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Veröffentlicht am 18.01.2022

Was auch immer nötig ist...

Kaleidra - Wer die Liebe entfesselt
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"Für dich hätte ich nicht nur meine Meinung, sondern die ganze verdammte Welt geändert."

Nach dem heftigen Plottwist aus Band 2 war ich nun wirklich gespannt, was in Band 3 passieren würde - und weiß ...

"Für dich hätte ich nicht nur meine Meinung, sondern die ganze verdammte Welt geändert."

Nach dem heftigen Plottwist aus Band 2 war ich nun wirklich gespannt, was in Band 3 passieren würde - und weiß immer noch nicht, ob ich mehr überrascht oder mehr enttäuscht wurde. Fakt ist, es war anders als erwartet.

"Wer die Liebe entfesselt" beinhaltet wesentlich mehr Handlung und unerwartete Wendungen als die Bände davor. Das hat natürlich auch Vor- und Nachteile mit sich gebracht. Für diese doch hohe Anzahl war das Buch nämlich fast zu kurz. Einige Szenen wurden zu schnell abgehandelt, die wesentlich mehr Raum gebraucht hätten, während andere wiederum viel zu lang gezogen waren. Das Buch war deshalb keineswegs langweilig oder verwirrend. Im Gegensatz zu den Bänden davor wurde hier wirklich viel erklärt und aufgelöst - was man vom dritten und letzten Band auch erwarten kann. Auch deshalb habe ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen, weil immer wieder etwas Unvorhergesehenes passiert ist, zu dem ich unbedingt mehr wissen musste!

Zwei weitere, ebenso kleinere Kritikpunkte: 1. Emilia bekommt in diesem Band erneut überdeutlich die Rolle der Superheldin. Sie löst jedes Rätsel, ist quasi unbesiegbar und ist natürlich nicht einfach nur die Tochter von normalen Menschen. Das war mir too much. Sie ist in Begleitung mehrerer unheimlich intelligenter Charaktere, die so viel länger als sie mit dem Alchemistenkram zu tun haben, die spezialisiert sind in Kampf, Forschung und Magie, aber Emilia stellt sie alle in den Schatten. 2. Die Beziehung zwischen ihr und Ben kommt in diesem Buch viel zu kurz. Bis auf einzelne Momente hat sie überhaupt keine Rolle gespielt und die Chemie war für mich irgendwie weg. In den ersten beiden Bänden habe ich da so mitgefiebert, dass ich hier einfach enttäuscht wurde.

Nichtsdestotrotz empfand ich diesen letzten Band als würdig für den Abschluss der Reihe. Der Leser wurde endlich erleuchtet, es gab viel Action, das Comeback einiger Charaktere und ein emotionales Happy End. Zu dem Zeitpunkt hat sich dann auch der Titel des Buches eingefügt und erklärt, eine wunderbare Wahl! Auch der Humor konnte mich wieder ganz abholen, die Schlagabtausche zwischen Emilia und Ben haben mich regelmäßig zum Lachen gebracht! Und dann gab es noch ein neues Couple, das sich bisher schon angebahnt, ich aber gar nicht auf dem Schirm hatte. Ich habe es geliebt, die beiden passen hervorragend zusammen! Ich werde die Reihe definitiv vermissen, die Idee mit der Alchemie, die wundervollen Charaktere und die unglaublich hübschen Cover sind mir sehr ans Herz gewachsen. "Kaleidra" erzählt von Mut, Freundschaft, Liebe, Magie und so vielem mehr, dass ich die Reihe nur jedem ans Herz legen kann. "Wer die Liebe entfesselt" erhält von mir abschließend 4/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.01.2022

Über die Last der Vergangenheit.

Wir zwei in diesem Augenblick
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"Manche Dinge bleiben besser unausgesprochen, manche Geheimnisse besser unangetastet, aber wie hätten wir ahnen können, was unsere scheinbar harmlosen Worte anrichten würden. Woher hätten wir es auch wissen ...

"Manche Dinge bleiben besser unausgesprochen, manche Geheimnisse besser unangetastet, aber wie hätten wir ahnen können, was unsere scheinbar harmlosen Worte anrichten würden. Woher hätten wir es auch wissen sollen?"

Wie schon aus dem Klappentext ersichtlich, gibt es in dieser Geschichte zwei Zeitstränge - einen, der um 1990 spielt und von Martin, Friederike, Charlotte und Thomas handelt, und den in der Gegenwart um Max und Anna. Wie mir als Leser von Anfang an klar war, sind diese zwei Handlungsstränge und die Personen verbunden - ich hatte auch nach wenigen Hinweisen meine Vermutungen, wer wohin gehört und wer wer ist, aber beim alles entscheidenden Ereignis habe ich mich getäuscht; und das ist auch gut so! Zum einen wäre die Story dadurch ziemlich dumpf und vorhersehbar gewesen, zum anderen hat mich die Erkenntnis ziemlich mitgenommen.

