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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2025

Ausflugsziele auf und um Brandenburgs Gewässer

Ahoi, Brandenburg
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Der BeBra Verlag stellt in "Ahoi, Brandenburg" etwa 70 Ausflugsziele in Brandenburg vor, die es auf den verschiedenen Fortbewegungsmitteln auf dem Wasser und am Wasser zu entdecken gibt. Eine Karte zur ...

Der BeBra Verlag stellt in "Ahoi, Brandenburg" etwa 70 Ausflugsziele in Brandenburg vor, die es auf den verschiedenen Fortbewegungsmitteln auf dem Wasser und am Wasser zu entdecken gibt. Eine Karte zur Übersicht der geographischen Lage befindet sich am Ende des Buches, sodass die Ausflugsziele auch leicht nach Entfernung ausgesucht werden können. Unterteilt sind die Kapitel in die unterschiedlichen Mittel, die farblich ebenfalls unterschiedlich gestatlet sind. So beginnen die ersten Ausflugsziele mit Touren auf Dampern Ausflugsfahrten über Kajaks, Kanus und Ruderboote, Fähren und Kähne, Flöße und Hausboote, Motorboot und Waterboarding und Wasserski.

Die Ausflugsziele werden beschrieben, Tipps geteilt und Infos zu Preisen, Öffnungszeiten, Buchungsmöglichkeiten und Anlaufstellen geteilt. Außerdem ist jeder Ort auf Fotos zu sehen, was die Ausflugslust steigert und einen guten ersten Eindruck auf das Erwartete weckt.

Ein schöner, handlicher Begleiter für alle Menschen aus Berlin und Brandenburg, die die Wasserlandschaft Brandenburgs entdecken wollen.

Veröffentlicht am 17.09.2025

Wanderung mit Folgen

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Julias und Lars' Hochzeit steht kurz bevor, als Nicki überraschend vor Julias Tür auftaucht und sie zu einem spontanen Trip als Junggesellinnenabschied abholt. Zu Studienzeiten sind sie zusammen gewandert ...

Julias und Lars' Hochzeit steht kurz bevor, als Nicki überraschend vor Julias Tür auftaucht und sie zu einem spontanen Trip als Junggesellinnenabschied abholt. Zu Studienzeiten sind sie zusammen gewandert und hatten immer den Wunsch, gemeinsam den Kungsleden in Schweden zu laufen. Nickis Geschenk zur Hochzeit soll sein, dass die beiden Freundinnen das nun gemeinsam machen. Die Freundschaft zwischen Julia und Nicki hat in den letzten Monaten gelitten, sie hatten kaum Kontakt und Julia hat den Eindruck, dass Nicki irgendetwas belastet. Sie ist auf der Reise kurz angebunden, ist offensichtlich nicht gut auf Lars zu sprechen und schreibt ständig in ihr Notizbuch. Der Beginn der Wanderung wird von einem Sturm überschattet. Am Morgen wacht Julia auf, doch Nicki ist nicht im Zelt und auch nicht in der Nähe des Zeltes zu sehen. Wo steckt Nicki bloß?

Rebecca Russ hat mit den besten Freundinnen und der Wanderung, bei der Nicki plötzlich weg ist, einen spannenden Plot geschaffen. Spannend ist vor allem nicht das, was auf der Wanderung passiert, sondern die belastende Atmosphäre, die Spannung, die zwischen so viel Ungesagtem zwischen den Seiten schlummert und auf die Auflösung oder eine Eskalation wartet.
Ich mochte die wechselnden Erzählebenen, die gegenwärtigen aus Julias Perspektive und die Rückblicke aus Nickis Leben. Erst mit der Zeit und nach einigen Kapiteln konnte ich absehen, in welche Richtung sich Rebecca Russ' Thriller entwickelt und habe mich während der Lektüre häufig gefragt, ob alles Geschilderte Realität ist oder ob es sich um Einbildung handelt. Es gab also einige Irritationsmomente für mich.
Erst zum Ende hin folgt die Eskalation, die schlüssige Aufklärung und damit ein spannendes Finale.

Ein gelungener Thriller, der mir spannende Lesestunden beschert hat.

Veröffentlicht am 17.09.2025

Verbundenheit und Ermüdung

Der Schlaf der Anderen
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Janis arbeitet als Nachtwache in einem Schlaflabor, wohin sich die Kunstlehrerin Sina begibt, um den Grund ihrer Schlaflosigkeit untersuchen zu lassen. Doch da sie nicht schlafen kann, lässt sich die Ursache ...

Janis arbeitet als Nachtwache in einem Schlaflabor, wohin sich die Kunstlehrerin Sina begibt, um den Grund ihrer Schlaflosigkeit untersuchen zu lassen. Doch da sie nicht schlafen kann, lässt sich die Ursache dafür schlecht im Labor untersuchen. Schon im ersten Moment fühlen Sina und Janis eine Verbundenheit zueinander, die durch einen gemeinsamen Gang durch die Stadt, währenddessen sie ein schweres Sofa tragen, vertieft wird und endet in einem gemeinsamen Roadtrip.

