Cover-Bild Homo Deus

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24,95
inkl. MwSt
  • Verlag: C.H.Beck
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Soziale und ethische Themen
  • Genre: Sachbücher / Geschichte
  • Seitenzahl: 576
  • Ersterscheinung: 31.08.2018
  • ISBN: 9783406704017
Yuval Noah Harari

Homo Deus

Eine Geschichte von Morgen
Andreas Wirthensohn (Übersetzer)


In seinem Kultbuch Eine kurze Geschichte der Menschheit erklärte Yuval Noah Harari, wie unsere Spezies die Erde erobern konnte. In „Homo Deus“ stößt er vor in eine noch verborgene Welt: die Zukunft. Was wird mit uns und unserem Planeten passieren, wenn die neuen Technologien dem Menschen gottgleiche Fähigkeiten verleihen – schöpferische wie zerstörerische - und das Leben selbst auf eine völlig neue Stufe der Evolution heben? Wie wird es dem Homo Sapiens ergehen, wenn er einen technikverstärkten Homo Deus erschafft, der sich vom heutigen Menschen deutlicher unterscheidet als dieser vom Neandertaler? Was bleibt von uns und der modernen Religion des Humanismus, wenn wir Maschinen konstruieren, die alles besser können als wir? In unserer Gier nach Gesundheit, Glück und Macht könnten wir uns ganz allmählich so weit verändern, bis wir schließlich keine Menschen mehr sind.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.11.2017

Gebrauchsanleitung für den Bürger der Zukunft

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In Homo Deus (übersetzt etwa "göttlicher Mensch") beschreibt Yuval Noah Harari die Zukunft des jetzigen Menschen, des Homo sapiens.
Er beschreibt, woher wie kommen, warum wir sind, wie wir sind und mögliche ...

In Homo Deus (übersetzt etwa "göttlicher Mensch") beschreibt Yuval Noah Harari die Zukunft des jetzigen Menschen, des Homo sapiens.
Er beschreibt, woher wie kommen, warum wir sind, wie wir sind und mögliche Zukunftsperspektiven.
Es ist ein Sachbuch mit etwa 537 Seiten (zzgl. Anhänge).

Der Autor Harari wurde 1976 in Israel geboren und ist Lehrbeauftragter an der Hebrew University in Jerusalem für Weltgeschichte. Er schrieb bereits den Bestseller "Eine kurze Geschichte der Menschheit".

Harari beginnt mit einem Einführungskapitel, in dem man die Richtung des Buches erahnen kann und in dem wichtige Grundbegriffe geklärt werden.

Anschließend geht es in drei Hauptkapiteln weiter damit, wie wir die Welt erobern konnten, wer oder was uns bisher einen Sinn gegeben hat und anschließend endet es mit einer Vision unserer Zukunft.

Der Autor verbindet die Bereiche Wissenschaft, Religion, Biologie, Medizin, Soziologie sowie Philosophie und viele mehr...
Das Werk liest sich wie eine Gebrauchsanleitung für uns selbst, die keinem vorenthalten sein sollte.
Nichtsdestotrotz kann die Erzählweise des Autors verstörend und provozierend sein und ich selbst war mehrfach in der Versuchung, die Lektüre zu beenden, doch ich war ebenso fasziniert.

Das Buch ist gleichermaßen eine Verpflichtung und ein Versprechen: Es erfordert vom Leser viel Konzentration und Vorstellungskraft, doch im Gegenzug offenbart Harari Einsichten, die einen im wahrsten Sinne des Wortes von den Socken hauen.
Es ist eine Aufforderung, einmal den Kopf zu heben und über den Rand des Gummiboots zu schauen, in dem wir alle sitzen und das uns flussabwärts in einer dramatischen Geschwindigkeit mit sich führt. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, darf jeder für sich selbst entscheiden - Hauptsache, wir tun es.

Fazit: Klare Leseempfehlung für Lesestunden mit voller Konzentration. Keine Wohlfühllektüre für den Feierabend. Dieses Buch ist das Kleingedruckte in den AGBs der Menschheit, die sonst nie jemand liest.

