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Veröffentlicht am 25.07.2025

Vegan & asiatisch – ein Match made in food heaven

Deftig Vegan Asien
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Als eine Person, die sich seit knapp 20 Jahren vegetarisch und inzwischen überwiegend vegan ernährt, bin ich bei neuen veganen Kochbüchern immer neugierig – aber auch wählerisch. Ich suche keine komplizierten ...

Als eine Person, die sich seit knapp 20 Jahren vegetarisch und inzwischen überwiegend vegan ernährt, bin ich bei neuen veganen Kochbüchern immer neugierig – aber auch wählerisch. Ich suche keine komplizierten Fine-Dining-Rezepte, sondern alltagstaugliche Gerichte, die trotzdem nach etwas schmecken. "Deftig Vegan Asien" hat mich deshalb sofort angesprochen: schnörkellos, aromatisch, zugänglich – und dabei voller Ideen.

Anne-Katrin Weber bringt in diesem Buch über 70 Rezepte aus fünf asiatischen Ländern auf den Teller: Japan, China, Vietnam, Korea und Thailand. Viele davon sind traditionell vegan, andere wurden so angepasst, dass sie auch ohne tierische Produkte authentisch schmecken. Dabei legt sie Wert auf Zutaten, die gut erhältlich sind – kein exotischer Einkaufsstress, keine stundenlangen Vorbereitungen. Die meisten Rezepte lassen sich in unter 45 Minuten umsetzen.

Besonders gut gefallen haben mir die stimmungsvollen Foodfotos, die direkt Lust aufs Nachkochen machen, und die vielen kleinen Hinweise zu Variationen, Verträglichkeit (glutenfrei oder nicht), Zubereitungszeit und Geschmack. Die persönliche Ansprache in der Du-Form macht das Buch angenehm nahbar – es fühlt sich eher wie ein Tipp einer Freundin an als wie eine Kochanleitung.

Weniger überzeugt hat mich der Aufbau des Inhaltsverzeichnis nach Zutatenkategorien (z. B. Reis, Nudeln, Tofu) statt nach Ländern oder Speisenabfolge. Auch das Layout wirkt eher funktional als liebevoll. Was mir besonders gefehlt hat, war eine kurze Einführung zu den jeweiligen Landesküchen – zwei Seiten mit Hintergrund zu Zutaten, Esskultur oder Zubereitungstraditionen pro Land hätten das Buch noch runder gemacht.

Trotzdem: Die Vielfalt der Rezepte, ihre Alltagstauglichkeit und die geschmackliche Tiefe haben mich überzeugt. Wer gern asiatisch isst, sich pflanzlich ernährt (oder es ausprobieren möchte) und Wert auf einfache, gut umsetzbare Küche legt, ist hier genau richtig. Meine persönlichen Favoriten: die japanischen Miso-Auberginen, Kimchi-Fried Rice mit Blumenkohl, der Sobanudelsalat mit Edamame und Sticky Rice mit Mango.

Besonders lobenswert: Die Autorin geht auch auf die kolonialen Spuren in der Esskultur ein – ein Aspekt, der in vielen Kochbüchern ausgeblendet wird. So wird Deftig Vegan Asien nicht nur zu einem inspirierenden Kochbuch, sondern auch zu einem kleinen Beitrag für mehr Bewusstsein im Umgang mit Essen und Herkunft.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Orientalische Küche, die alle begeistert

Vegan trifft Orient – Express
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Rezension: „Vegan trifft Orient – Express“ – Schnelle, bunte Vielfalt aus 30 Minuten Küche
Was passiert, wenn man die faszinierende Welt der orientalischen Küche mit der veganen Lebensweise verbindet? ...

