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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2026

Wo ist Juli?

Weil sie lügt
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Caroline Seibt kannte ich bisher nicht. Aber „Weil sie lügt“, ihr neuer Thriller, klang vielversprechend. Worum geht es?
Wir lernen Anna Brunner kennen. Sie ist Anfang Zwanzig und wird von der Polizei ...

Caroline Seibt kannte ich bisher nicht. Aber „Weil sie lügt“, ihr neuer Thriller, klang vielversprechend. Worum geht es?
Wir lernen Anna Brunner kennen. Sie ist Anfang Zwanzig und wird von der Polizei zum Verschwinden ihrer älteren Schwester Juli befragt. Wegen Mordverdachts sitzt der Vater im Gefängnis. Anna versucht, die Familie zusammenzuhalten, sich um ihren jüngeren Bruder Leon und die psychisch labile Mutter zu kümmern.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Anna und von Katharina Engels. Diese arbeitet bei der Kriminalpolizei. Und dann werden Im Keller der Familie Brunner Knochenreste und Zähne gefunden…
„Weil sie lügt“ ist spannend und unterhaltsam, mit überraschenden Wendungen. Es geht um Familie. Die detaillierte Erzählweise bringt viele Gefühle, Gedanken und Abgründe ans Licht.
Anna war mir nicht sympathisch. Ein Gutmensch, der sich für andere aufopfert. Mich hat sie genervt. Mehr als einmal weckte sie in mir den Wunsch, sie zu schütteln. Natürlich darf es ihr Vater nicht gewesen sein. Und so beschuldigt sie nacheinander mehrere Personen, nur den Täter hat sie nicht auf dem Schirm. Was auch nicht ihre Aufgabe ist.
Lange dümpelt die Geschichte vor sich hin, so dass man fast die Auflösung überliest. Die ist genial und könnte schockierender nicht sein.
Allerdings hätte man der Autorin ein aufmerksameres Lektorat gewünscht: ein Fahrrad hat kein Lenkrad (Kapitel 1), sondern einen Lenker!
„…und öffne den Toilettendeckel. Das Porzellan schlage ich dabei gegen den Spülkasten.“ Ein Deckel aus Porzellan?

Fazit: Psychologische Spannung, die unter die Haut geht.

Veröffentlicht am 17.05.2026

Brennpunkt Berlin

Die Toten von morgen
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„Die Guten und die Toten“ von Kim Koplin, wer auch immer sich dahinter verbirgt, hatte ich vor drei Jahren gelesen und für gut befunden. Auch die Fortsetzung, „Die Toten von morgen“, überzeugt mit einem ...

„Die Guten und die Toten“ von Kim Koplin, wer auch immer sich dahinter verbirgt, hatte ich vor drei Jahren gelesen und für gut befunden. Auch die Fortsetzung, „Die Toten von morgen“, überzeugt mit einem spannenden Plot. Worum geht es?
Berlin, jetzt. Im Österreichpark wird ein Toter aufgefunden. Männlich, keine dreißig, Kopfschuss mittig in die Stirn. Eine Hinrichtung. Wie ist er dort hingekommen? Natürlich mit einem E-Scooter!
Nihal Khigarian, Kriminalkommissarin mit aserbaidschanischen Wurzeln und fehlender Impulskontrolle, gerade erst aus Hamburg nach Berlin zurückgekehrt, ermittelt in einem Bandenkrieg, der Berlin zu zerreißen droht: ein alter König gegen einen skrupellosen Neuling.
Auch Saad, ein Flüchtling, der nicht wirklich aus Syrien stammt, sondern aus Marseille, und seine kleine Tochter Leila sind zurück aus Hamburg. Saad verdient sein Geld bei einer zwielichtigen Spedition. Und dann wird er von der Vergangenheit eingeholt…
„Die Toten von morgen“ ist hart, brutal, herausfordernd, anspruchsvoll. Erzählt wird die Geschichte in rasantem Tempo abwechselnd aus der Perspektive von Nihal und Saad. Eine adäquate Sprache, frech und rotzig.
Über das Wiedersehen mit Nihal und Saad, habe ich mich gefreut. Auch Saads Kumpel Mohammed ist wieder mit von der Partie. Nihal und Saad sind mir nicht ans Herz gewachsen. Trotzdem fiebert man mit ihnen mit.

