Cover-Bild Ins fahle Herz des Sommers
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Lübbe Audio
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 27.04.2026
  • ISBN: 9783785787847
  • Empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Andreas Eschbach

Ins fahle Herz des Sommers

Matthias Koeberlin (Sprecher)

Die nahe Zukunft. Seit Jahren brennt die Sonne erbarmungslos vom Himmel. Die Hitze ist unerträglich, der Süden unbewohnbar geworden, der Staat nur noch Fassade. Wer es sich leisten konnte, ist rechtzeitig nach Nordschottland, Grönland, Kanada oder Sibirien gezogen. Fausto hat es nicht in den Norden geschafft. In einem weitgehend aufgegebenen Dorf kämpfen er und einige wenige Nachbarn ums Überleben. Der Alltag ist hart und wenig abwechslungsreich. Bis eines Tages eine schöne, schweigsame junge Frau auftaucht, der die Hitze beneidenswert wenig auszumachen scheint. Fausto verliebt sich in sie - nichts ahnend von dem unerhörten Geheimnis, das mit ihr verbunden ist ...

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2026

Wenn die Sonne zum Feind wird

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Andreas Eschbach hat mit "Ins fahle Herz des Sommers" éine atmosphärisch dichte Dystopie geschaffen, die lange nachhallt. Ich habe den Roman als Hörbuch angehört.

Die Handlung spielt in einer nahen Zukunft. ...

Andreas Eschbach hat mit "Ins fahle Herz des Sommers" éine atmosphärisch dichte Dystopie geschaffen, die lange nachhallt. Ich habe den Roman als Hörbuch angehört.

Die Handlung spielt in einer nahen Zukunft. Es eröffnet sich uns ein schreckliches Szenario. Eine unbarmherzige Sonne brennt vom Himmel. Die Klimakatastrophe ist eingetroffen und hat die Menschen in kühlere Gegenden flüchten lassen. Zudem hat eine Pandemie gewütet und die Menschen dahingerafft.

Nur noch wenige Menschen halten sich in dem kleinen Dorf, das irgendwo im Süden Europas angesiedelt ist, auf. Früher bot es fast 1000 Einwohnern Heimat. Jetzt leben hier nur noch eine alte Frau und der ebenso alte Pfarrer und außerhalb des Dorfes, die reiche Bauernfamilie Brack. Und natürlich unserem Protagonisten Fausto. Regelmäßig macht sich Fausto nachts, wenn die Hitze nachgelassen hat, in den verlassenen Häusern auf die Suche nach Konserven und haltbaren Lebensmitteln.

Irgendwann bemerkt Fausto bei sich ein Kribbeln im Nacken. Er fühlt sich beobachtet. Und richtig, im Nachbarhaus ist eine junge Frau eingezogen: Valerie. Wer ist sie? Wo kommt sie so plötzlich her. Ihr scheint auch die Hitze nichts anzuhaben.

Das Hörbuch hat mich gefesselt und ich habe es sehr gerne gehört, auch wenn die Thematik düster und bedrohlich ist. Der Sprecher Matthias Koeberlin macht einen wunderbaren Job. Er liest mit ruhiger, unaufgeregter Stimme. Er transportiert perfekt den Ernst der Lage, die bedrückende Stimmung, den Kampf ums Überleben, die Einsamkeit und die Hitze.

Andreas Eschbach setzt weniger auf Action. ‚Ins fahle Herz des Sommers‘ lässt eine lebensfeindliche Welt entstehen, mit glühender Hitze, Wasserknappheit und einem diktatorischen Staat.

Fazit: Ein Hörbuch, dass zum Denken anregt und lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Existenzielle Konsequenz, subtil erzählt

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"Ins fahle Herz des Sommers" ist eine Dystopie, die uns mitnimmt in eine, wie mir scheint, nicht allzu ferne Zukunft. In vielen Gegenden der Welt sind Dürren und Hitze bereits Alltag. Wassermangel und ...

"Ins fahle Herz des Sommers" ist eine Dystopie, die uns mitnimmt in eine, wie mir scheint, nicht allzu ferne Zukunft. In vielen Gegenden der Welt sind Dürren und Hitze bereits Alltag. Wassermangel und Mangel an anderen Ressourcen sind ebenso real. Allerdings spielen sich solche Szenarien bislang nicht in Europa ab. Und hier setzt Andreas Eschbach nun mit seiner Erzählung an:
Fausto, einer der wenigen, die sich noch im südlichen Europa aufhalten, erlebt seine feindliche Umwelt als Einzelgänger, der nur nachts das Haus verlässt, um auf Beutezug zu gehen. Dabei klärt Eschbach nicht darüber auf, wie diese hitzegeplagte Welt tatsächlich aussieht.
Muss er auch nicht, denn wo es kaum noch Pflanzen in freier Natur gibt, gibt es auch keine Insekten, Vögel oder andere Tiere. Nach Verwertbarem jagen lässt sich also nur noch in den verlassenen Häusern der Menschen, die sich nach Norden aufgemacht haben, um der erbarmungslosen Hitze zu entkommen.
Eine trostlose, einsame und gefährliche Welt, in der Fausto sich aber ganz gut eingerichtet hat.
Bis auf eine alte Dame, die noch im gleichen Dorf wohnt und von ihrer Tochter erzählt, die es angeblich nach Sibirien geschafft hat, sowie den Dorfpfarrer, der immer noch Messe hält, um sich selbst zu trösten, hat Fausto keine Gefährten.

Die Geschichte entfaltet sich mit einem zunächst starken Sog: Eschbach gelingt es, eine dichte, leicht melancholische Atmosphäre aufzubauen, die den Leser unmittelbar in ihren Bann zieht. Seine Sprache ist präzise, oft poetisch, ohne überladen zu wirken. Gerade die Beschreibungen von Stimmungen und inneren Zuständen gehören aus meiner Sicht zu den größten Stärken des Romans.

Allerdings zeigt sich schon nach den ersten Kapiteln ein zentrales Problem:
Die Handlung entwickelt sich vergleichsweise schleppend. Während Eschbach viel Raum für Reflexion und Atmosphäre lässt, bleibt die eigentliche narrative Dynamik teilweise auf der Strecke. Spannung wird eher angedeutet als konsequent aufgebaut.

Die Figuren, auch der Protagonist, wirken seltsam oberflächlich, ihre Entscheidungen erscheinen mitunter nicht ausreichend motiviert. Die Stärke des Erzählens liegt weniger in der Handlung als in der Atmosphäre und im sprachlichen Feinsinn als in erzählerischer Konsequenz. Der Roman arbeitet lange auf eine Zuspitzung hin, bleibt aber letztlich unspektakulär.

Und das ist, wie ich meine, der Lebenswirklichkeit des Protagonisten angemessen:
Fausto handelt wenig, entwickelt sich nicht, stellt sich Konflikten nicht, bleibt merkwürdig unlebendig und passiv. Faustos Überlebenskampf - ein Kampf gegen die Endlichkeit, ohne Aussicht auf erfreulichere Zustände wird nur unterbrochen vom Auftauchen der geheimnisvollen Valerie, die nicht sagen kann oder will, woher sie eigentlich kommt. Erstaunlich gut ist sie an die Verhältnisse angepasst. Eine kühle und fast roboterhafte Aura geht von ihr aus. Und wir ahnen: etwas stimmt hier nicht. Darüber gesprochen wird aber nicht. Der Leser darf sich auch hier seinen Teil denken.

Fausto hat in dieser Welt keine echte Zukunft, und dann wirkt das Ende von „Ins fahle Herz des Sommers“ plötzlich nicht mehr wie ein Ausweichen des Autors vor der Zuspitzung, sondern wie eine logische Konsequenz.
Jede klare Auflösung wäre fast unehrlich gewesen. Ein „sauberes“ Ende hätte eine Stabilität suggeriert, die diese Welt gar nicht hergibt. Das Offene wird zur Aussage: Nicht was passiert, ist entscheidend, sondern dass es keine tragfähige Lösung gibt. Die Passivität der Figur bekommt eine neue Bedeutung.

Der Leser muss aktiv ergänzen, was der Text selbst nur andeutet. Andreas Eschbach überlässt es der Phantasie seiner Leser, wie Fausto letztlich enden wird.

Für mich ist das Buch eine starke und logisch konsequent erzählte Geschichte eines Scheiterns in einer Lebenswirklichkeit, die normale menschliche Existenz wie wir sie kennen nicht zulässt.

Gelesen von Matthias Koeberlin - Hörenswert

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Verstörend realistisch

3

Dieses Buch ist ein verstörender Blick in eine wohl nicht allzu weit entfernte Zukunft.

Fausto hat noch eine ganz andere Welt gekannt, als noch nicht ewiger Sommer war, als noch viele Menschen lebten ...

Dieses Buch ist ein verstörender Blick in eine wohl nicht allzu weit entfernte Zukunft.

Fausto hat noch eine ganz andere Welt gekannt, als noch nicht ewiger Sommer war, als noch viele Menschen lebten und es Regen, Jahreszeiten, Geschäfte und Leben überall gab. Er ist noch nicht alt, hat aber persönlich miterlebt, wie allmählich alles anders wurde und eine Pandemie den Rest erledigte. Sehr eindringlich zeigt uns Andreas Eschbach was sein könnte, wenn wir so weitermachen.

Hier passiert nicht sehr viel, das Leben ist karg und aufs Wesentliche beschränkt. Trotzdem liest man es fasziniert, die Schilderungen sind verstörend realistisch. Viele Andeutungen suggerieren, dass uns genau das ganz bald bevorsteht, da war ein Klimawandel, den niemand ernst genommen hat, bis es zu spät war. Das macht es nochmal extra beklemmend.

Der Text liest sich ganz wunderbar, die düstere Atmosphäre wird sehr anschaulich und poetisch geschildert, man fühlt die Hitze, schmeckt den Staub und mag kaum aufhören zu lesen.

Im Grunde ist dies genau das Buch, was die Welt jetzt braucht. Es ist kurz, aber allerhöchst eindringlich, es fesselt, verstört und macht nachdenklich. Zum Ende hin gibt es sogar noch eine böse Überraschung, ein kleines, fieses Sahnehäubchen. Dies ist ein geniales Geschenk für eigentlich jeden, besonders für alle, die noch irgendwie am Klimawandel zweifeln. Ich hoffe, es wird verfilmt!

Das Hörbuch liest Matthias Koeberlin ganz wunderbar. Er gibt diese beklemmende Atmosphäre perfekt wieder und verleiht dem Text damit echten Mehrwert. Ein bisschen schade ist, dass dieses eh schon kurze Buch als Hörbuch auch noch gekürzt wurde. Mir hat beim Hören nichts gefehlt, aber der Text ist wirklich schön geschrieben, intensiv und poetisch, da ist es bedauerlich, wenn etwas herausgestrichen wird. Es dauert 5 Stunden und 14 Minuten.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Beklemmende Dystopie

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Mit "Ins fahle Herz des Sommers" hat Andreas Eschbach einen Roman verfasst, der beklemmt und nachdenklich macht. Ich habe den Roman als Hörbuch im Rahmen einer Hörrunde gehört, eingelesen hat ihn Matthias ...

Mit "Ins fahle Herz des Sommers" hat Andreas Eschbach einen Roman verfasst, der beklemmt und nachdenklich macht. Ich habe den Roman als Hörbuch im Rahmen einer Hörrunde gehört, eingelesen hat ihn Matthias Köberlin.

Fausto, der Hauptprotagonist des Romans, lebt allein in einem Dorf in Nordfrankreich. Aufgrund einer vorangegangenen Pandemie und unerträglicher Hitze gibt es außer ihm fast keine Menschen mehr in der Gegend. Nur noch eine ältere Dame, der Pfarrer der Gemeinde und eine Familie, die alles an sich reißt, leben außer ihm dort. Der Rest ist entweder durch die Pandemie gestorben oder in den hohen Norden geflüchtet. Fausto fährt nachts mit dem Fahrrad in andere Orte, um sich seinen Lebensunterhalt zu organisieren. Eines Tages taucht Valerie im Dorf auf. Sie hat eine kühle Haut und isst nur Kakteen. Zwischen den beiden entwickeln sich Gefühle.

Die Dystopie hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil von Eschbach vermittelt nicht nur die Gefühle der Protagonist*innen, er beschreibt auch die Umwelt sehr genau. Man spürt die Hitze, die Verzweiflung aber auch die Hoffnung. Ich konnte mich gut in Fausto hineinfühlen. Trotz der widrigen Umstände verliert er die Hoffnung nicht. Aber: lest oder hört selbst! Der Roman umfasst nur 240 Seiten bzw. etwas über 5 Stunden als Hörbuch, Der Inhalt hat es aber in sich und regt zum Nachdenken an. Können wir als Einzelne etwas gegen den Klimawandel tun? Wie nah ist solch ein Szenario? Was hat es mit Valerie auf sich?

Matthias Köberlin liest den Roman mit einer angenehmen Stimme, unaufgeregt, präzise und einfühlsam zugleich. Er passt gut zum Inhalt des Romans, er hat außerdem schon einige (wenn nicht alle?) Romane von Eschbach eingelesen.

Am Ende des Romans bleiben ein paar Fragen offen, was für mich aber genau zum Thema passend war. Lesende, die kein Problem mit offenen Enden haben, werden den Roman mögen. Lesende, die ein "Happyend" erwarten, werden enttäuscht sein.

Meine Erwartungen hat das Hörbuch (leider eine gekürzte Fassung) vollumfänglich erfüllt. Viel gekürzt worden scheint allerdings nicht zu sein, die Printversion ist ja auch eher eine Kurzgeschichte. Trotz der Kürzungen bekommt es von mir 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Der Klimawandel ist endgültig da

2

"Ins fahle Herz des Sommers" von Andreas Eschbach, erschienen bei Lübbe Audio im April 2026, gesprochen von Matthias Koeberlin

In diesem Roman von Andreas Eschbach dreht sich alles um die Zeichen des ...

"Ins fahle Herz des Sommers" von Andreas Eschbach, erschienen bei Lübbe Audio im April 2026, gesprochen von Matthias Koeberlin

In diesem Roman von Andreas Eschbach dreht sich alles um die Zeichen des Klimawandels.
Es ist eine Geschichte über Isolation, körperliche Auszehrung und eine fatale Begegnung.

Mir wurde richtig warm beim Hören. Beim Joggen ist das Hörbuch weniger geeignet, da die Stimmung beklemmend und die Hitze zu spüren ist.
Es hat mir aber insgesamt gut gefallen, besonders der Sprecher Matthias Koeberlin. Mit seiner angenehmen Stimme gibt er der Geschichte die nötige Stimmung. Ich mag ihn sehr und höre ihm gerne zu.

Fausto lebt in einer Welt, die unter einer unerbittlichen, mörderischen Hitze erstarrt ist. Alles Leben hat sich in den Schatten oder die leichte Kühle der Häuser zurückgezogen. Die Außenwelt ist ein feindlicher Ort geworden. In dieser flirrenden Einöde trifft Fausto auf eine mysteriöse Frau. Ihr scheint die Hitze nichts auszumachen. Er verliebt sich und eine Beziehung beginnt, die unter keinem gutem Stern steht.

Es gibt wenig Raum für Nebenhandlungen. Alles konzentriert sich auf Faustos Wahrnehmung, den Schweiß, das Licht und die seltsame Dynamik zwischen ihm und der Unbekannten.

Die gekürzte Fassung tut der Geschichte meines Erachtens gut. Die psychologische Spannung bleibt erhalten, ohne dass die Handlungsarmut der glühenden Mittagshitze zu langatmig wirkt.

Ich empfehle es Hörern, die dystopische Erzählungen schätzen und Andreas Eschbachs Fähigkeit lieben, unbequeme Fragen über die menschliche Natur zu stellen.

Wer dieses Hörbuch hört, sollte eine Flasche Wasser griffbereit haben.
„Ins fahle Herz des Sommers" ist so trocken und heiß, dass ich die Dehydrierung förmlich spüren konnte.

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