Profilbild von xThelittleRose

xThelittleRose

Lesejury Profi
offline

xThelittleRose ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit xThelittleRose über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2021

Etwas schwieriger Start, aber es hat sich dennoch gelohnt!

Kaleidra - Wer das Dunkel ruft
0

Als Emilia mit ihrer Schulklasse einen Ausflug in ein Museum macht, geschieht etwas Merkwürdiges. Das dort ausgestellte Voynich-Manuskript ist bis zum heutigen Tag unentschlüsselt. Keiner weiß welches ...

Als Emilia mit ihrer Schulklasse einen Ausflug in ein Museum macht, geschieht etwas Merkwürdiges. Das dort ausgestellte Voynich-Manuskript ist bis zum heutigen Tag unentschlüsselt. Keiner weiß welches Wissen sich darin befinden mag. Doch Emilia kann es problemlos lesen. Zunächst kann sie es selbst kaum glauben und verlässt mit ihren Freunden das Museum. Sie kann diese Erkenntnis jedoch nicht verdrängen und geht erneut hinein. Diesmal trifft sie auf einen unheimlichen jungen Mann namens Ben. Die Dinge die er ihr erzähl scheinen zunächst unglaubwürdig. Aber schneller als ihr lieb ist, wird Emilia bewusst, dass er sie nicht belogen hat. Sie gehört einen uralten Orden von Alchemisten an und ist die einzige Person auf dem Planeten, der das Voynich-Manuskript entschlüsseln und das darin enthaltene Wissen für die Nachwelt festhalten kann. Gemeinsam mit Ben soll sie jedoch noch auf weitere Missionen geschickt werden, bevor ein rivalisierender Orden ihnen und ihrem Vorhaben auf die Schliche kommt.

Character (8/10):
Emilia war für mich eine tolle und authentische Protagonistin. Mir hat gut gefallen, dass sie erst einmal der Sache skeptisch gegenüberstand und vor allem, dass sie ganz viel erfragt hat. An ihrer Stelle hätte ich auch alles ganz genau wissen wollen. Da ich mittlerweile sogar schon den zweiten Band gelesen habe, kann ich schon mal vorwegnehmen, dass sie sich im zweiten Teil nochmal richtig weiterentwickelt.
Bei Ben hatte ich ein bisschen gemischte Gefühle. Zunächst konnten sich die beiden nicht besonders gut leiden und er hat Emilia viel herumkommandiert und im Dunkeln tappen lassen. Nach und nach ist er dann aber doch noch aufgetaut und man hat seine Beweggründe besser verstanden. Wenn man Ben einmal richtig kennengelernt hat, dann mag man ihn auch. Hier kann ich auch schonmal sagen, dass auch er sich im Folgeband nochmal steigert.
Was mir außerdem an dem Buch gut gefallen hat, waren die vielen liebenswerten und lustigen Nebencharaktere. Ich finde das haucht einer Geschichte immer nochmal viel mehr Leben ein, wenn man auch das Umfeld der Protagonisten ein wenig kennen und lieben lernt.

Atmosphere (6/10):
Mir hat gut gefallen, dass das Buch in Rom spielt. Außerdem gab es viele geschichtliche Elemente, die eingeflossen sind. Beim ersten Band hat mich die Atmosphäre aber nicht ganz so stark in seinen Bann gezogen. Auch hier gebe ich euch gerne schon mal mit, dass der Zweite das für mich nochmal besser hinbekommen hat.

Writing Style (7/10):
Auch vom Schreibstil hat das Buch mir gut gefallen. Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber ich brauche bei Fantasy oft ein bisschen, bis ich in die Handlung richtig reinkomme. Auch hier war das der Fall. Ich finde am Anfang ist es meist ein bisschen schleppend, da man erstmal sehr langsam in die Geschichte eingeführt wird. Später hat es sich dann aber wirklich angenehm gelesen. Es war keins der Bücher, welches ich gar nicht aus der Hand legen wollte, aber ich hätte es auch nicht unbeendet ewig herumliegen lassen.