Tamar Noort schreibt von ihren Gedanken, der permanenten Überlastung, Erschöpfung und Ermüdung, die die beiden Frauen aus unterschiedlichen Gründen und in unterschiedlichen Situationen belasten. Doch diese Belastung eint die beiden. Sinas Leben ist geregelt durch starke Strukturen, die sie nach der Begegnung mit Janis etwas losläst, Kontrolle abgibt und damit ihren Alltag aus den Fugen treibt. Auch Janis beginnt Veränderungen in ihrem Leben und die Wege der beiden kreuzen sich mehrfach. Thematisiert werden die Rollenbilder und damit einhergehende Erwartungen, Belastungen von Frauen und die Rolle von (Ehe)Männern und Kolleginnen. Auch wenn viele Themen nur angerissen und nicht tiefer ausgeführt oder beleuchtet werden, hinterlässt Tamar Noort mit Sina und Janis Eindruck bei mir und hat auch in mir ein gewisses Aufrütteln und Hinterfragen ausgelöst.

Ein fantastisches Buch, in dem gar nicht so viel passiert, und das dennoch so viel mit mir - und sicherlich anderen Leser*innen - gemacht hat.

Veröffentlicht am 17.09.2025

Spannender Vermisstenfall

Ihr werdet sie nicht finden
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Jonas war Polizist, bis seine Tochter Isabell verschwunden ist und die Polizei seines Erachtens nach nicht anständig ermittelt. Also nimmt Jonas die Sache selbst in die Hand und kümmert sich um die Vergeltung ...

Jonas war Polizist, bis seine Tochter Isabell verschwunden ist und die Polizei seines Erachtens nach nicht anständig ermittelt. Also nimmt Jonas die Sache selbst in die Hand und kümmert sich um die Vergeltung an dem vermeintlichen Entführer seiner Tochter. Die Konsequenz: Er darf nicht mehr im Polizeidienst tätig sein und muss für mehrere Jahre ins Gefängnis.
Privatdetektivin Franka wird sieben Jahre später von einer älteren Frau beauftragt. Diese möchte, dass Franka ihre Enkeltochter Silvia findet, zu der die Großmutter keinen Kontakt mehr hat. Schnell erfährt Franka, dass Silvia eine Freundin der damals verschwundenen Isabell war und wittert einen Zusammenhang. Sie wendet sich an Jonas, der mittlerweile aus dem Gefängnis entlassen ist, und die beiden beginnen ihre Ermittlungen.

Andreas Winkelmann schreibt auf zwei Zeitebenen - der vergangenen und der gegenwärtigen. Dabei wechseln auch die Perspektiven, sodass ich eine Weile brauchte, um mich in beiden Fällen und bei den genannten Figuren orientieren und ihre Beziehungen zueinander korrekt zuordnen zu können. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, die Kapitel kurz, was für einen raschen Lesefluss sorgt, und der Plot hält einige Wendungen bereit. Zwischenzeitlich plätscherte das Geschehen für mein Empfinden etwas dahin und die Spannung ließ nach, aber zum Ende hin hat mich Andreas Winkelmann wieder fesseln und mit der Auflösung, die ich gut konstruiert fand, überzeugen können.

Ich habe schon spannendere Thriller von Andreas Winkelmann gelesen, hatte mit "Ihr werdet sie nicht finden" jedoch trotzdem gute Lesestunden.

Veröffentlicht am 12.09.2025

Schöner Wohlfühlroman

Neuanfang in Notting Hill
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Für Jess gibt es einen großen Umbruch, denn ihr Freund hat sie nicht nur verlassen und ist mit dem gesamten gesparten Geld abgehauen, sondern auch das Kino, in dem sie arbeitet, soll an einen Konzern verkauft ...

Für Jess gibt es einen großen Umbruch, denn ihr Freund hat sie nicht nur verlassen und ist mit dem gesamten gesparten Geld abgehauen, sondern auch das Kino, in dem sie arbeitet, soll an einen Konzern verkauft werden. Jess ist bei ihrer besten Freundin untergekommen, doch die benötigt das Zimmer nun dringend selbst. Also zieht Jess kurzerhand in das annoncierte Zimmer bei der 80-jährigenn Joan in Notting Hill. Joan ist einsam, lebt seit vielen Jahren allein und verlässt ihr Haus kaum. Jess und Joan gehen einen Deal ein: Wenn Joan online geht, geht Jess dafür offline. Die beiden Frauen verstehen sich auf Anhieb gut, Joan erzählt von einer alten Liebe und bei Jess bahnt sich eine neue Liebe an...

Ich mochte den Plot und das Setting im schönen Notting Hill sehr gern. Die beschriebene Atmosphöre bei Joan und Jess ist gemütlich. Durch die wechselnden Erzählperspektive haben die Leser*innen Einblicke in beide Gedanken- und Gefühlswelten und können das Geschehen gespannt verfolgen. Norie Clarke schreibt flüssig, leicht und hat ein sehr gemütliches Setting für mich geschaffen. Ich mochte die eingestreuten Briefe, die Figurenentwicklung und den Weg durch die gemeinsame Geschichte von Joan und Jess sehr gern.
Ein schöner Wohlfühlroman, perfekt für den Herbst, der vor der Tür steht!