darauf folgenden Seiten passiert soviel, dass es schon ein wenig too much ist und demnach auch unrealistisch wirkt...

Aufgrund der vielen Ereignisse wird es aber wenigstens nicht langweilig, sodass man das Buch doch schnell weglesen kann und kleine Abenteuer erlebt. Das war es dann aber auch. Ich mag es, wenn Bücher mir etwas vermitteln wollen, da dieses aber so unrealistisch gehalten ist, kann ich es nicht unbedingt weiterempfehlen. Besonders das Ende hat mich dann nochmal komplett enttäuscht, da es alles bestätigt hat, was mich an diesem Buch gestört hat...

Fazit: Ich habe eine Gegenwartsliteratur erwartet, bekam aber nur eine schöne kleine Märchengeschichte aufgetischt. Wenn ihr mit dieser Erwartung von Beginn an rangeht, könnte es euch aber gefallen.

Veröffentlicht am 18.05.2017

Herzergreifend!

Ein ganzes halbes Jahr
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Normalerweise lese ich nicht solche Bücher dieser Art, aber zum Glück habe ich bei diesem hier mal eine Ausnahme gemacht!

Lou - ein einfaches Mädchen, wie du und ich - führt ein ganz normales Leben bis ...

Normalerweise lese ich nicht solche Bücher dieser Art, aber zum Glück habe ich bei diesem hier mal eine Ausnahme gemacht!

Lou - ein einfaches Mädchen, wie du und ich - führt ein ganz normales Leben bis sie arbeitslos wird und keinen Job mehr in Aussicht hat. Ihr Arbeitsvermittler bietet ihr eine Stelle bei der Familie Traynor an, worauf sie sich natürlich sofort drauf einlässt. Immerhin sind ihre Eltern nicht die reichsten Leute - der Grund, warum es ihr zunächst egal ist, als was sie arbeitet.

Das Zusammentreffen von Will und Lou war natürlich nicht so prickelnd und ich hätte genauso wie sie die Stelle sofort hinschmeißen wollen. Dennoch war Will's sarkastische Art einem sofort sympathisch. Auch das Lou anfangs nicht genau wusste, wie sie darauf reagieren sollte und zunächst erstmal mit ihm warm werden musste, lässt einen gut in diese Rolle rein versetzen.

Als die beiden sich nach einer gewissen Zeit besser verstanden haben, dachte man (sowie Lou auch später im Buch gesagt hat), dass sie sich niemals ohne diese gewissen Umstände kennengelernt hätten. Die beiden sind nämlich von Grund auf komplett unterschiedliche Personen, was die Geschichte für den Leser aber umso interessanter macht.

Man fiebert die ganze Zeit im Buch mit, ob Lou es schafft, was die Familie Traynor ihr "aufgetragen" hat und erlebt die schönsten Glücksgefühle, aber in der nächsten Sekunde wieder die herbsten Enttäuschungen. Auch wenn ich das Ende schon wusste, habe ich mitgefühlt, mitgefiebert und gehofft, dass alles gut werden wird.

Der Schreibstil war sehr angenehm und führte mich schnell durch dieses Buch. Dadurch das der Charakter mir auch ziemlich ähnlich sah, konnte ich mit ihr gut mitfühlen und hätte in allen Situationen fast genauso reagiert.

Fazit: Ich habe Rotz und Wasser geheult und sowas von mitgefühlt - also ein wirklich gutes Buch, was das Lesen auf jeden Fall wert ist.

Veröffentlicht am 28.11.2018

Von der Leichtigkeit des Seins

Erhebung
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Scott hat folgendes Problem: Er nimmt rapide ab. Aber da sich bei ihm äußerlich nichts ändert, scheint es nur die Zahl auf der Waage zu sein, die sinkt. Und das ist noch nicht alles: Wenn er sich mit Gewichten ...