Veröffentlicht am 02.04.2017

Ein Buch zum Nachdenken und Durchdiskutieren

1

Klappentext:

In seinem Kultbuch Eine kurze Geschichte der Menschheit erklärte Yuval Noah Harari, wie unsere Spezies die Erde erobern konnte. In „Homo Deus“ stößt er vor in eine noch verborgene Welt: die ...

Klappentext:

In seinem Kultbuch Eine kurze Geschichte der Menschheit erklärte Yuval Noah Harari, wie unsere Spezies die Erde erobern konnte. In „Homo Deus“ stößt er vor in eine noch verborgene Welt: die Zukunft. Was wird mit uns und unserem Planeten passieren, wenn die neuen Technologien dem Menschen gottgleiche Fähigkeiten verleihen – schöpferische wie zerstörerische – und das Leben selbst auf eine völlig neue Stufe der Evolution heben?

Inhalt:

Das Buch ist in drei (vier) Teile gegliedert.
In einer ziemlich langen Einleitung erklärt Harari, dass die Menschheit ihre „Urfeinde“: Hunger, Krankheiten und Krieg eigentlich schon besiegt hat und ihre nächste Herausforderung die Abschaffung des Todes und das Schaffen eines „globalen Glücks“ ist.
Im eigentlichen ersten Teil des Buches geht es um den Homo sapiens und seinen Weg der Eroberung der Welt: wie die Spezies „Mensch“ sich aus der Tierwelt weiterentwickelt hat. Der Autor nimmt die Unterschiede und Entwicklungen im Vergleich mit der Tierwelt genau unter die Lupe. Dabei spricht Harari eindeutig gegen der Religionen, die auch nur auf einer bestimmten Entwicklungsstufe der Menschheit existieren können/konnten.
Im nächsten Teil lesen wir über die Geschichte der Menschheit aus dem Aspekt der Innenwelt der Menschen, der Urinstinkte. Anders gesagt wie Ängste, Bedürfnisse und Wünsche die Entwicklung irgendwie immer weitergebracht haben und der Mensch der Welt einen Sinn gab. Am Ende des Abschnittes lesen wir detailliert über den Humanismus und über seine Revolution.
Im dritten und vielleicht spannendstem Teil blickt der Autor in die Zukunft und beschreibt mögliche Konsequenzen vom der heutigen gesellschaftlichen und technologischen Realitäten. Mit Hilfe von aktuellen psychologischen, neurologischen und technischen Erkenntnissen schildert Harari ein Szenario, in dem sogar die Geburt eines „Übermenschen“, Homo Deus möglich sei und eine neue Religion, die Datenreligion.
Meine Bewertung
Obwohl ist das Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ nicht gelesen habe, habe ich mich in das Buch gleich von Anfang an gut rein gefunden. Der Schreibstil ist angenehm, das Buch kann man trotz seiner Länge von fast 600 Seiten gut lesen.
Der Autor bringt sehr viele interessante Beispiele, die die Geschichte sehr lebendig machen.

Kritik:

Ich habe ein Buch erwartet, indem ausschließlich um die Zukunft der Menschheit geht. Natürlich soll man die Behauptungen mit Fakten belegen und aus der Geschichte herleiten, aber für mich hat der historische Teil des Buches doch viel zu viel Platz bekommen.
Außerdem musste ich feststellen, dass der Autor manchmal Klischees verwendet um seine These zu begründen. Diese Vorgangsweise war für mich v.a. bei den Stellen über die Religion und Gott im Allgemein sehr deutlich.


Fazit:

Ein Buch, über man viel nachdenken und am besten auch diskutieren sollte. Eine klare Empfehlung von mir!

