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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2020

Mit hat es an Tiefe gefehlt....

Dreams of Yesterday
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Als Evelyn und Dylan aufeinander treffen ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch ihr Leben sieht alles andere als rosig aus, denn sie leben in einem Brennpunktgebiet, in Armut und umgeben von Gangs und ...

Als Evelyn und Dylan aufeinander treffen ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch ihr Leben sieht alles andere als rosig aus, denn sie leben in einem Brennpunktgebiet, in Armut und umgeben von Gangs und Kriminalität.
Dylans Traum ist es, dem ganzen so schnell, wie möglich zu entfliehen.

Im Großen und Ganzen ist damit die Geschichte gut zusammengefasst. Es gibt noch ein- zwei Kleinigkeiten, die ich allerdings nicht erwähnen kann, ohne zu spoilern.

Evelyn und Dylan haben trotz ihres jungen Alters sehr starke Gefühle füreinander. Insgesamt wirken sie aber über die Story hinweg relativ zweidimensional. Die Geschichte lebt eigentlich von den vielen kleinen Dramen, die sich um die beiden herum ereignen. Vom gemeinsamen Pläneschmieden, das der Klappentext verspricht findet man in der Geschichte nicht wirklich viel.
Die Atmosphäre ist ruhig und plätschert so vor sich hin, bis dann am Ende alles auf einmal passiert. Als Leserin hatte ich das Gefühl, dass es endlich richtig losgeht, da war’s auch schon wieder vorbei.
Insgesamt war „Dreams of Yesterday“ kein schlechtes Buch. Die Autorin hat einen schönen Schreibstil, der sich gut lesen lässt. Allerding gelingt es ihr nur stellenweise auch die Emotionen der Charaktere zu transportieren. Ich glaube, ein paar Seiten mehr hätten der Geschichte gut getan.
Das Konzept, eine Dilogie zu schreiben, von der Band zwei das Erwachsenenalter der Protagonisten behandelt finde ich äußerst innovativ. Die Umsetzung von Band eins konnte mich allerdings nicht überzeugen, sodass ich in Frage stelle, ob ich wirklich wissen muss, wie es mit den beiden in 11 Jahren weitergeht. Es hat mir hauptsächlich an Authentizität gefehlt. Mir sind Evelyn und Dylan die ganzen 282 Seiten nicht ans Herz gewachsen.

Ich finde „Dreams of yesterday“ ist eine schöne Lektüre für Zwischendurch. Es war kein schlechtes, aber auch kein überragend gutes Buch. Das vorhandene Potenzial, welches aufgrund der schwierigen Lebenssituation beider Figuren vorhanden war, wurde meiner Meinung nach nicht genutzt.
Von mir gibt’s deswegen 3 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2020

Bei diesem Buch findet man das Glück zwischen den Seiten!

Cursed Love
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Mia verbringt die Sommerferien mit ihren Geschwistern und einem gebrochenen Herz bei ihrer Cousine und ihrer Tante auf Whidbee Island.
Dort lernt sie den geheimnisvollen Joe kennen, der ihr Herz höherschlagen ...

Mia verbringt die Sommerferien mit ihren Geschwistern und einem gebrochenen Herz bei ihrer Cousine und ihrer Tante auf Whidbee Island.
Dort lernt sie den geheimnisvollen Joe kennen, der ihr Herz höherschlagen lässt. Je näher sie ihm kommt desto mehr erfährt sie über sein dunkles Familiengeheimnis. Den Dalca-Fluch.

Dieses Buch trägt den Sommer zwischen den Seiten. Whidbee Island ist ein traumhaftes Setting, welches Tanja Voosen malerisch umschreibt. Es fühlt sich an, als könnte man beim Umblättern der Seiten das Rauschen des Meeres vernehmen. Man fühlt sich einfach direkt zu Hause.