Plot (8/10):
Die Handlung selbst fand ich wirklich toll. Auch hier musste ich erst einmal hineinfinden und zu Anfang war es nicht ganz so aufregend. Nach und nach hat sich dafür die Geschichte dann richtig entfalten. Die Idee mit der Alchemie, dem Voynich-Manuskript und wie teilweise unsere Menschheitsgeschichte neu interpretiert wurde, fand ich wahnsinnig interessant. Sowas hab ich persönlich noch nie gelesen!

Intrigue (7/10):
Vor allem gegen Ende hatte mich die Handlung dann durchaus gepackt. Wie aber schon bei ein paar der anderen Kategorien muss ich ein bisschen was abziehen, weil ich die erste Hälfte nicht ganz so gefesselt war wie ich es mir gewünscht hätte.

Logic (9/10):
Hiervon war ich sehr begeistert. Für mich spielt die Logik sehr mit der Handlung zusammen. Die Autorin hat sich einiges überlegt was wirklich gut zusammengespielt hat. Manchmal hat man ganz vergessen, dass es nicht der Realität entspricht.

Enjoyment (7/10):
Alles in allem hatte ich viel Spaß mit “Kaleidra”. Zu Beginn kam ich leider nicht gleich in die Handlung rein und stellenweise konnte es mich auch nicht vollständig packen, aber zum Schluss war ich doch begeistert.

Fazit (7,4/10):
Von mir gibt es für das Buch eine große Empfehlung. Besonders, weil ich auch schon den zweiten Band der Reihe gelesen habe. Der erste Teil bekommt von mir vier Sterne, aber eher an der unteren Grenze. Das liegt daran, dass ich persönlich ein wenig gebraucht habe um in die Handlung richtig einzusteigen. Auch an späteren Stellen konnte es mich nicht immer ganz so abholen und packen wie ich es mir manchmal gewünscht hätte. Dennoch hatte ich viel Freude an dem Buch, denn die Handlung ist absolut innovativ und die Charaktere sympathisch. Das sind zwei Faktoren, die mir persönlich sehr wichtig sind. Ich muss die Charaktere, oder zumindest einige davon, mögen und ich finde toll, wenn eine Geschichte etwas Unerwartetes hat. Dadurch, dass ich mich noch nie mit Alchemie auseinandergesetzt habe, wurde ich hier wirklich gut unterhalten. Außerdem mochte ich, wie es mit geschichtlichen Ereignissen verwoben wurde. Gerne möchte ich hier auch schon mal anmerken, dass der Nachfolger für mich noch stärker war. Deshalb möchte ich euch die Reihe gerne ans Herz legen. Ich freue mich auf jeden Fall schon wahnsinnig auf den finalen Band. Wenn es doch nur nicht noch so lange dauern würde …

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.04.2021

Meiner Meinung nach, hätte man noch mehr herausholen können.

Pandatage
0

Wie viele Schicksalsschläge kann ein Mensch verkraften? Danny hat nicht nur seine geliebte Frau verloren, sondern gleich noch einen Teil seines Sohns. Seit seine Mutter nicht mehr lebt, hat Will aufgehört ...

Wie viele Schicksalsschläge kann ein Mensch verkraften? Danny hat nicht nur seine geliebte Frau verloren, sondern gleich noch einen Teil seines Sohns. Seit seine Mutter nicht mehr lebt, hat Will aufgehört zu sprechen. Und als würde dies Danny nicht schon vor genug Herausforderungen stellen, verliert er auch noch seinen Job und in Kürze die gemeinsame Wohnung. In der Hoffnung irgendeine Anstellung zu finden, rennt Danny durch die ganze Stadt. Doch schnell muss er feststellen, dass ein Mann ohne berufliche Qualifikationen und mit einem elfjährigen Sohn zu Hause, nicht die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat. Als er schließlich im Park landet und einige Straßenkünstler beobachtet, beschließt er, dass er von nun an zu ihnen gehört. Er kauft sich ein billiges Pandakostüm und beginnt zu tanzen. Nur leider ist er mehr als schlecht darin, sodass zunächst niemand stehenbleibt, um ihm Geld zuzuwerfen. Seine Situation hört einfach nicht auf aussichtslos zu sein. Als jedoch eines Tages sein Sohn Will in den Park kommt und mit Danny, in seiner kostümierten Form, spricht, schöpft dieser neue Hoffnung. Irgendwie muss er es schaffen sich und seinen Sohn weiterhin über Wasser zu halten.

