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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2025

Feministischer Fantasyroman

When Women were Dragons – Unterdrückt. Entfesselt. Wiedergeboren: Eine feurige, feministische Fabel für Fans von Die Unbändigen
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Im Jahr 1955 verwandelten sich hunderttausende Frauen in Drachinnen. Doch über die Hintergründe und Ursachen wird geschwiegen. Marla, die Tante von Alex Green, hat sich ebenfalls verwandelt. Alex vermisst ...

Im Jahr 1955 verwandelten sich hunderttausende Frauen in Drachinnen. Doch über die Hintergründe und Ursachen wird geschwiegen. Marla, die Tante von Alex Green, hat sich ebenfalls verwandelt. Alex vermisst ihre Tante Marla und kümmert sich um deren Tochter Beatrice, die von der Cousine auf einmal zur Schwester wird. Je älter Beatrice wird, desto mehr interessiert sie sich für die Welt der Drachinnen. Alex' Mutter hat sich beispielsweise nicht verwandelt, was in Alex Fragen aufwirft. Allerdings weiß sie, dass es tabu ist, darüber zu sprechen.

"When Women were Dragons" erzählt von mehreren Jahren in Alex Greens Leben und ihre Entwicklungen. Die Leser*innen begleiten sie beim Aufwachen, in der Auseinandersetzung mit ihrer verwandelten Tante, ihrer Mutter, die sie beschützt, die jedoch nie wirklich mit ihr spricht, und einem Vater, der irgendwie abwesend, allerdings trotzdem bestimmend ist.
Ich mag sowohl das Cover als auch den Klappentext und die Idee von Frauen, die sich in Drachinnen verwandeln, sehr. Kelly Barnhill thematisiert hier vor allem female rage, die weibliche Wut. Sie erzählt von Scham, Wut und den Bedürfnissen und Kämpfen, Raum einzunehmen.
Mir gefällt die Symbolik der Drachinnen, andererseits auch die menschlichen Seiten im Verhalten der verwandelten Frauen und die verschiedenen Perspektiven, mit denen Alex Green konfrontiert ist.

Für mich ist "When Women were Dragons" ein feministischer Fantasyroman (zumindest in der Symbolik), der mir gut gefallen hat und noch eine ganze Weile in Erinnerung bleiben wird.

Veröffentlicht am 22.01.2025

Selbstbehauptung und Empowerment

The Freedom Clause
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Daphne und Dominic haben sich am College kennengelernt und früh geheiratet. Sie sind in ihren Zwanzigern, seit drei Jahren verheiratet und müssen sich eingestehen, dass ihr Sexleben nicht aufregend ist. ...

Daphne und Dominic haben sich am College kennengelernt und früh geheiratet. Sie sind in ihren Zwanzigern, seit drei Jahren verheiratet und müssen sich eingestehen, dass ihr Sexleben nicht aufregend ist. Also beschließen sie auf einer Silvesterparty einen Pakt/eine Freiheitsklausel: Eine Nacht im Jahr können sie jeweils mit einer anderen Person verbringen. Dabei bestehen strenge Regeln: Es bleibt bei dieser einen Nacht, keine Person wird zweimal getroffen und es wird nicht darüber gesprochen.

Während Daphne in dieser Abmachung aufblüht, sich selbst behauptet, Erfahrungen macht und dieser Pakt weitreichende Konsequenzen für sie hat, verändert Dominic sich eher in die andere Richtung. Obwohl der Vorschlag für die offene Ehe von ihm kommt, wirkt es eher so, als wäre er vor allem für Daphne ein wichtiger Schritt zu female Empowerment, Selbstbehauptung und der Auseinandersetzung mit ihrer Sexualität und ihrer Beziehung zu Dominic. Ihre Erlebnisse teilt sei auf einem anonymen Blog.

Durch die unterschiedlichen Erfahrungen und Entwicklungen von Daphne und Dominic thematisiert Hannah Sloane unterschiedliche Vorstellungen von Romantik, Dating und Sex, der unterschiedlichen Stellung von Männern und Frauen sowie gesellschaftliche Erwartungen.
Das Cover und der Klappentext haben mich schon sehr angesprochen, aber dass mich "The freedom clause" so gut gefällt - gerade Daphnes Figur -, hätte ich nicht gedacht. Ich mag den flüssigen und humorvollen Schreibstil, der auf den Punkt ist, die kritische Sichtweise und das Aufzeigen gesellschaftlicher Mankos.
Auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 22.01.2025

Auftakt von Magie und Rache

Kingdom of Lies
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Die Menschen müssen nach der Geburt ihre Magie an die Götter abgeben, damit diese sie vor den bösen Fae beschützen - zumindest wird das gesagt, seit die Menschen dieses Abkommen mit den Göttern geschlossen ...

Die Menschen müssen nach der Geburt ihre Magie an die Götter abgeben, damit diese sie vor den bösen Fae beschützen - zumindest wird das gesagt, seit die Menschen dieses Abkommen mit den Göttern geschlossen haben. Wer seine Magie nicht abgibt, muss sterben. Prisca muss herausfinden, dass sie nicht diejenige ist, für die sie sich hielt. Daher muss sie ihr altes Leben hinter sich lassen und fliehen. Im Wald stößt sie auf Lorian, den Anführer einer Söldner-Gruppe. Als diese sie dem Tod geweiht zurücklassen, wird ihr bewusst, dass sie seine Hilfe braucht.

