Cover-Bild Das Buch Ana

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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: btb
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 576
  • Ersterscheinung: 17.08.2020
  • ISBN: 9783442759033
Sue Monk Kidd

Das Buch Ana

Roman
Judith Schwaab (Übersetzer)

Eine spannende Geschichte weiblicher Selbstfindung: "Das Buch Ana" ist auch das Buch der Sehnsüchte

Mein Name ist Ana. Ich war die Frau von Jesus aus Nazareth. So beginnt der lange erwartete neue Roman von Bestsellerautorin Sue Monk Kidd. Es ist die fiktive Lebensgeschichte von Ana, der Gefährtin Jesu. Die Erzählung setzt im Jahr 16 nach Christus ein, im von den Römern besetzten Galiläa. Dort wächst Ana in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Sie ist ein kluges Mädchen mit rebellischem Geist und messerscharfem Verstand. Ana lernt Lesen und Schreiben, studiert die Thora und beginnt heimlich die Geschichten der vergessenen Frauen der Heiligen Schrift aufzuzeichnen: Eva, Sarah, Rebecca, Rachel und Ruth. Als Ana vierzehn ist, soll sie an einen alten Witwer verheiratet werden. Auf dem Markt wird sie ihm vorgeführt, sie ist entsetzt. Ein junger Mann mit dunklen Locken und sanften Augen erkennt ihre Verzweiflung und hilft Ana. Ihre Begegnung wird alles verändern.

Wie keine andere Autorin versteht es Sue Monk Kidd, Frauen eine Stimme zu geben, die sich dem Rollenverständnis ihrer Zeit widersetzen. »Das Buch Ana« ist eine spannende Geschichte weiblicher Selbstfindung in einer Zeit, in der Frauen Lernen und Schreiben verboten war. Ana folgt ihrer Sehnsucht, sie kämpft für ihre Freiheit, und sie schreibt die Geschichte, die wir alle zu kennen glauben, neu.

Sue Monk Kidd wollte Jesus als Menschen zeigen und hat ihm eine Frau zur Seite gestellt, die ihm auf Augenhöhe begegnet. Beide ergänzen sich in ihrem spirituellen Sehnen und in ihrer Liebe und Weitsicht. Ihr gelingt ein Roman, der von der ersten Seite an fesselt, der berührt und rührt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2020

Ein faszinierendes Gedankenspiel

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REZENSION - „Mein Name ist Ana. Ich war die Frau von Jesus aus Nazareth.“ Mit diesem provokanten, streng bibelgläubige Menschen vielleicht erschreckenden Zitat beginnt „Das Buch Ana“, der faszinierende ...

