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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 1264
  • Ersterscheinung: 27.03.2018
  • ISBN: 9783499271137
Paul Auster

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Thomas Gunkel (Übersetzer), Werner Schmitz (Übersetzer), Karsten Singelmann (Übersetzer), Nikolaus Stingl (Übersetzer)

Archibald Ferguson heißt der jugendliche Held von Paul Austers neuestem Roman, und er kommt darin gleich viermal vor – in vier raffiniert verwobenen Variationen seines Lebens, ganz nach dem Motto: Was wäre geschehen, wenn …?
So entwirft Auster ein grandioses, episches Porträt der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Amerika, voller Abenteuer, Liebe, Lebenskämpfe und den Schlägen eines unberechenbaren Schicksals. «4 3 2 1» ist ein faszinierendes, ein überwältigendes Gedankenspiel und ein Höhepunkt in Austers Schaffen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2019

Genial

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Wie wäre unser Leben verlaufen, wenn wir andere Entscheidungen getroffen hätten, wenn unsere Eltern für sich selbst und für uns anders entschieden hätten, wenn wir links statt rechts gegangen wären, wenn ...

Wie wäre unser Leben verlaufen, wenn wir andere Entscheidungen getroffen hätten, wenn unsere Eltern für sich selbst und für uns anders entschieden hätten, wenn wir links statt rechts gegangen wären, wenn wir zu einem Termin fünf Minuten zu spät erschienen wären? Diesen und anderen Fragen geht Paul Auster in seinem "Meisterwerk" 4 3 2 1 nach. Er erzählt vier Romane in einem und führte mich als Leser souverän von der ersten bis zur letzten Seite.

Ich begegne Ferguson, dem Protagonisten, in vier Versionen seines Lebens. Er hat im Grunde immer die gleichen Interessen, die gleichen Gefühle, die gleiche Ausgangssituation, aber er entwickelt sich durch äußere Faktoren und eigene Entscheidungen recht unterschiedlich. Den vier Fergusons ist allen die Liebe zum Sport, zur Literatur und zu Filmen gegeben, alle haben eine besondere Beziehung zur Mutter, eine schwierige zum Vater und alle lieben sie die gleiche Frau. Paul Auster ist ein unglaublich guter Erzähler; er führte mich durch die Kindheit, die Jugend und das junge Erwachsenenalter von vier Fergusons und oft habe ich gedacht: Ja, genauso ist es.

Was nicht zu Punktabzug führen kann, ist die Tatsache, dass der Roman für mich an einer einzigen Stelle eine Länge hat. Wenn von den Studentenunruhen in den USA erzählt wird, wird das Ganze für mich unübersichtlich, da sich das Bildungssystem in den Staaten von unserem stark unterscheidet. Da musste ich meinen Lesefluss mal kurz unterbrechen, weil die Abkürzungen für mich doch sehr verwirrend waren. Aber bei einem Roman von fast 1300 Seiten sei das dem Autor verziehen.

Besonders gut gelungen finde ich auch die erotischen Begegnungen von Ferguson. Das ist nicht Porno, das ist nicht klischeehaft, das ist einfach gut gemacht, was auch den besonderen Autor ausmacht. Das muss erwähnt werden, weil die Erotik neben dem Sport, der Literatur und den Filmen die große Leidenschaft der vier Fergusons ist. Zitat: Beständig ficken tut uns gut!

Man sollte sich nicht von den 1300 Seiten abschrecken lassen, sondern sich auf eine Reise begeben; eine Reise, auf der man sich vielleicht manchmal selbst wiedererkennt und sich an deren Ende fragen, wo man selber wäre, wenn manches im eigenen Leben anders verlaufen wäre!

Für mich ganz klar ein Lesehighlight der letzten Jahre. So ein Wurf gelingt einem Autor vielleicht einmal im Leben. Paul Auster ist er eindeutig gelungen!

