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Veröffentlicht am 24.03.2026

Etwas anstrengend zu lesen

EDEN - Wenn das Sterben beginnt
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Ein neues KI-Programm schlägt Alarm: Binnen Monaten droht eine globale Megakrise. Und die ersten Anzeichen sind bereits da. Vor den Augen der Meeresbiologin Sarah Keller und des Influencers Linus Strand ...

Ein neues KI-Programm schlägt Alarm: Binnen Monaten droht eine globale Megakrise. Und die ersten Anzeichen sind bereits da. Vor den Augen der Meeresbiologin Sarah Keller und des Influencers Linus Strand attackiert während eines Tauchausfluges ein Riesenkalmar einen Walhai, um dann selbst von einem Pottwal in Stücke gerissen zu werden. In Triest treiben Schwärme toter Fische, im Amazonas verdorrt der Boden. Sarah und Linus machen die Warnungen publik - und werden damit zur Zielscheibe mächtiger Gegenspieler.

Mit "Eden - Wenn das Sterben beginnt" hat Marc Elsberg einen sehr umfangreichen Umweltthriller geschaffen. Umfangreich nicht nur von der Seitenzahl her, sondern auch vom Inhalt. Der Autor jongliert mit politischen, wirtschaftlichen und umweltschutzrelevanten Zusammenhängen, Interessen und daraus resultierenden Spannungen. Hier merkt man deutlich, welch immense Recherchearbeit hinter diesem Buch steckt. Dieses Hintergrundwissen vermittelt er gut verständlich und packt dies in eine Handlung, die spannend ist und schockiert. Dabei läßt er Charaktere agieren, die sehr sympathisch sind und vor allem Linus hat mich oft zum Lachen gebracht. Seine zunächst naive Art und das Geplänkel mit Sarah sind einfach herrlich. Die Kapitel sind durchweg recht kurz gehalten, was Vor- und Nachteile hat. Einerseits kann man immer mal wieder noch kurz etwas lesen und das Buch wird abwechslungsreich, andererseits muß man jedoch auch sehr aufpassen, wo und mit welcher Charaktere man nun unterwegs ist. Ein weiteres Manko ist die sich ab Buchmitte sehr zum Actionthriller ändernde Handlung. Umweltgeschehen rückt gegen Verfolgungen und Schießereien in den Hintergrund. Das war sehr schade und hat mich letztlich etwas enttäuscht.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Es hätte richtig toll sein können

39 Grad Mord
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Hannah Krause-Bendixen soll endlich ihren zweiten Krimi abliefern, wird dafür von ihrem Lektor nach Sizilien geschickt und in einer Villa einquartiert. Hannah verläuft sich direkt am ersten Abend auf dem ...

Hannah Krause-Bendixen soll endlich ihren zweiten Krimi abliefern, wird dafür von ihrem Lektor nach Sizilien geschickt und in einer Villa einquartiert. Hannah verläuft sich direkt am ersten Abend auf dem Rückweg von einem Restaurant und ruft die einzigen Leute zu Hilfe, die sie bisher kennt: Das schwedische Ehepaar Hans und Greta. Sie nehmen Hannah mit zu sich nach Hause. Nach einem Abend mit viel Alkohol bleibt Hannah über Nacht bei ihnen. Am anderen Morgen liegt Greta erschlagen in der Küche. Hannah gerät mitten in die Mordermittlungen...

"39 Grad Mord" ist der zweite Krimi von Jenny Lund Madsen rund um die Autorin Hannah. Dies war mir nicht bekannt und diesmal wäre es besser gewesen, Band 1 zu kennen. So wurde mir nie klar, wie Hannah und ihre isländische Geliebte zusammen kamen und was so besonders an Hannah ist, daß für sie ein Mann und zwei Kinder verlassen werden sollen. Für mich war Hannah ehrlich gesagt eine sehr unsympathische Charaktere. Alle sind doof, nur sie ist schlau und ohne Alkohol geht schonmal gar nichts. Dabei ist Hannah auch noch egoistisch, arrogant und rücksichtslos. Mir gingen ihre Ermittlungen auch zu glatt. Alles gelingt ihr, sie erhält auf alles Antworten und nebenbei wird eine Polizistin auch noch zu ihrer Geliebten. Durch diese ganzen Liebesgeschichten wird es hier schon auch ein wenig kitschig. Was natürlich wieder zu Hannah, die ihren erfolgreichen Krimi haßt und viel lieber mit ihrem Kitschroman in Verbindung gebracht werden will. Was ein Reporter während einer Talkshow auf sehr arrogante Art zu spüren bekommt. Die Autorin verpackt ihre Geschichte in kurze Kapitel und eine sehr lockere Sprache und schafft es leider nicht, daß hier trotz der guten Idee richtig Spannung aufkommt. Das ist sehr schade, denn aus dieser Story hätte unendlich viel gemacht werden können!

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Krimi im Stil von Barnaby

Mord & Breakfast
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Melody Moss hat gerade ihren Job in London als Journalistin verloren, als sie unverhofft das Bed & Breakfast von ihrer Tante Mabel in Schottland erbt. Ihre Tante ist angeblich von der Terrasse ihres auf ...

Melody Moss hat gerade ihren Job in London als Journalistin verloren, als sie unverhofft das Bed & Breakfast von ihrer Tante Mabel in Schottland erbt. Ihre Tante ist angeblich von der Terrasse ihres auf einer Steilküste liegenden B&B gestürzt. Melody fährt nach Seagull Bay und muß feststellen, daß dort niemand über den Tod ihrer Tante trauert und findet Dokumente, die deutlich zeigen, warum die Dorfbewohner eigentlich froh über Mabels Tod sind und der vermeintliche Unfall wohl doch Mord war!

