Roman | Der ergreifende Liebesroman um die Frage, was stärker ist: die Angst oder die Liebe? – der SPIEGEL-Bestsellerautorin von ›Just for the Summer‹
Franka Reinhart (Übersetzer)
Das Leben ist zu kurz, um nicht zu lieben
Für Vanessa muss jeder Tag ein neues Abenteuer bereithalten und als Reisebloggerin hat sie Millionen Follower auf YouTube, die ihren Blick auf das Leben teilen. Aber jeden Moment zu genießen ist für Vanessa nicht nur ein einfaches Motto, denn ihre Mutter und Schwester sind aufgrund einer Erbkrankheit nicht einmal dreißig geworden.
Doch Vanessas Vorhaben werden über den Haufen geworfen, als ihre Halbschwester die neugeborene Tochter bei ihr absetzt und verschwindet. Das war’s erstmal mit den Reiseplänen und stattdessen besteht Vanessas Alltag aus Windeln, Babykotze und nächtlichen Schreianfällen.
Letztere rufen ihren extrem gut aussehenden Nachbarn Adrian auf den Plan, der sich nicht nur als hilfsbereit, sondern auch als der Babyflüsterer schlechthin erweist. Nach und nach entwickeln die beiden Gefühle füreinander, aber Vanessa hat geschworen, sich niemals zu verlieben. Denn schlimmer, als für immer allein zu sein, ist auf eine Zukunft zu hoffen, die vielleicht niemals eintritt.
»Eine unvergessliche Liebesgeschichte mit emotionaler Tiefe. In gleichen Teilen herzzerreißend und herrlich hoffnungsspendend.« Booklist
Weitere Bücher von Abby Jimenez – alle sind unabhängig voneinander lesbar:
›The Friend Zone‹ (bereits erschienen unter dem Titel ›Wenn aus Funken Flammen werden‹)
›The Happy Ever After Playlist‹ (bereits erschienen unter dem Titel ›Wenn in mir die Glut entflammt‹)
›Part of Your World‹
›Yours Truly‹
›Just for the Summer‹
›The Situationship‹ – Kurzgeschichte zum Kennenlernen von Doug und Maddie aus ›Just for the Summer‹
›Say You'll Remember Me‹
›Der schlechteste Wingman aller Zeiten‹ – Kurzgeschichte in der Sammlung ›The Unexpected Meet Cute‹
Ich habe die Strangers-To-Friends-To-Lovers Story geliebt. Es war ein grandioser Slow Burn, welcher ernste Themen und Humor perfekt im locker leichten Schreibstil miteinander verbindet.
Es war zwar erst ...
Ich habe die Strangers-To-Friends-To-Lovers Story geliebt. Es war ein grandioser Slow Burn, welcher ernste Themen und Humor perfekt im locker leichten Schreibstil miteinander verbindet.
Es war zwar erst mein zweites Buch der Autorin - ich würde dennoch sagen: Einfach typisch Abby!
Ab Seite 1 ist Vanessa eine liebenswerte Protagonistin, deren Glas immer halb voll ist. Sie opfert sich schon immer für ihre Familie auf. Auch jetzt als sie sich selbst mit einer Erbkrankheit auseinandersetzt und plötzlich Pflegemutter für ihre Nichte wird. Dabei verliert sie nie ihre positive Einstellung und Lebensenergie.
Im Lauf der Geschichte begleiten wir Vanessa bei einer tollen Charakterentwicklung, wie sie entschleunigt wird und als Reisebloggerin endlich ein Zuhause findet.
Hier kommen wir zu Adrian, dem traumhaften Nachbar. Er ist zwar etwas überarbeitet, aber eine absolute Greenflag. Er legt Vanessa und dem Baby die Welt zu Füßen und versteht es endlich, die Rolle als Workaholic abzulegen.
Ein Detail, welches mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, sind die Kapitelüberschriften. Kleine Teaser für die kommenden Seiten.
Klare Leseempfehlung für alle die eine RomCom mit familiären und alltäglichen Herausforderungen suchen!
Manche Geschichten klopfen leise an, andere reißen einem direkt das Herz auf. Dieses Buch gehört für mich klar zur zweiten Sorte. Abby Jimenez erzählt von Vanessa, die das Leben im Schnelldurchlauf lebt, ...
