Cover-Bild Real Americans
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Belletristik - Sonstiges
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 528
  • Ersterscheinung: 12.02.2026
  • ISBN: 9783462005721
Rachel Khong

Real Americans

Roman
Tobias Schnettler (Übersetzer)

Ein großer amerikanischer Roman darüber, was uns zu denen macht, die wir sind

Der große Bestseller aus den USA – so ein Buch gibt es nur alle zehn Jahre! Ein Sommer in New York, der alles verändert. Ein Sohn auf der Suche nach seiner Herkunft. Und die große Frage: Was macht uns zu dem, was wir sind? Sie werden dieses Buch nicht aus der Hand legen können.

New York City, Silvester 1999. Lily Chen ist 22, Tochter chinesischer Einwanderer und unbezahlte Praktikantin in einem hippen Medienunternehmen. Als sie Matthew trifft – charmant, privilegiert, Erbe eines Pharmaimperiums –, verliebt sie sich. Zwei Welten prallen aufeinander. Und doch scheint alles möglich.

21 Jahre später lebt Lilys Sohn Nick mit ihr auf einer abgelegenen Insel. Er spürt: Etwas fehlt. Als er nach seinem Vater sucht, stößt er auf Geheimnisse, die alles verändern – nicht nur für ihn.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2026

Generationenroman über Herkunft, Familie und Wahlmöglichkeiten: 3,5⭐️

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„Real Americans“ von Rachel Khong ist ein Familienroman, der sich über mehrere Generationen erstreckt.

Im ersten Teil im Jahr 1999 geht es um Lily, Tochter chinesischer Einwanderer in den USA. Sie lern ...

„Real Americans“ von Rachel Khong ist ein Familienroman, der sich über mehrere Generationen erstreckt.

Im ersten Teil im Jahr 1999 geht es um Lily, Tochter chinesischer Einwanderer in den USA. Sie lern Matthew kennen, der aus privilegiert Verhältnissen stammt und Erbe eines Pharmaimperiums ist. Wider Erwarten verlieben sich die beiden, heiraten und bekommen ein Kind. Lilys Mutter ist wenig angetan von der Beziehung.

Im zweiten Teil, 21 Jahre später, lebt Lily allein mit ihrem Sohn Nick recht zurückgezogen auf einer Insel. Nick steht kurz vorm Wechsel aufs College. Über seinen Vater hatte ihm Lily nie etwas verraten, aber dank eines Gentests findet Nick seinen Vater Matthew und trifft sich heimlich mit ihm.

Der dritte Teil spielt in der Zukunft, im Jahr 2030 trifft Nick zufällig seine Großmutter Majy. Sie erzählt ihm von ihrem Leben damals unter dem Regime von Mao Zedong und von ihrer Flucht in die USA.

„Ich wollte sagen, dass es mir leidtat. Ich wollte all meine Gründe darlegen, warum ich dich enttäuscht habe. Ich wollte darauf bestehen, dass ich die besten Absichten verfolgt hatte: Ich glaubte, ich würde tun, was das Beste für dich war.
Lily, wollte ich sagen. Amerika war ein Ort, von dem ein Versprechen ausging. In Amerika konnte eine Bauerntochter Wissenschaftlerin werden. In Amerika behielten Eltern ihre Enttäuschung über ihre Kinder für sich. Doch ich war eine schlechte Schauspielerin. Das hat dein Vater einmal zu mir gesagt. Ich versteckte meine Enttäuschung ohne Erfolg. Mir war nicht klar gewesen, dass unsere Kommunikationsschwierigkeiten, als amerikanisches Kind und chinesische Mutter, unüberwindbar bleiben würden. Doch ich hätte mich mehr anstrengen können. Das bereue ich jeden Tag.“

Der Roman liest sich flüssig und trotz des Umfangs recht schnell. Die Themen Herkunft und Auswanderung sind gut gewählt, manches hätte für meinen Geschmack noch etwas vertieft werden können. Meiner Meinung nach ist der dritte Teil der beste Teil; er hat mich emotional am stärksten berührt. Besonders die Passagen aus Mays damaligem Leben in China fand ich sehr stark und bewegend.

