Cover-Bild Wir sehen uns wieder am Meer
Teil 3 der Serie "Die Großmutter-Reihe"
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Argon
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 16.07.2025
  • ISBN: 9783839821787
Trude Teige

Wir sehen uns wieder am Meer

Die große Neuerscheinung um eine bewegende Frauen-Freundschaft
Yara Blümel (Sprecher), Günther Frauenlob (Übersetzer)

Und dann werden wir tanzen:  Drei mutige Frauen, die durch unverbrüchliche Freundschaft überleben

2024: Juni Bjerke erhält einen Anruf. Erst jetzt erfährt sie vom Schicksal der geliebten Freundinnen ihrer Großmutter Tekla.

1944: Norwegen ist von den Deutschen besetzt. Die junge Krankenschwester Birgit begegnet der 16-jährigen Nadia, die aus der Ukraine zur Zwangsarbeit in der Fischfabrik verschleppt wurde. Als Birgit sich dem Widerstand anschließt und Nadia einen Kollaborateur trifft, geraten sie in höchste Gefahr. Ihre Geheimnisse teilen sie nur mit dem »Deutschenmädchen« Tekla. Weit über den Krieg hinaus müssen die Freundinnen Entscheidungen fällen, die noch das Leben ihrer Kinder und Enkel prägen werden.

Was uns bis heute prägt: Von Menschlichkeit in schweren Zeiten und dem Aufbau einer neuen Zukunft – der große neue Roman der norwegischen Erfolgsautorin.

Eine junge Widerstandskämpferin, eine Zwangsarbeiterin und ein »Deutschenmädchen« werden zu Schicksalsfreundinnen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.08.2025

Beklemmende Schicksale

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Eins haben die drei recht unterschiedlichen Schicksale der drei Freundinnen gemeinsam, sie sind schwer und grausam.
Da ist das „Deutschenmädchen“ Tekla, die sich im besetzten Norwegen auf einen Besatzungssoldaten ...

Eins haben die drei recht unterschiedlichen Schicksale der drei Freundinnen gemeinsam, sie sind schwer und grausam.
Da ist das „Deutschenmädchen“ Tekla, die sich im besetzten Norwegen auf einen Besatzungssoldaten einlässt. Sie ist die eigentliche Hauptfigur des ersten Bandes dieser Trilogie von Trude Teige und hier eher lose mit der Handlung verbunden.
Dann gibt es noch die Zwangsarbeiterin Nadja, die aus der Ukraine in die norwegische Fischfabrik verschleppt wurde und sich dann in einen Kollaborateur verliebt.
Die eigentliche Hauptfigur aber ist Birgit, eine Krankenschwester, die im Krankenhaus mit dem inländischen Widerstand gegen die Besatzer in Kontakt kommt und heimlich einen entflohenen Kriegsgefangenen versteckt, einen Russen, in den sie sich verliebt.
Das Schicksal der drei Frauen reicht weit über die Besatzungszeit durch die Deutschen hinaus. Sie erleben die sich zuspitzende Situation, als die Deutschen den Krieg schon fast verlorenen haben und sich erbittert gegen die Niederlage wehren. Genauso wie ihre Unterstützer in Norwegen, deren Fanatismus im Angesicht des Untergangs ungebrochen ist. Aber es geht auch um die Nachkriegsjahre, um das Zusammenkehren des Scherbenhaufens, den der Krieg hinterlassen hat, um die Auseinandersetzung mit Schuld und Verstrickung, mit Verantwortung und der Suche nach einem Neuanfang.
Trude Teige hat sich wieder einen interessanten Schauplatz und ein weniger beleuchtetes Thema der Weltgeschichte ausgesucht und sie verleiht den Frauen, die in der Weltgeschichte immer nur sehr beiläufig vorkommen, eine wichtige Stimme. Es geht um ihr Schicksal, ihr Handeln, ihre Verantwortung, ihre Entscheidungen und ihr Los in einer Zeit, in der männliche Willkür mit am größten war.
Allerdings hat mich die Figur der Birgit nicht so ganz packen können. Das könnte auch an ihrer Begeisterung für Russland liegen, die für einen Norwegerin in der damaligen Zeit schon sehr ungewöhnlich gewesen sein muss, da die Norweger die Russen im Krieg kurz zuvor nicht in besonders guter Erinnerung dürften behalten haben. Und die Handlung zwischen Krankenhaus und Fischfabrik sowie Gefangenenlagern bleibt mir irgendwie fern und leer. Vielleicht stumpft man ab nach dem Lesen der immer wiederkehrenden Geschichten aus den Lagern der Gefangenen oder der Kranken. Aber gerade im dritten Band fehlt mir ein Spannungsbogen. Die Handlung dehnt sich, mal erhebt sie sich ein wenig, um dann schnell wieder abzufallen. Das Harren und Warten ist ein zentrales Motiv, das die Handlung aber auch hemmt und sich auf den Leser überträgt.
Für mich reicht der dritte Band nicht an die ersten beiden heran.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

