chaotischer Roadtrip wider Willen zweier Erben
Wenn ein Toter etwas gut zu machen hat und seinen Sohn mit seiner Nachbarin auf eine unfreiwillige Tour durch Europa schickt, dann kommt Verreisen mit Urne als Geschichte bei heraus.
Sandra Schipper ...
Wenn ein Toter etwas gut zu machen hat und seinen Sohn mit seiner Nachbarin auf eine unfreiwillige Tour durch Europa schickt, dann kommt Verreisen mit Urne als Geschichte bei heraus.
Sandra Schipper erzählt in genau dieser Geschichte wie Sir Archibald Wyndham der 2. seinen Sohn Rick und Louise, von ihm aber immer nur Tracy genannt, auf genau solch eine Reise geschickt wird. Beide willigen auch nur unter Protest ein, da sie ansonsten ihr avisiertes Erbe nicht bekommen werden.
Mir hat das Aufeinandertreffen des versnobten und aalglatten Ricks auf die etwas widersprüchlich, chaotisch und doch irgendwie herzensgute Louise sehr viel Spaß gemacht. Auch habe ich die ein oder andere Träne - mal vor Lachen, mal vor Wut oder Traurigkeit - verdrückt und meine Gefühlsachterbahn schlug einen Looping nach dem anderen.
Die Figuren in der Geschichte sind liebevoll konstruiert und lassen nach und nach hinter ihre Fassade blicken, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Auch wenn ich den alten Herrn zwischendurch echt gerne reanimiert hätte, um mal zu fragen, was er eigentlich für ein Arsch ist. Der Roadtrip ist einfach nur herrlich, wobei ich mich auch über Rick und sein weltfremdes Verhalten echt fast schon noch mehr amüsiert habe.
Die ganze Geschichte wird auch in einer bezaubernd leichten Art erzählt, die einfach nur einen entspannten Lesegenuss und am Ende des Buches die/den Lesende/n mit einem selig zufriedenen Seufzen zurücklässt und deshalb eine absolute Leseempfehlung von mir bekommt.