„Ein amerikanischer Ausdruck, der mir immer schon komisch vorgekommen war, war #sich ein Leben aufbauen‘. Mein Leben war nicht aufgebaut worden. Es war nicht Stück für Stück entstanden, nach irgendeinem Bauplan. Nichts passte zusammen. Es war keine Konstruktion, sondern ein bloßer Haufen.
Das war unser Traum gewesen, Ottos und meiner: unseren Kindern die bestmögliche Zukunft zu ermöglichen. Doch es war ein Fehler zu glauben, dass man für jemand anderen entscheiden konnte, ganz gleich, wie gut man es meinte. Und was hatten wir wirklich entschieden? Man hatte uns gesagt, was wir wollten: Propaganda war überall. Vor allem in diesem Land, wo die Propaganda lautete, dass es keine gab – dass wir frei waren. Aber stimmte das? Wenn wir doch bestimmte Leben mehr schätzten als andere; wenn wir dazu gebracht wurden, unnachgiebig immer mehr zu wollen? Was, wenn ich das alles durchschaut hatte? Was, wenn ich verstanden hatte, dass ich schon genug besaß?“

Insgesamt ein unterhaltsamer, vielschichtiger Roman, dem es stellenweise jedoch etwas an Tiefe fehlte. Durch die drei Abschnitte konnte man sich zwar gut in die Innenleben der drei Protagonist*innen versetzen, aber manches war noch nicht ganz auserzählt.

Der Roman hat mir gut gefallen, hat meine hohen Erwartungen aber nicht komplett erfüllt. Daher vergebe ich final 3,5 von 5 Sternen.

Vielen Dank an den Kiepenheuer & Witsch Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Etwas verwirrend

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Lily, Tochter chinesischer Einwanderer in den USA, macht nach dem Studium ein Praktikum in einem angesagten Gentechnik-Startup. Im zweiten Teil des Buches steht ihr Sohn im Mittelpunkt, im dritten Teil ...

Lily, Tochter chinesischer Einwanderer in den USA, macht nach dem Studium ein Praktikum in einem angesagten Gentechnik-Startup. Im zweiten Teil des Buches steht ihr Sohn im Mittelpunkt, im dritten Teil dann ihre Mutter, eine Bauerntochter, die aus ärmlichsten Verhältnissen geflohen war.
Die Personen sind sehr lebensnah geschildert. Was es bedeuten kann, zwischen zwei Kulturen zu leben, hat die Autorin selbst erfahren. Neben der Herkunft spielt auch das Geld eine wichtige Rolle. Und, was hier später noch dazukommt, ist die genetische Veranlagung und der Einfluss, den Wissenschaft heute darauf nehmen kann, die Epigenetik.
Was macht einen Menschen aus? Welche Rolle spielen die Gene für die Persönlichkeit? Kann man destruktive Merkmale mit epigenetischen Methoden unterdrücken, und was folgt daraus für den Menschen? Je klarer es wird, was genau hier an Kindern manipuliert wurde, umso gruseliger erscheint das Gelesene im Nachhinein.
In dieser Gemengelage Orientierung zu finden, ist Thema des Romans. Eine solche Menge an Einflüssen ist ganz und gar amerikanisch – Real American. Das Land ist ein Schmelztiegel unterschiedlichster Lebensweisen und Herkünfte. Mir war das etwas zuviel auf einmal.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Okay

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Ich habe diese Figuren wirklich ins Herz geschlossen, ein Kompliment, das ich am besten damit aussprechen kann, dass ich normalerweise kein Fan von mehrdimensionalen Erzählperspektiven bin, aber dennoch ...

Ich habe diese Figuren wirklich ins Herz geschlossen, ein Kompliment, das ich am besten damit aussprechen kann, dass ich normalerweise kein Fan von mehrdimensionalen Erzählperspektiven bin, aber dennoch die Lektüre aus allen drei Blickwinkeln dieses Buches genossen habe.

Leider hinterließ dieser Perspektivwechsel – von der Mutter über den Sohn zur Großmutter – einige Lücken, die mir unerklärlich erschienen. Wir verlassen die Geschichte, nachdem eine Figur einen Elternteil verlassen und den anderen angenommen hat, und kehren ohne Erklärung zum jeweils anderen zurück. Dinge, von denen ich dachte, sie würden durch die Charakterentwicklung aufgelöst – die Abhängigkeit der Mutter vom Sohn, die Unwilligkeit des Sohnes zu lieben, der Ehrgeiz und die Sturheit der Großmutter, das Verhältnis zu Macht und Reichtum, der Großvater und der Vater selbst – finden wir am Ende entweder wie durch Zauberhand gelöst oder unverändert vor. Auch das zentrale Thema der Geschichte, das sich um Genetik, Herkunft, Geld, Klasse und die Frage dreht, was uns zu dem macht, was wir sind, blieb unerforscht.

Obwohl mir vieles an diesem Buch gefallen hat, hatte ich den Eindruck, dass es den Kern von Familiendramen nicht erfasst hat. Ich kannte diese Figuren zwar in gewisser Weise, aber ich verstand die Bindungen zwischen ihnen nicht.

Und als Fan von Familiendramen komme ich darüber einfach nicht hinweg!

Fazit: Vieles hat mir gefallen, aber nicht das, was ich mir gewünscht hätte.

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