Stacia Stark erzählt wechselnd aus Lorians und Priscas Perspektive. Die Grundidee des Pakts, die angeborene Magie abzugeben, die Bestrafung, falls nicht, fand ich sehr interessant. Auch Priscas Durchhaltevermögen und ihre Stärke gefielen mir. Lorian empfand ich als sehr kühl und dominant. Sein Verhalten Prisca gegenüber kann ich nicht gutheißen und sehe diese Darstellung und somit auch dessen Normalisierung kritisch, weiß aber auch, dass dies üblich für das Fantasy-Genre ist.
Ich brauchte immer mal wieder Geduld, um bei den zahlreichen Namen der Nebencharaktere durchzusteigen, mochte jedoch auch sehr, dass es sich nicht nur um Prisca, Lorian und die Dynamik zwischen den beiden drehte.

Ich kann mir gut vorstellen, den zweiten Band zu lesen und hoffe, darin noch mehr Infos zur Welt und der Magie zu bekommen.

Veröffentlicht am 28.12.2024

Gefiel mir zum Ende hin besser

Immortal Longings
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In der Hauptstadt des Königreichs von Talin, in San-Er, finden im Palast einmal im Jahr tödliche Spiele statt. Tausende begeben sich dorthin und diejenigen, die sicher in der magischen Fähigkeit sind, ...

In der Hauptstadt des Königreichs von Talin, in San-Er, finden im Palast einmal im Jahr tödliche Spiele statt. Tausende begeben sich dorthin und diejenigen, die sicher in der magischen Fähigkeit sind, zwischen Körpern zu wechseln, können teilnehmen und ihr Leben im Kampf aufs Spiel setzen für die Chance auf den Gewinn großer Reichtümer.

Doch eine will der tyrannischen Königsfamilie in Talin ein Ende bereiten: Prinzessin Calla, die ihre Eltern ermordet hat und seitdem untergetraucht ist. Doch ihr Onkel, König Kasa, der sehr zurückgezogen lebt, ist noch ein Hindernis für sie. Doch wenn sie die Spiele gewinnt, kann sie sich im nähern und ihn töten, um das Volk zu befreien. Doch ihr Gegner ist ein junger Mann, Anton, der hoch verschuldet ist. Wenn er gewinnt, kann er seine Jugendliebe, die derzeit im Koma liegt, und sich selbst vor den Schuldnern retten. Er schlägt Calla ein Bündins vor, in deren Folge sich aus der partnerschaftlichen Vereinbarung schnell eine leidenschaftliche Verbindung entwickelt. Doch Calla muss sich entscheiden, ob sie weiterhin an ihren Plänen festhält oder sich doch für Anton entscheidet.

Chloe Gongs Immortal Longings-Reihe erinnert mich im ersten Moment sehr an die Tribute von Panem. Zunächst musste ich mich an die wechselnden Erzählperspektiven gewöhnen, weil die Stile sich kaum unterschieden und ich oft erst herausfinden musste, um wen es gerade geht. Die magischen Fähigkeiten werden nicht explizit erläutert, sondern alle Ausganspositionen und Strukturen müssen aus dem Kontext herausgelesen werden, da mag ich es explizit ganz gern, gerade wenn es um Fantasy geht.
Der Anfang konnte mich nicht so überzeugen, die Charaktere blieben mir lange fremd und erschienen mir oberflächlich. Mit der Zeit kam jedoch Spannung auf, ich konnte in die Story hineinfinden und wurde dann am Ende überrascht.
Auch wenn ich jetzt nicht vollends begeistert bin, würde ich den zweiten Teil trotzdem auch gern lesen.

Veröffentlicht am 28.12.2024

Gemütlicher Weihnachtskrimi

Das mörderische Christmas Puzzle
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Die Rätselexpertin Edie O'Sullivan findet vor ihrer Haustür kurz vor Weihnachten ein Puzzle. Doch schnell ist jegliche Freude versiegt, denn das Puzzle besteht aus sechs Teilen, die den Ausschnitt eines ...

Die Rätselexpertin Edie O'Sullivan findet vor ihrer Haustür kurz vor Weihnachten ein Puzzle. Doch schnell ist jegliche Freude versiegt, denn das Puzzle besteht aus sechs Teilen, die den Ausschnitt eines Tatorts zeigen. Außerdem ist die Nachricht dabei, dass Edie das Rätsel bis Weihnachten lösen muss, um den Tod von mindestens vier Personen aufzuhalten. Edie überlegt noch, ob es sich um einen schlechten Witz handelt, als das erste Opfer tota ufgefunden wird - mit einem Puzzleteil in der Hand.

"Das mörderische Christmas Puzzle" von Alexandra Benedict ist ein gemütlicher Weihnachtskrimi, der gemächlich stattfindet und langsam an Spannung gewinnt. Zunächst lernen wir Edie O'Sullivan mit ihrer Rätselleidenschaft und ihrer klaren Einschätzung und Meinung kennen. Auch die Nebenfiguren, die ihr beim Rätseln helfen, werden vorgestellt. Erste Hypothesen, wer sich hinter dem Puzzle und der Androhung versteckt, konnte ich so schnell nicht formulieren. Es ist also kein Krimi, bei dem die Leserinnen schon zu Beginn wissen, wer Täterin ist und den Weg dorthin verfolgen, sondern es wird chronologisch erzählt und wir wissen nie mehr als Edie selbst.
Das Ende hält eine gute Auflösung parat, mit der ich so nicht gerechnet hätte.
Ich hatte gemütliche Lesestunden und habe mich gefreut, an Edies Puzzle- und Rätselfreude teilzuhaben.