Fazit: Fesselnder Thriller. Für alle, die Berlin lieben und auch seine dunklen Seiten schätzen.


Veröffentlicht am 14.05.2026

Späte Rache

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
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„Im Morgengrauen“ von Marc Raabe ist der 4. Band der Art Mayer-Reihe. Ehrlich gesagt, um den Schlaf gebracht - wie die Werbung verspricht - hat mich der Thriller nicht. Worum geht es?
Ein mysteriöser ...


„Im Morgengrauen“ von Marc Raabe ist der 4. Band der Art Mayer-Reihe. Ehrlich gesagt, um den Schlaf gebracht - wie die Werbung verspricht - hat mich der Thriller nicht. Worum geht es?
Ein mysteriöser Einstieg. Kessy X, eine junge Frau um die Zwanzig, nimmt ein Video auf. Zwei weitere werden folgen. Sie erwähnt Henrik Westphal, den Bundeskanzler. Hatte sie tatsächlich eine Affäre mit ihm? Was steckt dahinter?
Sechs Wochen später, im Morgengrauen, ein Mord !? Schnitt: Das Kanzlerbüro. Henrik wird vermisst. Und dann wird auch Kessys Schwester Sophie entführt. Wo ist die Verbindung?
Danach gibt es ein Wiedersehen mit BKA-Ermittler Art Mayer, seiner Kollegin Nele Tschaikowski und der kleinen Milla. In einem U-Bahn-Tunnel wird eine Leiche gefunden - ohne Kopf. Handelt es sich um Kessy?
Last but not least gerät Art selbst ins Visier der Polizei…
Es dauert seine Zeit, bis die Handlung Fahrt aufnimmt. Ständige Wiederholungen der Geschehnisse aus den Vorgängerbänden gehen zu Lasten der Spannung. Dazu viel Jugendsprech.
Erzählt wird die Geschichte in wechselnden Perspektiven und auf zwei Zeitebenen: In der Gegenwart sowie in Kursivschrift, ein Countdown, beginnend 42 Tage vor „Tag Null“.
Wir begegnen alten Bekannten und Feinden. Auch Juli, die Frau des Kanzlers und Arts große Jugendliebe, sowie Leo sind wieder mit von der Partie.
Es geht um Sex. Sex mit jungen Frauen, Machtphantasien, Grenzüberschreitungen. Manchmal ziemlich eklig. Erschien mir nicht glaubwürdig.
Richtiges Tempo und Action kommen erst im letzten Drittel auf. Die Auflösung ist nur schwer zu erraten. Für mich ist die Geschichte damit auserzählt.

Fazit: Der vierte Fall für Art Mayer. Hier schließt sich der Kreis.

Veröffentlicht am 14.05.2026

Späte Rache

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
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„Im Morgengrauen“ von Marc Raabe ist der 4. Band der Art Mayer-Reihe. Ehrlich gesagt, um den Schlaf gebracht - wie die Werbung verspricht - hat mich der Thriller nicht. Worum geht es?
Ein mysteriöser ...


