Cover-Bild Für Dancing Boy
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kunstmann, A
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 20.04.2023
  • ISBN: 9783956145353
Sara Johnsen

Für Dancing Boy

Anja Lerz (Übersetzer)

Wie bestimmend ist Sexualität und Biologie für unser Leben? Wie gehen wir mit Verlangen, Lust, Fehlbarkeit, Sehnsucht und Liebe um? Davon erzählt Sara Johnsen mit psychologischem Feingefühl in diesem ungewöhnlichen, spannenden, großen Roman. „Pure Pleasure“ ist der Name des Instituts zur Befriedigung sexueller Wünsche, das Lizz und ihr Ehemann Boje gegründet haben, und der Name ist Programm: Mithilfe modernster Technik erleben die Kunden körperliche Sensationen, die sie bisher nicht kannten. Das Institut floriert, Lizz und Boje verdienen gut, aber auch wenn sie sich im teuersten Viertel der Stadt ein Haus kaufen, sie bleiben Außenseiter. Ihre Tochter findet keinen Anschluss, die Nachbarn wollen mit ihnen nichts zu tun haben. Lizz leidet darunter und das führt zunehmend zu Konflikten in ihrer Ehe. Eines Tages kommt ein junger Mann in das Institut, der Lizz damit konfrontiert, dass er eine persönliche Betreuung wünscht, was nach den Regeln der Ethikkommission, der das Institut untersteht, strikt verboten ist. Lizz wehrt das ab, aber als sie feststellt, dass der Mann ein Muttermal an der gleichen Stelle hat wie das Kind, das sie vor vielen Jahren als Leihmutter ausgetragen hat, ist es um ihre Professionalität geschehen. Sie wird von Erinnerungen überschwemmt und von der Sehnsucht nach diesem Sohn, die sie seitdem immer begleitet hat. Er wäre heute im gleichen Alter wie dieser junge Mann, der ihr jetzt gegenübersteht. Ist er es?

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.05.2023

Pure Pleasure das Institut für sexuelle Wünsche und Befriedigung

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Das Cover finde ich sehr ansprechend, die Farben wirken auf mich sehr harmonisch, der Titel des Buches hat mich neugierig gemacht und hat in der Handlung eine wichtige Bedeutung, die Haptik des Hardcover ...

Das Cover finde ich sehr ansprechend, die Farben wirken auf mich sehr harmonisch, der Titel des Buches hat mich neugierig gemacht und hat in der Handlung eine wichtige Bedeutung, die Haptik des Hardcover Buches ist sehr angenehm und hochwertig.

In dem Buch lernt man Lizz kennen, sie ist die Hauptperson dieser Geschichte, zusammen mit ihrem Mann Boje haben sie das Institut Pure Pleasure gegründet, dieses erfüllt durch modernste Technik die Wünsche der Kunden, auf sexueller Ebene. Das Geschäftmodell kommt sehr gut an, Lizz und ihr Mann sind auch finanziell sehr erfolgreich und trotzdem bleiben sie Außenseiter, das gerät zu immer mehr Problemen innerhalb der Ehe und ich ihre Tochter wirkt unglücklich. Dancing Boy ist der Junge, den Lizz damals nach der Geburt weggegeben hat und sie hat die Vermutung, er könnte der junge Mann sein, der nun in ihrem Institut eine persönliche Betreuung wünscht, doch das ist verboten.... Lizz schwelt in Erinnerungen und stellt sich immer wieder die Frage, ob der Mann ihr Dancing Boy ist.