Character (6/10):
Man muss dem Buch lassen, dass es sehr interessante Charaktere hat. Danny, Will, Krystal und Ivan waren alle wirklich eine absolute Nummer für sich. Durch die unterschiedlichen Figuren hat der Autor eine Menge Humor in die Geschichte gebracht. Was ich an dieser Stelle jedoch anmerken möchte, ist das ich bei Ivan als Charakter eine potenziell rassistische Darstellung sehe, welche möglicherweise humorvoll gemeint, aber deswegen nicht weniger problematisch ist.

Atmosphere (5/10):
Die Atmosphäre der Geschichte konnte mich nicht vollkommen abholen. Es war alles sehr simpel gehalten. Nicht schlecht, aber auch einfach nichts, was mich besonders in seinen Bann ziehen konnte.

Writing Style (8/10):
Der Schreibstil des Buchs hat mir gut gefallen. Es war sehr locker, leicht und humorvoll.

Plot (6/10):
Zu Beginn fand ich die Handlung des Buchs sehr interessant und emotional. Leider hat dies für mich im Laufe des Buchs abgenommen. Während die Emotionalität durch Humor ersetzt wurde, was ich durchaus nicht schlecht fand, blieb mir der Tiefgang ein wenig auf der Strecke. Ich hatte mir da ein wenig mehr von dem Buch erhofft. Letztendlich hatte es sich für mich doch ein bisschen zu unrealistisch aufgelöst.

Intrigue (5/10):
Leider war “Pandatage” für mich auch nur mittelmäßig packend. Stellenweise hab ich gerne zur Hand genommen und gelesen, dann habe ich es aber auch wieder einfach zur Seite gelegt.

Logic (5/10):
Für mich war das Ende persönlich ein wenig zu konstruiert und ‘perfekt’, dafür mit wie vielen Herausforderungen Danny zu Beginn des Buchs zu kämpfen hatte.

Enjoyment (6/10):
Alles in allem hatte ich Spaß am Lesen, vor allem durch die vielen witzigen Stellen. Persönlich hätte ich mir jedoch noch mehr Tiefgang gewünscht.

Fazit (5,9/10):
Leider konnte mich “Pandatage” nicht vollkommen überzeugen. Während das Buch einen sehr angenehmen Schreibstil und eine Handlung mit viel Potenzial hat, wurde dieses meiner Meinung nicht vollends ausgeschöpft. Beziehungsweise, nicht so wie ich es mir gewünscht hätte. Abgesehen von den ersten Kapiteln wurde vom Autor mehr auf Humor als Emotionalität und Tiefe gesetzt. Ich persönlich hätte lieber noch ein bisschen mehr mit den Charakteren gelitten und vielleicht ein weniger perfektes Ende gewollt. Für mich war dieses doch ein bisschen zu unrealistisch, dafür, dass es so tragisch begonnen hat. Natürlich wollte ich ein Happy End für Danny und Will, aber vielleicht doch eher eins, welches eine Spur realistischer ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.04.2021

Hatte wohl leider zu hohe Erwartungen ...

Kissing Chloe Brown
0

Fibromyalgie - ein Wort, welches Chloe schon begleitet so lange sie sich erinnern kann. Denn sie hat dieses Schmerzsyndrom. Die Krankheit ist durch tiefe Muskelschmerzen gekennzeichnet. Hinzukommen außerdem ...

