Ganz gut
Ich muss sagen, dass mich bei diesem Buch der Titel angesprochen hat. Ich war neugierig aufgrund der Idee, wie man wohl so seinen Tag gestaltet, wenn man weiß, dass man in den nächsten 24 Stunden stirbt. ...
Ich muss sagen, dass mich bei diesem Buch der Titel angesprochen hat. Ich war neugierig aufgrund der Idee, wie man wohl so seinen Tag gestaltet, wenn man weiß, dass man in den nächsten 24 Stunden stirbt. Man was ja nicht wie, wann genau und wo. Nur eben, dass man noch einen Tag hat.
Vom Schreibstil her fand ich es angenehm zu lesen. Auch die zum Großteil wechselnden Ansichten von Mateo und Rufus, fand ich mehr als passend gewählt. Gerade bei so einem Thema war es spannend zu sehen, was in den beiden jeweils vorgeht und wie sie mit der Situation umgehen.
Stellt euch also vor ihr lebt in einer Welt, in der es o genannte Todesboten gibt. Bedeutet ihr bekommt einen Anruf und dieser teilt euch mit, dass ihr innerhalb der nächsten 24 Stunden sterben werdet. Wie reagiert man auf so eine Nachricht? Igelt man sich ein? Rastet man aus? Oder will man gar etwas erleben, was man schon immer machen wollte? Was man an so einem Tag machen kann, zeigt uns der Autor anhand der Charaktere Mateo und Rufus.
Mateo ist 18 und seien wir ehrlich, viel zu jung zum Sterben. Doch das ist egal, denn er bekam den entscheidenden Anruf. Doch wie geht man als eher in sich gekehrter Junge der zu Videospielen und Büchern neigt damit um?
Rufus ist 17 und auch er hat den Anruf bekommen. Er wird ebenfalls sterben. Rufus hat vor wenigen Monaten seine Familie verloren und sich gerade halbwegs bei seiner Pflegefamilie eingelebt. Er ist das Gegenteil von Mateo.
Beide Charaktere haben sich noch nie gesehen oder miteinander Kontakt gehabt, aber genau soll sich jetzt ändern. Sie lernen sich über die App "Letzte Freunde" kennen und beschließen ihren letzten Tag in dieser Welt zusammen zu verbringen.
Wie die beiden nun den Tag verbringen fand ich ganz interessant gemacht. Das Rufus Mateo aus seinem Schneckenhaus lockt fand ich toll umgesetzt. So hat er ihm die Möglichkeit gegeben sich von lieben Menschen zu verabschieden und vielleicht noch ein paar Sachen zu erleben. Obwohl ich für Rufus am Anfang wenig Sympathie hegte, hat sich recht schnell geändert. Was nicht bedeutet, dass ich den Zeitpunkt als ihn der Todesbote anruft gut heiße. Er hat sicher aber gemausert und ich empfand ihn als Stütze für Mateo. Obwohl es andersrum nicht anders war. Ich glaube ein paar Sachen, konnte auch Rufus noch von Mateo lernen.
Die Idee ist was fürs Herz, aber es haperte mir etwas an der Umsetzung. So ganz kam der komplette Tiefgang der Story und die Emotionen nicht bei mir an. Ich hatte mit Tränen gerechnet, aber irgendwie war da nix. Und das bei einem Thema, dass zu Tränen rühren müsste. Zumindest mich, denn ich bin eher nah am Wasser gebaut. Dazu kommt noch eine etwas erzwungene "LoveStory", die es, meiner Meinung nach, überhaupt nicht gebraucht hätte. Ich verrate jetzt hier nicht zu viel, aber für bleibt sie überflüssig. Ohne wäre mir lieber gewesen, denn sie wirkt erzwungen. Und auch wenn mir beide Charaktere sympathisch waren, hatte ich irgendwie keinen wirklichen Zugang zu ihnen, weshalb es bei mir auch relativ emotionslos ablief. Schade, denn da wäre mehr drin gewesen.
Fazit
Dieses Buch setzt sich intensiv mit dem Thema Tod und Sterben auseinander und sollte daher nicht unbedingt zur Hand genommen werden, wenn man auf gute Laune aus ist. Verständlicher Weise. Es regt definitiv zum Nachdenken an, weil man sich vorstellt, wie es wohl wäre zu wissen, wann man in ungefähr stirbt. Was würde ich an meinem letzten Tag tun? Wen möchte ich bei mir haben? Das sind tatsächlich Fragen, die ich mir gestellt habe. In Großen und Ganzen also gar nicht so schlecht gemacht, aber der fehlende Zugang zu den Charakteren, die bei mir ausbleibenden Emotionen und die Lovestory führen leider zum Punktabzug. Womit ich bei 3,5 Sternen in der Bewertung bin.