Der Roman spielt in der Zukunft, unter anderem werden Themen wie Leihmutterschaft und verschiedene Pandemien angesprochen und thematisiert. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, die Handlung war schlüssig und spannend, man wurde mit verschiedenen gesellschaftlichen Themen konfrontiert, die einem auch nach dem Lesen im Kopf bleiben. Lizz war ein interessanter Charakter, ihr Handeln und ihre Gedanken haben zu der Handlung sehr gut gepasst. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 04.01.2024

Eine dystopische Gesellschaft, die einem sehr nahe erscheint und ein ganz persönliches Erleben

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Man lebt in einer eher nahen Gesellschaft von morgen, mit dezent ummantelten Elementen eines Wandels hin, zu einer zunehmend dystopischen Welt. Themen, auch unserer Zeit, treten hier weit offener hervor ...

Man lebt in einer eher nahen Gesellschaft von morgen, mit dezent ummantelten Elementen eines Wandels hin, zu einer zunehmend dystopischen Welt. Themen, auch unserer Zeit, treten hier weit offener hervor und führen zu Entwicklungen. Eine davon ist das von Lizz und ihrem Mann betriebene Institut zu Erfüllung sexueller Lust, im Einzelpersonenmodus und ausdrücklich, auf Vorgabe der zunehmend totalitären Staatsführung, ohne persönliche Betreuung. Das Geschäft des Paares wird gut genutzt und so wohnen sie, ihrem formalen Status entsprechend, im besten Viertel der Stadt. Doch sie werden von ihrer Umgebung gemieden und dieses Außenseitersein fühlt sich gerade auch für ihre Tochter sehr schmerzhaft an. Der graue empathielose Alltag, der auch in Lizz's Ehe gelebt wird, die Verzweiflung ihres Kindes, auch hier gibt es so gut wie keine Nähe mehr und ihre eigene Vergangenheit, die diese Geschichte zu einem größeren Teil, in Rückblenden, ausmacht, sie ist eine ganz eigene persönliche Dystopie, die uns sehr intensiv, hart und schnörkellos in der Sprache, aufgezeigt wird. Da ist die Entscheidung in jungen Jahren, vom Staat gefördert, als Leihmutter zu fungieren und die nie vergangene Sehnsucht, nach dem 'eigenen Kind', ihrem Dancing Boy, den sie damals weggegeben hat, die auch sexuelle Ausnutzung in ihrem eigenen Elternhaus und noch manches mehr, was mit dazu beiträgt, sich so nach Zugehörigkeit und menschlicher Zuneigung zu sehnen und sie doch bisher nie verspürt zu haben.
Dieses Buch, es ist besonders, weit weg vom gern gelesenen unterhaltsamen Wohlfühl-Mainstream. Es ist intensiv, gewaltig in seiner gewählten eher einfachen und direkten Sprache. Und dann ist da doch auch eine gewisse Verlorenheit, die nicht nur die Hauptprotagonistin Lizz, sondern auch, auf andere Art, die Leserschaft selbst, ergreift. Und trotzdem ist man gepackt von diesem durchaus auch mutigen Buch, mutig auch im Bezug darauf, dass der Zugang dazu sicher nicht jedem gelingt. Die Autorin wird das wissen und sie nimmt es in Kauf, um auf ihre bewusst gewählte Art viele der Themen anzusprechen, die unsere Gesellschaft auch heute, im Hier und Jetzt, umtreiben.
Ich finde das gut.
Und wenn die Geschichte zu Ende ist, klingt da eine Menge nach.

Veröffentlicht am 15.05.2023

Futilitäten

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Sara Johnsen ist eine norwegische Autorin, Filmemacherin und schreibt auch Drehbücher. Sie ist 1970 in Oslo geboren.

Lizz und ihr Ehemann Boje verdienen sehr gut an einem Institut zur Befriedigung sexueller ...

Sara Johnsen ist eine norwegische Autorin, Filmemacherin und schreibt auch Drehbücher. Sie ist 1970 in Oslo geboren.

Lizz und ihr Ehemann Boje verdienen sehr gut an einem Institut zur Befriedigung sexueller Wünsche via VR.

Trotzdem bleiben sie gesellschaftlich gesehen Parias und auch die beinahe erwachsene Tochter leidet unter diesem Mangel an Status.