Fibromyalgie - ein Wort, welches Chloe schon begleitet so lange sie sich erinnern kann. Denn sie hat dieses Schmerzsyndrom. Die Krankheit ist durch tiefe Muskelschmerzen gekennzeichnet. Hinzukommen außerdem schnelle Erschöpfung, sowie Konzentrations- und Schlafprobleme. Alles Dinge, die Chloe in ihrem Alltag stark fordern, weswegen sie auch lange Zeit ihr Leben vollkommen nach der Krankheit ausgerichtet hat. Doch nachdem sie fast von einem Auto erfasst wurde und ihr, zugegeben eher unaufregendes, Leben an ihr vorbeizog, entscheidet sie, dass es an der Zeit ist ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie macht also eine Liste an Dingen, die sie unbedingt machen will. Ganz oben steht hierbei von zu Hause auszuziehen. Und das macht Chloe auch.
So begegnet sie schließlich Red, einem ihrer neuen Nachbarn, der außerdem als eine Art Hausmeister für das Gebäude zuständig ist. Obwohl die beiden sich kaum kennen, haben sie eine gewisse Antipathie füreinander. Als sie sich schließlich jedoch doch etwas Näher kommen und anfreunden, bitte Chloe Red, ihr bei ihrer Liste zu helfen. Dass dies solche Missverständnisse zur Folge haben würde, hätte sie jedoch nicht erwartet …

Character (7/10):
Zu Beginn der Handlung fand ich Chloe zunächst erstmal nicht ganz so sympathisch. Zwischen taff und unleidlich ist manchmal ein schmaler Grat und ich fand, dass Chloe stellenweise schon eher unfreundlich war. Trotzdem konnte ich sie von Anfang an nur dafür bewundern, wie stark sie ist und das sie sich trotz ihrer Krankheit nicht mehr in ihrer Lebensqualität mehr als nötig einschränken lassen will. Im Laufe der Geschichte ist sie dann auch nach und nach mehr aufgetaut, wodurch sie einem auch, meiner Meinung nach, nochmal sympathischer wurde. Man hat gemerkt, dass sie mit ihrer Art oft nur versucht sich zu schützen und nicht wegen ihre Krankheit bemitleidet zu werden.
Was mir an Red am besten gefallen hat, war das er nicht so eine toxische Maskulinität an den Tag gelegt hat. Ganz oft stand er einfach zu seinen Gefühlen oder hat auch mal geweint. Besonders, weil er eher so ein Bad Boy Aussehen hat, fand ich das wirklich toll. Die Autorin hat damit gezeigt, dass man ein Buch nicht nach seinem Umschlag beurteilen sollte und das es für Männer vollkommen in Ordnung ist nicht immer nur stark und rational zu sein. Ich finde, das hat Red wahnsinnig sympathisch gemacht.

Atmosphere (5/10):
Das Setting der Geschichte hat mich leider nicht besonders abgeholt. Es war in Ordnung, aber nichts, was mir wirklich in Erinnerung geblieben ist.

Writing Style (5/10):
Beim Schreibstil ging es mir genauso. Es war jetzt nicht unangenehm zu lesen oder so, aber ich bin auch nicht richtig durch die Seiten geflogen. Hier kann ich nicht beurteilen, ob es vielleicht an der Übersetzung liegt, immerhin fallen viele englische Rezensionen deutlich besser als die deutschen aus. Ich plane den zweiten Band der Reihe im Original zu lesen und werde dann dazu auf Instagram nochmal berichten. (@xthelittlerose.books)

Plot (6/10):
Die Handlung fand ich leider auch nur leicht besser als die Atmosphäre und den Schreibstil. Ich fand die Idee mit der Bucket List wirklich toll und auch das die Protagonistin eine chronische Krankheit hat, weil das einfach divers ist, was ich begrüße. Leider war mir die Handlung alles in allem aber doch ein bisschen zu flach. Es war relativ vorhersehbar und nur einzelne Stellen haben mich wirklich gefesselt.

Intrigue (5/10):
Wie bereits bei der Handlung erwähnt, hat mich die Geschichte nur stellenweise gefesselt. Es war leider keins der Bücher, die ich kaum aus der Hand legen konnte.

Logic (5/10):
Dieses Kriterium ist für mich immer sehr abhängig von den anderen. Ich finde bei Liebesromanen kann man schwer von logisch oder unlogisch sprechen, da man ja keine verworrenen Handlungsstränge hat, die am Ende zusammenlaufen. Da für mich die meisten Faktoren im mittleren Feld lagen, siedle ich auch da die Logik an. Das heißt jetzt aber nicht, dass es in dem Buch viele plot holes oder ähnliches gab.

Enjoyment (5/10):
Leider hatte ich nur so mittelmäßig viel Spaß an “Kissing Chloe Brown”. Die Charaktere waren toll, die Handlung hatte einen guten und diversen Ansatz, aber alles in allem konnte es mich leider nicht wirklich mitreißen.

