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Veröffentlicht am 06.07.2020

Packende Fortsetzung mit neuen Protagonisten

ONE OF US IS NEXT
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Simon Kelleher ist nun seit einem Jahr tot und die Bayview Four beginnen ihr neues Leben nach der Schule. Maeve besucht die elfte Klasse an der Bayview High und muss sich mit dem ganz normalen Schulwahnsinn ...

Simon Kelleher ist nun seit einem Jahr tot und die Bayview Four beginnen ihr neues Leben nach der Schule. Maeve besucht die elfte Klasse an der Bayview High und muss sich mit dem ganz normalen Schulwahnsinn auseinandersetzen. Doch das alles ändert sich, als eine unbekannte Telefonnummer ein neues Wahrheit-oder-Pflicht-Spiel beginnt, bei dem die ganze Schule mitmachen muss – sonst kommen Geheimnisse ans Licht, die lieber niemand erfahren sollte. Das Spiel spitzt sich zu und als Maeve an der Reihe ist, weigert sie sich. Das hat nicht nur für sie selbst Konsequenzen – und als dann auch noch jemand stirbt, realisiert sie, dass das Spiel gefährlicher ist, als sie zunächst angenommen hatte.

Die Bücher von Karen M. McManus sind immer wieder etwas besonderes. Ich mag dieses Mystery-Genre total und besonders das „Wahrheit oder Pflicht“-Spiel war eine sehr interessante Idee.
Besonders gut hat mir an „One of us is next“ gefallen, dass wir viele der Charaktere schon aus „One of us is lying“ kannten. Es war wirklich toll die „alten“ Protagonisten nochmal wiederzusehen und vor allem auch zu erfahren, wie sich ihr Leben nach der Auflösung um den Tod von Simon verändert hat. Und vor allem kennen wir natürlich auch schon eine der neuen Protagonisten – nämlich Browyns Schwester Maeve.

Auch der Schreibstil der Autorin war wie gewohnt flüssig und vor allem packend. Diese Bücher lese ich total gerne in einem Rutsch durch und rätsel mit, wer nun der Verantwortliche sein könnte. Ein paar Aspekte fand ich hier zwar etwas vorhersehbar, aber insgesamt hat mich das nicht so sehr gestört, da es trotzdem sehr spannend war.
Der zwischenmenschliche Aspekt und die Charaktere haben mir besonders gut gefallen. Maeve kannte man ja schon ein bisschen, auch wenn ich mich ehrlich gesagt gar nicht mehr so genau an sie aus Band 1 erinnern konnte.
Aber vor allem Phoebe und Knox haben es mir in One of us is next angetan. Die beiden waren so faszinierend. Besonders Knox habe ich sofort in mein Herz geschlossen – er ist so unendlich süß und ich hätte ihn so oft so gerne einfach nur in den Arm genommen! Was für ein toller Charakter, den man total gerne zum (besten) Freund hätte.

Zwischendurch habe ich mir manchmal ein kleines bisschen mehr Spannung gewünscht, gegen Ende hin entwickelte sich die Handlung aber so rasant weiter, dass ich – obwohl es schon sehr spät in der Nacht war – einfach nicht aufhören konnte zu lesen.

Bis zu dem Punkt hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Nicht direkt ein Jahreshighlight, aber trotzdem total spannend und ich mag einfach das Konzept dieser Bücher. Das Ende hat mich dann aber wirklich richtig … frustriert? Und irgendwie ist jetzt auch leider genau das am meisten hängen geblieben.
Denn als ich die letzte Seite las, realisierte ich irgendwie gar nicht, dass das eben wirklich der letzte Satz gewesen war. Ich blätterte weiter – und nichts. Es fühlte sich an, als hätte man mitten im Kapitel plötzlich abgebrochen. Als würden da noch mindestens 10 Seiten auf mich warten, die aber aus irgendeinem Grund fehlten. Das hatte ich so extrem wirklich noch nie und ich saß nur da und hatte ein großes Fragezeichen im Kopf. Denn für mich fühlte sich die Geschichte noch nicht gänzlich abgeschlossen an. Insgesamt war eigentlich schon soweit alles aufgelöst – aber es fehlte einfach trotzdem noch einiges. Ich weiß nicht, inwiefern es bei der Autorin und dieser Reihe weiter geht. Da die Geschichte aber aufgelöst wurde, schätze ich mal, dass in der Hinsicht nicht noch ein Buch kommen wird – zumindest nicht mit diesen Charakteren als Protagonisten (ich lasse mich aber sehr gerne positiv überraschen!). Und deswegen frustriert mich dieses Ende irgendwie total. Wie geht es denn da nun weiter? Wie geht es AUS? Ich weiß nicht, ob andere das auch so unbefriedigend und merkwürdig empfunden haben wie ich. Aber irgendwie hat das bei mir einen sehr schalen Nachgeschmack hinterlassen.