Das war wirklich ein großer Hauptpunkt des Buches - ein Spiel mit dem Herz des Lesers... Puh, meins zerreißt aufs Neue, wenn ich nur daran denke... Die Geschichte ist unglaublich emotional, Verlust und Schmerz spielen eine emorm große Rolle. Jeder Charakter hat damit in irgendeiner Form zu kämpfen, und die Schicksalsschläge haben auch mich definitiv nicht kalt gelassen. Es war fast etwas deprimierend und hoffnungslos, wie die Vergangenheit nach mehr als 10 Jahren noch so eine große Rolle gespielt hat, wie die Personen nicht davon losgekommen sind, was damals geschah. Wäre das Ende des Buches nicht gewesen, das Mut und einen Neuanfang verspricht, wäre mein Herz wohl dauerhaft gebrochen gewesen. Das Buch ist also definitv nichts für schwache Nerven, macht euch auf eine Achterbahn der Gefühle gefasst!

Die Handlung an sich ist gar nicht so umfassend, aber durch die vielen Gefühle, die zwei Zeitstränge und 4 (?) verschiedenen Erzählperspektiven erscheint das gar nicht so. Es hat mir sehr gefallen, die unterschiedlichen Sichtweisen und dazugehörigen Motive kennenzulernen, auch wenn ich diese manchmal nicht nachvollziehen konnte (Warum habt ihr das getaaaan??). So ganz warm geworden bin ich mit den Charakteren nicht, sie waren mir teilweise zu sehr auf eine Charakteristik ihrer Persönlichkeit geformt, die ich nicht besonders leiden konnte. Das Ende, wo es gefühlstechnisch endlich in eine positive Richtung ging, war mir dann zu schnell dahingeschrieben, während andere Kapitel voller düsterer Emotionen zu gestreckt waren. Da hätte ich mir einen hoffnungsvolleren Ausgleich gewünscht.

"Wir zwei in diesem Augenblick" konnte mich mit den Emotionen und der unfassbar traurigen, aber wundervollen Handlung jedoch definitiv überzeugen und erhält von mir 4,5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 06.01.2022

Wer ist man noch nach dem Tod eines geliebten Menschen?

Du hast gesagt, es ist für immer
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"Irgendwann - und das sage ich jetzt aus Erfahrung - wirst du damit beginnen, ein neues Haus in den Ruinen des alten zu errichten. Du wirst es merken, wenn du soweit bist."

Dieses Buch hat mich mitten ...

"Irgendwann - und das sage ich jetzt aus Erfahrung - wirst du damit beginnen, ein neues Haus in den Ruinen des alten zu errichten. Du wirst es merken, wenn du soweit bist."

Dieses Buch hat mich mitten ins Herz getroffen. Das Buch startet mit dem Abschiedsbrief von Ben an Anna, bevor er Suizid begeht. Von da an wusste ich schon, dass mich das Buch emotional mitnehmen wird. Annas Verlust und Schmerz sind von Anfang an so präsent, so stark, dass ich mich selber gefühlt habe, als hätte ich eine geliebte Person verloren. Selbst während des Segeltrips und mit Keanes Begleitung schweifen ihre Gedanken immer wieder zurück zu Ben, zu gemeinsamen Erinnerungen, dass mir das Herz schwer geworden ist. Doch nach und nach lernt sie, damit umzugehen, was ich unglaublich stark von ihr fand. Ihre Charakterentwicklung war hervorragend aufgebaut, es gab einen Wendepunkt, wo man genau gemerkt hat, dass Anna nun mehr in die Zukunft statt in die Vergangenheit blicken wird. Keane unterstützt sie dabei, aber letztendlich ist es Anna, die nur sich selbst braucht, um selber stark zu sein.

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden war genauso emotional wie die anderen Bereiche des Buches. Gerade nach dem Verlust einer geliebten Person fragt man sich, ob man sich überhaupt jemals wieder verlieben kann - und ob man das darf. Ist das kein Seitenhieb gegen den verstorbenen Partner? Ist da noch Platz im Herzen? Hält man das aus? Trish Doller geht mit diesem Thema so behutsam um, setzt Gedankenanstöße für den Leser und sorgt dafür, dass sich die Charaktere treu bleiben. Ich habe es so geliebt.

Der Segeltrip tut dazu sein übrigens und war auch einer der Hauptgründe, warum ich dieses Buch lesen wollte. Es könnte fast ein Reiseroman sein, so detailliert werden Segelabläufe, Ausrüstung und Routen beschrieben. Die vielen Bekanntschaften mit anderen Seglern und hilfsbereiten Menschen, mit traumhaften Inseln als Setting und dem Meer als roter Faden haben sich fast wie Urlaub angefühlt. Auch wenn ich selber nie segeln war, hat das Buch in mir nun das Bedürfnis erweckt, dies dringend nachzuholen! Der Schreibstil war so flüssig, ausführlich und emotional, dass es sich wirklich angefühlt hat, als wäre man mittendrin.

"Du hast gesagt, es ist für immer" behandelt unheimlich wichtige und tiefe Themen wie Verlust, Schmerz, Neuanfang und Heilung. Gepaart mit diesen wunderbaren Segelerlebnissen kann ich das Buch nur jedem empfehlen und vergebe 5/5 Sterne!