Manche Geschichten klopfen leise an, andere reißen einem direkt das Herz auf. Dieses Buch gehört für mich klar zur zweiten Sorte. Abby Jimenez erzählt von Vanessa, die das Leben im Schnelldurchlauf lebt, weil die Zeit für sie nie selbstverständlich war. Als ein Baby plötzlich ihr gesamtes Leben umkrempelt, geraten Freiheitsdrang und Verantwortung schmerzhaft aneinander und mittendrin ein Nachbar, der mehr ist als nur nett.
Ich habe dieses Buch mit einem Lächeln begonnen und mit feuchten Augen beendet. Die Geschichte ist warm, ehrlich und überraschend tiefgründig. Humor trifft auf ernste Themen wie Verlust, Angst vor Zukunft und die Frage, ob Liebe Mut oder Risiko ist. Besonders hängen geblieben ist mir der Satz: „Wenn du dein Leben damit verbringst, über das Schlimmste nachzudenken, hast du es zweimal durchlebt, wenn es schließlich passiert.“ Genau dieses Gefühl zieht sich durch jede Seite.
Der Schreibstil ist flüssig, modern und emotional, ohne kitschig zu werden. Vanessa wirkt authentisch, verletzlich und stark zugleich. Für mich ein Roman, der berührt, ohne zu beschweren, und lange nachhallt.
Schreibstil:
Jedes Mal wieder bewundere ich die Autorin für ihren flüssigen Schreibstil, der super locker leicht Emotionen rüberbringt, von denen andere Bücher nur träumen können. Hier ist mir wieder etwas ...
Schreibstil:
Jedes Mal wieder bewundere ich die Autorin für ihren flüssigen Schreibstil, der super locker leicht Emotionen rüberbringt, von denen andere Bücher nur träumen können. Hier ist mir wieder etwas aufgefallen, dass alte Vorstellungen von Männlichkeit noch ein Ding sind, aber ansonsten war es einfach nur wunderschön und sehr schnell lesbar. Besonders mag ich ja immer, wie humorvoll sie alles rüberbringt und welche Chemie zwischen den Figuren besteht.
Die Geschichte – Reisebloggerin mit Pflegekind trifft auf Im-Irgendwann-verlorenen-Anwalt
Erzählt wird aus den Perspektiven beider Hauptprotagonist:in. Das ist die YouTuberin Vanessa Price und der Anwalt Adrian Copeland, die zufällig beide auch noch Nachbarn sind. Die Situation zu Anfang ist Klischee, aber gleichzeitig auch pure Chemie und Humor. Denn treffen zwei Figuren aufeinander, die beide sehr stark in ihrem Charakter sind und keinen Blatt vor den Mund nehmen. Ich war sofort gefangen und hatte überhaupt nicht das Gefühl, voraussehen zu können, wie die Geschichte ablaufen würde. Zumal der tragische Moment schon gleich zu Anfang erwähnt und in die Handlung eingebunden wird und somit keine böse Überraschung, die im Hintergrund schwelt, ist.
Vanessa – Abkehr von der Traurigkeit, Hinwendung zum Leben im Jetzt
Ich glaube, mit dieser Überschrift beschreibt man sie echt schon ganz gut. Ihr könnt euch wahrscheinlich direkt vorstellen, wie sie ihr Leben lebt. Es geht darum, die Momente zu genießen, die guten Kerzen nicht aufzubewahren für den einen Moment, der perfekt ist und der dann nie kommt. Gleichzeitig versucht sie sich nicht darauf zu konzentrieren, was alternativ sein könnte. Denn das ist der tragische Moment, den sie mit in die Geschichte bringt. Diese Lebenseinstellung hat viele wundervolle und lustige Momente in die Geschichte gebracht. Keine Ahnung, wann ich das letzte Mal so begeistert von dem Einfallsreichtum gemeinsamer Aktivitäten der Protagonist:en war oder wann ich das letzte Mal so neidisch auf ein gelebtes Leben war. Meist wird es ja gar nicht richtig geschätzt (wie es anfangs auch bei Adrian der Fall ist).
