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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.04.2026

Wo ist Rebecca?

Widdersehen
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„Widdersehen“ ist der dritte Teil einer Schafskrimi-Reihe, der die Herde um Miss Maple zurück in das irische Glennkill führt. „Glennkill“, „Garou“ und Miss Maple habe ich geliebt. Daher habe ich mich ...


„Widdersehen“ ist der dritte Teil einer Schafskrimi-Reihe, der die Herde um Miss Maple zurück in das irische Glennkill führt. „Glennkill“, „Garou“ und Miss Maple habe ich geliebt. Daher habe ich mich auf „Widdersehen“ sehr gefreut - und wurde nicht enttäuscht.
Die Schafe kehren von ihrer Europareise zurück nach Glennkill, müssen aber feststellen, dass ihre Heimatweide von drei fremden Schafen besetzt ist. Zudem ist ihre Schäferin eines Tages verschwunden. Die Schafe ermitteln, um Rebecca zu finden.
Zurückgeblieben ist nur ein einzelner Finger und ein geheimnisvoller Brief, aus dem sich die Schafe mangels Vorlesemenschen keinen Reim machen können. Die Herde befürchtet das Schlimmste und finden sich Unversehens in einem Familiendrama wieder…
„Widdersehen“ ist unterhaltsam und sprachlich gelungen. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Wechselnde Perspektiven, hauptsächlich aus Schafssicht, sorgen für Dynamik.
Zwischen Weide und Dorfkirche, Läden und Gärten warten ungeahnte Abenteuer auf Miss Maple und ihre Herde - bis es ihnen tatsächlich gelingt, Licht ins Dunkel zu bringen und den Fall aufzuklären.
Das Buch ist wunderschön gestaltet: ein gebundenes Buch mit Lesebändchen und liebevollen Zeichnungen.

Fazit: Wiedersehen mit den Schafen aus Glennkill. Ein tierisches Lesevergnügen!

Veröffentlicht am 20.04.2026

Eine perfide Hetzjagd

39 Grad
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Das Warten hat sich gelohnt. Denn „39 Grad“, der neue Psychothriller von Quentin Peck, ist noch besser, spannender als „Minus 22 Grad“. Worum geht es?
Es ist Sommer. Die Felder sind trocken. Das Thermometer ...


Das Warten hat sich gelohnt. Denn „39 Grad“, der neue Psychothriller von Quentin Peck, ist noch besser, spannender als „Minus 22 Grad“. Worum geht es?
Es ist Sommer. Die Felder sind trocken. Das Thermometer zeigt neununddreißig Grad. Ein Serienkiller geht um.
Wir lernen Anne kennen, aus Tätersicht. Das „Klack-Klack-Klick…“ ihrer Absätze. Danach eine Szene im Pool. Ein Spiel mit der Angst. Die Pumpe gluckert. Das Wasser rauscht. Ob Anne überlebt?
Doch dann wird eine Leiche gefunden. Virtuos inszeniert. Und wieder rumpelt und klackt es. Hat der Killer schon das nächste Opfer im Visier?
Kriminalkommissar Lukas Johannsen und Profilerin Berit Pernstein ermitteln. Der Täter will offenbar spielen. Lukas in den Wahnsinn treiben. Handelt es sich um den Puppenmörder?
„39 Grad“ ist spannend und unterhaltsam. Der Plot ist geschickt aufgebaut. Geräusche und Gerüche werden greifbar. Immer wieder sind Rückblicke in die Vergangenheit eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Über das Wiedersehen mit Lukas und Berit habe ich mich gefreut. Denn sie sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Die Figurenzeichnung ist gut gelungen. Ein starker Antagonist und ein Protagonist, der persönlich involviert ist.
Hohes Tempo und fiese Cliffhanger machen diesen abgründigen Thriller zu einem außerordentlichen Lesevergnügen. Erst ganz am Schluss schließt sich der Kreis. Die Handlungsstränge laufen zusammen und münden in einen großen Showdown. Das Ende schockiert.

Fazit: Packender Psychothriller. Verdammt gut gemacht.

Veröffentlicht am 18.04.2026

In einer kleinen Stadt

Komm spielen
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Ich habe lange nichts mehr von Linwood Barclay gelesen. Umso größer war meine Freude über seinen neuen Thriller „Komm spielen“. Worum geht es?
Ein Rückblick in das Jahr 2001. Wir lernen den kleinen Jeremy ...


Ich habe lange nichts mehr von Linwood Barclay gelesen. Umso größer war meine Freude über seinen neuen Thriller „Komm spielen“. Worum geht es?
Ein Rückblick in das Jahr 2001. Wir lernen den kleinen Jeremy kennen. Er bekommt zu Weihnachten eine gebrauchte Eisenbahn. Nicht die PlayStation, die er sich gewünscht hat. Ab da wird es magisch. Seine Wünsche werden wahr.
In der Gegenwart begegnen wir Annie und ihrem Sohn Charlie. Sie ist eine erfolgreiche Autorin und will ein paar Monate aufs Land ziehen. Denn sie gibt sich die Schuld am Tod eines kleinen Jungen.
Charlie langweilt sich in der kleinen Stadt. Ohne seine Freunde fühlt er sich einsam. Umso größer ist seine Freude, als er in einem verschlossenen Schuppen auf ihrem Grundstück eine vergessene Modelleisenbahn findet.
Annie freut sich über Charlies Glück, doch irgendetwas an seinem neuen Spielzeug ist beunruhigend. Seltsame Geräusche wecken Annie nachts - sie könnte schwören, einen Zug zu hören (im Original heißt das Buch „Whistle“), doch weit und breit gibt es keine Zugstrecke, nur einen stillgelegten Bahnübergang.
Merkwürdige Dinge geschehen. Explosionen. Selbstmorde. Männer verschwinden. Seit neustem auch Tiere. In der Nachbarstadt hat ein Geschäft für Spielzeugeisenbahnen aufgemacht. Quasi über Nacht. Steht der Besitzer mit diesen verrückten Ereignissen in Verbindung?
„Komm spielen“ hat mich anfangs ein bisschen an Stephen Kings „In einer kleinen Stadt“ (Needful Things) erinnert. Tatsächlich hat sich Annie dieses Buch als Lektüre für ihre Auszeit mitgebracht. Und tatsächlich entwickelt sich dieser Thriller zu einer Horrorgeschichte wie der Meister sie in den 90ern schrieb.