Trotzdem hat mir das Buch – bis auf diese eine Sache – ziemlich gut gefallen und es war wieder sehr unterhaltsam. Die Charaktere schließt man schnell ins Herz, man kann mitraten und überlegen, wer nun hinter allem steckt, und auch die Beziehungen unter den Charakteren waren wieder schön ausgearbeitet. Insgesamt bekommt das Buch von mir also 4/5 Sterne und ich hoffe sehr, dass uns die Autorin mit noch mehr Geschichten dieser Art in ihren Bann ziehen wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2020

Ganz zufrieden bin ich nicht

ELFENTHRON
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Da sich meine Rezension auf den dritten und letzten Teil der Reihe bezieht, enthält sie Spoiler zu den vorherigen beiden Teilen.

Trotz Judes neuer Position am Hofe hat Cardan sie verraten und aus dem ...

Da sich meine Rezension auf den dritten und letzten Teil der Reihe bezieht, enthält sie Spoiler zu den vorherigen beiden Teilen.

Trotz Judes neuer Position am Hofe hat Cardan sie verraten und aus dem Elfenreich verbannt. In der Menschenwelt lebt sie nun bei ihrer Schwester Vivi und sehnt sich nach der grausamen und wunderschönen Welt der Elfen. Als das Leben ihrer Schwester Taryn plötzlich in Gefahr ist, kehrt Jude an den Hof der Elfen zurück und will ihre Position zurückerobern. Doch ein Krieg steht kurz bevor, ein entsetzlicher Fluch wird entfesselt und Jude steht mal wieder zwischen den Fronten.

Ehrlich gesagt habe ich immer noch keine Ahnung, was ich von diesem Buch und dem Ende halten soll. Ich bin mir auch immer noch nicht sicher, wie viele Sterne ich „Elfenthron“ geben soll.
Diese ganz andere und irgendwie grausame Elfenwelt finde ich immer noch total interessant und faszinierend. Das Worldbuilding ist einfach toll und auch der Schreibstil ist extrem gut. Es ist märchenhaft, bildlich und spannend, wodurch sich auch dieser Teil wieder hervorragend und schnell lesen ließ. Ich mag es einfach, wie Holly Black diese Welt und die Ereignisse beschreibt. Ihre Bücher sind sehr unterhaltsam und man kann sich super für ein paar Stunden in der Geschichte verlieren.

Auch Jude als Protagonistin hat mir wieder sehr gut gefallen. Sie ist stark und weit entfernt von perfekt. Jude lässt sich nichts gefallen, sie kämpft, sie ist manchmal rücksichtslos und machtbesessen, sie macht und hat Fehler und Makel, wodurch sie sehr authentisch ist. Ich mag ihre „badass“-Art und wie intelligent und intrigant sie sein kann. Und trotzdem liebt und vertraut sie auch, wodurch sie ja nicht nur einmal betrogen oder verraten wurde. Sie wirkt in dieser scheinbar perfekten Elfenwelt immer noch menschlich.

Mein „Problem“ mit dieser Reihe – nicht nur jetzt in Band 3, sondern auch schon in den ersten zwei Teilen – ist der Spannungsaufbau. Bei jedem Buch empfand ich die erste Hälfte als sehr langatmig und vielleicht auch etwas langweilig. Auch hier passiert in den ersten 150 Seiten gefühlt gar nichts, was es mir ab und zu schwer gemacht hat, dran zu bleiben. Die zweite Hälfte dagegen ist dann aber immer extrem spannend und es passieren ständig neue und zum Teil auch überraschende Dinge. Und so ging es mir wirklich bei allen drei Teilen.

