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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2025

Mittelprächtig

Killer Potential
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Evie Gordon mag ihren Job als Nachhilfelehrerin für die Kinder reicher Familien. Als sie eines Tages zum Haus einer ihrer Schülerinnen kommt, steht die Tür offen - im Garten findet sie die Eltern der Schülerin ...

Evie Gordon mag ihren Job als Nachhilfelehrerin für die Kinder reicher Familien. Als sie eines Tages zum Haus einer ihrer Schülerinnen kommt, steht die Tür offen - im Garten findet sie die Eltern der Schülerin tot auf. Kurz darauf hört sie Hilferufe und entdeckt eine gefesselte, verletzte Frau. Noch bevor sie alles einordnen kann, taucht ihre Schülerin auf. Die Situation eskaliert, und in Notwehr schlägt Evie sie nieder - gemeinsam mit der Unbekannten flieht sie. Schon bald gelten die beiden als brutale Mörderinnen, und eine Flucht quer durch die USA beginnt.

Was nach einem packenden Thriller klingt, entwickelt sich leider eher zu einem Roadtrip-Roman mit einzelnen Spannungsmomenten und einer queeren Lovestory. Der Einstieg ist spannend und actionreich, auch der Schreibstil funktioniert anfangs gut. Doch recht schnell verliert die Geschichte an Tempo: Es passiert kaum was, viele Szenen wiederholen sich, und die Figuren blieben für mich distanziert und schwer greifbar.
Ein später Twist bringt nochmal kurz Dynamik, doch insgesamt plätschert das Geschehen für meinen Geschmack zu sehr dahin.

Die Handlung schlägt zudem eine ganz andere Richtung ein, als ich es anhand des Klappentextes erwartet hatte. Es geht nicht wirklich darum, dass Evie versucht ihre Unschuld zu beweisen. Und die Suche nach dem wahren Täter findet ebenfalls nicht statt.

Je weiter die Geschichte voranschritt, desto weniger kam ich mit dem Schreibstil klar. Es gab immer wieder plötzliche Sprünge, sehr ausschweifende Beschreibungen und viele überflüssige Details, durch die einige Passagen sehr langatmig wirkten.

Trotzdem ließ sich das Buch insgesamt recht schnell lesen, und es gab ein paar humorvolle Momente, die mich zum Lachen gebracht haben.

Alles in allem kein schlechtes Buch aber definitiv nicht der packende Thriller, den ich erwartet hatte.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Enttäuschend

Great Big Beautiful Life
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Es macht mich so so traurig, aber das Buch war leider so gar nichts für mich.
Ich habe, abgesehen von ihren YA-Büchern, alle Bücher von Emily Henry gelesen, und Great Big Beautiful Life ist leider auf ...

Es macht mich so so traurig, aber das Buch war leider so gar nichts für mich.
Ich habe, abgesehen von ihren YA-Büchern, alle Bücher von Emily Henry gelesen, und Great Big Beautiful Life ist leider auf dem letzten Platz gelandet.

Dabei hat sich die Story anfangs so gut angehört:
Schauplatz ist eine kleine, gemütliche Insel. Alice und Hayden sind aus dem gleichen Grund dort: um die Biografie der legendären Margaret Ives zu schreiben. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn Margaret lässt die beiden quasi gegeneinander antreten. Einen Monat haben sie Zeit, um Interviews mit ihr zu führen, danach wird sie entscheiden, wem sie den Job geben möchte.
Dank Verschwiegenheitserklärungen dürfen Alice und Hayden nichts über ihre Gespräche mit Margaret erzählen - aus dem Weg gehen, können sie sich auf der kleinen Insel jedoch auch nicht.

Von der Art der Geschichte hat mich das Buch sehr an Evelyn Hugo erinnert, welches aber um Welten besser war.

Mich haben beide Teile der Geschichte, sowohl die Interviews und die Geschichte von Margarets Familie, als auch das Geschehen zwischen Alice und Hayden, nicht wirklich ansprechen können. Gerade der Teil über die Geschichte der Familie Ives war unglaublich zäh und hat sich vor allem anfangs total gezogen. Es ist einfach nichts passiert und ich bin gedanklich immer wieder abgedriftet. Zum Ende hin wurde es ein bisschen interessanter, aber da war der Zug schon abgefahren.
Auch den Romance-Part habe ich überhaupt nicht gefühlt. Zwischen den beiden war keinerlei Anziehung spürbar, und trotzdem ging alles viel zu schnell. Obwohl der Fokus kaum auf ihrer Beziehung lag, gab es dennoch einige Momente, die ich ziemlich cringy fand.