„Im Morgengrauen“ von Marc Raabe ist der 4. Band der Art Mayer-Reihe. Ehrlich gesagt, um den Schlaf gebracht - wie die Werbung verspricht - hat mich der Thriller nicht. Worum geht es?
Ein mysteriöser Einstieg. Kessy X, eine junge Frau um die Zwanzig, nimmt ein Video auf. Zwei weitere werden folgen. Sie erwähnt Henrik Westphal, den Bundeskanzler. Hatte sie tatsächlich eine Affäre mit ihm? Was steckt dahinter?
Sechs Wochen später, im Morgengrauen, ein Mord !? Schnitt: Das Kanzlerbüro. Henrik wird vermisst. Und dann wird auch Kessys Schwester Sophie entführt. Wo ist die Verbindung?
Danach gibt es ein Wiedersehen mit BKA-Ermittler Art Mayer, seiner Kollegin Nele Tschaikowski und der kleinen Milla. In einem U-Bahn-Tunnel wird eine Leiche gefunden - ohne Kopf. Handelt es sich um Kessy?
Last but not least gerät Art selbst ins Visier der Polizei…
Es dauert seine Zeit, bis die Handlung Fahrt aufnimmt. Ständige Wiederholungen der Geschehnisse aus den Vorgängerbänden gehen zu Lasten der Spannung. Dazu viel Jugendsprech.
Erzählt wird die Geschichte in wechselnden Perspektiven und auf zwei Zeitebenen: In der Gegenwart sowie in Kursivschrift, ein Countdown, beginnend 42 Tage vor „Tag Null“.
Wir begegnen alten Bekannten und Feinden. Auch Juli, die Frau des Kanzlers und Arts große Jugendliebe, sowie Leo sind wieder mit von der Partie.
Es geht um Sex. Sex mit jungen Frauen, Machtphantasien, Grenzüberschreitungen. Manchmal ziemlich eklig. Erschien mir nicht glaubwürdig.
Richtiges Tempo und Action kommen erst im letzten Drittel auf. Die Auflösung ist nur schwer zu erraten. Für mich ist die Geschichte damit auserzählt.

Fazit: Der vierte Fall für Art Mayer. Hier schließt sich der Kreis.

Veröffentlicht am 08.05.2026

Sodom und Gomorra auf den Kosterinseln

Vega Varg – Das Schweigen der Insel
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Um es gleich zu sagen, „Vega Varg - Das Schweigen der Insel“ von Åsa Hellberg hat mir gut gefallen, auch, wenn ich anfangs skeptisch war. Denn die Autorin war bisher im Genre Liebesroman unterwegs und ...


Um es gleich zu sagen, „Vega Varg - Das Schweigen der Insel“ von Åsa Hellberg hat mir gut gefallen, auch, wenn ich anfangs skeptisch war. Denn die Autorin war bisher im Genre Liebesroman unterwegs und das merkt man auch. Worum geht es in diesem Krimi?
Vega Varg ist Kommissarin im westschwedischen Strömstad. Sie ist 62 Jahre alt und hat drei Kinder: Hugo und Linus, die ebenfalls bei der Polizei arbeiten und eine 19-jährige Tochter, Moa. Ihr Mann Peter wurde vor 20 Jahren von einem Unbekannten erschossen.
Vier Makler aus Oslo finden beim Paddeln auf Südkoster eine Leiche. Fredde wurde ermordet. Vega kennt den Toten von früher. Er war ein Spielkamerad ihrer Söhne, ging bei ihnen ein und aus. Und dann verschwindet auch noch eine der Maklerinnen…
Vega ermittelt, zusammen mit ihrem Kollegen Leopold Posse aus dem nahegelegenen Oslo.
„Vega Varg“ ist spannend und unterhaltsam. Immer mal wieder sind Rückblicke in das Jahr 1998 eingestreut. Unerwartete Wendungen machen diesen Krimi zu einem temporeichen Pageturner.
Gefallen hat mir auch das starke Insel-Setting und der fesselnde Schreibstil. Dazu ist der Plot nicht vorhersehbar. Jeder hat was mit Jedem. Glaubwürdig fand ich das allerdings nicht.
Die Figurenzeichnung ist gelungen. Wobei mir Leopold sympathischer war als Vega.
Am Ende ist nicht nur der aktuelle Kriminalfall, sondern auch der Cold Case gelöst.

Fazit: Gelungener Auftakt einer neuen Schwedenkrimi-Reihe mit einer ungewöhnlichen Heldin.