Ansonsten muss ich sagen, dass ich ein paar Sachen am Ende genau so vorhergesagt habe, ein paar Ereignisse haben mich aber auch etwas überrascht, was ich sehr positiv fand.
Was genau ich von dem Ende der Reihe halten soll, weiß ich irgendwie nicht so richtig. Überhaupt weiß ich nicht, wie ich meine Gefühle gerade erklären soll, ich kann sie nicht wirklich in Worte fassen. Irgendwas fühlt sich nicht richtig und vollständig an. Irgendwas fehlte mir hier in diesem finalen Band, aber ich kann nicht benennen, was genau. Die zweite Hälfte war extrem spannend, aber irgendwie fühlt sich das Ende nicht sehr befriedigend an.

Die Entwicklung von Judes Beziehung zu Cardan und auch zu ihrer Zwillingsschwester Taryn war nicht so richtig nachvollziehbar für mich, sodass ich mich zwischenzeitlich etwas verwirrt gefragt habe, ob ich etwas verpasst habe. Manche Handlungen fühlten sich ein wenig „out of character“ an – als hätte Holly Black das Gefühl gehabt, alles in eine positive Richtung zwingen zu müssen, obwohl es nicht oder zumindest nicht auf die Art und Weise gepasst hat.

Das Ende kam mir dann auch irgendwie ein bisschen zu schnell und zu einfach, auch wenn ich es mir zum Teil schon so gedacht habe. Vielleicht hätte man sich einfach ein bisschen mehr Zeit nehmen sollen, damit alles etwas verständlicher und glaubhafter passiert. Einerseits war das Buch so schnell vorbei, andererseits hatte ich das Gefühl, als wäre handlungstechnisch nicht wirklich viel passiert. Zumal mir irgendwie die ganzen Intrigen, die mir in Band 1 und vor allem in Band 2 so gut gefallen haben und die irgendwie die Geschichte und Judes Charakter für mich ausmachen, gefehlt haben.
Keine Ahnung. Das Buch war nicht schlecht, aber total umgehauen hat mich das Finale leider auch nicht und irgendwie hätte ich mir da mehr gewünscht beziehungsweise habe mehr erwartet. Ich denke, ich gebe dem Buch eventuell noch 3,5 Sterne, weil es ja trotzdem spannend und unterhaltsam war und ich die Welt und viele der Charaktere total interessant finde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2020

Wieder total spannend!

Der Bruder des Wolfs
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Da sich meine Rezension auf den zweiten Teil der Weitseher-Reihe bezieht, enthält sie Spoiler zum ersten Band.

Dieser zweite Teil hat mir sogar noch besser gefallen als Band 1. Ich mag einfach sehr, wie ...

Da sich meine Rezension auf den zweiten Teil der Weitseher-Reihe bezieht, enthält sie Spoiler zum ersten Band.

Dieser zweite Teil hat mir sogar noch besser gefallen als Band 1. Ich mag einfach sehr, wie komplex die gesamte Story aufgebaut ist und wie umfassend die Welt und die Magie dargestellt wird. Band 2 war nochmal deutlich länger im Umfang und damit gab es noch mehr Details, noch mehr Intrigen, noch mehr Spannung. Ich kann verstehen, wenn andere Leser vielleicht manchmal das Gefühl bekommen, dass sich die Geschichte in die Länge zieht und es manchmal etwas schleppender voran geht. Mich persönlich hat es allerdings nicht gestört, dass dieser Teil so viel länger war. Ich habe wieder das Hörbuch gehört und wie auch schon beim ersten Band muss ich sagen, dass ich den Sprecher absolut genial finde. Er erschafft einfach genau die richtige Atmosphäre für diese Welt und seine Stimme ist einfach wahnsinnig angenehm, um stundenlang zuzuhören.