Veröffentlicht am 21.05.2018

Über 1200 Seiten mit nur wenigen Schwächen.

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Dieses sehr umfangreiche Buch beinhaltet die detailreiche Entwicklung des Protagonisten vom Grundschulalter bis zum jungen Erwachsenen in vier verschiedenen Möglichkeiten.
Der Protagonist Archie Ferguson ...

Dieses sehr umfangreiche Buch beinhaltet die detailreiche Entwicklung des Protagonisten vom Grundschulalter bis zum jungen Erwachsenen in vier verschiedenen Möglichkeiten.
Der Protagonist Archie Ferguson findet in jedem Strang zunächst die gleichen Gegebenheiten vor (die gleichen Eltern, den gleichen Wohnort etc.). Die Vorgeschichte wird in ersten Kapitel abgehandelt was den Namen 1.0 trägt. Ab dann hat gliedert sich das Buch in 7 Kapitel mit jeweils den vier Strägen und die Kapitel heißen dann 1.1. , 1.2. usw. was ich anfangs nicht verstand und daher zu einigen Verwirrungen führte.

Des Kapitel beinhaltet das etwa gleiche Alter des Protagonisten. Es wird genau beschrieben wie die äußeren Umstände ihn beeinflussen, sodass ein detailreiches Bild entsteht und man sich wirklich als direkter Beobachter. Vieles verändert sich, einiges bleibt gleich, womit ich auch zum größten Kritikpunkt komme. z.B. scheitert der Protagonist nie. Er erlebt zum Teil heftigste Schicksalsschläge, aber er schafft alles was er schaffen will. Er schaft immer den Schulabschluss, versemmelt nie das Studium, hat zu einigen Themen auch immer die gleichen Ansichten und hat unfassbar viel Glück. Ist nie auch nur im Ansatz der Loser. Da hätte ich mir ein bischen mehr Abwechslung gewünscht.
Gerade Strang 4 ist mir an einigen Stellen zu langatmig. 100 Seiten weniger hätten es auch getan und das Ende hat mir persönlich garnicht gepasst. Aber da hat jeder seine eigene Meinung.

Ansonsten hat mir dieses Buch wirklich sehr gut gefallen, ich bin durch die gut 1200 Seiten durchgerauscht und obwohl nur wenig in dem Buch passiert ist, war es seltenst langweilig.

Veröffentlicht am 18.03.2018

Ein tolles Buch!

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Archibald Fergusons Leben war wie kein anderes. Und das, obwohl Paul Auster das Leben des Protagonisten in vier verschiedenen Abläufen schildert. Die vier Leben eines Mannes, der sich im Leben behauptet, ...

Archibald Fergusons Leben war wie kein anderes. Und das, obwohl Paul Auster das Leben des Protagonisten in vier verschiedenen Abläufen schildert. Die vier Leben eines Mannes, der sich im Leben behauptet, an seinen Aufgaben scheitert und sich immer wieder aufrafft und das, obwohl jede Geschichte gleich beginnt. Welche Faktoren in Archibalds Leben sein Verhalten ändern und seine Handeln beeinflussen, werden auf über 1200 Seiten beschrieben.

Ich bin auf dieses Buch neugierig geworden, da ich kaum eine schlechte Kritik darüber gelesen habe. Überall war zu lesen, „4 3 2 1“ sei grandios und ein Meisterwerk, weshalb ich es mir nicht nehmen konnte, dieses Buch zu lesen. Ob es denn nun wirklich so gut ist? Ich kann mich nur teilweise den Meinungen der anderen Lesern anschließen. Die Geschichte war wirklich grandios und unfassbar gut durchdacht, Archie ist mir in der Woche, in der ich das Buch gelesen habe, wirklich sehr ans Herz gewachsen und ich konnte nicht anders, als mit ihm zu fühlen und zu leiden. Natürlich waren einige Dinge dabei, die Archie getan hat und ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte, alles in allem konnte der Protagonist mich aber bald schon wieder für sich gewinnen. Was mir leider sehr schwer gefallen ist beim Lesen, war der wirklich sehr ausschweifende Schreibstil des Autors. Man erfährt in diesem Buch alles über alle möglichen Umstände der handelnden Personen, doch manchmal ging es mir etwas zu sehr ins Detail. Gerade bei einer Passage, die nicht so spannend war, fiel es mir schwer, mich zu konzentrieren und am Ball zu bleiben. Vielleicht lag das aber auch einfach an mir, denn ich habe sonst nirgends mitbekommen, dass jemand Probleme mit dem Schreibstil von Paul Auster hatte.