Veröffentlicht am 20.12.2017

Viele Fragezeichen auf der Stirn

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und mehr noch im Gehirn hatte ich nach der Lektüre des Buches "Homo Deus" des israelischen Wissenschaftlers Yuval Noah Harari. In seiner ebenso klugen wie polarisierenden Geschichte von Morgen taucht Harari ...

und mehr noch im Gehirn hatte ich nach der Lektüre des Buches "Homo Deus" des israelischen Wissenschaftlers Yuval Noah Harari. In seiner ebenso klugen wie polarisierenden Geschichte von Morgen taucht Harari tief in die Geschichte und Kultur, die Natur und die Entwicklung des menschlichen Werdens, seiner unterschiedlichen (Um)wege ein.

Wozu ist eine Geschichte der Zukunft überhaupt notwendig? Nun, diese Antwort fällt nicht schwer im Hinblick auf die Sorgen, die der Mensch der Gegenwart - sowohl im Allgemeinen als auch als Individuum zu tragen hat: Bedrohung der Umwelt, Radikalisierung der Gesellschaft(en), Kampf gegen Krankheiten, gegen Armut und vor allem für den Frieden und die Gerechtigkeit. Da schadet es nichts, Visionen zu entwickeln bzw. dazu einzuladen, selbiges zu tun. Denn Harari bezieht den Leser durchaus in seine Überlegungen und Darstellungen, in sein gesamtes Modell mit ein. Es sind - aus meiner Sicht - mehr Darstellungen, ja Präsentationen als Überlegungen, denn der Professor - Harari ist Historiker, hat u.a. in Oxford studiert und lehrt an der bekannten Hebrew University - ist ausgesprochen eitel. Und unbescheiden (wozu er allen Grund hat, auch wenn dies nicht jedermanns Sache ist). Vor allem ist er ausgesprochen mutig, denn es war vorauszusehen, dass er sich mit seinen Thesen angreifbar macht.

Ja, die Thesen - sie betreffen, wie bereits erwähnt, ein überaus breites Spektrum an Themen, in dieser Hinsicht ist das Buch also ausgesprochen rund, denn der Autor bringt seine gesamten Überlegungen in Bezug auf die Zukunft des Menschen und die im Titel enthaltene Fragestellung, ob es ihm möglich sein wird, gottähnlich zu agieren, definitiv auf den Punkt. Nun, das möchte ich an dieser Stelle nicht näher definieren, sondern vielmehr darauf verweisen, dass eine Lektüre auf jeden Fall ein Gewinn ist, selbst wenn man - liegt im Bereich des Möglichen - irgendwann völlig genervt ist und das Buch in die Ecke pfeffert. Dann hat der Autor zumindest gewisse menschliche Instinkte des Lesers geweckt, wenn auch ablehnende. Und ihn damit zum Denken gebracht, ein zentraler Punkt.

Denn dieses kluge Buch enthält ein wahres Konvolut an Anregungen. Hararis Gedanken zur Religion bspw. konnte ich in vielem nicht teilen, aber sie haben mich zum Nachdenken, zu einer Auseinandersetzung nicht nur mit Gott, sondern vor allem mit mir selbst gebracht, die noch andauert. Ein sehr wichtiger Aspekt des Buches ist die Nachhaltigkeit, die Langlebigkeit der Gedanken. Denn obwohl der Autor aus der aktuellen Situation heraus argumentiert, wird dies auch noch in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren seine Relevanz haben.

Yuval Noah Harari - ein moderner Philosoph? Definitiv, würde ich sagen und zwar einer, dessen Namen man auch noch in späteren Jahrhunderten kennen wird. Ein Trendsetter sozusagen, denn er benennt die Themen, die für uns und die nachfolgenden Generationen von Bedeutung sind und zwar in der Sprache seiner Zeit. Es muss nicht unbedingt gefallen, was der Autor schreibt, aber bewegen sollte es!

Veröffentlicht am 15.10.2017

Ein must read!

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Homo Deus von Harari sticht deutlich aus der Reihe von Sachbüchern hervor, die man zum Thema Zukunft der Menschheit heute lesen kann. Auf jeden Fall ist es ein Buch, das man gelesen/gehört haben muss. ...