REZENSION - „Mein Name ist Ana. Ich war die Frau von Jesus aus Nazareth.“ Mit diesem provokanten, streng bibelgläubige Menschen vielleicht erschreckenden Zitat beginnt „Das Buch Ana“, der faszinierende Roman der amerikanischen Schriftstellerin Sue Monk Kidd (72), bekannt geworden durch ihren Bestseller „Die Bienenhüterin“. Mit ihrem fiktiven „Buch Ana“ stellt sie den Büchern der Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes ein aus weiblicher Sicht verfasstes Buch gegenüber und erlaubt sich damit ein äußerst interessantes Gedankenspiel.
Es beginnt im Jahr 16 im römisch besetzten Galiläa. Die 14-jährige Ana, in wohlhabenden Verhältnissen aufgewachsen, ist ein intelligentes Mädchen mit rebellischem Geist. Mit Erlaubnis ihres Vaters, des obersten Schriftgelehrten und Beraters von Herodes Antipas, hat sie Lesen und Schreiben gelernt. Ihr Vater will sie an einen alten Witwer verheiraten. Bei der ersten Zusammenkunft, bei dem Ana entsetzt reagiert und stürzt, hilft ihr ein junger Mann auf. Als Ana einige Zeit später – nach dem plötzlichen Tod des Witwers – Herodes als Konkubine überlassen werden soll, flieht sie mit ihrer Tante Yaltha ins nahe Dorf Nazareth. Hier trifft sie den jungen Mann wieder – Jesus von Nazareth. Er lebt mit zwei Brüdern und seiner Schwester, Schwägerin und seiner Mutter Maria in ärmlichen Verhältnissen und arbeitet wie sein verstorbener Vater als Zimmermann und Steinmetz.
Im Roman ist Jesus von Nazareth nicht der biblische Sohn Gottes, sondern der auch von Historikern anerkannte einfache jüdische Handwerker, Mitte Zwanzig, unter der römischen Besatzung leidend und hart arbeitend, um der Großfamilie die Existenz zu sichern. So unglaublich ein verheirateter Jesus für Bibelgläubige sein mag, so wahrscheinlich ist dessen Ehe für die Autorin, die sich auf die Historie beruft: Zu Jesu Lebzeiten sei es für einen jungen Mann gesellschaftlich, familiär und sogar religiös eine Pflicht gewesen zu heiraten, heißt es in ihrem Nachwort. Anderenfalls hätte er seine Familie beschämt. „Wäre die westliche Welt eine andere, wenn Jesus verheiratet gewesen wäre und seine Frau Teil der Geschichte geworden wäre? Vielleicht wäre das Verhältnis zwischen Sexualität und Glauben weniger gebrochen. Möglicherweise gäbe es auch den Zölibat nicht“, setzt die Autorin ihren Gedankengang fort.
Deshalb ist auch nicht Jesus, dessen Weg von seiner Begegnung mit dem Täufer Johannes bis zur Kreuzigung wir mitverfolgen, sondern eben Ana die Hauptfigur dieses Romans. Die junge Frau schreibt die Geschichten der vergessenen Frauen der Heiligen Schrift für die Nachwelt auf. Der „kleine Donner“, so der Spitzname der jungen Rebellin, will mit ihren Schriften den unterdrückten Frauen eine Stimme geben. „Wenn Jesus wirklich eine Frau hatte“, folgert die Autorin im Nachwort, „dann wäre Ana die Frau, die am deutlichsten zum Schweigen gebracht wurde und am dringensten eine Stimme brauchte.“ Diese Stimme wollte ihr Sue Monk Kidd mit diesem Roman geben.
Und doch ist „Das Buch Ana“ kein emanzipatorischer Frauenroman, sondern fesselt seine Leser auf andere Art: Zum Einen wird man gezwungen, über Leben, Wirken und die Person Jesu nachzudenken, ob nun aus christlicher oder historischer Sicht. Andererseits wird man durch die authentische Schilderung des alltäglichen Lebens zu Jesu Zeit – vor allem jenes der Frauen – in den Bann gezogen. Bis ins Kleinste beschreibt die Autorin den Alltag sowohl der wohlhabenden, meist opportunistisch der römischen Besatzungsmacht angepassten als auch der armen Bevölkerungsschicht, und dies nicht nur in Palästina, sondern auch in Ägypten. „Das Buch Ana“ ist interessant, zugleich spannend und unterhaltsam zu lesen und hinterlässt sicher bei vielen einen nachhaltigen Eindruck.

Veröffentlicht am 23.10.2020

Lebenshighlight

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Vielen Dank an den Verlag für das tolle Rezensionsexemplar! Das Buch habe ich durch Bloggerin Melonybooks entdeckt, da es Ihr neues Jahreshighlight ist.
Schnell wurde mir beim lesen klar, dass es meines ...

Vielen Dank an den Verlag für das tolle Rezensionsexemplar! Das Buch habe ich durch Bloggerin Melonybooks entdeckt, da es Ihr neues Jahreshighlight ist.
Schnell wurde mir beim lesen klar, dass es meines auch wird, nach dem lesen wusste ich aber, dass es ein Lebenshighlight ist und mein absolutes Lieblingsbuch.

Mir fällt es schwer, diese Rezension zu schreiben, da ich weiß, dass ich dem Buch gar nicht gerecht werden kann, denn was hier auf mich zu kam, damit habe ich nicht annähernd gerechnet.
Zu Beginn war ich etwas skeptisch was den Pot betrifft, denn es handelt sich hier um die fiktive Annahme dass Jesus eine Frau gehabt hatte. Dies bezüglich wusste ich nicht, wie dies behandelt wird, ohne die Vergangenheit, bzw. die religiösen Hintergründe anzugreifen oder stark zu verändern.
Dies war aber nicht der Fall, denn es ging hier nicht um Jesus selbst, sondern um Ana und Ihre Erfahrungen als Frau zu dieser Zeit, vielleicht ist das Buch für viele Feministisch, für mich handelt es sich hier einfach um eine mutige Junge Frau.

