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Veröffentlicht am 19.10.2018

Erfrischend anders

Der letzte Sterz
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Buchmeinung zu Günther Pfeifer – Der letzte Sterz

„Der letzte Sterz“ ist ein Kriminalroman von Günther Pfeifer, der 2018 im Emons Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Günther Pfeifer wurde in Hollabrunn ...

Buchmeinung zu Günther Pfeifer – Der letzte Sterz

„Der letzte Sterz“ ist ein Kriminalroman von Günther Pfeifer, der 2018 im Emons Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Günther Pfeifer wurde in Hollabrunn (Niederösterreich) geboren, lernte ein Handwerk und war jahrelang Berufssoldat. Seit seinem Wechsel in die Privatwirtschaft arbeitet er im Ein- und Verkauf. Er schreibt für Magazine, außerdem Theaterstücke und Kriminalromane. Günther Pfeifer lebt in Grund, einem kleinen Dorf im Weinviertel.

Klappentext:
'Nicht Johann sollst du ehren, sondern Leuthold!' – Eigentlich ein schöner Satz. Aber mit Blut auf einen Sockel geschmiert wirkt er gleich etwas weniger schön. Und wenn auf dem Sockel statt der Statue des Erzherzogs Johann eine künstlerisch fragwürdige Betonfigur steht, ist das überhaupt nicht mehr schön. Und wenn in dieser Figur die Leiche eines Mannes steckt, dann gefriert einem leicht das Blut in den Adern. Hawelka und Schierhuber ermitteln und müssen bald auf einer steirischen 'Huabm' um ihr eigenes Leben fürchten.

Meine Meinung:
Dieses Buch besticht durch die schillernden Figuren und die humorvolle Herangehensweise. Hawelka betrachtet die Welt oft aus einem philosophischen Blickwinkel, während Schierhuber eher einen praktischen Ansatz bevorzugt. Während Hawelka grübelt, wie er an Informationen kommen soll, geht Schierhuber in die einheimische Abteilung des Gasthauses und trinkt mit diesen. Ich mochte die beiden Ermittler von Anfang an, auch wenn ihre Beschreibung schon manchmal etwas überzeichnet, zuweilen sogar comicartig erfolgte. Wichtige Unterstützung erfahren die beiden aus dem Informationsbüro, wobei auch private Infos ausgetauscht werden. Für mich wurden die Ermittler aber noch durch den Kommunisten getoppt. Dieser Mann ist ein begehrter Handwerker mit kommunistisch geprägten Ansichten. Er hat ein wunderbares Talent zur andersseitigen Darstellung der Geschehnisse. Seine Sicht wirkt fundiert aus der Perspektive des Gemeinwohls. So gibt es viele Lacher, aber die können auch schon mal im Hals stecken bleiben. Mit den Figuren und dem Stil der Erzählung kann der Kriminalfall nicht mithalten. Es gibt wundervolle Sprachbilder zu bestaunen, wenn z. B. das Russlandtief durch die Landschaft tanzt. Es gibt auch einige Sätze im steirischen Dialekt, die aber im Zusammenhang verständlich waren. Auch der Unwillen der Steirer mit den Hauptstädtern zusammen zu arbeiten wird thematisiert. Dabei sind die beiden Protagonisten keineswegs unfehlbar, aber Kommissar Zufall und das Informationsbüro helfen im Fall der Fälle.

Fazit:
Diese Krimigroteske glänzt durch beißenden Humor und einen gelungenen Mix an Figuren. Der Kriminalfall bleibt dabei weitgehend auf der Strecke, aber trotz humorigen Grundtons werden auch ernste Themen angesprochen. Manchmal etwas überzogen aber erfrischend anders. Ich vergebe vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für alle aus, für die es nicht bierernst zugehen muss.

Veröffentlicht am 16.10.2018

Im Schatten von Sherlock Holmes

Arrowood - In den Gassen von London
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Buchmeinung zu Mick Finlay – Arrowood – In den Gassen von London

„Arrowood – In den Gassen von London“ ist ein Historischer Kriminalroman von Mick Finlay, der 2018 bei HarperCollins in der Übersetzung ...

Buchmeinung zu Mick Finlay – Arrowood – In den Gassen von London

„Arrowood – In den Gassen von London“ ist ein Historischer Kriminalroman von Mick Finlay, der 2018 bei HarperCollins in der Übersetzung von Kerstin Fricke erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet „Arrowood“ und ist 2017 erschienen.

