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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Fischer Sauerländer
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 27.11.2019
  • ISBN: 9783737356961
  • Empfohlenes Alter: ab 13 Jahren
Tahereh Mafi

Wie du mich siehst

Roman
Katarina Ganslandt (Übersetzer)

Zum Weinen, zum Verlieben, zum Wütendwerden
Bestsellerautorin Tahereh Mafi erzählt einen bewegenden, kraftvollen, autobiographisch geprägten Roman, der Vorurteile enthüllt und uns daran teilhaben lässt, wie Liebe alles Trennende überwindet.
Eine Kleinstadt in den USA: Shirins Alltag ist zum Albtraum geworden. Sie hat genug von den unverschämten Blicken, den erniedrigenden Kommentaren und den physischen Attacken, die sie ertragen muss, weil sie Muslima ist. Sie flüchtet sich ins Musikhören und in das Breakdance-Training mit ihrem Bruder und dessen Freunden. Shirin hat beschlossen, niemandem mehr zu trauen. Bis sie an ihrer neuen High School den Jungen Ocean trifft. Er ist der erste Mensch seit langem, der Shirin wirklich kennenlernen möchte. Erschrocken weist Shirin ihn harsch zurück. Ocean ist für sie aus einer Welt, aus der ihr bisher nur Hass und Ablehnung entgegenschlugen. Aber dann kommt alles anders ...

»Die allerbesten Bücher bewegen dich dazu, die Welt um dich herum zu überdenken, und das ist eines von ihnen.« Nicola Yoon, Bestsellerautorin von ›Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt‹

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.01.2020

hab mir mehr erwartet, aber gerade Diskriminierung gut dargestellt

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„Vielleicht reicht es ja schon, gelernt zu haben, dass sich die Liebe als unverhofftes Werkzeug entpuppt hatte, als das Messer, das ich gebraucht hatte, um den Schutzanzug zu zerschneiden, den ich mir ...

„Vielleicht reicht es ja schon, gelernt zu haben, dass sich die Liebe als unverhofftes Werkzeug entpuppt hatte, als das Messer, das ich gebraucht hatte, um den Schutzanzug zu zerschneiden, den ich mir jeden Tag angezogen hatte.“
- S. 348


Rezension
{spoilerfrei}

Cover
Das Cover ist durch den starken Kontrast zwischen Schwarz und Weiß und die zwei Personen, die Shirin und Ocean darstellen, sehr auffällig. Man kann auch durch die Beschreibungen im Buch die Protagonisten gut identifizieren.
Der Kontrast zwischen den beiden Farben stellt die unterschiedlichen Leben der Zwei da und passt daher gut zum Buch.
Dennoch ist dieses Cover keins mit einem Wow- Effekt, das gewisse Etwas fehlt mir.
4 /5 🦋e


Inhalt
Es ist kurz nach 9/11 und Shirin ist mal wieder umgezogen und muss ihr Leben an einer neuen High-School meistern. Mit ihren persischen Wurzen, dem Kopftuch und ihrem offensichtlichen Anderssein hat sie es nicht leicht und als LeserIn ist man schon fast schockiert, wie schnell sie auf Anfeindungen trifft, wie stark die institutionelle Diskriminierung zu spüren ist und wie schwer es Shirin hat.
Ihr etwas ruppiger und eher anti- eingestellte Charakter ist da leicht erklärt.
Dadurch, dass die Geschichte kurz nach 9/11 spielt, sind diese Anfeindungen wohl stärker, als (offensichtlich gekleidete) Muslim es jetzt über sich ergehen lassen müssen. Und doch gab es so viele Szenen, in die ich mich komplett in Shirin hineinversetzen konnte und es toll finde, wie authentisch es dargestellt wurde: der falsch ausgesprochene Name, die Vermutung, sie könne kein Englisch, die falschen Behauptungen und Gedanken über ihren Kleidungsstil und und und.
Direkt beim Reinlesen dachte ich mir: Wow Tahere Mafi trifft es auf den Punkt!

Mit der Zeit wurde mir dennoch eine Sache wichtig:
Jedem sollte bewusst sein, dass das hier NUR Shirins Geschichte ist, nicht die von allen Perserinnen oder allen Musliminnen.