Protagonistin Mia ist frisch getrennt und leidet fürchterlich darunter. Was aber sofort auffällt ist, dass sie sehr reflektiert ist, auch, wenn sie sich teilweise recht melodramatisch in ihrem Elend suhlt. Mir hat gut gefallen, dass sie über sich selbst die Augen verdrehen konnte. Mia scheint mit ihrer Beziehung auch einen Teil von sich selbst verloren zu haben. Mehr und mehr stellt sie fest, wie sehr sie sich für den Jungen, der sie per SMS abservierte verändert hat. Der Sommer auf der Insel ist ihre Chance, herauszufinden, wer sie wirklich ist. Der Autorin ist es hierbei sehr gut gelungen, Mias Gedanken- und Gefühlswelt authentisch darzustellen.
Als sie Joe kennenlernt und von dem mysteriösen Dalca-Fluch erfährt setzt Mia alles daran, diesen zu brechen. Für Joe und die Schmetterlinge in ihrem Bauch.
Mias Entwicklung vom Beginn der Geschichte bis zum Ende hat mir unglaublich gut gefallen. Sie lässt sich nicht unterkriegen, steht für das ein, was ihr wichtig ist und kämpft für ihre Ziele. Mia ist für mich die personifizierte Definition von Girlpower. Sie ist authentisch und unglaublich liebenswürdig.

Auch Joe hatte ich ziemlich schnell ziemlich gerne. Auch, wenn er zu Beginn verschlossen ist, zeigt sich sehr schnell, dass er für die Menschen, die ihm wichtig sind da ist. Er bewegt sich auf Augenhöhe mit Mia und ist alles das, was außerhalb des Klischees liegt. Seine Gespräche mit Mia haben mich weit mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht. Ich haben die beiden zusammen einfach geliebt.

Die Nebencharaktere waren auch herzallerliebst. Sie haben der Geschichte den perfekten Rahmen gegeben und jeder hatte seine eigenen Ecken und Kanten. Sie alle haben die Geschichte noch lebendiger gemacht, als sie ohnehin schon war.

Was die gesamte Story angeht, so möchte ich nicht so viel vorweg nehmen. Nur so viel: Es wird spannend und magisch! Alles rund um den Fluch hat mich fasziniert und es mir unmöglich gemacht, das Buch auf die Seite zu legen.

Insgesamt hat mir dieses Buch so viel gegeben, dass ich diesen Sommer vermisst habe. Das Gefühl von Leichtigkeit, Freude, Wärme und Freiheit. Die Reise nach Whidbee Island war mehr als die Geschichte um Mia und Joe. Sie war eine Auszeit von der Realität, von der ich jede Seite genossen habe.

Tanja Voosen hat einmal mehr ein Buch geschrieben, das deutlich macht, dass man gemeinsam alles erreichen kann, wenn man die richtigen Leute um sich hat, die an einen glauben. Außerdem zeigt sie auf, dass man auf sich selbst und sein Herz hören soll. Mia hat den Glauben an sich selbst und ihren Mut nie verloren.
Auch den Wert der Familie zeigt „Cursed Love“ auf, mit der Message, dass Familie jeden noch so starken Sturm überstehen kann, wenn man bereit ist, aufeinander zuzugehen.

Ich kann „Cursed Love“ von ganzem Herzen empfehlen. Ich habe beim Lesen ununterbrochen ein Lächeln auf den Lippen gehabt, weil es einfach so wunderschön war. Wer also eine Portion Sommer zwischen den Seiten und Schmetterlinge im Bauch haben möchte, ist mit diesem Buch gut beraten!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2020

Manchmal muss man die Perspektive wechseln, um klar zu sehen...

Time to Love – Tausche altes Leben gegen neue Liebe
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Zu Beginn meiner Rezension möchte ich darauf hinweisen, dass „Time to love“ keine Fortsetzung von „Love to share“ ist. Beide Geschichten sind vollkommen unabhängig voneinander und es gibt auch keine Figuren, ...

Zu Beginn meiner Rezension möchte ich darauf hinweisen, dass „Time to love“ keine Fortsetzung von „Love to share“ ist. Beide Geschichten sind vollkommen unabhängig voneinander und es gibt auch keine Figuren, welche die Romane miteinander verbindet.