Zum Autor:
Mick Finlay wurde in Glasgow geboren und verbrachte seine Kindheit in Kanada und England. Er arbeitete als Marktverkäufer in der Portobello Road, in einem Wanderzirkus, als Schlachtergehilfe, als Portier und in verschiedenen Positionen im Gesundheits- und Sozialdienst. Mittlerweile lehrt er an einer Psychologischen Fakultät und lebt mit seiner Familie in Brighton.

Klappentext:
Privatdetektiv William Arrowood ist ein Mann vieler Talente – und einiger Laster. Die Tagelöhner und Straßenmädchen im armen South London können sich keinen besseren Detektiv leisten und kommen daher mit allen Anliegen zu ihm. Voller Verachtung und Neid blickt er über die Themse auf seinen bekannten Kollegen Sherlock Holmes und dessen betuchte Klientel.
Auch Arrowoods neuester Fall scheint nicht geeignet zu sein, ihn berühmt zu machen: Eine junge Französin bittet darum, ihren verschwundenen Bruder aufzuspüren. Doch hinter dem simplen Auftrag verbergen sich weit mehr Geheimnisse und Leichen, als Arrowood für möglich hielt. Und so führen ihn seine Ermittlungen von den Tiefen der Londoner Unterwelt bis in höchste Regierungskreise …

Meine Meinung:
Dieses Buch besticht durch die ungewohnt „schmutzigen“ Figuren, selbst die Ermittler sind nur etwas heller als die Verbrecher. Die Geschichte spielt in weiten Teilen in den ärmeren Gegenden Londons und die Schilderung der Verhältnisse kennt keine Zurückhaltung. So liegt eine trübe Atmosphäre in der Luft und man spürt, wie schwer es vielen Menschen fällt, nicht jede Hoffnung zu verlieren. Dazu kommt, dass eigentlich jeder nicht die Wahrheit sagt. Auch Gewalt ist allgegenwärtig und spielt öfters eine Rolle. Arrowood ist ein Ermittler der Armen und bekommt regelrecht Unwohlsein, wenn er von den Erfolgen eines gewissen Sherlock Holmes hört. Es bereitet ihm Genugtuung, wenn es ihm gelingt, diese Erfolge als Aneinanderreihung glücklicher Zufälle darzustellen. Eine wesentliche Rolle bei den Ermittlungen spielt Barnett, der Assistent Arrowoods. Er agiert im Stil eines Archie Goodwins und ist für die Laufarbeiten zuständig. Weitere Unterstützung erfährt Arrowood durch seine Schwester Ettie und den Strassenjungen Neddy. Arrowood überzeugt nicht durch seine Genialität, wohl aber durch seine Hartnäckigkeit und Ausdauer. Er lässt sich nicht einschüchtern und gibt sein Bestes. So legt er sich auch mit dem SIB, einer Polizeieinheit gegen irische Terroristen, an. Die Polizei spielt keine besonders glückliche Rolle und es bedarf glücklicher Umstände für die ermittelnden Figuren. Gerade wegen ihrer Unvollkommenheit fiebert man mit den Figuren mit und hofft, dass sie zumindest überleben, wenn sie schon nicht zu strahlenden Helden werden.
Die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit spielen eine Rolle und das Fehlen eines Glossars fiel mir unangenehm auf. Die Geschichte der Ferniers war mir vollkommen unbekannt. Auch die Gewaltanwendung war sehr intensiv und hat bei den Figuren Spuren hinterlassen. Doch insgesamt überwiegen die positiven Aspekte. Die Geschichte war spannend, enthielt etliche humorvolle Stellen und die Figuren mit ihren vielen Grautönen sind gut gelungen. Auch die Atmosphäre war dunkel, aber glaubhaft.

Fazit:
Ein Historischer Roman mit einigen Schwächen, der aber vor allem mit der Atmosphäre und der sehr gelungenen Figurenzeichnung punktet. Von mir gibt es deshalb vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und eine klare Leseempfehlung für alle, die es etwas härter mögen.

Veröffentlicht am 21.09.2018

Fünf Teile ergeben ein stimmiges Ganzes

Land im Sturm
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Buchmeinung zu Ulf Schiewe – Land im Sturm

„Land im Sturm“ ist ein Historicher Roman von Ulf Schiewe, der 2018 bei Lübbe erschienen ist.

Zum Autor:
Ulf Schiewe wurde 1947 geboren. Er begann seine Berufskarriere ...