Tatsächlich fand ich Band 2 sogar noch spannender und komplexer von der Geschichte her. Fitz ist inzwischen ein Jugendlicher und nach dem Ausflug ins Bergland schwer krank und schwach. Somit haben wir hier vor allem am Anfang einen dem Tode nahen und leidenden Hauptcharakter, der erst wieder zu seiner alten Stärke zurückfinden muss. Dabei erhält er natürlich einige Unterstützung von seinen Verbündeten und Freunden, muss aber gleichzeitig auch seine Feinde im Auge behalten. Dazu zählt natürlich nicht nur Prinz Edel und dessen Verbündete, sondern auch die Roten Korsaren, die noch immer das Land bedrohen. In Bezug auf Letztere gab es einige Kämpfe und auch ein paar neue Informationen. Trotzdem bin ich besonders hier gespannt, wie diese Problematik gelöst wird und was vielleicht noch alles ans Licht kommt.

Es gab so unglaublich viele Intrigen, was für mich einfach sehr viel Spannung erzeugt hat, da man nie so ganz wusste, was genau als nächstes passiert und was Fitz noch erleiden muss.
Besonders gegen Ende hin konnte ich überhaupt nicht mehr aufhören, das Hörbuch zu hören – und es endete mit einem wirklich fiesen Cliffhanger! Deswegen bin ich froh, dass ich Band 3 bereits da habe und bald wieder in diese Welt eintauchen kann.

Die Liebesgeschichte mit Molly war wirklich süß, irgendwann aber ein kleines bisschen anstrengend, da Fitz manchmal wirklich ziemlich stark von seinen Hormonen geleitet wurde und dann ziemlich viel gejammert hat, wenn nicht alles rosarot war.

Besonders gut gefallen haben mir die Entwicklungen der Beziehungen unter den Charakteren und besonders natürlich in Verbindung mit Fitz selbst. Burrich, der Narr, auch alles, was um König Listenreich geschehen ist und vor allem die Verbindung mit Veritas und seiner Frau Königin Kettricken.
Was mich wirklich gerührt hat, war die wachsende Verbindung zum Wolf Nachtauge. Das war irgendwie mein absolutes Highlight in diesem Teil. Die Szenen, in der Fitz und Nachtauge gemeinsam kämpfen, jagen oder sich einfach nur unterhalten, waren wirklich toll und auch sehr interessant. Nachtauge war vermutlich mein Lieblingscharakter aus diesem Teil und ich hoffe so sehr, dass man im nächsten Band nochmal mehr Szenen mit ihm erlebt.

Ansonsten kann ich gar nicht so viel sagen, ohne direkt etwas zu spoilern. Ich mag die Tiefe und Komplexität der Geschichte, den Aufbau der Welt, die Intrigen und die Beziehungen der Charaktere. Fitz ist immer noch ein toller und sehr faszinierender Charakter und ich bin sehr gespannt, was mit ihm in Band 3 passiert. „Der Bruder des Wolfs“ bekommt von mir 4,5/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2020

Interessant, aber leider nicht ganz mein Fall

Das Gegenteil von Hasen
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Julia, Marlene und Leonard gehören zu den beliebten Schülern und stehen immer im Zentrum der Aufmerksamkeit. Doch wer hätte gedacht, dass die ruhige Julia insgeheim über ihre besten Freunde eine ganz andere ...

Julia, Marlene und Leonard gehören zu den beliebten Schülern und stehen immer im Zentrum der Aufmerksamkeit. Doch wer hätte gedacht, dass die ruhige Julia insgeheim über ihre besten Freunde eine ganz andere Meinung hat? Eigentlich sollten ihre Gedanken und Meinungen, die sie auf einem privaten Blog niederschreibt, niemals von irgendjemandem gelesen werden. Doch durch einen unglücklichen Zufall übernimmt jemand die Kontrolle über ihr Online-Tagebuch und beginnt, immer mehr Einträge zu veröffentlichen. Plötzlich ändert sich für alle das Bild, das sie von Julia bisher gehabt haben – und sie wird zur Außenseiterin. Niemand weiß, wer dahinter steckt, doch es gibt einige, die ein Motiv dafür hätte.

„Das Gegenteil von Hasen“ war das erste Buch, das ich von Anne Freytag gelesen habe. Die Thematik Mobbing und die unfreiwillig veröffentlichten Blogbeiträge haben mich direkt angesprochen und ich war total gespannt und interessiert, diese Geschichte zu lesen. Ich weiß nicht, ob ich einfach zu hohe Erwartungen hatte, oder ob dieses Buch einfach nicht ganz so mein Fall war. Schlecht war es nicht, aber ich hatte leider ein paar Probleme mit der Geschichte.