Lizz fühlt zunehmend eine innere Leere und es gibt Reibereien in ihrer Ehe. Sie fühlt sich zunehmend einsamer.

Es kommt ein junger Mann in das Institut, der, was nach den Vorschriften der Ethikkommission streng verboten ist, eine persönliche Betreuung begehrt.

Lizz will das aber nicht gewähren, aber gewisse Indizien deuten darauf hin, dass er das Kind sein könnte, das sie einst als Leihmutter ausgetragen hatte.

Nun befindet sie sich in einem massiven Konflikt. Denn sie will den Kontakt nicht abreißen lassen und herausfinden, ob er ihr Sohn ist.

Diese Dystopie spielt in einer gar nicht so fernen Zukunft und zeigt, wie sinnentleert die Gesellschaft (noch immer) ist.

Sexualität ist heute bereits allgegenwärtig und dann erst recht, auch wenn noch immer Doppelmoral damit verknüpft ist.

Das Buch ist insgesamt eine gute Metapher auf Entfremdung, Katastrophen, in welche wir als Menschheit zu driften drohen, Einsamkeit, innere Leere und Egomanie.

Das einzige Manko ist nur, dass die Zeitsprünge manchmal etwas konfus wirken.

Auf jeden Fall mag ich Lizz und die Autorin ist eine Entdeckung für mich.

Danke!

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Veröffentlicht am 12.05.2023

Lesenswerte Zukunftsvision mit interessanten Ansätzen

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Sehnsucht, Verlangen, Lust, Sexualität, Biologie und Liebe.

In diesem intensiven Spannungsfeld bewegt sich dieser ungewöhnliche Roman von Sara Johnsen.
Ich bin gerade, so kurz nach dem Beenden, noch nicht ...

Sehnsucht, Verlangen, Lust, Sexualität, Biologie und Liebe.

In diesem intensiven Spannungsfeld bewegt sich dieser ungewöhnliche Roman von Sara Johnsen.
Ich bin gerade, so kurz nach dem Beenden, noch nicht sicher, wie ich diese Geschichte einordnen will.

Johnsen platziert ihre Protagonistin Liz in eine dystopische Gesellschaft, in nicht allzu ferner Zukunft.
Solo-Sexualität kann in, nach strengen ethischen Vorgaben regulierten, Instituten ausgelebt werden. Je nach finanzieller Potenz können dort mit modernster Technik die individuellsten Träume realisiert werden.
Liz und ihr Mann haben sich so ein Institut aufgebaut und verdienen gutes Geld, werden aber in der Nachbarschaft gemieden, auch wenn ihre Dienste gerne in Anspruch genommen werden.
Darunter leidet vor allem die pubertierende 14-jährige Tochter Thelma, die keinen Anschluss findet.

Ein Teil der Handlung, die sowohl in Liz Gegenwart als auch in ihrer Vergangenheit, spielt, ist ihre frühere Tätigkeit als Leihmutterschaft. Aus einer Schwangerschaft ging ein Junge hervor, den Liz für sich Dancing Boy genannt hat. Sie hat ihn nie vergessen und sehnt sich schmerzlich nach ihm.
Ist der junge Mann, der plötzlich im Institut auftaucht und ein passendes Muttermal hat, der verlorene Dancing Boy?

Das verrate ich hier natürlich nicht. Diese Frage macht auch nur einen Teil des Romans aus und steht nicht alleine im Zentrum. Ins Zentrum stellt Johnsen vielmehr existenzielle Fragen. Was befriedigt uns wirklich? Nach was sehnen wir uns und finden wir es in der Sexualität, der Liebe oder der Elternschaft?
Das dystopische Setting und das Leihmutter Szenario ist faszinierend und interessant und bietet mir einige gute Denkansätze. Wobei das Thema Leihmutterschaft eher als Katalysator dient und nicht in seiner Gesamtkomplexität behandelt wird. Ingesamt fehlte mir in dem Roman auch eine stringente Handlung mit einem gewissen roten Faden, um mich mehr begeistern zu können.