Buchmeinung zu Ulf Schiewe – Land im Sturm

„Land im Sturm“ ist ein Historicher Roman von Ulf Schiewe, der 2018 bei Lübbe erschienen ist.

Zum Autor:
Ulf Schiewe wurde 1947 geboren. Er begann seine Berufskarriere als Software-Entwickler und war später in mehreren europäischen Ländern als Marketingmanager internationaler Softwarehersteller tätig. Ulf Schiewe war schon immer eine Leseratte, den spannende Geschichten in exotischer Umgebung faszinierten. Im Laufe der Jahre wuchs der Wunsch, selbst historische Romane zu schreiben. So entstand »Der Bastard von Tolosa«, sein erster Roman, dem inzwischen eine ganze Reihe weiterer, gut recherchierter und vor allem spannender Abenteuerromane folgten. Ulf Schiewe ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und lebt in München.

Klappentext:
Bayern, AD 995: Weil er zu Unrecht eines Verbrechens beschuldigt wird, flieht der junge Schmied Arnulf vor seinen Verfolgern über die Berge. Mitten im Wald trifft er auf Hedwig, die von feindlichen Ungarn verschleppt wurde, aber entkommen konnte. Gemeinsam wandern sie nach Augsburg, wo sie in die Ereignisse um die große Ungarnschlacht König Ottos verwickelt werden. Dabei verlieben sie sich - und legen den Grundstein einer Familie, deren Nachkommen durch manchen Sturm gehen müssen, bevor sie fast tausend Jahre später die Staatsgründung des Deutschen Reiches miterleben ...

Meine Meinung:
Dieses Buch beschreibt fünf Episoden der deutschen Geschichte aus der Sicht kleiner Leute.
Es beginnt mit der Abwehr der Ungarnraubzüge, dann der Kreuzzug gegen die Wenden, eine Episode aus dem 30-jährigen Krieg, eine Geschichte zum Zeitpunkt der Völkerschlacht zu Leipzig und dann die Revolution von 1848 im Berlin Preußens. In jedem Abschnitt wird die Geschichte aus der Sicht eines Beteiligten erzählt. Sie ist als Abenteuer- oder Liebesgeschichte angelegt und behandelt schwerpunktmäßig das Leben und Empfinden von Personen aus dem Mittelstand, wie man heute sagen würde. In die Erzählung sind historische Vorgänge und Entwicklungen eingebunden, vorrangig wird aber das Leben in der jeweiligen Zeit beschrieben. So wird an den jeweiligen Protagonisten die Entwicklung der Menschen deutlich. Der Autor legt Wert auf das Denken der Leute und berücksichtigt gesellschaftliche Entwicklungen. Vor allem aber sind die fünf Episoden spannende Abenteuer- oder Liebesgeschichten. Die Protagonisten sind allesamt Sympathieträger, auch oder gerade weil sie vielleicht die ein oder andere Schwäche haben. In Anbetracht der Kürze der einzelnen Abschnitte ist die Figurenzeichnung gelungen und auch die Besonderheiten der jeweiligen Zeit sind deutlich hervorgehoben worden. Sehr schön sieht man dies beispielsweise an der Entwicklung der Frauenrollen. Es gelingt dem Autor jedes Mal, die Atmosphäre der Zeit lebendig werden zu lassen und dazu eine spannende Handlung zu entwerfen. Man fieberte mit den Guten, auch wenn nicht alles glücklich endete – aber auch das ist Geschichte.

Fazit:
Die einzelnen Geschichten haben mir durch die Bank gefallen und auch die Atmosphäre wurde gut getroffen. Mich hat das Werk von Anfang bis Ende gefangen genommen und ich vergebe gerne fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten). Dazu kommt eine uneingeschränkte Leseempfehlung für die Freunde historischer Romane.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Abenteuer
  • Geschichte
  • Spannungsbogen
  • Thema
Veröffentlicht am 15.09.2018

Heiterer Unterhaltungsroman mit nachdenklich stimmenden Elementen

Das Leben fällt, wohin es will
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Buchmeinung zu Petra Hülsmann – Das Leben fällt, wohin es will

„Das Leben fällt, wohin es will“ ist ein Roman von Petra Hülsmann, der 2017 bei Lübbe Audio als ungekürztes Hörbuch erschienen ist. Das Buch ...

Buchmeinung zu Petra Hülsmann – Das Leben fällt, wohin es will

„Das Leben fällt, wohin es will“ ist ein Roman von Petra Hülsmann, der 2017 bei Lübbe Audio als ungekürztes Hörbuch erschienen ist. Das Buch wird vonYara Blümel gesprochen.