Rezension: „Vegan trifft Orient – Express“ – Schnelle, bunte Vielfalt aus 30 Minuten Küche
Was passiert, wenn man die faszinierende Welt der orientalischen Küche mit der veganen Lebensweise verbindet? Serayi zeigt uns in ihrem Kochbuch „Vegan trifft Orient – Express“, dass das nicht nur wunderbar funktioniert, sondern auch richtig Spaß macht – und zwar ganz ohne stundenlang in der Küche zu stehen.

Als jemand, der seit fast 20 Jahren vegetarisch lebt und sich in den letzten Jahren immer mehr mit veganer Ernährung beschäftigt hat, war ich neugierig, wie eine Küche funktionieren kann, die traditionell viele tierische Zutaten kennt – und das trotzdem komplett pflanzlich. Die Antwort: Orientalisch-kochen heißt Hülsenfrüchte, frische Kräuter und Gewürze satt – und Serayi macht daraus schnelle und authentische Gerichte, die einfach Freude bringen.

Was mir besonders gefallen hat:
- Die Rezepte sind so konzipiert, dass du alle Gerichte in maximal 30 Minuten zubereiten kannst. Perfekt für den Alltag, wenn es schnell gehen soll, aber trotzdem lecker und abwechslungsreich sein darf.
- Die klare Dreiteilung in Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts macht die Navigation total einfach.
- Die Fotos sind ein echtes Highlight: So bunt, frisch und einladend, dass man am liebsten sofort loskochen möchte.
- Die Autorin spricht dich direkt mit „du“ an, das macht das ganze Buch sehr persönlich und motivierend, fast so, als würde Serayi neben dir in der Küche stehen und Tipps geben.
- Praktische Hinweise bei jedem Rezept, z.B. glutenfrei, zuckerfrei oder Tipps zu Zutaten (Granatapfelkonzentrat etwa nur aus 100 % Granatapfel kaufen!), helfen auch Kochanfänger:innen, sicher und entspannt zu kochen.
- Der beiliegende Online-Einkaufs- und Ernährungsassistent ist super praktisch: Du kannst Portionen anpassen, Zutatenlisten verwalten und Rezepte nach Kalorien oder Nährwerten filtern – ein echter Bonus!

Ein paar Gedanken zur veganen Ernährung:
Vegan leben bedeutet nicht nur, auf Fleisch, Eier und Milchprodukte zu verzichten, sondern auch, bewusster mit Lebensmitteln umzugehen – mehr Hülsenfrüchte, Gemüse und vollwertige Zutaten auf den Teller zu bringen. Die orientalische Küche ist dafür prädestiniert, weil sie traditionell viel mit Linsen, Kichererbsen, Kräutern und Gewürzen arbeitet. Wer also neugierig auf veganes Kochen ist oder schon mittendrin steckt, findet hier viele Inspirationen für leckere, unkomplizierte Gerichte, die den Körper nähren und den Gaumen erfreuen.

Was ich etwas schade fand:
Das Layout ist Geschmackssache – mir persönlich war es manchmal etwas zu schlicht, gerade bei den Rezeptbeschreibungen. Die Fotos retten das aber locker wieder und machen Lust, das Buch aufzuschlagen.

Meine Highlights im Buch:
- Die würzige Maronensuppe mit Croûtons – perfekt für kalte Tage.
- Pide-Schiffchen aus Blätterteig – ein echter Hit, der bei Gästen gut ankommt.
- Tofu „Chicken“ in cremiger Tomatensauce – super würzig und angenehm herzhaft.
- Karamellisierte Sigara Börek, Dattel-Viotto-Riegel und Baklava-Cups mit Cheesecake-Füllung – weil auch vegane Desserts glücklich machen.

Für wen eignet sich das Kochbuch?
- Für alle, die gerne schnell und unkompliziert kochen möchten, ohne auf Geschmack zu verzichten.
- Für Veganer:innen und alle, die es werden wollen oder einfach mal pflanzlich probieren möchten.
- Für Liebhaber:innen der orientalischen Küche, die neue, authentische Rezepte ohne tierische Zutaten entdecken wollen.
- Für Menschen, die Kochen als kleine Auszeit und Genuss erleben möchten – ohne viel Schnickschnack.