Scott hat folgendes Problem: Er nimmt rapide ab. Aber da sich bei ihm äußerlich nichts ändert, scheint es nur die Zahl auf der Waage zu sein, die sinkt. Und das ist noch nicht alles: Wenn er sich mit Gewichten auf die Waage stellt, scheint das zusätzliche Gewicht schwerelos zu sein. Ein wirklich seltsames Phänomen, wie auch sein Freund Doktor Bob findet. So ein Fall ist ihm in seiner Laufbahn noch nie begegnet, sodass Scott sich dazu entschließt keine sinnlosen Untersuchungen über sich ergehen zu lassen und sein Leben so normal wie möglich weiterzuführen. Jetzt wo seine letzten Tage gezählt sind und er wesentlich entspannt damit umgeht, bleibt auch nicht mehr viel Platz für Vorurteile und Intoleranz. Es dauert schließlich nicht lange, dass er auf einmal mit seinen lesbischen Nachbarn in Kontakt kommt, was all die Wochen und Monate zuvor nie geklappt hat. Und was er Jahre zuvor nie verstanden hat und jetzt erst merkt, ist, dass Vorurteile sich nur in den seltensten Fällen bewahrheiten.


Für mich persönlich habe ich festgestellt, dass ich einen ausführlicheren King lieber mag, als seine Kurzgeschichten. Ich liebe einfach seine detaillierten Charakterbeschreibungen und sein Auge fürs Detail. Aber nichtsdestotrotz ist dieses Buch mit seiner Dicke von nur 140 Seiten wirklich sehr berührend und aussagekräftig. Es liest sich sehr schnell und ist unfassbar gut geschrieben, aber da sind wir ja von King auch nichts anderes gewöhnt.

Veröffentlicht am 01.11.2018

Cade - der uninteressanteste der O'Grady Brüder

Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick
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In diesem Teil der „Redwood Love“-Trilogie geht es um Cade – einer der drei O’Grady Brüder. Alle drei arbeiten in einer Tierarztpraxis, sehen gut aus und sind generell die perfekten Traummänner schlecht ...

In diesem Teil der „Redwood Love“-Trilogie geht es um Cade – einer der drei O’Grady Brüder. Alle drei arbeiten in einer Tierarztpraxis, sehen gut aus und sind generell die perfekten Traummänner schlecht hin. Was ein Wunder, das sie alle noch Singles sind, aber darum soll es in diesen Teilen gehen.

Im ersten Teil treffen nämlich Cade und Avery aufeinander. Und ich muss sagen, dass ich die Geschichte auf der einen Seite sehr herzerwärmend und schön fand. Besonders durch die Tierklinik und ihren Tieren fühlt man sich sehr schnell wohl in Redwood. Zudem ist es auch mal etwas komplett anderes.
Der Schreibstil der Autorin liest sich auch sehr flüssig und besonders die erotischen Szenen sind sehr „einheizend“ beschrieben. ;)

Was mir aber leider nicht so gut gefallen hat:

Es wird im Laufe der Geschichte einfach langweilig. Es ist ein Wohlfühlbuch durch und durch - das bedeutet kein Drama, keine großen Konflikte und auch keine großen Themen. Ich habe für mich gemerkt, dass ich das dann doch benötige… mir hat die Geschichte einfach nichts mit auf dem Weg gegeben.

Außerdem fand ich Cade am uninteressantesten der drei Brüder, was das Ganze nicht besser macht und auch zu Avery konnte ich keinen Draht finden. Die Protagonisten erschienen mir durch die ständigen Wiederholungen leider komplett einseitig und langweilig.
Was bei den Brüdern Flynn und Drake andererseits jedoch nicht der Fall war. Hier lernt man sie ja schon ein wenig kennen und kann mutmaßen, dass sich ihre Geschichten viel tiefgründiger gestalten könnten.

Da der erste Teil charakterlich vermutlich einfach nicht mein Geschmack getroffen hat, überlege ich den anderen Teilen noch eine Chance zu geben.

Denn im Groben und Ganzen ist es trotz allem ein tolles Buch passend für den Herbst.