Zum Autor:
Petra Hülsmann, Jahrgang 1976, wuchs in einer niedersächsischen Kleinstadt auf. Nach einem erfolgreich abgebrochenen Studium der Germanistik und Kulturwissenschaft arbeitete sie in Anwaltskanzleien und reiste sechs Monate lang mit Mann und Rucksack durch Südostasien, bevor sie mit ihren Romanen ‘Hummeln im Herzen’, ‘Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen’ und 'Glück ist, wenn man trotzdem liebt' die Bestsellerlisten stürmte.
Petra Hülsmann lebt in ihrer Lieblingsstadt Hamburg.

Klappentext:
Oft liegt das Glück ganz nahe - man muss nur genau hinschauen...
Party, Spaß und Freiheit - das ist für Marie das Allerwichtigste, und sie liebt ihr sorgenfreies Dasein. Das ändert sich jedoch schlagartig, als ihre Schwester Christine schwer erkrankt und sie darum bittet, sich während der Behandlung um ihre Kinder zu kümmern. Und nicht nur das - Marie soll auch noch Christines Posten in der familieneigenen Werft für Segelboote übernehmen.
Da hat sie ja mal so überhaupt keinen Bock drauf, und auf ihren neuen "Chef", den oberspießigen Daniel, erst recht nicht. Während Marie von einem Chaos ins nächste stolpert, wird ihr jedoch klar, dass es Dinge im Leben gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt. Und dass manches einen ausgerechnet dann erwischt, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann...

Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus der Sicht der Hauptfigur Marie Ahrens erzählt. Dadurch lernen wir auch ihre Gedanken und Gefühle kennen. Sie gibt sich den Freuden des Lebens hin und hat sich von ihrer Familie abgekapselt. Sie wird von ihrer Familie zwangsverpflichtet als ihre Schwester sich einer Chemotherapie unterziehen muss. Erst eher lustlos, dann mit immer mehr Einsatz widmet sie sich ihren neuen Aufgaben.
Marie ist sehr sympathisch und strengt sich an, obwohl ihr ganzes Leben umgekrempelt wird. Und diesen Daniel, der nun wirklich gut aussieht, den will sie schon gar nicht. Es kommt, wie es kommen muss, aber der Weg dahin ist mit vielen Hindernissen gepflastert. Der Autorin gelingt es wunderbar, nachdenklich stimmende Elemente in die Handlung einzubeziehen. Generell ist die Stimmung aber positiv und lebensbejahend. Das Tempo ist hoch und Marie stellt sich nicht immer glücklich an. Man erfährt im Laufe der Geschichte, dass auch im Leben Maries nicht immer eitel Sonnenschein war, aber wozu gibt es Freunde und diesen Daniel.
Die Erzählung ist humorvoll und der Leser spürt die Liebe der Autorin zu Hamburg und seinen Typen. Wirte und Taxifahrer glänzen mit flotten Sprochen und aufmunternden Verhalten. Die Entwicklung der Beziehungen Maries zu Daniel und ihrer Familie sind spannend zu verfolgen und bieten die ein oder andere Überraschung. Besonders gefallen haben mir die eher ruhigen Abschnitte. Die Figuren sind nicht nur schwarz weiß gezeichnet, sondern sie verfügen durchaus über Grautöne. Das Ende ist vorhersehbar, aber ich wäre auch enttäuscht gewesen, wenn es grundlegend anders ausgefallen wäre.

Sprecher:
Yara Blümel überzeugt durch einen gekonnten und professionellen Vortrag.

Fazit:
Mir hat dieses Buch gefallen, auch wenn das Ende vorhersehbar ist. Figuren und Handlung haben mich positiv überrascht und haben mich für viele Stunden gefangen genommen. So vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung für die Freunde heiterer und unterhaltsamer Romane aus.

Veröffentlicht am 11.09.2018

Spannend und informativ

Das Herz des Löwen
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Buchmeinung zu Mac P. Lorne – Das Herz des Löwen

„Das Herz des Löwen“ ist ein historischer Roman von Mac P. Lorne, der 2018 bei Knaur TB erschienen ist. Dies ist der zweite Band in der Serie um Robin ...

Buchmeinung zu Mac P. Lorne – Das Herz des Löwen

„Das Herz des Löwen“ ist ein historischer Roman von Mac P. Lorne, der 2018 bei Knaur TB erschienen ist. Dies ist der zweite Band in der Serie um Robin Hood.