„Time to love“ ist die Geschichte von einer Großmutter und ihrer Enkelin, die ihre Leben tauschen auf der Suche nach sich selbst.
Leena hat ihre Schwester Carla vor einiger Zeit verloren und den Verlust nicht überwunden. Um sich mit dem Schmerz nicht auseinandersetzen zu müssen, stürzt sie sich in ihren Job, bis es gesundheitlich bedenklich wird. Ihre Chefin verordnet ihr kurzerhand zwei Monate Zwangsurlaub.
Leenas Großmutter Eileen wurde von ihrem Ehemann für eine Tanzlehrerin verlassen und hat das Gefühl, ihr Leben tritt auf der Stelle. Auch steckt noch im Trauerprozess um ihre Enkelin Carla. Während eines Besuches von Leena kommen die beiden auf die Idee für die Dauer von zwei Monaten ihre Leben zu tauschen. Für Eileen geht es daraufhin in das pulsierende London und für Leena aufs Land und in den Ort, in dem ihre Mutter wohnt und ihre Schwester starb.

Die Geschichte ist abwechselnd aus der Perspektive der beiden Frauen geschrieben und gewährt dem Leser so tiefe Einblicke in das Leben von Jung und Alt.
Besonders Eileens Kapitel und Sichtweisen haben mir sehr gut gefallen. Da sie vom Land kommt ist ihr das anonyme Stadtleben fremd. Für mich ist Eileen ein Musterbeispiel für den Spruch „Man ist nur so alt, wie man sich fühlt“. Sie ist dynamisch und ihre Art sich auf Neues einzulassen und die Dinge anzugehen ist herrlich erfrischend. Zudem hat sie aufgrund ihrer Lebenserfahrung ein Repertoire an Weisheiten, die mich teilweise mitten ins Herz getroffen haben.

Auch Leena muss sich auf dem Land zunächst zurecht finden inmitten von Rentnern und einer Menge Aufgaben, die Eileen ihr hinterlassen hat. Sie ist ziemlich chaotisch und es macht zu Beginn den Eindruck, als würden die Dorfbewohner alles andere als gut mit ihr klar kommen.

„Time to love“ ist eine Geschichte, die deutlich macht, dass man manchmal einen Schritt zurück machen muss, um einen Weiteren nach vorne gehen zu können. Auch, muss man manchmal eine andere Perspektive einnehmen, um die Dinge im richtigen Licht betrachten zu können.
Beth O’Leary schreibt mit viel Gefühl, Humor und Ehrlichkeit. Ich schätze ihre Art, ernste Themen zu bearbeiten und dem Leser am Ende immer das Gefühl zu geben, etwas für sich selbst mitnehmen zu können.
Auch, dass Leben Mal durch die Perspektive einer Seniorin zu betrachten empfand ich als äußerst aufschlussreich.

Ich habe jede einzelne Seite und (fast) jede Figur dieses Buches geliebt. Allen, die romantische, lustige und tiefgründige Geschichten mögen kann ich es nur ans Herz legen, nach diesem Buch zu greifen.
Für mich gehört es definitiv in die Kategorie Lieblingsbuch, wenn nicht sogar Jahreshighlight.
Ich freue mich schon auf weitere Bücher aus der Feder von Beth O’Leary!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2020

Eine rundum wunderschöne Geschichte

Never Let Me Down
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Nachdem ihre Mutter plötzlich verstorben ist, lernt Rachel zum ersten Mal ihren Vater kennen: Den berühmten Rockstar Freddy Ricks.

Mit ihm betritt sie eine Welt, die ihr bislang verschlossen blieb. Sie ...

Nachdem ihre Mutter plötzlich verstorben ist, lernt Rachel zum ersten Mal ihren Vater kennen: Den berühmten Rockstar Freddy Ricks.

Mit ihm betritt sie eine Welt, die ihr bislang verschlossen blieb. Sie wechselt für ihr letztes Schuljahr an die Schule, auf der sich ihre Eltern kennen lernten und begibt sich auf die Spuren ihrer Vergangenheit.

„Never let me down“ von Sarina Bowen ist anders, als die typischen Young Adult Romane, die man gewohnt ist.

Ihr Fokus liegt nicht auf der Suche nach der großen Liebe sondern auf der Bedeutung von Familie und, wie es ist, sich selbst zu finden.

Rachel und Freddy begegnen sich als zwei Fremde und sind doch durch ihre DNS miteinander verbunden.

Rachel ist eine authentische Figur, die mit Ängsten und Zweifeln zu kämpfen hat. Ihr ganzes Leben gab es nur sie und ihre Mutter, die ihr vom Schicksal entrissen wurde. Als sie ihren Vater kennenlernt findet sie nicht nur einen Teil ihrer Familie wieder, sondern auch sich selbst. Ihre Charakterentwicklung war wirklich beträchtlich. Ich mag es, wenn Figuren über sich hinauswachsen und für sich selbst und ihre Prinzipien einstehen können. Rachel ist eine Identifikationsfigur, die Mut macht und Vorbildcharakter hat.

Freddy ist genau das, was man sich unter dem klassischen Rockstar vorstellt. Er ist launisch, chaotisch und muss sich mit seiner neu gewonnenen Vaterrolle noch arrangieren. Allerdings wirkt er zu keiner Zeit verantwortungslos oder plump. Ich mochte ihn von Beginn an.

Jake ist eine dieser Figuren, die das romantisch veranlagte Leserherz höherschlagen lässt. Ich hatte ihn schon in mein Herz geschlossen, als er noch gar keinen leibhaftigen Auftritt in der Geschichte hatte. Er ist ein absoluter Good-Guy, der weiß, wie man respektvoll und empathisch mit Frauen bzw. Mädchen umgeht.
Rachels neue Mitbewohnerin im Wohnheim ist Aurora. Eine unglaublich sympathische Figur und eine Freundin zum Pferdestehlen. Sie ist der Fels in der Brandung, wenn Rachel vor lauter emotionaler Unordnung das rettende Ufer nicht mehr sieht. Aurora sagt, was sie denkt, ohne eingebildet zu wirken. Ich würde mir wünschen, dass sie vielleicht in einem weiteren Buch ihre eigene Geschichte erzählen kann.

Und dann ist da noch Haze… Rachels bester Freund aus Kindertagen. Um ehrlich zu sein… Ich konnte ihn von Beginn an nicht leiden. Er hat meiner Meinung nach keinen einzigen positiven Charakterzug und seine Handlungen im Verlauf der Geschichte verstärkten meine Abneigung ihm gegenüber stetig. Wieso, weshalb und warum müsst ihr selber lesen, weil ich euch nicht spoilern will ;) Nur so viel: Er ist das komplette Gegenteil von Jake!

Insgesamt hat Sarina Bowens Geschichte eine sehr ruhige Stimmung. Sie ist leise aber, wie ich finde sehr Wortgewaltig. Immer wieder gab es Sprachliche Bilder, die Emotionen perfekt einfingen und transportierten. Ich mochte die Art, wie die Autorin Rachels innere Konflikte nachvollziehbar darstellte. Es lag so viel zwischen den Zeilen. Ein weiterer Pluspunkt ist der Umstand, dass es kein unnötiges und überzogenes Drama gab, wie man es in diesem Genre normalerweise fast schon gewohnt ist.

Ich konnte 100% mit der Geschichte und ihren Figuren mitfühlen. Es war schneller vorbei, als mir lieb war. Die Message, die am Ende transportiert wurde hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.

„Never let me down“ hat für mich persönlich definitiv einen Highlightstatus. Ich habe mitgefühlt, mitgelitten und mich am Ende mitgefreut.

Das einzige, das ich bemängeln würde ist der Klappentext. Er ist meines Erachtens irreführend, da Rachel nicht studiert, sondern ihr letztes Schuljahr vor dem Studium absolviert. Dieser Umstand könnte gegebenenfalls falsche Erwartungen beim Leser hervorrufen, da ältere Charaktere erwartet werden könnten. Allerdings kann die Geschichte da nichts für 😋

Allen, die Mal weg vom alt bekannten „Unerfahrenes Mädchen verliebt sich in bösen Jungen und dann gibt’s Drama“ wollen, kann ich dieses Buch ans Herz legen. Es war wirklich einfach nur schön und am Ende ist alles so gekommen, wie ich es mir erhofft hatte!


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Veröffentlicht am 17.10.2020

Das Feuer verzeiht keine Fehler.... Und dieses Buch brennt sich in dein Herz!

Into the Fire
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Zu Beginn meiner Rezension möchte ich darauf hinweisen, dass ich der Meinung bin, dass man vor dem Lesen von „into the Fire“ die Vorgeschichte „Into the heat“ lesen sollte. Auf diese Weise kann man so ...

Zu Beginn meiner Rezension möchte ich darauf hinweisen, dass ich der Meinung bin, dass man vor dem Lesen von „into the Fire“ die Vorgeschichte „Into the heat“ lesen sollte. Auf diese Weise kann man so manchen Charakter, der einem in der „Haupthandlung“ begegnen wird, besser verstehen.

