Profilbild von zeilenrauschen

zeilenrauschen

aktives Lesejury-Mitglied
offline

zeilenrauschen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit zeilenrauschen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2021

Ein Kleid aus Seide und Sternen

Ein Kleid aus Seide und Sternen (Ein Kleid aus Seide und Sternen 1)
0

Ich wurde von Anfang an direkt hineingezogen, in diese faszinierende, märchenhafte asiatische Welt, in der sich verschiedene kulturelle Einflüsse vereinen. Inspiration war wohl die Ballade von Hua Mulan.

Erzählt ...

Ich wurde von Anfang an direkt hineingezogen, in diese faszinierende, märchenhafte asiatische Welt, in der sich verschiedene kulturelle Einflüsse vereinen. Inspiration war wohl die Ballade von Hua Mulan.

Erzählt wird aus der Sicht der jungen Schneiderin Maia, einer interessanten Protagonistin - mutig, ambitioniert und zielstrebig. Leider verliert sie im Laufe des Buches etwas von dem Ehrgeiz, den ich so an ihr bewundert habe. Aber nichtsdestotrotz habe ich sie als vielschichtige Persönlichkeit empfunden. Auch Edan fand ich als ihren Begleiter unproblematisch und mit seiner zynischen Art wirklich witzig. Der Schreibstil war sehr angenehm, leicht und verständlich zu lesen, aber trotzdem gefühlvoll.

Insgesamt hat mir der erste Teil des Buches am besten gefallen, indem Maia sich gegen ihre Kontrahenten am Königshof beweisen muss. Danach nahm jedoch die Spannung trotz vieler gefährlicher Situationen leider etwas ab. Die Liebesbeziehung wurde zum neuen Fokus der Geschichte. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, Maia müsste sich nicht mehr anstrengen, weil ihr alle Antworten von Edan geliefert wurden.

Anstatt der langen Reise durch die Wüste wäre ich lieber direkt am Königshof geblieben. Auch finde ich es schade, dass Maias Motivation von „Ich möchte selbst etwas erreichen“ zu „Ich kann nicht mehr ohne ihn leben“ wechselt. So sehr ich auch ihren Gerechtigkeitssinn verstehe und so sehr ich auch ihre Beziehung mochte - ich finde es persönlich langweilig, wenn Charaktere sich für die ewige Liebe aufopfern.

Das Buch ist allerdings und das war mir zuvor nicht bewusst, eher in die Kategorie Romantasy einzuordnen. Ein Sub-Genre, das ich mitunter eher streife. Und trotz aller Kritik wurde ich insgesamt sehr gut unterhalten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2021

Eine nie endende Fehde

Das Herz der Kämpferin
0

Der Schreibstil ist beim Lesen sehr wichtig - in diesem Buch hat sich das wieder bewahrheitet. Ich glaube tatsächlich, es lag an der viel zu nüchternen Erzählung, dass ich zu den Charakteren kaum eine ...

Der Schreibstil ist beim Lesen sehr wichtig - in diesem Buch hat sich das wieder bewahrheitet. Ich glaube tatsächlich, es lag an der viel zu nüchternen Erzählung, dass ich zu den Charakteren kaum eine Verbindung aufbauen konnte. Zum Ende hin war mir nahezu egal, was mit ihnen geschieht. Jegliche Dramatik rutschte an mir vorbei, ohne dass ich sie fühlen konnte. So spannend auch die Kampf- und Actionszenen waren, so interessant vielleicht auch die Welt und die Götter und die Handlung an sich, es hat mir einfach etwas Essentielles gefehlt.

Ich hatte außerdem das Gefühl, dass die Charaktere sehr oberflächlich waren. Weder Fiske, noch sein "Bruder" oder auch die Protagonistin haben besonders herausgestochen. Beziehungen konnte ich teilweise nicht so gut nachvollziehen, weil mir Hintergründe gefehlt haben.

Deshalb hatte ich am meisten Spaß beim Lesen, wenn etwas Spannendes oder Unerwartetes passiert ist und weniger, wenn die Charaktere miteinander geredet haben oder wenn die Protagonistin irgendwelche alltäglichen Aufgaben erfüllen musste. Denn hier zeigte die Autorin, wie gut sie schreiben kann. So hat sie mich trotzdem gut unterhalten.

Ich habe so etwas wie eine Karte vermisst, die hätte meinem eher dürftigen Orientierungssinn sehr geholfen.

Ich denke, ich werde die Reihe nicht fortführen, aber ich kann verstehen, weshalb so viele das Buch mochten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2021

Auftakt zu einer magischen Reise

Die Spiegelreisende
0

Ich hatte sehr hohe Erwartungen an dieses Buch, aber ich wurde nicht enttäuscht! Warum habe ich nicht eher meine Begeisterung für diese Reihe entdeckt?

Ophelia ist wirklich eine besondere Protagonistin, ...