Zum Autor:
Mac P. Lorne ist Jahrgang 1957.
Aufgewachsen in der ehemaligen DDR studierte er aus politischen Gründen statt Geschichte und Literatur Veterinärmedizin.
Im Frühjahr 1988 gelang ihm die Flucht in die Bundesrepublik.
Gemeinsam mit seiner Familie baute er einen Reit-und Zuchtbetrieb in Bayern auf, aus dem sich auch Olympiareiter ihren Nachwuchs sicherten.
Heute lebt er zu Füßen einer mittelalterlichen Burg in einem der größten Waldgebiete Europas.
Er ist Co-Autor mehrerer Fach- und Sachbücher aus den Gebieten Veterinärmedizin und Pferdezucht.
Englische Geschichte ist die große Leidenschaft des Autors und seine Romanreihe rund um Robin Hood begeistert zahlreiche Leserinnen und Leser.

Klappentext:
England 1189 - Im Sherwood Forest begegnen sich zwei Männer, deren Schicksal auf viele Jahre eng miteinander verbunden sein wird: Robert von Loxley, genannt Robin Hood, und Richard I., der zukünftige König von England.
Um Begnadigung zu erlangen, begleiten die Geächteten den König auf seinen Kreuzzug ins Heilige Land. Als Robin und seine Gefährten nach harten Kämpfen, Hunger und Meuterei endlich nach England zurückkehren, finden sie leider keinen Frieden. Ein immenses Lösegeld wird für den in Gefangenschaft geratenen König gefordert und nicht jeder ist bereit, dafür zu bezahlen.
Noch einmal müssen Robin Hood und seine Gefährten einen weiten und gefahrvollen Weg gehen, der sie bis tief in das Deutsche Reich hinein führt…

Meine Meinung:
Dieses Buch beschreibt die gemeinsame Zeit von Robin Hood und Richard Löwenherz. Geprägt wird diese Beziehung von Freundschaft, gegenseitigem Vertrauen, aber auch von kleineren Konflikten. Das Bild von Richard Löwenherz ist nicht eindeutig, einerseits ist er ein großer Krieger und ein Mensch mit vernünftigen Anschauungen, aber andererseits mutiert er auch zum Monster, das rücksichtslos vorgeht und auch zu grausamsten Handlungen fähig ist. Robin und Richard haben es mit diversen Gegenspielern zu tun, die bis auf Saladin fast nur eine dunkle Seite zeigen. Saladin und Richard scheinen Brüder im Geiste zu sein, sowohl was positive als auch negative Eigenschaften betrifft. Robin begleitet Richard auf dem Kreuzzug und ist meist an seiner Seite. Wiederholt rettet er Richard das Leben und erfährt auch Achtung dafür. Und doch ist Robin nicht nur der edle Kämpfer für Recht und Gesetz. Die ihn umgebende Gewalt nimmt Einfluss auf seine Psyche und macht auch ihn zeitweilig zu einem rücksichtslosen Kämpfer.
Geprägt ist das Buch vom dauernden Wechsel zwischen Kampfhandlungen und ruhigen Sequenzen. Gerade in den ruhigen Sequenzen werden unauffällig viele historische Informationen an den Leser gebracht. Man erfährt viel über die politischen Geschehnisse jener Zeit und auch über die gesellschaftlichen Strukturen. Dem Leser werden viele gewalttätige Szenen mit grausamster Handlung zugemutet, denen Passagen mit humorigen Elementen folgen, um das Ganze etwas erträglicher zu gestalten. Wie schon im ersten Teil sind etliche Figuren nur schwarz oder weiß und auch die unglückliche Vorgehensweise der Gegner ermöglicht es Robin, erst so richtig zu glänzen. Und doch hat mir dieser Band besser gefallen, weil auch Schatten auf Robin fallen und auch gerade die Muslime berechtigte Interessen vertreten und doch auch als Menschen dargestellt werden. Robin spricht mehrfach sehr schlecht von den christlichen Kirchenvertretern, die durch die Bank nur ihre eigenen Interessen im Auge haben. Auch die Königinmutter Eleonore hat vor allem das Wohl der Familie Plantegenet im Auge. Dies zeigt sich insbesondere am Ende des Buchs.

Fazit:
Wieder eine aufregend gestaltete Abenteuergeschichte mit sympathischen Helden und meist unglücklich agierenden Bösen. Die Mischung aus Historie und Fiktion ist gelungen. Aber diesmal gibt es Flecken auf der Weste der Guten. So vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.