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Veröffentlicht am 03.02.2026

Oma Emmi ermittelt mit Pendel und Tarot

Friesenschnack und falsche Fährten. Oma Emmi undercover
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Hagermoor in Ostfriesland wird durch einen Mord aufgerüttelt! Während der Ostermesse entdeckt ein Messdiener einen schwerverletzten jungen Mann in der Kirchentoilette, versehen mit einem Pentagramm auf ...

Hagermoor in Ostfriesland wird durch einen Mord aufgerüttelt! Während der Ostermesse entdeckt ein Messdiener einen schwerverletzten jungen Mann in der Kirchentoilette, versehen mit einem Pentagramm auf der Stirn. Dorfpolizist Redolf Puschen ist mit dem Fall überfordert, muß er doch im Kreise der Bewohner ermitteln, mit denen er aufgewachsen ist. Unterstützt wird er durch die Kripo Leer - und seiner Oma Emmi, die mit ihren kuriosen Ermittlungsmethoden für noch mehr Chaos und Unruhe sorgt. Bald muß Redolf feststellen, daß er sich in einigen Dorfbewohnern von klein auf getäuscht hat...

"Friesenschnack und falsche Fährten" ist ein wunderbar humorvoller und durchaus spannender Ostfriesenkrimi von Mirjam Wiesemann. Hier habe ich mich direkt heimisch gefühlt. Ihre Charaktere hat die Autorin zum Teil sehr skurril dargestellt. Da ist vor allem Oma Emmi, die mit ihrem Esoterik-Spleen manchmal über ihre Grenzen hinaus schießt und ordentlich Chaos erzeugt. Dabei meint sie es oft zu gut und nervt Enkel Redolf gewaltig. Er ist ebenfalls sehr aus dem Rahmen gefallen. Seine Vorliebe für alte Filme und deren Schauspielerinnen sowie das Popsternchen Sandra mutet schon kurios an und manchmal dachte ich auch, er könnte ruhig etwas freundlicher zu Emmi sein. Dazu die Kommissare Tietje Schluff und der Österreicher Leopold Winkler, der ständig Redolfs Namen falsch wiedergibt. Schon an der Namenswahl der Charaktere kann man erahnen, daß Mirjam Wiesemann einen sehr humorvollen Krimi geschaffen hat. Trotzdem bleibt es auch spannend. Denn es gilt, den Mörder zu überführen und die Identität des jungen Mannes zu klären. Hier erlebt man so manche Überraschung. Die andere bewegende Frage lautet: Muß Pferd Eisbär wirklich verkauft werden oder darf er zur Freude von Redolf doch am Hof bleiben? In diesem Buch wird es auf keinen Fall langweilig - ganz im Gegenteil! Ich würde mich freuen, wenn Redolf und Emmi noch einige Fälle auspendeln dürften, denn ich hatte hier sehr viel Spaß!

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Manchmal trügt der schöne Schein

A Taste of Cornwall: Ein Löffel Glück
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Annabelle Scotts Stern am Modehimmel ist im Sinkflug. Deshalb bewirbt sie sich um den Job als Co-Moderatorin bei der Kochshow "Dining Delights". Dumm ist nur, daß sie so gar nicht kochen kann. Außerdem ...

Annabelle Scotts Stern am Modehimmel ist im Sinkflug. Deshalb bewirbt sie sich um den Job als Co-Moderatorin bei der Kochshow "Dining Delights". Dumm ist nur, daß sie so gar nicht kochen kann. Außerdem sollen die Dreharbeiten zur Show im kleinen Ort Port Haven an der Küste Cornwalls stattfinden - Annabelles Heimatort, den sie vor 20 Jahren fluchtartig verlassen hat. Sie müßte sich somit ihrer Vergangenheit stellen und alle Bekannte wiedersehen. Vor allen Dingen das Aufeinandertreffen mit ihrer Mutter bereitet Annabelle Bauchschmerzen. Und dann ist da auch noch der Fischer und Alpakazüchter Flynn, der Annabelle mehr als nur einen Schuh gestohlen hat!

Der zweite Teil der kleinen Serie "A taste of Cornwall" heißt "Ein Löffel Glück". Katharina Herzog kehrt in ihrem Roman zurück in den kleinen Ort Port Haven an der Küste Cornwalls. Diesmal geht es um das Model Annabelle. In ihrem Leben ist nichts mehr so perfekt, wie die Hochglanzfotos von ihr dem Betrachter vorgaukeln. Die Autorin räumt mit dem Glauben an das paradiesische Leben der Promis kräftig auf. Der ständige Druck im Rampenlicht zu stehen macht manchen zu schaffen. Echte Freunde findet man da wohl kaum. Das beweist Annabelles Geschichte, die Katharina Herzog sowohl mit Humor, aber auch eindringlich erzählt. Die Beschreibung der Landschaft Cornwalls beruhigt schon beim Lesen. Das verwundert es nicht, daß die Menschen, die dort leben, so entspannt und sympathisch sind. Das Buch erweckt fast so etwas wie Neid auf die Leute in Port Haven. Für die Leser bleibt nur, sich dorthin zu träumen!

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Etwas zu dick aufgetragen

Das Sturmhaus
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Im Jahr 1954 kauft Mila ein Haus in Cornwall. Dort will sie mit ihrer herrischen Mutter Magda und ihrer kleinen Tochter Janey ein neues Leben beginnen. Das Haus ist alt und renovierungsbedürftig. Schon ...

Im Jahr 1954 kauft Mila ein Haus in Cornwall. Dort will sie mit ihrer herrischen Mutter Magda und ihrer kleinen Tochter Janey ein neues Leben beginnen. Das Haus ist alt und renovierungsbedürftig. Schon bald bemerken die Frauen, daß sich auf ihrem Anwesen ein Fremder eingenistet hat. Er stellt sich als Jack Lord vor und vereinbart mit Mila, daß er ihr bei der Renovierung hilft. Verwundert beobachtet sie, daß die kleine Janey sofort Zutrauen zu dem Fremden faßt. Bei den Dorfbewohnern hält sich sehr hartnäckig das Gerücht, daß auf Milas Haus ein Fluch liegt, doch Genaueres will ihr keiner erzählen. Tatsächlich verhält Janey sich plötzlich ungewöhnlich und Mila hat das Gefühl, daß auch Jack ihr etwas verschweigt...

Jane Johnson verarbeitet in ihrem Roman "Das Sturmhaus" die uralten Sagen und Mythen ihrer Heimat Cornwall zu einer geheimnisvollen Geschichte. Sie beschreibt darin die unterschiedlichen Frauen so präzise, daß man die Stimmung zwischen ihnen knistern hört. Die unsichere Mila kämpft gegen ihre kalte Mutter und hat doch nur einen Wunsch: Ihre Zuneigung und Anerkennung. Dazwischen steht die kleine Janey, die mir manchmal ein bisschen zu selbstbewusst erscheint und etwas nervig wird. Die Handlung ist durch die alten Legenden spannend, obwohl die Autorin zum Ende hin etwas übertrieben hat. Zu viele haarsträubende Geschichten machen manchmal die Handlung unglaubwürdig. Weniger ist eben manchmal mehr!

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Veröffentlicht am 31.01.2026

20. Jubiläum

Ostfriesenerbe
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Radio Nordseewelle meldet den Fund zweier Frauenleichen - und Norden dreht durch! Da die Leichen im Teemuseum und im Krimimuseum gefunden wurden, ist schnell ein Name für den Mörder gefunden: Der Museumsmörder. ...

Radio Nordseewelle meldet den Fund zweier Frauenleichen - und Norden dreht durch! Da die Leichen im Teemuseum und im Krimimuseum gefunden wurden, ist schnell ein Name für den Mörder gefunden: Der Museumsmörder. Beide Frauen waren Erben eines beträchtlichen Vermögens. Jedoch hatte das letzte Mordopfer den Zugang zum Schatz an Ann Kathrin Klaasen übergeben, die nun selbst in Lebensgefahr schwebt!

Mit "Ostfriesenerbe" feiert Klaus-Peter Wolf nun das 20. Jubiläum dieser herausragenden Serie. Die Qualität hat im Laufe der Jahre überhaupt nicht gelitten! Es ist spannend wie eh und je. Die Charaktere der Norder Dienststelle sind mir mittlerweile so vertraut, daß ich mich jedesmal freue, wieder an ihrer Seite ermitteln zu dürfen. Privates und Kriminalfall sind hier sehr ausgewogen und das Private macht die Charaktere sehr sympathisch. Sie werden lebendig, wirken glaubwürdig und gehören zu dieser Serie wie Marzipan von Café ten Café. Auch das Cafe und sein Besitzer spielen hier wieder eine Rolle, genau wie andere real existierende Örtlichkeiten in Norden. Dies macht für mich den Reiz dieser Serie aus - sie spielt nicht an einem Fantasieort, sondern dort, wo ich mich ebenfalls sehr gut auskenne. Der Wiedererkennungswert ist immer sehr hoch. Einziger Wermutstropfen war für mich diesmal die Begegnung mit Dr. Sommerfeld, den ich bereits in seiner eigenen Serie sehr unsympathisch finde. Zum Glück war es nur ein kurzes Gastspiel von ihm! Auch wenn dieses Buch über eine ordentliche Seitenanzahl verfügt, hatte ich es im Nu ausgelesen, was natürlich an der Spannung lag, aber auch an dem eingängigen Schreibstil von Klaus-Peter Wolf! Ich kann nur noch sagen: Herr Wolf, auf die nächsten zehn Bände! Damit auch das 30. Jubiläum gefeiert werden kann! Ich wäre jedenfalls sehr gern dabei!

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Zum Schluß wird es skurril

Die Besucher
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Eve und ihre Lebensgefährtin Charlie haben ein altes, einsam gelegenes und renovierungsbedürftiges Haus gekauft. Eines Abends, als Eve allein im Haus ist, klingelt es und ein Mann mit seiner Frau und den ...

Eve und ihre Lebensgefährtin Charlie haben ein altes, einsam gelegenes und renovierungsbedürftiges Haus gekauft. Eines Abends, als Eve allein im Haus ist, klingelt es und ein Mann mit seiner Frau und den drei Kindern steht vor der Tür und bittet darum, daß sie sich im Haus umsehen dürfen. Er hätte in seiner Kindheit dort gewohnt. Nach einigem zögern gibt Eve der Bitte nach. Sie ahnt nicht, was sie damit herauf beschwört!

"Die Besucher" von Marcus Kliewer hat mich zunächst begeistert. Die Handlung rund um die aufdringliche Familie ist durchaus spannend. Man fragt sich genau wie Eve, wann sie endlich wieder gehen. Die Spannung wird jedoch leider immer wieder durch Einschübe von Dokumenten unterbrochen, die bei mir Langeweile erzeugten. Auch die Charaktere blieben mir fremd. Eve war mir zu naiv, die Familie zu aufdringlich und dreist und Charlie war kaum anwesend. Spannende Details flackern immer wieder auf, wenn sich im Haus etwas unnatürlich verändert. Dies ist gruselig, ebenso wie die ständigen Geräusche und der Mann im alten Haus. Bei ihm hat mich gestört, daß seine Erscheinung nie aufgeklärt wurde. Dies ist auch nicht die einzige Frage, die offen blieb, was mich am Ende gestört hat. Überhaupt fand ich das Ende sehr skurril und nicht zufriedenstellend. Es blieben zu viele Fragen offen. Mich hätte da noch so einiges interessiert. Insgesamt kann man das Buch gut lesen, wenn man sich nicht daran stört, daß zum Schluß noch viele Fragezeichen übrig bleiben.

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