Das Buch ist Optisch ein absoluter Hingucker, das Cover sowie der Titel passen zu einhundert Prozent zum Inhalt des Buches, da hier das Papyrus abgebildet ist, worauf Ana Ihre Geschichten der vergessenen Frauen niederschreibt und zusätzlich Sterne Abgebildet sind, die Geschichtlich sehr gut passen.
Mit dem Schreibstil hatte ich zu Beginn ein paar Probleme, bzw. mit der Sprache der Charaktere, doch das hat sich schnell gelegt, da dies auch stimmig zur Epoche war und somit glaubwürdig die Geschichte untermalte.

Wir lesen in der gegenwärtigen Sicht unserer Protagonistin Ana, Sie ist vierzehn Jahre jung, für die heutige Zeit noch ein Kind, doch damals 16 nach Christus ein Alter um seine Tochter einem Heiratswilligen Mann vorzustellen oder auch zu präsentieren und zu verkaufen. Sie wächst in einer wohlhabenden Familie in Galiläa auf, das von den Römern besetzt ist, Ana soll unter einen Vorwand mit auf dem Markt und wird Ihrem zukünftigen Ehemann Nathaniel ben Hananiah vorgestellt, der Ihrem Vater Matthias ben Philippos 2000 Denar und 200 Talente Datteln als Zahlung vorweist. Doch Ana hat auf dem Markt einen jungen Mann mit wilden Locken und einem unverkennbaren Ausdruck in den Augen getroffen, an dem Sie Ihr Herz verliert.

Für die Epoche ist Ana eine außergewöhnliche junge Frau, die klug und rebellisch ist, für Ihre Familie nicht gerne gesehen, Sie lernt lesen und schreiben und studiert die Thora, was Ihrer Familie ein Dorn im Auge ist, eine Frau hat Ihrem Gatten die ehelichen Pflichten beizulegen, was nicht im Sinne von Ana steht.
Wir begleiten Ana bis ins Jahr 60 nach Christus, wo Sie von Sepphoris, nach Nazareth, von da weit nach Alexandria reist und Ihr Weg Sie dann nach Jerusalem führt, sich dann aber in Mareotis See, an Alexandria in Ägypten niederlegt. Mir hat Ana von beginn an sehr gut gefallen und das ging das Buch über auch weiterhin so, Sie ist stark und wissbegierig und verfolgt eisern Ihren Willen. Ana wird als Ana dargestellt und nicht im Schatten gestellt als Tochter des Matthias oder Jesus, Sie steht für sich selbst dar. Ihre Tante Yaltha die Sie den Großteil Ihres Lebens begleitet, sowie Gefährte Lavi haben mir gut gefallen und ich wollte Sie nicht missen.
Oft habe ich Tränen vergossen, vor Freude und Trauer mit Ana und das macht für mich persönlich ein guter Roman aus, dass ich so gefesselt bin in dem Buch, in der Geschichte, dass ich nicht zurück in meiner Gegenwart wollte.

Fazit:

Das Buch bekam einige Post-Its von mir, knapp vierzig an der Zahl, was tatsächlich Rekord ist und ich hätte am liebsten das ganze Buch Markiert. Die Autorin hat ein ganz besonderes Buch erschaffen, über dessen Inhalt sich streiten lässt, doch sie verfälschte nicht die Biblische Geschichte, sondern stellte das 'was wäre wenn' dar was für mich vollkommen legitim ist. Jesus und z.B. Judas waren Darsteller der Geschichte, einfach Charaktere für dieses Buch mit Ihrer Geschichte, mich hat es nicht gestört, sondern beeindruckt, wie Autorin Sue Monk Kidd dies geschafft hat.
Das Buch ist, wie gesagt, ein absolutes Highlight und ich freue mich schon jetzt das Buch zu rereaden und werde es in Ehren halten und jedem Empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.10.2020

All-time favorite

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Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 22,00 [D]
Verlag: btb
Seiten: 576
Format: Hardcover
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 17.08.2020

Inhalt:

Mein Name ist Ana. Ich war die Frau von ...

Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 22,00 [D]
Verlag: btb
Seiten: 576
Format: Hardcover
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 17.08.2020

Inhalt:

Mein Name ist Ana. Ich war die Frau von Jesus aus Nazareth.

So beginnt der lange erwartete neue Roman von Bestsellerautorin Sue Monk Kidd. Es ist die fiktive Lebensgeschichte von Ana, der Gefährtin Jesu. Die Erzählung setzt im Jahr 16 nach Christus ein, im von den Römern besetzten Galiläa. Dort wächst Ana in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Sie ist ein kluges Mädchen mit rebellischem Geist und messerscharfem Verstand. Ana lernt Lesen und Schreiben, studiert die Thora und beginnt heimlich die Geschichten der vergessenen Frauen der Heiligen Schrift aufzuzeichnen: Eva, Sarah, Rebecca, Rachel und Ruth. Als Ana vierzehn ist, soll sie an einen alten Witwer verheiratet werden, doch sie lernt auf dem Markt einen jungen Mann mit dunklen Locken und einer großen Sehnsucht in den Augen kennen. Ihre Begegnung wird alles verändern ...

Meine Meinung:

Die Hauptprotagonistin Ana ist ein junges Mädchen, als wir sie kennenlernen. Sie stammt aus einer reichen, jüdischen Familie und soll zwangsverheiratet werden. Kurz vorher lernt sie auf dem Markt einen jungen Mann kennen, der ihr Schicksal maßgeblich beeinflussen wird: Jesus. Nach vielen Irrungen und Wirrungen schaffen sie es zu heiraten. Doch dies ist erst der Anfang eines langen, erlebnisreichen Lebenswegs.

Mir hat Ana als Person unglaublich gut gefallen. Sie ist ein Freigeist und kann lesen und schreiben, was ungewöhnlich für die Zeit ist. Ein besonderes Anliegen für sie sind die Geschichten der vergessenen Frauen. Egal ob aus der heiligen Schrift oder aus ihrem eigenen Bekanntenkreis. Die Schicksale der Frauen und Mädchen bewegen sie und daher sie schreibt sie nieder um ihre Geschichten für die Nachwelt zu erhalten. Ihr sehnlichster Wunsch ist es, eine Stimme zu sein.

Im Laufe des Buches entwickelt sich Ana von der jungen Frau, über die Ehefrau, zur gestandenen reifen Frau. Alle Aspekte und Lebensabschnitte sind unglaublich interessant. Es gab nicht einen Moment, in dem mir langweilig wurde. Ihr Freiheitsgeist, ihre Intelligenz und ihr stoisches Durchhaltevermögen machen sie zu einer ganz besonderen Persönlichkeit.

Wir erleben neben ihr noch einige andere, starke Frauen. Die Autorin schafft es, dass jede dieser Frauen stark wirkt, auf ihre eigene Art. Egal, welches Schicksal sie ereilt. Jesus ist in diesem Fall tatsächlich eher schmückendes Beiwerk. Natürlich ist er wichtig, doch der Fokus liegt ganz klar auf Ana.

Ich hatte ehrlich gesagt etwas Angst, dass es später viel um Jesus und seine Wunder gehen würde. Doch die Autorin schafft es elegant einen Bogen zu schlagen und wir erleben ihn als Menschen und Ehemann. Das hat mir gut gefallen.

Natürlich ist die Geschichte komplett fiktiv, doch sie basiert auf gut recherchierten Fakten der Geschichte und lässt auch immer mal wieder ein paar Weisheiten aus der Bibel einfließen, die sich ganz natürlich einfügen. Für Leser, die noch nie die Bibel gelesen haben, würde es überhaupt nicht auffallen. Der christliche Glaube steht nicht im Fokus, sondern die Emanzipierung von Ana und allen Frauen um sie herum, als Ehefrau eines einfachen, gottesfüchtigen Mannes.

Dieser Roman ist so vielschichtig. Und Ana als Person haut mich immer noch um. Ich werde das Buch sicher noch mehrfach lesen, das steht fest! Nach diesem beeindruchenden Werk werde ich mir auch die anderen Bücher der Autorin anschauen. Und ich habe bei diesem Buch tatsächlich eine große Ausnahme gemacht und mir meine liebsten Stellen markiert, so richtig mit Textmarker und Post-its. Das mache ich sonst nie! Aber hier hatte ich das Bedürfnis dazu, da es so viele tolle Stellen gibt.

