Cover-Bild Kochen im falschen Jahrhundert
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Wallstein Erfolgstitel - Belletristik und Sachbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Klassisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 198
  • Ersterscheinung: 22.02.2023
  • ISBN: 9783835354296
Teresa Präauer

Kochen im falschen Jahrhundert

Roman
Gastgeberin sein zu können heißt letztlich: erwachsen geworden zu sein.

Der Roman eines Abends und einer Einladung zum Essen. Voll mit Rezepten für ein gelungenes Leben und einen misslingenden Abend, der immer wieder neu ansetzt, schlau, witzig, heiter, gleichzeitig begleitet von den unterschwelligen oder ganz offen artikulierten Aggressionen der Beteiligten.
In ihren Gesprächen verhandeln sie die ganz großen und kleinen Themen, von den ›Foodporn‹-Bildern im Internet über Kochen, Einkaufen und Wohnen als soziale Praktiken. Zunehmend wird der Abend komischer, tragischer, erotischer – dabei werden einzelne ›heutige‹ Begriffe diskutiert, während die Gastgeberin keine besonders talentierte Gastgeberin ist und sich immer wieder ins falsche Jahrhundert versetzt fühlt. Nebenbei wird in Anekdoten eine Geschichte der Waren, Speisen und des Kochens erzählt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2023

Lesenswert

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Die Autorin Teresa Präauer hat die ungewöhnliche Geschichte „Kochen im falschen Jahrhundert
geschrieben. Ihr Stil besticht mit Witz und Satire.
Ich habe den Roman gelesen, weil die Autorin mit diesem ...


Die Autorin Teresa Präauer hat die ungewöhnliche Geschichte „Kochen im falschen Jahrhundert
geschrieben. Ihr Stil besticht mit Witz und Satire.
Ich habe den Roman gelesen, weil die Autorin mit diesem Buch den Bremer Literaturpreis gewonnen hat und ich mir diese Veranstaltung ansehen möchte. Ich weiß nicht richtig was ich von dem Buch halten soll. Der Titel irritiert mich auch.
Seltsam ist auch das die Personen alle keine Namen haben.
Teresa Präauer versteht es mich als Leser doch noch zu fesseln.
Lesenswert



Veröffentlicht am 31.07.2023

Am Zeitgeist

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Ein entspannter Abend mit Freunden. In der neuen Wohnung mit den schicken Holzböden. Der kürzlich erworbene dänische Designertisch muss ja eingeweiht werden. Wie die Gastgeber gehören auch die Gäste zu ...

Ein entspannter Abend mit Freunden. In der neuen Wohnung mit den schicken Holzböden. Der kürzlich erworbene dänische Designertisch muss ja eingeweiht werden. Wie die Gastgeber gehören auch die Gäste zu denen, die es geschafft haben. Ein Paar, das kürzlich Nachwuchs gekommen hat und ein Schweizer, seit kurzem in einer neuen Beziehung. Alle in gesicherten Verhältnissen und solvent mit guten Jobs. Jede/r bemüht, in puncto Selbstinszenierung besonders gut wegzukommen.

Wiesenblumen, stilvoll auf dem Tisch arrangiert, im Hintergrund läuft leise eine unaufdringliche Jazz-Playlist. In der Küche steht die Gastgeberin, die mit der Zubereitung des Essens heillos überfordert ist. Quiche und Sommersalat, das geht immer. So die Theorie, offenbar den Lifestyle-Magazinen entnommen. Die Realität sieht anders aus. Die Gastgeberin überfordert, der Gastgeber keine Hilfe. Kerzenwachs und Glasränder auf dem Tisch, ein Brandfleck im Trockentuch vom Designer. Banale Gesprächsinhalte, reduziert auf Oberflächlichkeiten. Und natürlich darf das Feelgood-Foto für Instagram nicht fehlen.

Präauer ist mit „Kochen im falschen Jahrhundert“ nah am Zeitgeist, beobachtet sehr kritisch und präzise, beschreibt pointiert und ironisch diesen Abend, der in verschiedenen Facetten, die sie auch anbietet, ablaufen könnte. Allen gemeinsam ist die Oberflächlichkeit und Selbstgefälligkeit der Teilnehmer, aber auch die Sprachlosigkeit, die die vordergründig angeregte Kommunikation der Tischgesellschaft beherrscht. Man spricht, ersetzt Inhalt durch Objekte, reiht Floskel an Floskel, hat sich aber nichts zu sagen.

