Nordseefunklen
Als ich Nordseefunkeln aufschlug, fühlte es sich sofort an wie eine kleine Flucht aus dem Alltag. Ich konnte richtig die salzige Nordseeluft riechen und die Kälte des Windes auf den Dünen spüren, obwohl ...
Als ich Nordseefunkeln aufschlug, fühlte es sich sofort an wie eine kleine Flucht aus dem Alltag. Ich konnte richtig die salzige Nordseeluft riechen und die Kälte des Windes auf den Dünen spüren, obwohl ich gemütlich auf meinem Sofa saß. Lucia, die Protagonistin, hat mich sofort abgeholt – nicht, weil sie perfekt ist, sondern weil sie so menschlich und verletzlich wirkt. Ich habe oft mit ihr gelacht, wenn sie mit Tiffi, der kleinen Hündin, in Missgeschicke gerät, und gleichzeitig mit ihr gezittert, als es um wichtige Entscheidungen im Leben ging.
Was mich besonders berührt hat, ist, wie die Autorin die Nordsee selbst zur Figur macht. Der Ort ist nicht nur Kulisse, er wirkt wie ein Charakter, der heilt, tröstet und manchmal auch herausfordert. Die Szenen mit Wilko und den Schweinen waren für mich kleine, unerwartete Highlights – ich musste oft schmunzeln.
Am Ende des Buches hatte ich das Gefühl, selbst ein Stückchen von St. Peter-Ording in mir zu tragen. Ich wollte das Buch nicht einfach nur lesen, ich wollte darin verweilen. Es hat mir gezeigt, dass Auszeiten nicht nur Flucht sind, sondern Räume, in denen man sich selbst wiederfindet.