Es bleibt ein Gefühl von Verlorenheit und Indifferenz, was auch seinen Reiz ausübt und den Roman von anderen abhebt.

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Veröffentlicht am 05.05.2023

Über visuelle Orgasmen, Leihmutterschaft und Sehnsucht

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Inhalt:

„„Pure Pleasure“ ist der Name des Instituts zur Befriedigung sexueller Wünsche, das Lizz und ihr Ehemann Boje gegründet haben, und der Name ist Programm: Mithilfe modernster Technik erleben die ...

Inhalt:
„„Pure Pleasure“ ist der Name des Instituts zur Befriedigung sexueller Wünsche, das Lizz und ihr Ehemann Boje gegründet haben, und der Name ist Programm: Mithilfe modernster Technik erleben die Kunden körperliche Sensationen, die sie bisher nicht kannten. Das Institut floriert, Lizz und Boje verdienen gut, aber auch wenn sie sich im teuersten Viertel der Stadt ein Haus kaufen, sie bleiben Außenseiter. Ihre Tochter findet keinen Anschluss, die Nachbarn wollen mit ihnen nichts zu tun haben. Lizz leidet darunter und das führt zunehmend zu Konflikten in ihrer Ehe. Eines Tages kommt ein junger Mann in das Institut, der Lizz damit konfrontiert, dass er eine persönliche Betreuung wünscht, was nach den Regeln der Ethikkommission, der das Institut untersteht, strikt verboten ist. Lizz wehrt das ab, aber als sie feststellt, dass der Mann ein Muttermal an der gleichen Stelle hat wie das Kind, das sie vor vielen Jahren als Leihmutter ausgetragen hat, ist es um ihre Professionalität geschehen. Sie wird von Erinnerungen überschwemmt und von der Sehnsucht nach diesem Sohn, die sie seitdem immer begleitet hat. Er wäre heute im gleichen Alter wie dieser junge Mann, der ihr jetzt gegenübersteht. Ist er es?"





Schreibstil/Art:

Dieser zukunftsorientierter Roman spielt sich in Norwegen, in einer rational-technischen Diktatur ab. Vordergründig geht es hier um visuelle Befriedigung und Leihmutterschaft. Manche Szenen ließen mich stark annehmen, dass sich die Lebensart dauerhaft extrem evolviert hat. Zudem scheint es so, dass sich die Gesamtbevölkerung reduziert hat. Das Thema „Leihmutterschaft“ wird deshalb vom Staat bekräftigt und gefördert und zu einem richtigen Programm (besser gesagt; gekonnte Manipulation) an Schulen aufgefahren. 

Lizz ergreift blauäugig die Chance, gebärt ein Kind und nennt es "Dancing Boy".

Andauernde Pandemiewellen, Krankheitserreger, Schutzimpfungen, Unfruchtbarkeit und die politische Situation verleihen dem Ganzen eine dystopische Atmosphäre. Ferner werden Dienstleistungen wie das visuelle Etablissement wohl selbstverständlich in Anspruch genommen. Kunden können ihren Fantasien freie Lauf lassen, es sind keine Grenzen gesetzt - alles ist möglich, umsetzbar und machbar. Der direkte und unverblümte Sprachumgang nimmt jegliche Scham und lässt das Komplex völlig normal wirken.



Fazit:

Die Themenbereiche sind wirklich interessant und fortschrittlich gestaltet, jedoch fehlte mir mehr Spannung. Lizz selbst wirkte auf mich weder emphatisch noch unsympathisch. Doch ihre Gedankengänge wirkten verhältnismäßig sprunghaft, deshalb hatte ich auch Schwierigkeiten die Vergangenheit zwischen der Gegenwart zu unterscheiden. Hier hätte ich mir, in den Kapiteln klare Cuts oder eine besser Einteilung gewünscht.

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