Marketing, Cover und Klappentext vermitteln definitiv einen Eindruck, der nicht wirklich zum Buch passt – denn dieses unterscheidet sich deutlich von Emily Henrys bisherigen Werken. Wer auf der Suche nach einem gefühlvollen Romance-Roman ist, wird hier definitiv enttäuscht. Mich persönlich, als jemand, der gerne General Fiction liest, hätte das nicht einmal gestört – wenn die Geschichte mich wenigstens irgendwie in den Bann gezogen hätte.

Mein Eindruck ist, dass Emily Henry einfach zu viel in das Buch packen wollte, sich dabei jedoch leider verrannt hat, sodass es am Ende keine runde Sache werden konnte.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Es begann mit einem Maulwurfshügel

Der Maulwurf
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Was für eine Wirkung so ein kleiner Maulwurf doch haben kann.

Ich habe mich auf den ersten Blick in das Cover verliebt und wusste direkt, dass ich das Buch einfach lesen muss, da auch der Klappentext ...

Was für eine Wirkung so ein kleiner Maulwurf doch haben kann.

Ich habe mich auf den ersten Blick in das Cover verliebt und wusste direkt, dass ich das Buch einfach lesen muss, da auch der Klappentext vielversprechend klang:
Sascha, Anna und ihre Tochter Marie ziehen von der Großstadt aufs Land. Es scheint auch erstmal für alle sehr passend zu sein. Marie ist Umweltaktivistin, Anna freut sich auf den vielen Platz und darauf, sich endlich selber verwirklichen zu können. Und für Sascha, der gerade eine neue Stelle als Nachhaltigkeitsbeauftragter angetreten hat, bieten sich gleich mehrere Möglichkeiten zu zeigen, worauf es bei einer nachhaltigen Lebensweise ankommt.
Dann taucht der erste Maulwurfshügel im Garten auf und verändert alles.

Was für eine skurrile und witzige Geschichte, die einerseits völlig überspitzt wirkt, andererseits aber auch sehr nah an der Realität ist und aktuelle Themen auf satirische Weise in den Fokus rückt. Fridays for Future, Beziehungs-Podcasts, Social Media und Tierschutz sind nur ein paar dieser Themen. Spannend war aber auch die Darstellung der innerfamiliären Strukturen - wie unterschiedlich man eine Situation doch wahrnehmen kann, wenn man nicht darüber spricht.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht von Sascha und Anna erzählt und durch den angenehm lockeren Schreibstil fliegt man förmlich durch die kurz gehaltenen Kapitel.
Ich musste an einigen Stellen wirklich laut lachen, an anderen Stellen konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Wer keine Klischees mag, der ist hier definitiv fehl am Platz. Das Buch trieft nur so von klischeehaften Charakteren und Handlungen. Aber genau das macht Satire und den Charme der Geschichte halt aus.

Sascha dabei zuzusehen, wie er immer mehr den Verstand und den Bezug zur Realität verliert und vor lauter Verzweiflung auf die dubiosesten Ideen kommt, war einfach witzig, hat gleichzeitig aber auch sehr zum nachdenken angeregt.

Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen.
Ich konnte mir so viele der Szenen wirklich bildlich vorstellen und hoffe ja insgeheim auf eine Verfilmung des Buches.

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Hier ist der Titel Programm

How To Kill a Guy in Ten Ways
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Ein Highlight war „How to Kill a Guy in Ten Ways“ leider nicht, ich hatte aber dennoch sehr viel Spaß beim Lesen.

Tagsüber geht Millie einem ganz normalen Job nach - nachts hingegen dreht sich alles um ...

Ein Highlight war „How to Kill a Guy in Ten Ways“ leider nicht, ich hatte aber dennoch sehr viel Spaß beim Lesen.

Tagsüber geht Millie einem ganz normalen Job nach - nachts hingegen dreht sich alles um Message M, einer Hotline für Frauen, die von Männern bedrängt werden. Diese Hotline hat Millie gestartet, nachdem ihre jüngere Schwester vergewaltigt wurde und seitdem sämtlichen Lebenswillen verloren hat.
Millie hat sich zum Ziel gesetzt, den Vergewaltiger ihrer Schwester zu finden…und zu töten. Bei einem Mord bleibt es jedoch nicht.