Fazit (5,4/10):
“Kissing Chloe Brown” ist definitiv kein schlechtes Buch. Für mich war aber leider nur die Handlung selbst und die Charaktere gut. Und selbst bei der Handlung hätte ich mir eigentlich noch mehr gewünscht. Was bei dem Buch definitiv positiv ist, ist das die Protagonistin dunkelhäutig ist, einen eher kräftigen Körperbau hat und außerdem mit einer chronischen Krankheit zu kämpfen hat. Besonders für den deutschen Markt ist das ziemlich divers, was ich toll finde! Und auch das Red, der zwar aussieht wie ein harter Hund, einfach zu seinen Gefühlen steht und weint, fand ich richtig, richtig gut! Nur leider fand ich das Buch was so den Schreibstil, den Lesefluss etc. angeht eher mittelmäßig. Hier kann ich aber nicht beurteilen, ob es möglicherweise einfach mit der Übersetzung zusammenhängt, da die englischen Bewertungen des Titels deutlich besser ausfallen. Meine Empfehlung wäre also, wenn ihr auch gerne mal englische Bücher lest, holt euch das Original. Ansonsten ist natürlich auch die deutsche Ausgabe nicht schlecht, ihr solltet aber vielleicht nicht mit zu hohen Erwartungen rangehen. Möglicherweise war das bei mir das Problem. Ich hatte mich wirklich enorm auf das Buch gefreut.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2021

Für mich leider ein Flop ...

The Music of What Happens
0

Jordans Vater ist verstorben und weil die Rechnungen beginnen sich zu stapeln, beschließt seine Mutter, dass es an der Zeit ist, zusammen den Foodtruck des Vaters wieder zum Leben zu erwecken. Nur leider ...

Jordans Vater ist verstorben und weil die Rechnungen beginnen sich zu stapeln, beschließt seine Mutter, dass es an der Zeit ist, zusammen den Foodtruck des Vaters wieder zum Leben zu erwecken. Nur leider hat keiner der beiden Ahnung vom Kochen oder wie man allgemein einen Foodtruck führt. Als Max, ein Junge aus Jordans Schule, zufällig bei ihrem Foodtruck vorbeikommt, bittet Jordans Mutter ihn mit ihrem Sohn zusammen diesen zu schmeißen. Und obwohl auch Max keine Ahnung hat, wie das funktionieren soll, willigt er ein. Denn Max kocht leidenschaftlich gerne und kann so dem Ferienjob, den seine Mutter für ihn gewählt hat, entfliehen.

Character (3/10)
Von allen Kriterien haben die Charaktere bei mir noch am besten abgeschnitten. Aber leider auch die eher schlecht als Recht. Max und Jordan werden als starke Gegenteile dargestellt. Max ist ein eher dunkelhäutiger, kräftiger und beliebter Sportler an ihrer Schule, während Jordan in die Emo-Richtung geht. Sehr dünn, sehr bleich, schwarze Haare, eher introvertierte und schreibt gerne Gedichte. Im Laufe des Buchs wird deutlich, dass die beiden aber auch noch eine andere Seite an sich haben. Schon zu Beginn wird deutlich, dass Max gerne kocht. Nur leider schämt er sich dafür. Später entdeckt dieser außerdem, dass er auch gerne zeichnet/malt. Jordan beginnt sich später ein wenig für Sport zu erwärmen. Prinzipiell finde ich nicht schlecht, dass sie nach und nach Vielfältiger wurden. Dennoch sehe ich es kritisch, dass sie sehr stereotypisch gezeichnet wurden. Das Buch vermittelt das unnötige Bild, dass es bei Schwulen einen ‚männlicheren‘ und ‚weiblicheren‘ Part geben muss, was natürlich absoluter Unsinn ist. Ich denke, durch die neuen Hobbys sollte dies etwas abgeschwächt werden. Meiner Meinung nach hätte man die beiden gar nicht erst so gegensätzlich aufbauen müssen. Prinzipiell hatten beide so ihre guten und schlechten Seiten. Max war für mich sympathischer als Jordan. Bei Jordan konnte ich nicht immer seine Handlungen und Art nachvollziehen. Für mich hat außerdem zwischen den beiden die Chemie leider nicht gestimmt. Ständig wurde gesagt wie nervig sie einander finden und im nächsten Satz wie süß der jeweils andere ist.
Beide Jungs haben auf ihre eigene Weise unsympathische Freunde. Max hat 'typische' Sportler als Freunde, hier mal ein rassistischer Spruch, da mal ein sexistischer. Die Unterhaltungen zwischen ihnen sind meist oberflächlich. Jordan hat hingegen zwei Mädchen als beste Freundinnen. Leider sind diese auf ihre eigene Art unsympathisch. Diese behandeln Jordan wie den stereotypen schwulen besten Freund aus Filmen und Co. Sie ignorieren, wenn er etwas nicht möchte, und scheinen keinerlei Grenzen zu kennen und respektieren.
Und auch die Mütter von Jordan und Max werden als krasse Gegensätze dargestellt. Max Mutter als geordnete, unabhängige Vorzeigemutter. Jordans die nicht schafft für ihren Sohn ein Dach über dem Kopf aufrechtzuerhalten. Das diese mit einer psychischen Krankheit zu kämpfen hat, wurde meiner Meinung auf fragwürdige Weise dargestellt und das Ende des Buchs war vollkommen daneben.