Möchte ich mit diesen Menschen am Tisch sitzen und einen Abend verbringen? Nein. Niemals.

Veröffentlicht am 29.07.2023

Bordieu sitzt mit am Tisch und schmunzelt…

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Kochen im falschen Jahrhundert liest sich wie ein zeitgenössischer Theaterabend. Moderne Distinktionsmechanismen über Essen, Trinken, Wohnen und auch das Sprechen werden von Präauer sehr amüsant und gleichzeitig ...

Kochen im falschen Jahrhundert liest sich wie ein zeitgenössischer Theaterabend. Moderne Distinktionsmechanismen über Essen, Trinken, Wohnen und auch das Sprechen werden von Präauer sehr amüsant und gleichzeitig erbarmungslos seziert. Die HauptdarstellerInnen in diesem Kammerspiel sind allen voran, die nicht näher bezeichnete Gastgeberin, ihr Partner, der wiederum primär mit seinem Smartphone eine Partnerschaft führt, ein befreundeter Schweizer, seines Zeichens Universitätsdozent und betonter Antikapitalist in Funktionskleidung, sowie ein Ehepaar. In der Nebenrolle ein amerikanisches Paar, eine Zufallsbekanntschaft des Ehepaares am frühen Abend. Trotz unterschiedlicher Herkunft und Sozialisation bewegen sich alle Figuren zum Zeitpunkt, zu dem sie um den neuen großen dänischen Holztisch sitzen, in einer Blase der gebildeten, betont unangestrengten, wohlhabenden, großstädtischen Schicht. Hier ist Inszenierung alles, wird jedoch nie so genannt oder überhaupt reflektiert. Man wurde vom Leben großzügig bedacht und gibt diese Großzügigkeit gern zurück. Und stellt dies gerne aus. Die bunten Wiesensträuße, die in diesem Milieu gerade angesagt sind und auch die Gastgeberin zur Deko gewählt hat, sind somit nicht etwa das Ergebnis eines ausgedehnten Spaziergangs in der Natur sondern wurden aus dem Großstadtblumenladen eigens kuratiert, um eben ersteres zu inszenieren. Doch wo bleibt das Ich und das Authentische in der Welt-Sein, im Moment-Sein, in dieser Inszenierung? Wo die Freude beim Betrachten der Wiese, dem Pflücken der Blumen, die Zeit in der Natur, die der mitgebrachte Strauß früher konserviert hat? Präauer führt der Moderne einen Spiegel vor, die eine eigene Welt in sozialen Medien geschaffen hat und dabei nicht selten das Leben dabei vergisst.

Soziologische Theorie übersetzt in Literatur, Kammerspiel, leckeres Essen, all das vereint dieser Roman und macht ihn zum Genuss.

Einen Punkt Abzug gibt es für kleinere Logikfehler im Ablauf, was der Qualität des Buches angesichts der inhaltlichen und sprachlichen sehr guten Umsetzung jedoch keinen wesentlichen Abbruch tut.

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Veröffentlicht am 03.11.2023

Langweilig!

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KOCHEN IM FALSCHEN JAHRHUNDERT
Teresa Präauer
[Werbung|unbezahlt|Exemplar selber gekauft]

Ingredienzen vieler Rezepte vermischen sich mit dem teilweise besserwisserischen Geplänkel von jungen Menschen, ...

KOCHEN IM FALSCHEN JAHRHUNDERT
Teresa Präauer
[Werbung|unbezahlt|Exemplar selber gekauft]

Ingredienzen vieler Rezepte vermischen sich mit dem teilweise besserwisserischen Geplänkel von jungen Menschen, die von der „Gastgeberin“ zu einem Abendessen eingeladen wurden.

Obwohl es sprachlich fulminant und der Aufbau des Buches grandios ist, konnte mich das Buch vom Inhalt nicht überzeugen. Eher erinnerten mich die Diskussionen an den Deutschen Bundestag: (Tolino S. 31: „Man sagt hier übrigens nicht gucken, sondern eine Serie schauen […]“ oder Tolino S. 44: „Seit mehr als einem Jahrzehnt sagt man nicht mehr Studenten, man sagt heute Studierende […]“).

Warum dieses Buch nun für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde, bleibt mir ein Rätsel, dabei hatte ich anhand des kulinarischen Titels auf einen Hochgenuss gehofft - Fehlanzeige.

Von mir gibt es leider keine Leseempfehlung.

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