Ich mochte an ihr als Figur außerdem, dass sie trotz dieser krassen Lebenseinstellung nie aufgesetzt wirkte. Ich nahm ihr ab, dass das eine sehr bewusste Lebensentscheidung war. Ich merkte, wie wichtig ihre Familie ihr ist und wie hilfsbereit sie eigentlich ist. Dazu ist sie emotional einfach sehr schlau. Sie durchschaut die Menschen, vor allem dann, wenn sie es sich selbst nicht eingestehen wollen und sie ist gleichzeitig unheimlich offen dafür, Hilfe in Anspruch zu nehmen. So waren ihre Worte es, die immer wieder Denkanstöße während des Handlungsverlaufs lieferten. Sowohl für die Figuren als auch für mich als Leserin.
Was etwas brauchte, war zu verstehen, wie sie ihrer Familie so bedingungslos helfen konnte. Aber auch da konnte sie mich bald überzeugen, indem sie das Gute in den Menschen nach außen kehrte und uns Leser:innen half, dies an den anderen Figuren zu sehen. So wird der Messievater nicht zu einem ekelhaften Menschen, sondern zu einem, dem man helfen will. Und der Bruder ohne Job mit vielen Ideen im Kopf nicht zu einem Looser, sondern nur zu einem, der seinen Weg noch finden muss. Oder ganz akut die drogensüchtige Schwester nicht zu einer schlechten Mutter, sondern einfach nur zu einer Frau mit einem Problem, das sie ohne Hilfe nicht mehr in den Griff bekommt. Vorurteile ade heißt es hier und das fand ich wirklich schön.
Adrian – Workaholic & Alphamännchen, der immer die Kontrolle braucht, aber ein sehr weiches Herz hat
Und schon treffen wir auf die zweite Figur, die mein Herz im Sturm erobert hat. Adrian ist ein Anwalt wie er im Buche steht. Er arbeitet fast ausschließlich, macht wenig mit Freunden, genießt höchstens mal gutes, geliefertes Essen und hängt nicht besonders an seiner Freundin. Eigentlich ein Klischeetyp, der klingt, als müsste er erst seinen Charakter finden. Allerdings braucht es dafür nur Vanessa, wie Adrian später selbst sagt. Mit ihr hat er wieder atmen gelernt und sich nicht weiter von der Sonne blenden lassen.
So zeigt Adrian, dass er ebenso hilfsbereit und vor allem ein absoluter Familienmensch ist. Ob das nun seine Oma ist, mit der er zu Mittag isst, oder eben Vanessa mit dem Baby (und später dem Hund). Adrian findet eine Aufgabe und all seine vlt. negativ auslegbaren Eigenschaften finden etwas, worauf sie sich fernab der Arbeit konzentrieren können.
Ich mochte an ihm, dass er hinter der Anwaltsfassade echt viele Baustellen hatte, die erst durch Vanessa so richtig aufgedeckt wurden. Dadurch konnten die beiden und vor allem er alleine dann daran arbeiten. Das hat die Geschichte gut voran gebracht und vor allem für kleinere Reibereien gesorgt, die die Spannung weiter aufrecht gehalten haben, ohne dass wirklich dramatische Höhepunkte den Handlungsverlauf künstlich aufgebauscht hätten.
Adrian & Vanessa – haben Romeo & Julia dieses Mal nur ein Jahr?
Schon allein die Kapitelüberschriften in diesem Buch haben mich jedes Mal zum Schmunzeln gebracht, denn sie sind Clickbait-Überschriften nachempfunden. Ganz derer, mit denen Vanessa sich als bekannte YouTuberin öfters abgeben muss. Schön fand ich, dass dieses Thema durch das Baby aber nur am Rande präsent war. Ich mag es zwar authentisch, finde es aber auch etwas anstrengend, wenn das „Starleben“ so einen großen Raum einnimmt. Weil es unweigerlich alles kompliziert und anstrengend macht. Vanessa dagegen macht es einem bewusst, aber sie pausiert hier. Kann einfach ihr Geld nutzen und steht Adrian damit in nichts nach, sodass kein Moneygap zwischen ihnen ensteht.
Während das eine Jahr bei Vanessa klar im Fokus steht, weiß Adrian nicht so wirklich etwas davon und so ist ihre platonische Freundschaft nicht von Zeitdruck oder ähnlichem bedrängt. Stattdessen werden sie ganz natürlich Freunde und genauso natürlich mehr. Ich mochte es, dass es zwar klare Grenzen gab, es aber nicht so dramatisch immer wieder zu Diskussionen oder Misskommunikation führte.