Anne Ashburn kann nach einem verhängnisvollen Feuer ihren Job als Firefighter nicht mehr ausüben. In ihrem neuen Job als Brandermittlerin ist sie scheinbar alles andere als glücklich.
Auch Danny hat nach diesem Einsatz mit den Folgen zu kämpfen.
Als es zu einer Brandserie von Lagerhäusern kommt, will Anne der Ursache nachgehen, denn es gibt viele Parallelen zu dem Feuer, das alles veränderte. Im Laufe ihrer Ermittlungen kreuzen sich Anne und Dannys Wege und Gefühle, die unter Asche begraben schienen glimmen wieder auf.

Das Buch setzt im letzten Abschnitt der Kurzgeschichte „Into the heat“ an, damit diejenigen, die sie nicht gelesen haben ebenfalls von dem dramatischen Einsatz erfahren, der für Anne und Danny alles veränderte.

„Into the fire“ ist ein Buch, wie man es von J. R. Ward kennt. Ihr Schreibstil ist grandios. Flüssig. Aber vor allem schonungslos.
Sie gibt dem Leser einen umfassenden Einblick in die emotionale Welt der Firefighters. Was dabei zum Vorschein kommt ist nicht leicht zu verdauen. Rohe Emotionen, Hilflosigkeit, Trauer und Traumatisierung. All das ist so greifbar dargestellt, dass ich beim Lesen mehrfach schlucken, das Buch zur Seite legen und tief durchatmen musste.
So viele Einsätze, die grausames zu Tage förderten und nie richtig verarbeitet wurde. Wer als Leser lediglich einen Roman erwartet hat, in dem es darum geht, was damals die Brandursache war und, dass Anne und Danny sich annähern, wird darüber überrascht sein.

Ich weiß gar nicht, wie ich näher auf die Charaktere eingehen soll, ohne großartig zu spoilern.
Danny und Anne sind beide gleichermaßen gebrochen. Die Schäden ihrer Seele sind von Beginn an unübersehbar und so unglaublich authentisch, dass es weh tut.
Beide sind gewisser Maßen nicht „am Leben“, sondern „überleben“.
Während Anne einem Betrug auf die Schliche zu kommen versucht, der auch mit „ihrem“ Feuer in Verbindung stehen könnte, und sich auf diesem Weg unwissentlich in Gefahr bringt, lenkt Danny sich mit seiner Arbeit ab.

„Into the Fire“ ist eine Geschichte, von der ich behaupten möchte, dass sie mit allen Wassern gewaschen ist. Sie ist wortgewaltig, hoch emotional, authentisch und gegen Ende hat sie meine Nerven bis zum Zerreißen gespannt.
Es war eine unglaubliche Erfahrung, einen so tiefen und realistischen Einblick in das Seelenleben eines Feuerwehrmannes/ Rettungssanitäters zu bekommen. Das hat mich zutiefst nachdenklich gemacht.
Die Erkenntnis, die ich für mich aus diesem Buch mitnehme ist, dass seelische Verletzungen manchmal tausendmal schlimmer sind, als körperliche. Letztere kann man vielleicht operieren, medikamentös behandeln oder man lernt in einer Bewegungstherapie damit zu leben.
Seelische Schäden sind auf den ersten Blick unsichtbar. Sie sind zudem verpönt und nicht gerne gesehen. Seelische Verletzungen begleiten uns ein Leben lang und haben die Macht, das Gute in uns zu zerstören, wenn wir nicht aufpassen.
J. R. Ward hat eine sehr eindrucksvolle Geschichte geschrieben, die noch weit mehr Themen umfasst, die ich aber (aus Spoilergründen) nicht nennen werde.
Anne und Danny haben mich tief bewegt. Sie sind mir schnell ans Herz gewachsen und ich habe mir von Herzen gewünscht, dass sie auf irgendeine Weise zumindest wieder „Okay“ werden. Gegen Ende hatte ich sogar Mühe, die Tränen zurück zu halten.

Mir bleibt zum Schluss nur noch, eine ausdrückliche Leseempfehlung auszusprechen. Dieser Geschichte gehört mein Herz.

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