Ich hatte sehr hohe Erwartungen an dieses Buch, aber ich wurde nicht enttäuscht! Warum habe ich nicht eher meine Begeisterung für diese Reihe entdeckt?

Ophelia ist wirklich eine besondere Protagonistin, die überspitzte Variante des typischen Jugendbuch-Klischees: tollpatschig, unscheinbar und zierlich. Und doch so erfrischend anders. Immer wieder war ich von ihr überrascht, denn im Grunde steckt in ihr so viel Stärke, die ich selbst vermutlich nie aufbringen würde. Nur manchmal hätte ich sie gerne an den Schultern gepackt und durchgeschüttelt.

Von allen Welten, die mir bisher in der Fantasy begegnet sind - und das sind schon einige - würde ich am liebsten gerne einmal in dieses Universum aus Luftinseln und Schneestürmen reisen, wo nichts so scheint wie es ist und Türen zugleich in einen Garten oder in die Wüste führen können. Ich habe schon lange nach einem guten Buch gesucht, das Magie und Technologie so geschickt miteinander kombiniert, ohne direkt Steampunk zu schreien.

Auch wenn mich der Mittelteil etwas frustriert hat, was vor allem an Ophelias Passivität lag, so hatte ich trotzdem nie das Gefühl von Langeweile. Insgesamt hat die Geschichte eher einen humoristischen Unterton, ohne dass es bewusst witzig sein möchte. Es sind einfach diese kleinen Details, die mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben.

Ich kann mich den Empfehlungen nur anschließen und freue mich schon auf die weiteren Bände.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2021

Das Geheimnis der Lyra

Die silbernen Schlangen (Bd. 2)
0

Die Golden Wölfe - meiner Meinung nach eine Fantasy-Reihe, die viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Vom ganzen Hype könnte ruhig etwas mehr für diese Bücher übrig bleiben.

Weshalb liebe ich diese Bücher:
▪️Urban ...

Die Golden Wölfe - meiner Meinung nach eine Fantasy-Reihe, die viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Vom ganzen Hype könnte ruhig etwas mehr für diese Bücher übrig bleiben.

Weshalb liebe ich diese Bücher:
▪️Urban Fantasy im Stil der Goldenen Zwanziger, in denen Geheimbünde nach magischen Artefakten suchen
▪️lebende Statuen & Skulturen, Blutmagie, flammende Schwerter, Portale in andere Welten ...
▪️Verflechtung von griechischer oder nordischer und anderen Mythologien
▪️diverse Charaktere mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und einzigartigen Persönlichkeiten
▪️mitreißende Handlung, sodass ich quasi durch die Seiten fliege
▪️witzige Dialoge und Charaktere, die sich selbst nicht zu ernst nehmen
▪️traumhafte Cover & Innengestaltung

Der zweite Band hat mir noch deutlich besser gefallen als der Erste. Ich habe tatsächlich nichts auszusetzen und deshalb kann ich einfach nicht anders, als hier eine große Leseempfehlung auszusprechen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2021

Russischer Adel im Wandel

Anna Karenina
0

Ich habe mich diesen Monat mal wieder an einen Klassiker gewagt, obwohl ich ansonsten lieber aktuelle Literatur lese. Bei dem Schreibstil und der Länge der Geschichte definitiv nichts für zwischendurch, ...

Ich habe mich diesen Monat mal wieder an einen Klassiker gewagt, obwohl ich ansonsten lieber aktuelle Literatur lese. Bei dem Schreibstil und der Länge der Geschichte definitiv nichts für zwischendurch, aber das habe ich auch nicht erwartet.

Einige Kapitel hätten wirklich deutlich kürzer ausfallen können, auch wenn ich die historischen Einzelheiten und das Abbild der damaligen russischen Gesellschaft interessant fand. Ich habe deshalb ein oder zwei rein deskriptive Passagen eher überflogen, während ich andere - die mich mehr interessierten - intensiver gelesen habe. Ich hätte sehr gerne mehr über Anna Karenina erfahren, die mir als Figur trotz des Titels viel zu kurz kam. Insbesondere der Anfang, wo sie Wronski kennen lernt, war mir zu überhastet. Da wurde die Beziehung zwischen Lewin und Kitty deutlich besser ausgearbeitet. Insgesamt konnte ich mir die wirklich sehr vielen Charaktere aber gut vorstellen, jeder ist weder gut, noch vollkommen schlecht, hat seine Vorlieben, Stärken und Schwächen.

Sehr überrascht haben mich die Abschnitte zum Thema Gleichberechtigung, beziehungsweise die Ähnlichkeiten mit heutigen Debatten dazu. Hat mir mal wieder gezeigt, wie rückständig einige Diskussionen auch heute noch sind.

Trigger-Warnung: Einige Formulierungen sind rassistisch, was ich der Entstehungszeit zuschreibe, jedoch haben sie mein Leseeindruck nicht positiv gestimmt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere