Wenn die Sonne zum Feind wird
Andreas Eschbach hat mit "Ins fahle Herz des Sommers" éine atmosphärisch dichte Dystopie geschaffen, die lange nachhallt. Ich habe den Roman als Hörbuch angehört.
Die Handlung spielt in einer nahen Zukunft. ...
Andreas Eschbach hat mit "Ins fahle Herz des Sommers" éine atmosphärisch dichte Dystopie geschaffen, die lange nachhallt. Ich habe den Roman als Hörbuch angehört.
Die Handlung spielt in einer nahen Zukunft. Es eröffnet sich uns ein schreckliches Szenario. Eine unbarmherzige Sonne brennt vom Himmel. Die Klimakatastrophe ist eingetroffen und hat die Menschen in kühlere Gegenden flüchten lassen. Zudem hat eine Pandemie gewütet und die Menschen dahingerafft.
Nur noch wenige Menschen halten sich in dem kleinen Dorf, das irgendwo im Süden Europas angesiedelt ist, auf. Früher bot es fast 1000 Einwohnern Heimat. Jetzt leben hier nur noch eine alte Frau und der ebenso alte Pfarrer und außerhalb des Dorfes, die reiche Bauernfamilie Brack. Und natürlich unserem Protagonisten Fausto. Regelmäßig macht sich Fausto nachts, wenn die Hitze nachgelassen hat, in den verlassenen Häusern auf die Suche nach Konserven und haltbaren Lebensmitteln.
Irgendwann bemerkt Fausto bei sich ein Kribbeln im Nacken. Er fühlt sich beobachtet. Und richtig, im Nachbarhaus ist eine junge Frau eingezogen: Valerie. Wer ist sie? Wo kommt sie so plötzlich her. Ihr scheint auch die Hitze nichts anzuhaben.
Das Hörbuch hat mich gefesselt und ich habe es sehr gerne gehört, auch wenn die Thematik düster und bedrohlich ist. Der Sprecher Matthias Koeberlin macht einen wunderbaren Job. Er liest mit ruhiger, unaufgeregter Stimme. Er transportiert perfekt den Ernst der Lage, die bedrückende Stimmung, den Kampf ums Überleben, die Einsamkeit und die Hitze.
Andreas Eschbach setzt weniger auf Action. ‚Ins fahle Herz des Sommers‘ lässt eine lebensfeindliche Welt entstehen, mit glühender Hitze, Wasserknappheit und einem diktatorischen Staat.
Fazit: Ein Hörbuch, dass zum Denken anregt und lange nachhallt.