Sehr spannend
„Trust Me“ von T.M. Logan ist ein fesselnder Thriller, der den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Die Geschichte beginnt mit einer unscheinbaren Begegnung, die sich rasch zu einem Albtraum ...
„Trust Me“ von T.M. Logan ist ein fesselnder Thriller, der den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Die Geschichte beginnt mit einer unscheinbaren Begegnung, die sich rasch zu einem Albtraum für die Protagonistin Ellen entwickelt. Als sie in einem Zug das Baby einer fremden Frau hält und diese nicht zurückkommt, überschlagen sich die Ereignisse. Ein geheimnisvoller Zettel, der sie auffordert, das Baby zu beschützen und niemandem zu trauen, setzt eine Kettenreaktion von Entscheidungen in Gang, die Ellen an den Rand ihrer eigenen moralischen Grenzen führt.
Der Roman ist aus der Perspektive der Ich-Erzählerin Ellen geschrieben, was dem Leser einen intensiven Einblick in ihre Gedankenwelt und Ängste gewährt. Diese Erzählweise sorgt für eine enge Verbindung zur Hauptfigur und lässt einen tief in die ungewissen und oft verzweifelten Entscheidungen eintauchen, die sie treffen muss. T.M. Logan gelingt es meisterhaft, die Spannung konstant zu halten, indem er geschickt mit den Emotionen und der Unsicherheit der Protagonistin spielt. Der Schreibstil ist flüssig, direkt und schafft eine atmosphärische Dichte, die den Nervenkitzel bis zum Ende aufrechterhält.
Der zentrale Konflikt des Buches, das Vertrauen in eine völlig fremde Person und die Unmöglichkeit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, wird durch die Wendungen und die verschiedenen Perspektiven auf die Ereignisse spannend gestaltet. Das Thema des „verlorenen Babys“ ist nicht neu, doch Logan gelingt es, diesen Tropus frisch und mit überraschenden Wendungen zu beleben. Die Frage nach Vertrauen und Misstrauen zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch und macht „Trust Me“ zu einer packenden, psychologisch ausgefeilten Lektüre.
Ellen ist eine komplexe und nachvollziehbare Figur. Ihre verzweifelte Sehnsucht nach einem eigenen Kind und ihre gut gemeinten, aber zunehmend problematischen Entscheidungen machen sie zu einer ambivalenten, aber sympathischen Protagonistin. Auch die Nebenfiguren sind gut ausgearbeitet und tragen zur Verdichtung der Atmosphäre bei, ohne die Geschichte zu überladen. Besonders beeindruckend ist, wie die Autorin mit den Zweifeln und der Moral von Ellen spielt und sie immer wieder vor schwierige Entscheidungen stellt.
„Trust Me“ ist ein packender Thriller, der den Leser in eine moralische Zwickmühle stürzt und mit unerwarteten Wendungen und einer gut konstruierten Spannungskurve überzeugt. Es gibt nur wenige Punkte, die den Roman von der vollen Punktzahl abhalten: Manchmal wirken die Handlungen der Protagonistin etwas übertrieben und nicht immer ganz glaubwürdig, besonders in Bezug auf ihre schnellen Entscheidungen. Dennoch bleibt der Roman durch seine dichte Atmosphäre und die psychologische Tiefe der Charaktere ein äußerst unterhaltsames Leseerlebnis.