Alles in allem kann ich dieses Buch jedem empfehlen. Es muss einem von Beginn an klar sein, dass nicht jede Seite des Buches vollgestopft mit Spannung ist, das verlangt ja auch keiner. Ich empfehle außerdem, dass man sich für dieses Buch Zeit nimmt und sich nicht durchhetzt, da es doch die gesamte Aufmerksamkeit des Lesers beansprucht.

Meine Bewertung: 4,5/5

Veröffentlicht am 16.12.2018

Durchkommen

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Archie Ferguson ist der Enkel eines Einwanderers, der Anfang des 20. Jahrhunderts an der Freiheitsstatur ankommt. Er wird im Jahr 1947 geboren. Sein Vater ist Sam Ferguson, einer von drei Brüdern. Rose, ...

Archie Ferguson ist der Enkel eines Einwanderers, der Anfang des 20. Jahrhunderts an der Freiheitsstatur ankommt. Er wird im Jahr 1947 geboren. Sein Vater ist Sam Ferguson, einer von drei Brüdern. Rose, seine Mutter, ist Fotografin. Archie selbst ist ein gewitzter Junge, der in Schule und Ausbildung überzeugt.

Mit diesen trockenen Worten kann man den Rahmen umschreiben, der den Hintergrund dieses Romans bildet. Eigentlich geht es um vier mögliche Leben, von denen eines dem echten am nächsten kommt. Vier Archies, deren Familien an gewissen Wendepunkten in unterschiedliche Bahnen gelenkt werden. Mal gerät die Familie fast in Armut, mal hat der Vater eine glückliche Hand. Mal wird Archie, der in jedem Fall interessiert ist auch ein guter Sportler, mal wird die sportliche Laufbahn jäh gestoppt. Mal zieht es Archie mehr zum Journalismus, mal eher zur künstlerischeren Art des Schreibens. Mal wird steht sein Leben auf dem Spiel, mal ist es ihm vergönnt, ein Buch gedruckt zu sehen. Mal wird aus der Freundin eine Stiefschwester, mal wird aus der Jugendfreundin eine erste Freundin. Vier unterschiedliche Lebenswege in den ersten Kinder-, Jugend- und Erwachsenenjahren.

Diese Idee ausgehend von der Geburt des Archie Ferguson vier unterschiedliche mögliche Lebenswege zu beschreiben ist schon genial. Der Witz des Anfangs ist der Witz am Ende und dazwischen liegt eine reiche Welt, in der man seine Sympathien verteilen kann. Jede Inkarnation eines Archie hat etwas, in teilweise sehr emotionalen Szenen taucht man in die verschiedenen Leben ein. Am herzzerreißensden sind dabei die freien Stellen, die Platz lassen für die Phantasie, aber auch das Bedauern, über das, was nicht geschrieben wurde. Vier Archies, von denen einer dem Schreibenden am nächsten kommt, vier Archies, die alle für sich einnehmen können. Leben mit Höhen und Tiefen, die abschrecken oder auch bezaubern können.

Nicht immer ganz einfach zu lesen ist dieser für Ideen sprühende Roman, lässt man sich jedoch darauf ein, hat man ein Leseerlebnis, das man sicher in Erinnerung behalten wird.