Was ich dagegen etwas kurz gekommen fand, war Vanessa als Mutter. Während Adrian mit dem Baby geradezu aufblüht und sein Leben sich ganz konkret zum Besseren entwickelt, bleibt Vanessa immer etwas zurückhaltend, was die Muttergefühle angeht. Ich hätte mir irgendwie gewünscht, dass das bei ihr noch eine größere Rolle gespielt hätte, gerade, weil sie so familienverbunden ist und sich um alle kümmert.
Fazit:
Eine wirklich schöne, leichte Geschichte, die über Klischees hinwegschreitet, sich aber auch in der Tiefe etwas zurückhält. Das Buch ließ sich super lesen und hat mich gut unterhalten, war aber definitiv nicht das stärkste Buch der Autorin. Ich kann es dennoch empfehlen:)
„Life’s Too Short“ von Abby Jimenez hat mich auf eine Art berührt, mit der ich ehrlich gesagt nicht gerechnet habe. Ich bin mit einer lockeren, humorvollen Liebesgeschichte gestartet – und habe am Ende ...
„Life’s Too Short“ von Abby Jimenez hat mich auf eine Art berührt, mit der ich ehrlich gesagt nicht gerechnet habe. Ich bin mit einer lockeren, humorvollen Liebesgeschichte gestartet – und habe am Ende mit Tränen in den Augen dagestanden.
Im Mittelpunkt steht Vanessa Price, eine Travel-YouTuberin, die ihr Leben bewusst intensiv lebt, weil sie glaubt, früh an derselben Krankheit zu sterben wie ihre Mutter. Als plötzlich ihre kleine Nichte bei ihr einzieht, gerät ihr durchgetaktetes, freiheitsliebendes Leben aus dem Gleichgewicht. Und dann ist da noch Adrian Copeland – der strukturierte, überkorrekte Nachbar, der eigentlich so gar nicht in Vanessas spontane Welt passt.
Was mich sofort gepackt hat, war diese Mischung aus Leichtigkeit und Schwere. Abby Jimenez schafft es, humorvolle Dialoge und banter einzubauen, bei denen ich wirklich schmunzeln musste – vor allem zwischen Vanessa und Adrian. Ihre Dynamik fühlt sich echt an, nicht konstruiert. Adrian ist einer dieser Bookboyfriends, die leise daherkommen, aber emotional alles tragen. Seine Fürsorglichkeit, seine Geduld, seine Art zuzuhören – das ging mir richtig unter die Haut.
Gleichzeitig behandelt das Buch Themen wie Angst vor Krankheit, Verantwortung, Trauma und Selbstschutz. Und das macht es so intensiv. Ich fand besonders stark, wie Vanessas innere Zerrissenheit dargestellt wurde: dieses Bedürfnis zu lieben – aber gleichzeitig niemanden zu sehr an sich heranzulassen, um ihn nicht irgendwann zu verletzen. Das war schmerzhaft ehrlich.
Aber – und das muss ich auch sagen – nicht alles hat mich komplett überzeugt. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass bestimmte Konflikte etwas zu schnell gelöst wurden. Gerade gegen Ende ging mir manches emotional ein bisschen zu glatt. Ich hätte mir noch mehr Tiefe in manchen Gesprächen gewünscht, noch mehr Raum für die wirklich schweren Momente. Außerdem war mir Vanessas „Ich stoße dich weg, um dich zu schützen“-Muster stellenweise etwas repetitiv. Ich habe verstanden, warum sie so handelt – aber es hat sich zwischendurch im Kreis gedreht.
Trotzdem: Die Emotionen haben für mich überwogen. Dieses Buch hat mich daran erinnert, wie kostbar Zeit ist. Wie sehr Angst unser Leben bestimmen kann – und wie mutig es ist, sich trotzdem für Nähe zu entscheiden.
„Life’s Too Short“ ist für mich keine perfekte, aber eine unglaublich herzliche und berührende Geschichte. Sie hat mich zum Lachen gebracht, mich frustriert, mich hoffen lassen – und genau deshalb bleibt sie bei mir.