Wer neugierig ist, wie man mit wenigen Zutaten und tollen Gewürzen große Aromen auf den Teller zaubert, sollte „Vegan trifft Orient – Express“ unbedingt eine Chance geben. Und ganz ehrlich: Das nächste Familienessen oder Dinner mit Freund:innen bekommt hier garantiert eine würzige, farbenfrohe Note – und ganz nebenbei wird das vegane Kochen zum Kinderspiel.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Leise Wucht im Ohr: Anne Sauers Debüt als Hörbucherlebnis

Im Leben nebenan 
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Was wäre, wenn dein Leben eine andere Richtung genommen hätte?
In Anne Sauers Debütroman Im Leben nebenan erwacht Antonia eines Morgens in einem Leben, das sie nicht kennt – aber vielleicht hätte leben ...

Was wäre, wenn dein Leben eine andere Richtung genommen hätte?
In Anne Sauers Debütroman Im Leben nebenan erwacht Antonia eines Morgens in einem Leben, das sie nicht kennt – aber vielleicht hätte leben können. Zwischen Stadtwohnung und Dorfidylle, Kinderlosigkeit und Mutterschaft, Partner und Ex durchläuft sie zwei Versionen ihrer selbst. Der Roman stellt auf leise, aber eindringliche Weise die Frage nach weiblicher Selbstbestimmung – und der Kraft, das eigene Leben bewusst zu (ver)formen.

Zur Sprecherin: Chantal Busse
Ich kannte Chantal Busse bislang nicht, aber sie hat mich mit ihrer feinfühligen, gleichzeitig warmen und klaren Stimme sofort überzeugt. Ihre Interpretation von Toni / Antonia passt hervorragend zum inneren Zwiespalt der Figur – die leichte Irritation, das vorsichtige Ertasten von zwei Leben, das Schwanken zwischen Sehnsucht und Ernüchterung: All das trägt sie nuanciert und glaubwürdig vor. Besonders in emotional dichten Szenen, etwa nach einer Fehlgeburt oder in Momenten postpartaler Erschöpfung, bleibt sie zurückhaltend, aber berührend. So entsteht ein Hörerlebnis, das unter die Haut geht – ohne je pathetisch zu werden.

Was hat das Hörbuch bei mir ausgelöst?
Mich hat die Geschichte mehrfach tief getroffen – nicht laut, sondern im leisen Echo. Szenen wie jene, in der Toni bewusst ihren Eisprung ignoriert („nur zur Beruhigung“), oder die bittere Erkenntnis über die Ungleichheit bei Kinderwunschbehandlungen („Er müsste nur an sein Erspartes ran, nicht an seinen Körper“) hallten lange nach. Auch die Dialoge, etwa über "Parenthood Prime", sind von bitterem Witz, die Beobachtungen zu Paardynamiken und dem schleichenden Verlust von Intimität präzise: „Wenn sie sich heute anfassten, dann oft versehentlich.“

Für wen eignet sich das Hörbuch?
Für alle, die sich mit Themen wie Kinderwunsch, Care-Arbeit, medizinische Selbstbestimmung und weibliche Rollenbilder auseinandersetzen – sei es literarisch, politisch oder persönlich. Auch für Hörer:innen, die gerne leise, psychologisch dichte Geschichten mögen, bei denen das Nichtgesagte oft mehr Gewicht hat als das Gesagte. Perfekt für Fans von Autorinnen wie Mareike Fallwickl, Anika Landsteiner oder Alina Bronsky.

Fazit
Ein sprachlich kluges, emotional fein austariertes Debüt, das auf zwei Zeitebenen eindrucksvoll erzählt, was es heißen kann, sich selbst (neu) zu definieren – jenseits von Erwartungen, Zuschreibungen und gesellschaftlichem Druck. Durch Chantal Busses einfühlsame Lesung wird Tonis Zerrissenheit spürbar – und das Hörbuch zu einem echten Highlight im Genre der feministischen Gegenwartsliteratur.