Wie bereits gesagt, fand ich die Thematik wirklich toll und irgendwie auch wichtig. Womit ich nicht gerechnet hatte – und was mich wirklich positiv überrascht hat – war die Tatsache, dass auch die Themen lgbtq+ und Sexualität aufgegriffen wurden.

Der Schreibstil ist wohl Geschmackssache. Einerseits hat er mir eigentlich wirklich gut gefallen. Es gab so viele Metaphern, so viele toll formulierte Zitate und so viele Abschnitte, die einen wirklich zum Nachdenken angeregt haben. Gleichzeitig – und ich könnte mir vorstellen, dass das so gewollt war – wirkte der Schreibstil sehr distanziert und hat eine sehr düstere und fast schon bedrückende Atmosphäre geschaffen, was es manchmal schwer gemacht hat, das Buch an einem Stück zu lesen.

Mein Hauptproblem war jedoch ein ganz anderes: nämlich die Charaktere. Sie waren durchaus authentisch gestaltet, würde ich sagen. Ich konnte jedoch kein bisschen mit ihnen mitfühlen. Ich war ihnen gegenüber so gleichgültig eingestellt, obwohl die ganzen Ereignisse und Probleme natürlich hart waren und ich normalerweise sehr mit solchen Charakteren mitgefiebert und mitgelitten hätte. Aber irgendwie konnte ich keine Verbindung zu ihnen aufbauen – sie waren mir wirklich alle ziemlich egal. Und da ich jemand bin, bei dem die Geschichte mit den Charakteren fällt oder steht, war es für mich ziemlich schwierig, einen Zugang zur Story und den Problemen zu finden. Ich weiß nicht, ob es am distanzierten Schreibstil lag oder ob die Charaktere wirklich einfach ein bisschen zu blass waren – Potenzial war auf jeden Fall vorhanden. Emotionen wurden allerdings kaum übermittelt – oder kamen zumindest bei mir persönlich leider nicht an.

Dass man ab und zu einen von Julias Blogbeiträgen zu lesen bekommen hat, fand ich wiederum wirklich toll. Auch ihre ehrliche und knallharte Art, wie sie über gewisse Themen geschrieben hat, hat mir gut gefallen.

Das Miträtseln, wer denn nun die Beiträge veröffentlicht hat, mag ich in Geschichten sowieso sehr, aber leider fand ich die Auflösung irgendwie enttäuschend. Mehr kann ich dazu nicht sagen, da ich sonst spoilern würde.

Insgesamt kein schlechtes Buch, das mit Sicherheit vielen Lesern gefallen wird, aber vom Konzept und Aufbau her leider nicht ganz so mein Fall war. Ich schwanke zwischen 2,5-3/5 Sternen, würde aber empfehlen, sich selbst ein Bild von der Geschichte zu machen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2020

Gemischte Gefühle

The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman
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Die erste Regel des Book Club lautet: Ihr verliert kein Wort über den Book Club!
Gavin Scott ist Profisportler – und eventuell bald geschieden! In der seiner Ehe mit Thea kriselt es gewaltig und er versteht ...

Die erste Regel des Book Club lautet: Ihr verliert kein Wort über den Book Club!
Gavin Scott ist Profisportler – und eventuell bald geschieden! In der seiner Ehe mit Thea kriselt es gewaltig und er versteht nicht einmal richtig, wie es dazu kommen konnte. Um seine Beziehung zu retten, schließt er sich dem Secret Book Club an. Hier lesen Männer Liebesromane, um ihre Frauen besser zu verstehen um ihre Beziehungen zu verbessern oder sogar zu retten. Anfangs ist Gavin skeptisch, wie ihm Liebesschnulzen helfen sollen. Doch er ist verzweifelt und lässt sich darauf ein- und wird überrascht.

„The Secret Book Club“ hat mich ziemlich zwiegespalten zurückgelassen. Ich bin mir auch jetzt immer noch nicht so ganz sicher, was ich genau davon halten soll. Die Idee mit dem Buchclub der Männer, in dem sie Liebesromane lesen, um ihre Frauen besser zu verstehen und gegebenenfalls ihre Beziehungen zu retten, fand ich von Anfang an extrem interessant und irgendwie auch originell. Das war auch nach Beenden des Buches einer der Punkte, die mir wirklich gut an der Geschichte gefallen haben.