Fazit: Grandioser Thriller. Wie Stephen King in seinen besten Zeiten.


Veröffentlicht am 16.04.2026

Jäger oder Beute?

Nebelbeute
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„Nebelbeute“ ist der dritte Band einer Thriller-Reihe von Benjamin Cors. Die beiden Vorgänger fand ich spannend. Deshalb musste ich natürlich wissen, wie die Geschichte weitergeht.
Mila Weiss reist in ...


„Nebelbeute“ ist der dritte Band einer Thriller-Reihe von Benjamin Cors. Die beiden Vorgänger fand ich spannend. Deshalb musste ich natürlich wissen, wie die Geschichte weitergeht.
Mila Weiss reist in die Berge. Sie hat sich eine Auszeit genommen. Sie will endlich Johannes Toblach stellen. Der Mann, der zwei Mädchen entführt hatte: Mathilda und Romy, von denen seitdem jede Spur fehlte. Mila würde sie finden, sie hatte es den beiden versprochen.
Doch noch am Tag ihrer Ankunft wird eine Leiche in den Bäumen gefunden. Ermordet und grausam inszeniert. Wer ist der Täter und wo liegt sein Motiv?
Mila stellt Wildkameras auf. Tatsächlich macht sie eine Entdeckung - und verschwindet spurlos. Jakob Krogh und die Gruppe 4 machen sich auf die Suche…
„Nebelbeute“ ist spannend und unterhaltsam. Am Anfang dachte ich, was für ein Flop. Denn Toblach hat Mila früh im Blick. Doch dann entwickelt die Geschichte ihren eigenen Sog.
Die Hauptrolle spielt ein Dorf hoch oben in den Bergen. Die Menschen leben seit Generationen in einer verschworenen Gemeinschaft. Fremden begegnen sie mit Misstrauen. Der Nebel wird immer dichter. Und dann fängt es auch noch an zu schneien.
Mila muss sich nach und nach eingestehen, dass der Fall eine viel größere und gefährlichere Dimension hat als zunächst angenommen. Nichts ist, wie es scheint, keiner so unschuldig, wie er tut. Fast jeder hat ein Geheimnis, eine dunkle Seite.
In bildgewaltiger Sprache erzählt Benjamin Cors seine Geschichte. Eine Geschichte, die eine ganz eigene Farbe und Temperatur hat. Mit atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen verbreitet der Autor viel Lokalkolorit. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik.
Wir begegnen alten Bekannten und Feinden: Lucy, Jakob - und Toblach. Die Geschichte nimmt viele überraschende und brutale Wendungen, bis zum dramatischen Ende.

Fazit: Ein packender Thriller, ein großes Drama. Düster!

Veröffentlicht am 12.04.2026

Schöne neue Welt

Ins fahle Herz des Sommers
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Seit „Ausgebrannt“ bin ich ein großer Fan von Andreas Eschbach und habe (fast) alles von ihm gelesen. Auch seinen neuen Roman „Ins fahle Herz des Sommers“ habe ich gerne gelesen. Worum geht es?
Die Klimaerwärmung ...


Seit „Ausgebrannt“ bin ich ein großer Fan von Andreas Eschbach und habe (fast) alles von ihm gelesen. Auch seinen neuen Roman „Ins fahle Herz des Sommers“ habe ich gerne gelesen. Worum geht es?
Die Klimaerwärmung hat Europa quasi unbewohnbar gemacht. Wer es sich leisten konnte, ist rechtzeitig nach Nordschottland, Grönland, Kanada oder Sibirien gezogen. Auch von einer Seuche ist die Rede. Aber Fausto hat den Absprung verpasst.
Er lebt in einem kleinen französischen Dorf und kämpft, wie seine wenigen Nachbarn, ums Überleben. In Vollmondnächten ist er mit seinem Rad unterwegs, um Lebensmittel und Werkzeuge in aufgegebenen Häusern zu ergattern.
Eines Tages taucht eine schöne, junge Frau auf, der die Hitze wenig auszumachen scheint. An ihre Kindheit hat sie nur verwaschene Erinnerungen. Fausto verliebt sich in sie. Valérie wird schwanger und der Albtraum beginnt…
Der Autor hat mit „Ins fahle Herz des Sommers“ eine dystopische Zukunftsvision erschaffen. Spannend, philosophisch, eingängig und clever ist ihm dieser Roman gelungen. Andreas Eschbach ist einfach ein großartiger Erzähler. Auch, wenn mir bei den Speck-Konserven etwas schlecht geworden ist.
Die Figurenzeichnung ist gelungen. Fausto hat viel Empathie. Kümmert sich um andere. Ich mag ihn.

Fazit: Beklemmende Dystopie über ein wichtiges Thema. Lesen!