Atmosphere (2/10)
Die Idee mit dem Foodtruck fand ich ganz cool, allerdings bestand es eigentlich nur daraus, dass die beiden lange überhaupt keine Ahnung hatten, was sie da genau tun. Ich fand es etwas unrealistisch, dass sie damit alleingelassen wurde und dennoch am Ende geschafft haben eine große Summe an Geld einzunehmen. Und das in kürzester Zeit und trotzt unerwartet hohen Ausgaben für Lebensmittel, eine Lizenz und Reparatur.

Writing Style (2/10)
Wenn ihr schon die ein oder andere Rezension zu dem Buch gelesen habt, wisst ihr, dass viele mit dem Schreibstil nicht richtig warm geworden sind. Mir ging es genau so. Es war leider irgendwie abgehackt, teilweise ohne Zusammenhang, sprunghaft und einfach nicht wirklich rund.

Plot (1/10)
Für mich hat das Buch leider keinen Sinn ergeben. Ich fand die Handlung total unlogisch. Zwei Teenager, die sich nicht mal richtig kennen, schmeißen einen Foodtruck, obwohl sie nicht wissen, wie man das überhaupt macht. Zwar wird das am Anfang auch sehr deutlich, aber dann haben sie doch noch relativ großen Erfolg. Die beiden können sich zunächst nicht leiden, haben nicht wirklich was gemeinsam, finden sich eigentlich total nervig, aber verlieben sich dann irgendwie doch, weil sie sich zwar nervig, aber auch süß finden. Nicht so richtig was ich mir erhofft hatte.
Das schlimme ist aber, dass in dem Buch so viele große, wichtige Themen wie Sexismus, Rassismus, psychische Krankheiten usw. angesprochen werden, aber dann nur schlecht aufgearbeitet werden, weil sie nur bedingt mit der Handlung zusammenspielen und so viele Themen auch nur schwer in dem Zusammenhang ordentlich abgebildet werden können. Ich hätte mir gewünscht, dass der Autor sich eine Thematik aussucht und diese dann sensibel und umfangreich aufarbeitet. So wie es in dem Buch war, fand ich es nicht in Ordnung.

Intrigue (2/10)
Es gab einzelne Stellen, die ich ganz süß fand, aber alles in allem hätte ich das Buch am liebsten abgebrochen. Ich habe es eigentlich nur beendet, weil ich es a) als Rezensionsexemplar erhalten habe und b) eine Rezension schreiben wollte. Da ich persönlich keine Rezension schreiben möchte, wenn ich nicht dem ganzen Buch eine Chance gegeben habe, habe ich mich entschieden es fertig zu lesen, obwohl es mich gar nicht gecatched hat.

Logic (2/10)
Ich denke, dazu muss ich nicht mehr viel sagen. Anhand der anderen Kriterien könnt ihr ja sicherlich schon erschließen, dass für mich vieles an dem Buch absolut nicht logisch und nachvollziehbar war.

