Faszinierende Lebensgeschichte
An diesem Buch hat mich nicht nur das Thema Buchhandlung und Bücher, sondern vorallem auch Neuseeland gereizt. Von einem Besuch in Neuseeland träume ich bereits Jahrzehnte. Mit Ruth Shaw bin ich nun literarisch ...
An diesem Buch hat mich nicht nur das Thema Buchhandlung und Bücher, sondern vorallem auch Neuseeland gereizt. Von einem Besuch in Neuseeland träume ich bereits Jahrzehnte. Mit Ruth Shaw bin ich nun literarisch in Te Aoroa, den Land der langen weißen Wolke, unterwegs gewesen. Trotzdem ist diese Geschichte ganz anders, als ich sie eigentlich erwartet hatte.
Ruth Shaw erzählt in "Der Buchladen am Ende der Welt" hauptsächlich aus ihrem sehr ereignisreichen Leben. Wir sind nur kurze Zeit im kleinsten Buchladen des Landes und zwar immer wieder zwischen den einzelnen Kapiteln ihrer Lebensreise. Diese kurzen Anekdoten, die die Autorin "Geschichten aus dem Buchladen" nennt, sind meisten nur drei Seiten lang und erzählen über Menschen, die bei Ruth vorbeikommen und eine bestimmte Geschichte suchen.
Wir begleiten eine Frau, die bisher ein sehr ungewöhnliches Leben gelebt hat. Ruth war sehr lange Zeit eine Getriebene, die nach sich selbst und einem Platz im Leben gesucht hat. Dabei hat sie viele Höhen und Tiefen erlebt. Manche ihrer Erlebnisse haben mich erschüttert und schockiert zurückgelassen, wie der Verlust ihres Sohnes. Viele sind sehr traurig und doch spürt man den Lebenswillen und die Hoffnungt immer wieder durch die Zeilen.
Ruth Shaw hat unter anderem als Pfarrköchin, als Streetworkerin oder als Nachtschwester gearbeitet, sie war bei der Marine und züchtete Schweine. Ihre große Liebe aber war die See...und Lance.
Mit dem Segeln und dem Meer kenne ich mich als Einwohnerin eines Binnenlandes nicht wirklich aus. Trotzdem spürt man die Liebe zur See in jeder Zeile. Abenteuerliche Begebenheiten, wie ein Piratenüberfall oder ein lebensbedrohendes Sturmtief, haben mich immer wieder unglaublich den Kopf schütteln lassen.
In der Buchmitte findet man einige persönliche Fotos, die uns Ruth noch näher bringen. Es ist unglaublich, was sie in ihrem Leben alles erlebt hat.
Erst mit siebzig Jahren entschließt sie sich gemeinsam mit ihrem Mann in Manapōuri am südlichsten Zipfel Neuseelands einen kleinen Buchladen zu eröffnen. Der "Wee Bookshop" ist der kleinste Buchladen des Landes und besteht aus drei kleinen Häuschen.
Fazit:
Das Leben einer ungaublichen Frau, die erst spät ihren Platz im Leben gefunden hat. Eine faszinierende Lebensgeschichte, die ich gerne gelesen habe.