Das Buch hat sich super schnell lesen lassen. Auch wenn der Schreibstil mich nicht komplett überzeugen konnte, bin ich quasi durch die Seiten geflogen.
Von der Thematik her hat mich das Buch total angesprochen. Sowohl die Idee mit der Hotline, als aber auch allgemein die sich nach Rache sehnende Serienmörderin. Ich liebe eine gute „Good for her“-Story und das Buch passt perfekt in diese Kategorie.

Millie selbst ist ein total spannender Charakter. Sie ist mir zwar von Kapitel zu Kapitel unsympathischer geworden aber in ihre Gedankenwelt einzutauchen war einfach faszinierend. Vor allem ihr dunkler Humor war genau mein Fall und hat für einige Lacher gesorgt.

Zu Beginn habe ich die Handlungen eher als plätschernd empfunden. Es gab zwar immer wieder heftige und sehr grafisch dargestellte Momente, dazwischen zog sich die Story aber ein wenig in die Länge. So richtig in Fahrt kam die Story im letzten Drittel. Da überschlugen sich die Ereignisse plötzlich und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Womit ich am Ende des Buches aber einfach hadere, ist tatsächlich Millie. Ich habe schon einige Bücher über weibliche Serienkiller gelesen, und der große Unterschied zu diesem Buch ist, dass die Hauptfiguren der anderen Bücher allesamt „gute“ Menschen waren. Millie hingegen ist ein Soziopath. Abgesehen von ihrer Schwester und ihrer besten Freundin behandelt sie alle Personen wie Dreck. Zudem hält sie sich selbst für unfehlbar, macht aber am laufenden Band Fehler. Und sie zeigt nicht einmal einen Funken an Reue.

Zudem ist mir Message M definitiv zu kurz gekommen. Vom Klappentext her wirkt es so, als ob sich alles um die Hotline drehen würde, diese spielt aber gar keine wirklich große Rolle.

Am erschreckendsten bleibt am Ende aber der Fakt, dass Millie zwar fiktiv ist, die Erlebnisse all der Mädchen und Frauen jedoch absolut real sind. Und während manch einer vielleicht sagen würde, dass die Männer in dem Buch viel zu negativ dargestellt werden, sage ich auch hier ganz klar, dass es die Realität perfekt widerspiegelt.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Slow Burn Thriller

The Trap. Wie weit würdest du gehen, um deine Schwester zu retten?
4

Seit ich vor ein paar Jahren „The Nothing Man“ gelesen habe und das Buch seitdem zu meinen liebsten Thrillern gehört, stand für mich fest, dass ich auf jeden Fall noch weitere Bücher der Autorin lesen ...

Seit ich vor ein paar Jahren „The Nothing Man“ gelesen habe und das Buch seitdem zu meinen liebsten Thrillern gehört, stand für mich fest, dass ich auf jeden Fall noch weitere Bücher der Autorin lesen muss.
Und „The Trap“ hat mich von der Beschreibung her direkt angesprochen:
Mehrere junge Frauen sind in Irland verschwunden, möglicherweise entführt von ein und demselben Täter, dem bisher noch niemand auf die Spur gekommen ist.
Da die Polizei keinen Fortschritte vorweisen kann, nimmt Lucy, die Schwester einer der verschwundenen Frauen, die Sache nun selber in die Hand.

Die Story wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Zum einen erleben wir Lucy‘s Perspektive. Es gibt aber auch Kapitel aus Sicht des Entführers und aus Sicht einer Frau der MPU, die mit einer Polizistin zusammen an dem Fall arbeitet.

Das erste Kapitel ist grandios und hat mich sofort in den Bann gezogen. Danach hat sie Spannung leider erstmal deutlich abgenommen. Und durch die wechselnden Perspektiven und das Erwähnen von sehr vielen Personen, war ich zeitweise etwas verwirrt und eher wenig angetan von dem Buch. Die Story wurde im Verlauf aber immer besser und das Ende war wirklich fesselnd.

Auch das Setting in Irland und die allgemeine Atmosphäre haben mir gut gefallen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten lies sich das Buch sehr gut und schnell lesen, auch wenn es sich an manchen Stellen in die Länge zieht.

Alles in allem ein wirklich guter Thriller mit interessanten Charakteren (vor allem starken Frauen) und überraschenden Wendungen.
Ich kann das Buch ganz klar empfehlen wenn man slow burn Thriller mag.

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