Triggerwarnung: Unerfüllter Kinderwunsch, Fehlgeburt, medizinische Eingriffe, postpartale Erschöpfung
🎧 Gelesen von: Chantal Busse
Gehört via NetGalley | Danke an @HörbuchHamburg @fuxbooks & @netgalley.de für das Hörbuch-Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

„Was wäre, wenn?“

Im Leben nebenan
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Was wäre, wenn dein Leben eine andere Abzweigung genommen hätte?
Anne Sauers Debütroman erzählt von Antonia, die eines Morgens in einem Leben erwacht, das sie nicht kennt – aber vielleicht hätte führen ...

Was wäre, wenn dein Leben eine andere Abzweigung genommen hätte?
Anne Sauers Debütroman erzählt von Antonia, die eines Morgens in einem Leben erwacht, das sie nicht kennt – aber vielleicht hätte führen können. Zwischen Altbauwohnung und Dorfhaus, Partner und Ex-Liebe, Kinderlosigkeit und Mutterschaft verhandelt dieser Roman große Fragen weiblicher Selbstbestimmung – und bleibt dabei sprachlich leicht, aber emotional tief.

Was hat das Buch bei mir ausgelöst?
Der Einstieg hat mich sofort gepackt. Die Idee, zwei Lebenswege parallel zu erzählen, hat enorm viel Potenzial – besonders weil Mutterschaft, Care-Arbeit, Reproduktionsmedizin, Zyklus-Tracking, Partnerschaft nach Fehlgeburt oder auch bewusste Kinderlosigkeit sonst selten so komplex verhandelt werden.

Einige Szenen hallen lange nach – etwa, wenn Toni „nur noch zur Beruhigung“ ihren Eisprung ignoriert oder während der hormonellen Behandlung Wut empfindet: „Er würde einfach nur an sein Erspartes ranmüssen. Nicht an seinen Körper, seine ganze Existenz.“ (S. 132)

Die Beobachtungen zur strukturellen Überforderung von Frauen im System – in Beziehungen, im Gesundheitssystem, in der Arbeitswelt – sind pointiert, ohne belehrend zu sein. Die ironischen Dialoge (Stichwort: Parenthood Prime) und kluge Zeilen wie „Wenn sie sich heute anfassten, dann oft versehentlich“ (S. 213) zeigen, wie Intimität im Alltag zu verschwinden droht.

Gegen Ende hat mich der Roman ein wenig verloren: Die Offenheit des Schlusses war mir persönlich zu vage. Trotzdem bleibt viel hängen – besonders das leise Nebeneinander von Nähe und Entfremdung, Hoffnung und Erschöpfung.

Für wen ist das Buch interessant?
Für alle, die sich für feministische Gegenwartsliteratur interessieren, sich in Fragen rund um Kinderwunsch, Körper, Care oder Entscheidungsmüdigkeit wiederfinden – oder einfach Bücher mögen, die mehr über das Nichtgesagte erzählen als über das Offensichtliche.

Fazit
Ein sprachlich kluges, emotional vielschichtiges Debüt über Entscheidungskonflikte und das Recht auf ein Leben jenseits gesellschaftlicher Erwartungen. Besonders stark in den Beobachtungen zu weiblicher Selbstwahrnehmung und dem, was es bedeutet, gleichzeitig Kind, Partnerin, Mutter, Freundin und Arbeitnehmerin sein zu sollen – oder eben nicht.

Triggerhinweis: Das Buch enthält sensible Themen wie Fehlgeburt, unerfüllten Kinderwunsch, medizinische Eingriffe und postpartale Erschöpfung.