"Mord & Breakfast" ist der sehr gelungene Auftakt einer neuen Serie von Anne Gordon. Ich fühlte mich hier direkt wie in einer Folge von "Inspector Barnaby". Die dörfliche Kulisse mit einer eingeschworenen Dorfgemeinschaft, typisch schottischen Spezialitäten - all dies sorgte für eine Atmosphäre, in der man sich als Leser wohl fühlt. Melody und ihr Freund Dean aus Kindertagen waren mir sofort sympathisch. Melodys Bedenken, ob sie der Aufgabe des Erbes gewachsen ist, konnte ich sehr gut nachvollziehen. Ein weiteres Highlight ist die Englische Bulldogge Cheddar, die mit ihrer liebenswerten Art sofort einen Platz in meinem Herzen gefunden hat. Anne Gordon hat diesen englischen Krimi auf wohltuend moderne Art geschrieben, so daß man nicht den typisch trockenen Krimi vor sich hat. Hier finden sich sogar ein paar sehr humorvolle Szenen. Für Spannung ist hier ebenfalls gesorgt, Denn man kann das ganze Dorf verdächtigen. Ich hatte sehr viel Lesespaß mit diesem Krimi - der mir viel zu kurz vorkam!

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Miss Marple aus Hamburg

Frau Helbing und der Casanova aus Winterhude
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Frau Helbing hat von ihrer Freundin Heide einen Schnupperkurs Wassergymnastik zu Weihnachten bekommen. Frau Helbing hat mächtig Spaß daran, einzig Wolfgang Hoyer stört die Gemeinschaft. Denn er hat nichts ...

Frau Helbing hat von ihrer Freundin Heide einen Schnupperkurs Wassergymnastik zu Weihnachten bekommen. Frau Helbing hat mächtig Spaß daran, einzig Wolfgang Hoyer stört die Gemeinschaft. Denn er hat nichts anderes zu tun, als den alleinstehenden Damen nachzustellen. Als die Schauspielerin Olga Suditzky tot in ihrer Wohnung gefunden wird, kommt der Verdacht auf, er hätte sie für seine neue Liaison aus dem Weg geräumt. Schon steckt Frau Helbing in ihrer neuesten Mordermittlung!

"Frau Helbing und der Casanova aus Winterhude" ist ein absolut gelungener Krimi von Eberhard Michaely. Frau Helbing ist eine urige Hamburger Seniorin, die weiß, was sie will, vor nichts zurückschreckt und sich die Butter nicht vom Brot nehmen läßt. Sie ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich hatte streckenweise richtig Angst um sie. Dieser Krimi besticht durch seine Authentizität, die nicht nur auf die Charaktere bezogen ist, sondern auch auf die Handlungsorte. Man ist mitten in Hamburg und erlebt diesen spannenden Fall, in dem es vor Verdächtigen nur so wimmelt. Am Ende erlebt man eine für Frau Helbing höchst gefährliche Überraschung. Ich habe mich wieder sehr wohl gefühlt an der Seite von Frau Helbing und würde sie gern noch öfter begleiten.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Von wegen Urlaub

Die Finca
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Rosi hat einen Housesitter-Job auf Mallorca. Eine luxuriöse Villa, Strand und wenig Arbeit - das klingt nach einer entspannten Woche. Jedoch wird sie in der Villa von Fabian begrüßt, der angeblich ebenfalls ...

Rosi hat einen Housesitter-Job auf Mallorca. Eine luxuriöse Villa, Strand und wenig Arbeit - das klingt nach einer entspannten Woche. Jedoch wird sie in der Villa von Fabian begrüßt, der angeblich ebenfalls den Job bekommen hat. Keiner der beiden will freiwillig wieder gehen. Die Eigentümer sowie der Kontaktmann sind nicht zu erreichen, so daß ihnen nur übrig bleibt, gemeinsam in der Villa zu bleiben. Schnell geschehen merkwürdige Dinge und Rosi und Fabian fühlen sich beobachtet. Die Frage ist, wo die Bedrohung lauert....

Mit "Die Finca" entführt Kirsten Nähle ihre Leser in das Urlaubsparadies Mallorca. Jedoch kommt hier nicht wirklich Urlaubsstimmung auf. Die Atmosphäre wird hier zunehmend bedrohlicher. Eigentlich beginnt die Geschichte ganz behäbig. Rosi freut sich auf ihren erholsamen Job und trifft auf Fabian, der behauptet, diesen Job bereits angetreten zu haben. Man könnte meinen, dann bleiben sie eben beide, das Haus ist ja groß genug. Aber dann steigt die Spannung mit jeder Seite. Denn sowohl Rosi, als auch Fabian hüten ein Geheimnis, keiner traut dem jeweils anderen und bewaffnet sich erstmal. Keinem von ihnen habe ich getraut oder wirklich Sympathien entgegen gebracht. Dies könnte den ein oder anderen Leser natürlich stören, mir hat es mehr Nervenkitzel bereitet. Die Handlung wird leider etwas flach erzählt, so daß es keine Höhepunkte gibt. Dies heißt nicht, daß es nicht spannend wäre, jedoch bleibt der "atemlos-lesen-Effekt" leider außen vor. Kirsten Nähle schreibt hier sehr flüssig und leicht verständlich, so daß dieses Buch ein sehr kurzer Zeitvertreib ist!

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