Bei manchen Sachen wird es im Buch zu sehr auf die Kultur bezogen und pauschalisiert (z.B. der Bruder darf mehr – Nein! Das ist bei Shirin so, aber sicher nicht (& das weiß ich) bei allen dieser Religion oder dieser Kultur. )
Wäre die Protagonistin „weiß“ und „westlich“, müsste man das wohl so nicht explizit sagen, doch leider denkt man sobald es um eine ethnisch oder religiöse Andere geht, dass mit diesem Charakter ALLE Personen dieser Kultur oder Religion beschrieben werden. Aber nein, es geht nur um Shirin.

Im Ganzen gefällt mir der Plot gut, es ist nicht voraussehbar, wie es weitergeht. Und Ocean ist ein toller männlicher Protagonist, bei dem man sich so manches mal dachte „Mensch Shirin, sei doch mal netter!“. Es bleibt immer spannend und man fiebert mit beiden, besonders mit Ocean mit.

Es wurde nie langweilig und auch wenn ich gerne etwas mehr Backgroundwissen gehabt hätte; zu Sachen, die Shirin erwähnt (Fastenmonat o.Ä.) und mir dadurch ein paar Themen zu oberflächlich gehalten wurden, gefällt mir der Plot im Ganzen gut.
4 /5 🦋e


Schreibstil
Das Buch ist aus Shirins Ich- Perspektive geschrieben und lässt sich super leicht und flüssig lesen. Die Seiten flogen nur so dahin und obwohl Shirin wirklich ruppig ist, verstand ich vieler ihrer Probleme wirklich gut.
Dennoch fehlte mir bei dem Schreibstil, besonders bei emotionalen Szenen, der gewisse Wow- Effekt, manches kam einfach nicht so ganz an.
Gerade weil ich weiß, dass es größtenteils autobiographisch ist, habe ich in der Protagonistin sehr oft Tahereh Mafi wiedererkannt und hatte das Gefühl, dass sie sich ihren LeserInnen gerade selber öffnet. Das hat alles noch mal viel persönlicher gemacht.
3,5- 4 /5 🦋e


Fazit
Mal ein ganz anderer Young Adult Roman, in dem Rassismus und Diskriminierung offen angesprochen wird und deutlich wird, welche verheerende Rolle beides spielen kann.
Die Diskriminierungserfahrungen waren sehr authentisch dargestellt und ich denke, viele können sich (leider) damit identifizieren.
Da die Autorin jedoch bewusst von einem persischen und muslimischen Mädchen schreibt, dass ein Kopftuch trägt und zum Teil religiöse Praktiken erwähnt, hätte ich mir diesbezüglich etwas mehr Tiefe gewünscht und auch eine Abgrenzung zwischen Shirins eigener Meinung und Kultur und Religion, da alles recht vermischt wurde und ich dadurch die Vermutung habe, dass es für LeserInnen so rüberkommen kann, als seien diese drei Sachen identisch. Jedoch ist Shirin, wie jeder einfach ein Mädchen (egal welcher Kultur & Religion) mit ihren eigenen Ansichten und ihrem eigenen Leben.
Ich habe etwas die Angst, dass sie zu sehr als Rollenbild gesehen wird, nicht als ein individueller Charakter.

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Veröffentlicht am 26.12.2019

Wenn Vorurteile dein Leben torpedieren...

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Das ungewöhnliche Cover hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Von der Autorin hatte ich schon viel gehört, aber bisher noch kein Buch gelesen, weshalb ich mich unvoreingenommen an die Lektüre wagte.

In ...

Das ungewöhnliche Cover hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Von der Autorin hatte ich schon viel gehört, aber bisher noch kein Buch gelesen, weshalb ich mich unvoreingenommen an die Lektüre wagte.

In der Geschichte geht es um Shirin, die gerade in eine neue Stadt gezogen ist. Sie ist schon sehr oft umgezogen und kennt die Vorurteile ihrer Mitschüler, weshalb sie versucht so unauffällig wie möglich zu sein. Doch dann tritt Ocean in ihr Leben und plötzlich ist alles so unfassbar kompliziert. Wie wird sie mit der neuen Situation umgehen? Und was machen die Vorurteile der anderen mit den Betroffenen?

