Cover-Bild Ausweg Sackgasse

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

12,00
inkl. MwSt
  • Verlag: edition oberkassel
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 200
  • Ersterscheinung: 15.08.2019
  • ISBN: 9783958131880
Sibyl Quinke

Ausweg Sackgasse

Die Protagonisten stammen aus Anatolien. Sie haben ihre Gebräuche und Ansichten mit nach Deutschland gebracht. Die heimischen Gepflogenheiten werden gelebt. Da ist Afet, die Mater familias, die in der selbst gewählten Familie das Sagen hat. Dazu gehört auch das Verkuppeln von Paaren, womit sich eine Frau ihr Taschengeld aufbessert. Da ist Kerim Ağabey, ein weitläufiger Verwandter, der seinen 40jährigen Neffen verheiraten will. Afet bietet aus ihrem Kreis eine türkische Witwe mit Sohn an. Die Zusammenführung der beiden Heiratskandidaten erfolgt nach türkischem Brauch, man trifft sich zu einem Familienessen.

Doch die Braut funktioniert nicht so wie erwartet: Sie will den Kandidaten erst einmal kennenlernen und eine Heirat kommt für sie nur in Frage, wenn er eine Arbeit vorweisen kann. Deshalb erhält er eine Abfuhr, die sein Ego nicht akzeptieren will: Er nötigt sie zum Geschlechtsverkehr und hat sein Ziel zunächst erreicht. Sie stimmt einer Eheschließung vor einem Hodscha zu, doch die „Ehe“ hält nur drei Wochen.

Über Umwege gelangt der Vorfall vor Gericht. Es steht nun Aussage gegen Aussage.

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich in 1 Regal.
  • 1 Mitglied hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.08.2019

Roman etwas anderer Art

0

Ich kennen Sibyl Quinke von einigen Krimis her, die mir auch alle ausnahmslos gut gefallen haben. Ausweg Sackgasse ist ein Gerichtsroman, handelt von einer Geschichte mit denen unsere Gerichte tagtäglich ...

Ich kennen Sibyl Quinke von einigen Krimis her, die mir auch alle ausnahmslos gut gefallen haben. Ausweg Sackgasse ist ein Gerichtsroman, handelt von einer Geschichte mit denen unsere Gerichte tagtäglich konfrontiert werden, von Tätern, Opfern und Zeugen, die ihren Sachverhalt vor Gericht darstellen sollen.
Zuerst lernt man die Charaktere kennen, erfährt vieles über ihre Sitten und Gebräuche bzw. Lebensweisen und im Anschluss liest man die Aussagen der Beteiligten bis hin zum Urteilsspruch.
Gülay und Cem werden nach türkischem Brauch verkuppelt. Gülay ist damit jedoch nicht so ganz einverstanden und erteilt ihm eine Abfuhr. Um sie für sich gefügig zu machen vergewaltigt er sie. Nun muß Gülay ihn heiraten.
Über Umwege gelangt der Sachverhalt dann vor Gericht.
Interessant dargestellt wird hier die Tatsache, dass die Beteiligten zwar in Deutschland leben, sich aber immer noch ausschließlich in ihrem eigenen Kulturkreis bewegen und auch nach diesem handeln. Einiges davon ist für uns bzw. mich unvorstellbar.
Natürlich wiederholt sich bei den Zeugenbefragungen vieles. Allerdings ist es spannend zu lesen wie jeder die Dinge aus seinem eigenen Gedächtnis schildert. Oftmals hatte ich Zweifel ob die Aussage jetzt reell, erfunden oder nur gewünscht war von dem jeweiligen Zeugen.
Um sich über die Kultur anderer zu informieren durchaus lesenswert.

Veröffentlicht am 15.08.2019

Verkupplung und Zwangsehe

0

Dieses Frauenschicksal hat mich sehr interessiert und ich habe den Fall auch sehr schnell gelesen. Der Stil war übersichtlich, einfach zu verstehen. Die handelnden und im Gericht befragten Personen waren ...

Dieses Frauenschicksal hat mich sehr interessiert und ich habe den Fall auch sehr schnell gelesen. Der Stil war übersichtlich, einfach zu verstehen. Die handelnden und im Gericht befragten Personen waren auch gut zuzuordnen. Nach und nach erfärhrt man den ganzen Fall.
Die Realität ist gut getroffen. Man versteht nun, dass es normal ist, ein junges Mädchen, Gülay, aus der tiefsten Türkei einfach nach Deutschland zu schicken, damit es irgendeinen Landesgenossen heiratet. Wenns nicht passt, Pech gehabt, Scheidungen gibt es normal nicht.
Der erste Mann stirbt und sie richtet sich ihr Leben mit ihrem Kind gut ein. Aber eine Witwe steht in der Gemeinschaft nicht gut da - zu jeder Frau gehört ein Mann. So verkuppelt eine Freundin, die sich damit Geld verdient, Gülay mit einem Mann, den sie aber nicht leiden kann, der keine Arbeit hat... Nach einer Vergewaltigung willigt sie doch zu einer Ehe ein, um einer Schande zu entgehen. Diese Zwangsehe, diese Hölle für die Frau hält nicht lange und es kommt zu einer Gerichtsverhandlung. Interessant zu lesen, wie unterschiedlich jeder Beteiligte diese Beziehung gesehen hat. War sehr spannend und wirklich erlösend das Urteil - einmal hat das Recht gesiegt und nicht die Macht!