Danke an @vorablesen.de, @fuxbooks & @dtv_verlag für das kostenlose Lese-/Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Ein poetisches Fragment über Liebe und Verlust

Die Geschichte des Klangs
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Was zurückbleibt, wenn Musik Erinnerungen trägt – und Worte nicht alles sagen.

Ben Shattuck erzählt in seinem kurzen Roman von einer zarten Verbindung zwischen zwei jungen Männern nach dem Ersten Weltkrieg ...

Was zurückbleibt, wenn Musik Erinnerungen trägt – und Worte nicht alles sagen.

Ben Shattuck erzählt in seinem kurzen Roman von einer zarten Verbindung zwischen zwei jungen Männern nach dem Ersten Weltkrieg – und einer Spurensuche, Jahrzehnte später, über den Klang, der alles bewahrte.

Was hat das Buch bei mir ausgelöst?
Der Einstieg in die Geschichte hat mich sofort gefesselt. Die erste Hälfte, in der Lionel und David gemeinsam durchs ländliche Amerika reisen, um Volksmusik mit alten Wachszylindern aufzunehmen, war für mich das stärkste Element des Romans. Besonders gelungen empfand ich, wie still, aber gleichzeitig intensiv die Gefühle zwischen den beiden Männern erzählt werden – ohne große Gesten, ohne Etiketten. Das hat mich berührt, auch weil queere Geschichten oft lauter erzählt werden müssen. Hier liegt die Kraft im Unausgesprochenen.

Trotzdem hat sich die zweite Hälfte für mich wie ein Bruch angefühlt. Mit dem Perspektivwechsel zu Annie ging für mich ein Großteil der emotionalen Tiefe verloren, die ich zuvor so stark empfunden hatte. Ich verstand zwar die Idee hinter der Rahmenhandlung, doch es fiel mir schwer, eine Verbindung zu Annies Erzählung aufzubauen. Ihre Perspektive wirkte im Vergleich nüchterner, sachlicher – sie erinnerte mich eher an eine literarische Brücke als an eine voll ausgearbeitete Figur.

Die Sprache ist fein, poetisch, und streckenweise wunderschön. Besonders in den Passagen zur Musik entsteht eine fast greifbare Sinnlichkeit – man hört nicht nur den Klang, man spürt ihn. Gleichzeitig empfand ich die Kürze des Romans als hinderlich. Viele Gedanken, Beziehungen und Entwicklungen blieben für meinen Geschmack zu angedeutet. Die Geschichte endet, bevor sie sich ganz entfalten kann – das erzeugt zwar eine gewisse Eleganz, ließ mich aber auch unbefriedigt zurück.

Für wen könnte das Buch besonders interessant sein?
Leser:innen, die Freude an poetischer, reduzierter Sprache und leisen Geschichten haben, in denen viel zwischen den Zeilen passiert, könnten in diesem Roman viel entdecken. Wer fragmentarische Erzählweisen mag, queer-literarische Themen ohne Label sucht und sich für musikalisch-symbolische Metaphern begeistert, findet hier möglicherweise genau die richtige Lektüre. Wer sich jedoch von emotionalem Tiefgang über längere Spannungsbögen mitreißen lassen will oder ausgearbeitete Nebenfiguren sucht, wird womöglich weniger mitgenommen.

Fazit
„Die Geschichte des Klangs“ hat bei mir einen starken ersten Eindruck hinterlassen, insbesondere durch die stille Beziehung zwischen Lionel und David. Sprache und Atmosphäre sind überzeugend – und doch blieb für mich am Ende ein Gefühl von Unvollständigkeit. Die Geschichte klingt eher wie eine literarische Skizze als wie ein ausformuliertes Werk.

Besonders geeignet für alle, die sich gerne in Zwischentönen und leiser Melancholie verlieren – aber vielleicht weniger für Leser:innen, die eine klassische Romanstruktur oder eine rund abgeschlossene Handlung suchen.

Danke an Netgalley.de und Hanser für das digitale Leseexemplar.

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