Die Handlung wird uns über Shirin als Ich- Erzählerin nahe gebracht, was dazu führt, dass wir als Leser live miterleben wie sich die erste Liebe anfühlt. Dies hat mir sehr gefallen, da man sich als erwachsener Leser direkt nochmal jünger fühlt. Die Gefühls- und Gedankenwelt von Shirin ist teilweise so intensiv, dass es manchmal nur schwer auszuhalten ist. Zum einen ist sehr hart was sie alles aushalten muss, zum anderen wird man daran erinnert, dass man als Jugendlicher so viel intensiver fühlt und schnell mal alles um sich herum vergisst, wenn man verliebt ist.

Shirin als Figur war mir anfänglich komplett unsympathisch. Sie ist so aggressiv und voller Wut, was ich am Anfang einfach nicht verstanden habe. Fast hat man das Gefühl, dass sie ihre Probleme selbst verursacht. Erst mit der Zeit kann man hinter die Fassade blicken und spürt, dass sie sich einen enormen Schutzpanzer zugelegt hat, um nicht verletzt zu werden. Trotzdem hätte ich sie gern das ein oder andere Mal wachgerüttelt, dass sie doch bitte anders agieren soll als sie es tut.

Ocean ist das komplette Gegenteil von Shirin. Ihn mochte ich auf Anhieb, weil er so offen und ohne Vorurteile ist. Mir gefiel, dass er beharrlich an seinen Zielen festhält und sich nicht von anderen beeinflussen lässt.

Die Thematik Kopftuch wird sehr ansprechend und verständlich erklärt. Ich konnte nachvollziehen warum Shirin sich dafür entschieden hat und trotz der Probleme bei ihrer Wahl bleibt.

Zudem mochte ich es, dass Breakdance eine Rolle spielt. Ich habe mich damit bisher noch nie beschäftigt, fand aber gut wie der Zusammenhalt der Crew ist und was so alles möglich ist bei dieser Tanzform.

Die Sache mit den Vorurteilen und dem Hass hat mich doch sehr bestürzt. Meine Schulzeit war sicher auch nicht leicht, aber so furchtbar wie im Buch beschrieben war es ganz sicher nicht. Besonders schlimm fand ich, dass selbst die Erwachsenen dabei mitmachen.

Fazit: Für mich war dieses Buch sehr augenöffnend, weshalb ich es gern anderen Lesern ans Herz legen möchte. Auch für Erwachsene lesenswert.

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Veröffentlicht am 11.12.2019

Bringt einem wunderbar andere Kulturen näher!

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Cover: Das Cover gefällt mir echt gut. Es ist zwar einfach und minimalistisch gehalten, hat jedoch eine starke Aussagekraft.
Auf den ersten Blick erkennt man, dass die beiden Protagonisten sehr unterschiedlich ...

Cover: Das Cover gefällt mir echt gut. Es ist zwar einfach und minimalistisch gehalten, hat jedoch eine starke Aussagekraft.
Auf den ersten Blick erkennt man, dass die beiden Protagonisten sehr unterschiedlich sind. Ocean hat blondes, kurzes Haar - Shirin trägt ein Kopftuch. Ocean ist hellhäutig - Shirin dunkelhäutig. Dadurch wird sofort das zentrale Thema des Buches klar. Auf dem Cover stehen die Farben "weiß" und "schwarz" klar im Vordergrund, das weist ebenfalls auf die Themen des Buches hin. Mir gefällt, dass man am Cover erkennen kann, um was es in dem Buch geht.
Es werden sehr wenige Farben verwendet. Eigentlich nur drei verschiedene, denn das Rot sowie das Grau wird in verschiedenen Tönen wiederholt (Oceans rote Schuhe - Shirins rotes T-Shirt.)
Im Großen und Ganzen wirkt es stimmig und die klare Struktur spricht mich persönlich an.
Wenn ihr schon ein paar Rezensionen von mir gelesen habt, wisst ihr, dass ich ganz gerne das englische und das deutsche Cover miteinander vergleiche. So auch jetzt: Sie unterscheiden sich vollkommen. Auf dem englischen ist der Titel in zwei verschiedenen Schriften abgebildet. Mir gefällt die deutsche Version besser! Und das sag ich echt selten... Aber man weiß einfach sofort um was es geht, außerdem ist es strukturierter und klarer.