Enjoyment (2/10)
Selbes gilt für den Spaßfaktor, den ich beim Lesen hatte. Oder eher nicht hatte. Ich wiederhole jetzt mal nicht, was mich alles gestört hat, weswegen ich mich eher durch das Buch gequält habe als alles andere.

Fazit (2,0/10)
Für mich ein absoluter Flop. Was wirklich schade ist, denn ich hatte mich wirklich sehr auf das Buch gefreut. Ich dachte es wird eine etwas verrückte, aber supersüße Lovestory zwischen zwei Jungs, die nach und nach entdecken, dass unterschiedliche Interessen nicht bedeuten, dass man nicht dennoch zusammenpassen kann. Leider lag ich da mit meiner Vorstellung daneben. Durch die vielen Themen, die angesprochen wurden, war es keine lockere-fluffige Liebesgeschichte. Versteht mich nicht falsch, ich finde es absolut nicht schlecht, wenn mehr Tiefgang in einem Buch ist als erwartet, aber nur, wenn dann solche ernsten Themen auch ordentlich aufgearbeitet werden und nicht ab und an mal rein gestreut, ohne dass sie dem Sinn der Geschichte etwas beitragen. Ich fand einige Äußerungen in dem Buch sehr fragwürdig und dadurch, dass es nicht richtig ins Bild gesetzt wurde, kann man nur erahnen, ob es eine Gesellschaftskritik war oder doch ernst gemeint. So oder so würde ich euch von dem Buch abraten. Es gibt auf dem Markt deutlich bessere LGBTQIA+ Geschichten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.04.2021

Eigentlich süß, aber leider auch problematisch ...

Girl At Heart
0

Schon seit ihrer Kindheit spielt Charlie für ihr Leben gerne Baseball. Da die Sportart eher männerdominiert ist und viel Zeit in Anspruch nimmt, hat sie nur Freundschaften zu Jungs aufgebaut. Was bisher ...

Schon seit ihrer Kindheit spielt Charlie für ihr Leben gerne Baseball. Da die Sportart eher männerdominiert ist und viel Zeit in Anspruch nimmt, hat sie nur Freundschaften zu Jungs aufgebaut. Was bisher absolut kein Problem war. Doch nun ist sie ein Teenager und in ihren besten Freund, der ebenfalls in ihrem Team spielt, verliebt. Schade nur, dass dieser sie nicht als mehr als einen guten Kumpel wahrnimmt. Als Eric nun auch noch mit einem anderen Mädchen auf den Abschlussball gehen will und Charlie sagt, dass er nicht davon ausgegangen sei, dass sie überhaupt hingehen wolle, reicht es ihr endgültig. Sie hat es satt von niemanden aus ihrem Team als Mädchen wahrgenommen zu werden, sodass sie in einer Kurzschlussreaktion Baseball an den Nagel hängt. Kapitän Jace lässt dies allerdings nicht einfach so stehen. Er sucht das Gespräch mit Charlie, welche ihm nach anfänglichem Zögern die Wahrheit über ihren Ausstieg aus dem Team gesteht. Jace bietet ihr daraufhin seine Hilfe an.

Character (9/10)
Charlie war eine sehr liebenswerte Protagonistin. Mir hat viel Spaß gemacht ihre Geschichte zu verfolgen. Ich fand es sehr gut nachvollziehbar, dass sie nicht richtig wusste, wie sie damit umgehen soll, dass ihr bester Freund nicht so empfindet wie sie. Dass sie danach eine Veränderung wollte, fand ich auch verständlich, mir hat nur nicht gefallen, dass die Autorin es hat klingen lassen, als müsse man auf eine bestimmte Weise aussehen oder sich verhalten, um als Mädchen zu gelten.
Jace habe ich geliebt. Er hat Charlie die ganze Zeit unterstützt und deutlich gemacht, dass er sie nicht erst seit ihrer Veränderung mag, sondern schon die ganze Zeit.
Auch die anderen Charaktere, wie Jace Schwester, die Jungs aus dem Team und Charlies Vater empfand ich als sehr angenehm. Gut fand ich, dass im Vergleich zu Eric, die meisten anderen Charlies Veränderung positiv aufgenommen haben.