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Veröffentlicht am 06.01.2022

Was Worte für Schaden anrichten können...

The Sky in your Eyes
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"Ich drehe mich um und gehe. Gehe einfach weg. Weil ich das kann. Ich werde einen Weg finden, mich selbst zu heilen."

Es ist schon eine Tage her, seit ich das Buch gelesen habe, und es taucht trotzdem ...

"Ich drehe mich um und gehe. Gehe einfach weg. Weil ich das kann. Ich werde einen Weg finden, mich selbst zu heilen."

Es ist schon eine Tage her, seit ich das Buch gelesen habe, und es taucht trotzdem noch immer wieder in meinen Gedanken auf. Elín und ihre Geschichte über Bodyshaming, Selbstzweifel und einen toxischen Ex. Elín und ihre Geschichte über Selbstfindung, Stärke und Liebe.

Sie und Jón haben bei mir einen ganz besonderen Eindruck hinterlassen, weil sie als Charaktere so authentisch und vielschichtig waren. Beide haben ihre Ängste und Zweifel - Elín leidet unter den traumatisierenden Beleidigungen ihres Exfreundes, Jón fürchtet sich vor erneuter Kritik, sollte er seine Leidenschaft, die Fotografie, wieder veröffentlichen - können diese aber gemeinsam überwinden. Natürlich geschieht dies nicht von einem Tag auf den nächsten, so dass Elíns negative Gedankenspirale über ihr Gewicht im Buch sehr präsent ist. Es zeigt wieder einmal, wie verletzend Worte sein können. Umso kraftvoller war es dann zu lesen, wie Elín sich durch Jóns Liebe angefangen hat, selber zu lieben. Diese Charakterentwicklung trotzte nur so von Stärke und Mut, dass ich fast weinen musste.

Als ganz besonderer Bonus spielt die Geschichte im Süden Islands, was durch die eindrucksvollen Beschreibungen und Bilder in der Klappenbroschur nun definitiv auf meiner Reisewunschliste nach oben gerutscht ist! Kira Mohn versteht es wieder wunderbar, die Szenerie so darzustellen, dass man sie vor seinem inneren Auge sehen kann. Ich bin hin und weg!

Die Handlung an sich ist nicht besonders dramatisch, beinhaltet dafür aber die Auf und Abs des Alltags, Vorurteile und menschliche Abgründe, was für eine gewisse Schwere besonders in der ersten Hälfte des Buches sorgt. Das Thema Bodyshaming tut ihr übriges, so dass ich eine Triggerwarnung definitiv für angebracht halten würde.

Das ganze Buch ist nichtsdestotrotz unheimlich sensibel geschrieben, bei einem Thema, was noch viel deutlicher in unserer Gesellschaft angesprochen werden sollte. Ich denke, dass dieses Buch da definitiv einen wertvollen Beitrag zu geleistet hat, und kann es nur jedem empfehlen. "The Sky in your Eyes" erhält von mir 4,5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 06.01.2022

Wenn der Hamouli und sein Mepp kommen...

Weihnachten auf der Lindwurmfeste
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"Ich kann mit [Lindwurmmusik] nur Verlust, Konkurs, Tod, Verzweiflung und Zurückweisung assoziieren, bestenfalls noch Weltschmerz, dicht an der klinischen Depression vorbei."

Ich habe von diesem Briefroman ...

"Ich kann mit [Lindwurmmusik] nur Verlust, Konkurs, Tod, Verzweiflung und Zurückweisung assoziieren, bestenfalls noch Weltschmerz, dicht an der klinischen Depression vorbei."

Ich habe von diesem Briefroman aufgrund der bisherigen Rezensionen nicht allzu viel erwartet und konnte somit nicht enttäuscht werden. Man erfährt hier, wie Hamoulimepp (unser Weihnachten) auf der Lindwurmfeste gefeiert wird - was es für Essen gibt, welche Traditionen, wie das Ganze entstanden ist. An sich klingt das eher nach einem Sachbuch zu Zamonien, der interessante Part liegt aber im Verfasser des Briefes - Hildegunst von Mythenmetz, der Hamoulimepp bis auf den Tod nicht ausstehen kann. Seine Erzählweise trieft dabei nur so von Sarkasmus und Verachtung, dass sich das Buch unheimlich witzig liest - ich musste mehr als einmal laut lachen, was ich so gar nicht erwartet hatte! Die fragwürdigen Traditionen auf der Lindwurmfeste, gepaart mit Mythemetz' Abneigung, ergeben eine sehr humorvolle Kombination, die ich gerne gelesen habe. Wer hier jedoch nach Handlung oder Spannung sucht, kann dies lange tun. Die Illustrationen sind wieder sehr kreativ und farbenfroh, wodurch man sich eine verrückten Erzählungen viel besser vorstellen kann.

"Weihnachten auf der Lindwurmfeste" ist ein witziges, kurzes Buch für Zwischendurch und bekommt von mir 3/5 Sterne.

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