Charaktere: Von Tahereh bin ich besseres gewöhnt...
Shirin: sie hat klare Ansichten und ist sehr dickköpfig. Die rassistischen Kommentare treffen sie zwar, aber sie kann ihren Schmerz gut überspielen. Positiv ist, dass sie eine klare "Stimme" im Buch hat, denn sie verwendet gerne Schimpfwörter. Man kann ihre Charaktereigenschaften zwar nachvollziehen, aber wegen ihrer negativen Einstellung konnte ich mich nicht mit ihr anfreunden.
Ocean: ihn kann ich so gar nicht einschätzen. Ganz anders als Shirin hat er keine klaren Ansichten oder sie kommen im Buch nicht hervor. Ich weiß nur, dass er am liebsten aus dieser Kleinstadt hinaus will. Ich kann ihm keine Eigenschaften zuordnen, denn die schienen im Buch immer gewechselt zu haben?


Setting: Schon in den ersten Seiten erfährt man, dass Shirin in eine kleine, amerikanische Stadt gezogen ist. Die Umgebung spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte, denn die meisten Leute dort haben sehr konservative Ansichten. Jemand wie Shirin - ein junges Mädchen, das Kopftuch trägt - ist ihnen also fremd und sie wissen nicht, wie sie darauf reagieren sollen.


Beginn: Man erfährt sofort, dass die Familie der Protagonistin oft umzieht. Ich finde, das erklärt ihren Charakter sehr gut. Das Buch beginnt damit, dass sich Shirin in ihrer neuen Schule zu Recht finden muss. Man lernt zuerst ihre Familie und ihre Umgebung kennen, dann erst Ocean.


Schreibstil: Wie schon erwähnt, mag ich den Schreibstil der Autorin. Sie kann Gefühle wunderbar malerisch beschreiben. Dieses Genre hat dafür wunderbar gepasst, denn ich habe mich selbst so gefühlt, als wäre ich zum ersten Mal verliebt. Unglaublich, dass sie diese Gefühle mit so unsympathischen Charaktere erzeugen konnte...
Etwas, das mir nicht so gefallen hat, ist, dass die Breakdance Beschreibungen zu ausführlich und mit zu vielen Details/Fachbegriffe geschmückt waren. Es zeigt zwar, dass sich die Autorin damit beschäftigt hat, aber ich fand diese Textstellen eher langweilig und ich habe mich ein paarmal dabei erwischt, wie ich sie einfach nur überflogen habe.


Meinung:
Mir hat es gut gefallen, dass das Buch etwas in der Vergangenheit spielt. Nicht viel, nur ein paar Jahre. Meistens merkt man es gar nicht, aber es hatte Auswirkung auf die Kommunikation zwischen Ocean und Shirin, denn ohne der Technik, die wir heute haben, ist das etwas schwierig. Ich schätze allerdings, dass das nicht der Hauptgrund dafür ist, dass das Buch nicht in 2019 spielt, denn so konnte man die Auswirkungen von 9/11 auf die Menschen bemerken.

Ich fand es gut, dass der deutsche Titel eine wichtige Rolle im Buch spielt. Er ist also nicht einfach ausgedacht, sondern kommt so im Buch vor. Ich will allerdings nicht zu viel verraten. Ob es in der englischen Version auch so ist, kann ich nicht beantworten, denn die Titel sind schon sehr unterschiedlich.

Am meisten hat mir jedoch gefallen, dass ich so viel über eine für mich fremde Kultur gelernt habe. Es werden wichtige Themen angesprochen und das auf eine leichte Art und Weise.


Fazit:Die Protagonistin und noch weniger Ocean, konnten mich leider nicht überzeugen.
Allerdings kann man das Buch sehr schnell lesen, die Gefühle sind wunderschön beschrieben und es bringt einem fremde Kulturen näher.

Ein gut durchdachtes Buch, das wegen den Charakteren keine fünf Sterne bekommt.
Also: 4 Sterne (in Richtung 3)

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