Atmosphere (6/10)
Es war eine angenehme Geschichte, die an einer Highschool spielt und eine dazu passende Atmosphäre hatte. Das Buch spielt unter anderem bei Charlie zu Hause, in der Schule und auch in der Mall. Sehr typische Schauplätze für eine solche Geschichte. Man konnte sich gut hineinversetzen.

Writing Style (9/10)
Der Schreibstil war wahnsinnig flüssig und angenehm. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen und habe es an einem Stück durchgelesen. Ich wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen.

Plot (7/10)
Die eigentliche Handlung hat mir gut gefallen. Es war eine schöne Geschichte über ein Mädchen, dass sich für eine Sportart begeistert und in dieser auch brilliert. Gepaart mit einer süßen Lovestory, die mir wirklich gut gefallen hat. Was ich nicht mochte, war was für ein Bild an die Leser weitergetragen wurde. Prinzipiell fand ich in Ordnung, dass Charlie sich entscheidet eine Veränderung zu wollen, ABER was mir gar nicht gefallen hat, war das vermittelt wurde, dass Mädchen Röcke tragen, rosa mögen und albern kichern müssen, um als Mädchen zu gelten und so von ihrem Umfeld auch wahrgenommen zu werden. Das fand ich absolut nicht okay an Leser:innen zu vermitteln. Zumal Kelly Oram primär für eine jüngere Zielgruppe schreibt. Deswegen möchte ich auch an dieser Stelle nochmal deutlich machen, das bitte niemand sich dieses Buch und die Aussagen darin zu Herzen nehmen soll. Niemand muss sein Aussehen verändern, um einem bestimmten Geschlecht angehörig zu sein. Man sollte tragen und sich verhalten wie man möchte. Zumindest, solange man niemanden damit schadet oder ähnliches.

Intrigue (9/10)
Wie beim Schreibstil schon gesagt, habe ich es in wenigen Stunden durchgelesen. Es hat wirklich Spaß gemacht, weil es einfach so locker und leicht war. Einfach eine sehr schöne Highschoolgeschichte.

Logic (7/10)
Auch hier Abzug von mir für den Umgang mit dem Bild wie ein Mädchen zu sein oder nicht zu sein hat. Für mich war das absolut unnötig so wiederzugeben und damit ein klischeebehaftetes Rollenbild zu multiplizieren.

Enjoyment (8/10)
Bis auf die Problematik, die ich bereit angesprochen habe, hatte ich mit dem Buch selbst viel Freude.

Fazit (7,9/10)
Mit 7,9 von 10 bekommt “Girl at Heart“ von mir noch knapp vier Sterne. Ich finde sehr schade, dass ein eigentlich tolles Buch dadurch heruntergezogen wird, dass die Autorin klischeehafte und toxische Rollenbilder reproduziert. Während ich die eigentliche Geschichte wirklich süß fand, die Charaktere mochte und der Schreibstil mich so durch die Seiten hat fliegen lassen, fand ich den ganzen Umgang damit, was ein Mädchen definiert problematisch und gefährlich. Ich verstehe nicht, warum man Leser:innen vermitteln muss, dass man nur dann ein Mädchen ist, wenn man bestimmte Kleidungsstücke und Farben trägt, sich die Haare färben lässt, andere Mädchen als Freundinnen hat und natürlich ganz viel kichert. Man hätte meiner Meinung nach entweder Charlie lassen können wie sie war oder sagen können, dass sie zwar sich verändern möchte, dass aber nicht mehr oder weniger definiert, ob sie weiblich ist und so wahrgenommen wird oder nicht.
Prinzipiell kann ich das Buch an sich empfehlen, weil es Spaß macht es zu lesen. Dennoch möchte ich festhalten, dass man sich bewusst sein sollte, dass die Autorin mehrfach Bücher herausgebracht hat, die einen problematischen Umgang mit gewissen Themen zeigen. Noch viel schlimmer fand ich „V is for Virgin“ von ihr. Ich denke, dass ich künftig lieber Bücher dieser Autorin meiden werde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere