Anfangs zäh und dann ein Sog
624 Seiten. Also ein kleiner Wälzer. Vermutlich das längste Buch, dass ich bisher in diesem Jahr gelesen habe, denn ich bevorzuge aktuell eher kürzere Bücher. Aber eine gemeinsame Leserunde mit dem @eiseleverlag ...
624 Seiten. Also ein kleiner Wälzer. Vermutlich das längste Buch, dass ich bisher in diesem Jahr gelesen habe, denn ich bevorzuge aktuell eher kürzere Bücher. Aber eine gemeinsame Leserunde mit dem @eiseleverlag , das hat mich dann doch gereizt.
Ich habe den Fehler gemacht, dieses Buch als Hörbuch zu beginnen. Keine Frage, es wird wundervoll von Max Hoffmann gelesen. Aber die vielen Namen haben .ich anfangs abschweifen lassen und ich habe gemerkt, dieses Buch muss ich lesen.
Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. 1988 in Chicago ist Yale der Protagonist. Er ist ein großer Kunstliebhaber bzw. -experte und für seine Galerie immer wieder auf der Suche nach neuen und alten Werken. Ein neues Virus geht um, verbreitet Angst und Unsicherheit, trennt Liebende und Freunde aber. Und doch ist da auch immer Hoffnung und Sehnsucht.
30 Jahre später begleiten wir Fiona nach Paris, um ihre Tochter zu finden und zu erörtern, was sie voneinander distanziert hat.
Beide Zeitebenen wechseln sich immer wieder ab und ich gebe zu, Yales Geschichte hat mich sehr gefesselt. Fionas Part fand ich nicht uninteressant aber ich fieberte immer wieder den 80ern entgegen. Die Freundschaften, die Geschichte um eine Kunstsammlung, die Liebe und dieses verdammte AIDS zogen mich in ihren Bann und ließen mich leiden und trauern. Dieses Buch bewegt so sehr und gibt gleichzeitig so viel.
Die Zeitebenen hängen auf ihre eigene Art miteinander zusammen und nach und nach erschließen sich die Zusammenhänge, die das Lesen immer wieder spannend macht.
Wenn euch die Seitenanzahl nicht abschreckt, lässt euch darauf ein. Ihr werdet es nicht bereuen.
Und wieder einmal muss ich betonen was für eine herausragende Leistung Übersetzer*innen leisten. Sicher hätte ich das Buch auch auf Englisch lesen können, aber mir wären sicher einige Zwischentöne abhanden gekommen und ich hätte bei meiner Sprachkenntnis nicht so tief eintauchen können. Daher gebürt auch Bettina Abarbanell ein großer Dank.