erzählerisch leider nicht überzeugend

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„Wir sehen uns wieder am Meer“ bildet den Abschluss der Großeltern-Trilogie von Trude Teige. Der erste Band, „Als Großmutter im Regen tanzte“, hat mich sehr berührt, den Nachfolger „Und Großvater atmete ...

„Wir sehen uns wieder am Meer“ bildet den Abschluss der Großeltern-Trilogie von Trude Teige. Der erste Band, „Als Großmutter im Regen tanzte“, hat mich sehr berührt, den Nachfolger „Und Großvater atmete mit den Wellen“ fand ich deutlich schwächer. Ich war nun sehr gespannt, ob mich Trude Teige mit dem abschließenden Teil noch einmal begeistern würde.

Wie bei Band 2 wird die eigentliche Geschichte durch ein Vor- und Nachwort der (fiktiven) Juni Bjerke flankiert, der Enkelin der Großmutter Tekla. Die Großeltern Tekla und Konrad spielen in Band 3 nur eine kleine Nebenrolle, die Handlung dreht sich in Wesentlichen um Teklas Jugendfreundin Birgit Johansen und die gebürtige Ukrainerin Nadia, die während des Krieges als Zwangsarbeiterin nach Norwegen gekommen war. Birgit ist als ausgebildete Krankenschwester im Krieg in einem Krankenhaus in Bodø tätig und im Widerstand aktiv. Aufgrund ihrer Russischkenntnisse lernt sie Nadia kennen, die eine befreundete Zwangsarbeiterin ins Krankenhaus begleitet. Nach dem Krieg lässt sich Birgit vom amerikanischen Geheimdienst anwerben, und gerät in Moskau zwischen die Fronten des kalten Krieges.

Sehr positiv finde ich, dass Trude Teige in ihren Büchern den Frauen in Kriegszeiten eine Stimme gibt und deutlich macht, dass deren Erlebnisse ebenso prägend sind wie die der Männer und in die nachfolgenden Generationen hineinwirken. Sie thematisiert das Leid der Zwangsarbeiterinnen, den Mut der Widerstandskämpferinnen, die ihr eigenes Leben riskierten, die Gewalt, denen Frauen in Verhören ausgesetzt waren, und die massive Ablehnung und Diskriminierung, die Frauen erfuhren, die sich auf eine Liebesbeziehung mit einem feindlichen Soldaten eingelassen hatten.

Trotz dieses guten Ansatzes konnte mich das Buch allerdings nicht überzeugen. Wie schon im zweiten Teil wirken die Figuren auf mich hölzern, zu deutlich scheint die Botschaft durch, die sie transportieren sollen. Wirklich nahe kamen mir daher die Protagonistinnen nicht. Bei Birgit liegt mir zudem der Fokus viel zu stark auf der Liebesgeschichte mit Sascha, die die Handlung dominiert. Muss denn jeder Roman, der sich (allzu) erkennbar an eine weibliche Leserschaft richtet, mit einer Lovestory zugekleistert werden? Auch die Dialoge sind mir über weite Strecken zu emotional und rührselig geraten und wirken für die damalige Zeit wenig authentisch. Das ist mir insgesamt zu flach und simpel gestrickt.

Das Hörbuch wird von Yara Blümel sehr gut eingelesen. Die etwas tiefere Stimmlage empfinde ich als sehr angenehm, das Tempo ist genau richtig.

Auch wenn der dritte Teil über weite Strecken ohne Vorkenntnis der anderen Bände gelesen werden kann, empfehle ich doch, mit dem ersten Band zu beginnen, da gelegentlich darauf Bezug genommen wird, und der letzte Teil die gesamte Geschichte auch inhaltlich abrundet.

Fazit: Die Trilogie beginnt mit einem starken ersten Teil, lässt dann jedoch vor allem erzählerisch deutlich nach. „Wir sehen uns wieder am Meer“ bekommt daher leider von mir nur knappe 3 Sterne.

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