Eins der beeindruckendsten Bücher, die ich seit langem gelesen habe. Ich brauchte tatsächlich einige Tage, bis ich es "verarbeitet" hatte, im positiven Sinn. Es hat mich sehr berührt und fasziniert.

Fazit:

Sie war eine Stimme! Definitiv. "Das Buch Ana" ist eines der Bücher, an die ich mich für den Rest meines Lebens erinnern werde. Es gehört zu meinen großen Allzeit-Highlights. Daher natürlich 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2020

Fasziniert und regt zum Nachdenken an

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In ihrem Roman "Das Buch Ana" erzählt Sue Monk Kidd die fiktive Geschichte von Ana. Ana wächst in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Die Mutter scheint Anas Bruder Judas deutlich zu bevorzugen, ...

In ihrem Roman "Das Buch Ana" erzählt Sue Monk Kidd die fiktive Geschichte von Ana. Ana wächst in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Die Mutter scheint Anas Bruder Judas deutlich zu bevorzugen, doch Anas Vater sorgt dafür, dass seine Tochter lesen und schreiben lernt und die Thora studieren kann. Das schärft nicht nur ihren  Verstand, sondern fördert ihr Interesse am Schicksal der Frauen, die in ihrer Welt kaum Rechte haben und den Männern und ihrer Willkür ausgeliefert sind. Ana schreibt diese Geschichten auf, um den Frauen eine Stimme zu geben und so dafür zu sorgen, dass sie nicht in Vergessenheit geraten. Schon bald muss sie feststellen, dass auch sie sich unterordnen soll. Denn ihre Familie vereinbart eine Verlobung mit einem deutlich älteren Mann. Als sie diesem Mann auf dem Markt förmlich vorgeführt wird, lernt Ana dort zufällig einen jungen Mann kennen, der ihr schon bald nicht mehr aus dem Kopf geht. Es handelt sich um Jesus von Nazareth. Diese Begegnung ändert alles für Ana....

Die Grundidee dieses fiktiven historischen Romans, dass Jesus von Nazareth verheiratet gewesen sein könnte, und dass Ana, die junge jüdische Frau, mit den, für ihre Zeit geradezu rebellischen Gedanken, diese Frau gewesen sein könnte, wirkt zunächst gewöhnungsbedürftig. Doch Sue Monk Kidd schafft es bereits nach wenigen Seiten, dass man diese Gedanken vergisst und die Geschichte fasziniert auf sich wirken lässt. Denn es gelingt ihr einfach hervorragend, die damalige Zeit zum Leben zu erwecken. 

Im Zentrum der Handlung steht Ana. Sie ist ein junge Frau, die nicht alles als gegeben hinnimmt, sondern darüber nachdenkt und hinterfragt. Ana wirkt vom ersten Moment an sympathisch und deshalb kann man sich mit ihr identifizieren und ganz in die fiktive Geschichte eintauchen. Wobei es der Autorin mühelos gelingt, historische Fakten und künstlerische Freiheit glaubhaft miteinander zu verweben. Dabei herausgekommen ist ein Roman, der einen bereits nach wenigen Seiten in den Bann zieht. Denn Handlungsorte und Protagonisten werden so lebendig beschrieben, dass eine einzigartige Atmosphäre entsteht. Auch wenn man natürlich weiß, wie die Geschichte endet, kommt keine Langeweile auf, denn es gibt nicht nur einige Überraschungen, sondern etliche Szenen, die berühren und zum Nachdenken anregen. 

"Das Buch Ana" ist ein grandioser historischer Roman, mit einer fiktiven Hauptprotagonistin, die sich selbst nie in den Mittelpunkt stellt, aber es versteht, zum Nachdenken anzuregen. 

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Veröffentlicht am 10.10.2020

Das Neue Testament aus Frauensicht...

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Die Liebesgeschichte von Ana und Jesus und eine Geschichte über Emanzipation und Selbstbestimmung.