Die Männer sind einfach extrem witzig. Ich habe einige Male heftig lachen müssen, während die anderen Gavin Tipps geben und ihm versuchen zu helfen. Gleichzeitig ärgern sie sich aber auch ab und zu und vor allem Gavin und Mack waren extrem lustig zusammen. Es wäre schön gewesen, wenn man noch mehr Einblicke in den Buchclub bekommen hätte und die Männer allgemein mehr vorgekommen wären. Für meinen Geschmack gab es mir in der Hinsicht zu wenige Szenen, aber die wenigen, die es gab, haben mir extrem gut gefallen.

Das Buch lässt sich außerdem wirklich sehr leicht und schnell lesen. Der Schreibstil ist toll und ich weiß, dass viele die Geschichte extrem süß und unterhaltsam fanden/finden werden. Unterhaltsam war sie auch wirklich – zum Teil zumindest. Die andere Hälfte der Zeit habe ich mich leider fürchterlich aufgeregt. Denn so gut mir die Männer gefallen haben, so fürchterlich fand ich die Frauen in der Geschichte.

Gavin war sehr niedlich und die meiste Zeit über tat er mir einfach schrecklich leid. In der ersten Hälfte des Buches war mein Puls beinahe permanent auf 180. Und der Grund dafür waren die weibliche Protagonistin Thea und ihre Schwester Liv. Vor allem Liv kann ich auch immer noch kein bisschen leiden. Sie ist egoistisch, auch wenn sie immer behauptet, nur ihre Schwester „beschützen“ zu wollen und benimmt sich Gavin gegenüber einfach wie ein Biest.
Thea konnte ich in der ersten Hälfte auch nicht wirklich leiden, aber sie hat sich immerhin dann gegen Ende hin gebessert, sodass sie mir zum Glück etwas sympathischer wurde.

Neben den beiden Frauen hat mich aber vor allem eine Sache unheimlich gestört – nämlich die Tatsache, dass ich die Gründe für die Streitereien beziehungsweise die beinahe Scheidung absolut nicht nachvollziehen konnte. Ein einziges vernünftiges Gespräch – vor Jahren! - hätte all das verhindern können. Mich nervt es ziemlich stark, wenn es so ein übertriebenes Drama um „Nichts“ gibt. Vor allem hat mich gestört, wie Thea Gavin behandelt hat. Sie hat so getan, als wäre alles nur seine Schuld, dabei hat sie ihn jahrelang belogen. Aber natürlich hat nur er allein alles falsch gemacht, weil er nicht riechen konnte, dass sie so unglücklich ist. Wenn man ein Problem mit der momentanen Situation hat, dann redet man mit seinem Partner und lässt nicht jahrelang den Frust in sich hineinfressen um dann irgendwann zu explodieren. Zumal Thea wie gesagt eben auch nicht unschuldig an der Situation war. Kommunikation ist in jeder Beziehung der Schlüssel und sie trugen eindeutig beide eine Mitschuld an der Misere. Aber Thea hat die meiste Zeit so getan, als wäre es allein Gavins Fehler und sie hat sich die ganze Zeit wie ein beleidigtes Kind verhalten, während er versucht hat, ihr klar zu machen, dass er sie liebt und zurückhaben möchte. Wie gesagt – ich will damit nicht andeuten, dass Gavin nicht auch Fehler gemacht hat und klar hätte er sich in der ein oder anderen Situation anders verhalten können/sollen/müssen – aber Menschen sind nicht perfekt. Trotzdem hat es mich wahnsinnig gemacht, dass er das irgendwie eingesehen hat, sie aber überhaupt nicht.

Letztendlich bekommt das Buch aber noch 3/5 Sterne. Die zweite Hälfte war so viel besser und auch Thea hat sich irgendwann endlich wie ein erwachsener Mensch benommen und eingesehen, dass es von ihr ebenfalls nicht okay war, wie sie ihren Mann behandelt hat. Dennoch war mir das wirklich zu viel unnötiges Drama, das ich einfach nicht nachvollziehen konnte. Die Männer, der Buchclub und der Humor waren aber toll und haben das ganze für mich einigermaßen gerettet.

  • Cover
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