Dieser Roman war ein „Muss“, nachdem ich bereits „Die Bienenhüterin“ und „Die Erfindung der Flügel“ ...

Die Liebesgeschichte von Ana und Jesus und eine Geschichte über Emanzipation und Selbstbestimmung.

Dieser Roman war ein „Muss“, nachdem ich bereits „Die Bienenhüterin“ und „Die Erfindung der Flügel“ mit Begeisterung gelesen habe und weil mich die Idee dahinter sofort reizte:
Jesus war verheiratet, aber nicht, wie schon an anderen Stellen durchgespielt, mit Maria Magdalena sondern mit der fiktiven Frau Ana, die noch dazu die Schwester von Judas ist.
Gleichzeitig muss ich einräumen, dass ich etwas skeptisch war wegen meiner Befürchtung, eine verklärte, abgedroschene oder gar missionarische Bibel-Geschichte lesen zu müssen. Aber weit gefehlt!

Wir begeben uns auf eine Zeitreise zurück ins Jahr 16 nach Christus und landen im von Römern besetzten Galiläa.

Hier wächst die schlaue, wissensdurstige und aufgeweckte Ana mit ihrem Bruder Judas in einer wohlhabenden und einflussreichen jüdischen Familie auf.
Ihr Vater ist ein Schriftgelehrter und der oberste Berater des Herrschers Herodes Antipas.
Ana lernt dank ihres Vaters, gegen den Widerstand ihrer Mutter und obwohl es Frauen in der damaligen Zeit eigentlich verboten war, lesen und schreiben.
Sie studiert die Thora und interessiert sich besonders für die darin vorkommenden Frauen Eva, Sarah, Rebecca, Rachel und Ruth. Voller Enthusiasmus und Leidenschaft schreibt sie deren Geschichten auf Papyrusrollen nieder.

Mit 14 Jahren soll das freiheitsliebende Mädchen mit dem älteren kleinwüchsigen Witwer Nathaniel verheiratet werden, wogegen sie sich erfolglos wehrt.

Es ist selbstredend und nachvollziehbar, dass sie nicht im Geringsten begeistert davon ist, diesen Mann mit dem verbitterten Gesichtsausdruck zu heiraten.

Fasziniert ist sie allerdings von dem warmherzigen und einfühlsamen Jesus von Nazareth, den sie recht zeitgleich auf dem Markt trifft und der ihre Verzweiflung erkennt.
Glücklichen Zufällen ist es zu verdanken, dass Jesus und Ana schließlich ein Paar werden.

Der wunderbare Erzähl- und bildgewaltige Schreibstil von Sue Monk Kidd vermochte mich erneut zu fesseln.
Sie erschafft authentische Charaktere und vermittelt ein glaubwürdiges Bild der damaligen Zeit.
Sie hat, so wirkt es, genau recherchiert und hält sich an die historischen Gegebenheiten wie Kleidungsstil und religiöse Bräuche. Alles könnte genau so gewesen sein.

Sie baut historische Personen wie Herodes Antipas und Judas sowie weitere fiktive Figuren wie Anas Tante Yaltha, eine gebildete, alleinstehende Frau und ihre Freundin Tabitha in die Geschichte ein, wodurch sie noch interessanter und abwechslungsreicher wird.

Die Autorin erzählt im Grunde eine bekannte Geschichte, aber dadurch, dass sie sie aus Frauensicht erzählt und mit fiktivem Material anreichert, wirkt sie neuartig und ist überhaupt nicht langweilig oder abgedroschen.

Außerdem und darüber hinaus gibt die Autorin in dem Roman denjenigen Frauen eine Stimme, die sich gegen das Althergebrachte, gegen fragwürdige Konventionen und gegen eine männerdominierte Welt wehren und für ihre Selbstbestimmung eintreten, was der Geschichte etwas Zeitloses und Modernes gibt.

Ich empfehle diese faszinierende, berührende und fesselnde Lektüre gerne weiter!
Es ist originell und spannend, das Neue Testament aus Sicht einer klugen, gebildeten und kritischen Frau kennenzulernen.

Um Gefallen an dem Roman zu finden muss man meines Erachtens übrigens weder religiös, noch bibelfest oder gläubig sein.

Ein spannendes und lesenswertes Vergnügen!

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