Homo Deus von Harari sticht deutlich aus der Reihe von Sachbüchern hervor, die man zum Thema Zukunft der Menschheit heute lesen kann. Auf jeden Fall ist es ein Buch, das man gelesen/gehört haben muss.
Zweifelsohne ist es kein Wohlfühlbuch. Ganz im Gegenteil. Harari hat gezielt darauf angelegt, die Leser zu provozieren, sie aus der Komfortzone zu locken, über den Tellerrand eigener Überzeugungen und Vorstellungen von Gut und Böse zu schauen, uvm. Bei vielen seiner Ausführungen lässt er bewusst einige wichtige Aspekte des Menschseins aus und hebt ganz andere hervor. So dargestellt stehen Menschen eher wie ferngesteuerte Zombies da und man fragt sich, ob das nur Hirngespinste eines „verrückten“ Professors sind oder ist da mehr dran, bzw. ob das insg. angehen kann.
Harari serviert seine Sicht der Dinge durchaus so, dass einem, je nach Gemüt und seelischer Verfassung, die Haare zu Berge stehen, man ggf. einen dicken Hals kriegt und evtl. gute Lust bekommt, das Ganze in die hinterste Ecke zu pfeffern. Aber das ist Teil seiner Show, da liegt u.a. das Geheimnis seines Erfolges. Durch gezielt provozierende Äußerungen bekommt er seine Leser aus der (antizipierten) Egal-Haltung heraus und, was noch wichtiger ist, überhaupt dazu, über solche Themen nachzudenken und sich solche Fragen zu stellen, die man sich nicht unbedingt jeden Tag stellt, wie: Was heißt es eigentlich, Mensch zu sein? Was gehört dazu? Und was nicht? Und warum? Wo geht das alles hin? Warum unbedingt so und nicht anders? Wollen wir es überhaupt? Und was ist mit ethischen Aspekten solcher Entwicklungen? Können wir uns nicht einen anderen Ausweg überlegen, andere Zukunftsvisionen entwickeln, die vllt nicht so brutal ausfallen, und uns daran machen, diese auch umsetzen? uvm. In der Hinsicht liest sich Hararis Werk wie eine düstere Dystopie.
Von der Infoseite her liefert er nicht wirklich viel Neues, vielmehr größtenteils gutes altes, bloß unter etwas anderem Blickwinkel betrachtet und recht reißerisch dargeboten. Infotainmenteinlagen gibt es reichlich, man kennt den Stoff aber auch schon von woanders, wenn man paar Sachbücher zu dem oder auch verwandten Themen gelesen hat. Das Spannendste war für mich das Wie des Erzählten.
Seine Art zu argumentieren erschien mir reichlich fragwürdig, so gar nicht professorlike. Steile Thesen wurden in den Raum geworfen und wenig bis nicht begründet dagelassen, aber immerhin eindrucksvoll zur Sprache gebracht. Zudem wiederholte er sich recht oft, er wiedersprach sich selbst auch oft genug. Aus diesem Blickwinkel betrachtet ist er eher ein passionierter Entertainer, ein Showman, dem die Stringenz seiner Logik, die Unerschütterlichkeit seiner Beweise nicht so wichtig erscheinen, dafür aber der Eindruck, den er mit seinem Auftritt hinterlässt, der Grad der Aufrüttelung, der Anteilnahme seiner Leser/Zuhörer und dergleichen. Polemisieren war wohl eher sein Ziel, was er auch erreicht hat.
Die Frage, die oft auftauchte, war: Was will Harari mit seinen Ausführungen insg. erreichen? Dass sich seine Intentionen auf pures Infotainment beschränkten, fiel mir gewissermaßen schwer zu glauben. In der Hinsicht drängte sich: Ist es schon alles, weshalb er die ganze Arbeit geleistet hat? Oder sieht er vielmehr die Menschheit am Rand des Abgrunds, es ist in etwa fünf vor zwölf, und er will aufwecken und zum Umdenken, zu grundsätzlich anderem Handeln anregen? Fragen über Fragen.
So oder so: Harari schafft es, seinen Lesern genug Stoff zum Nachdenken und Diskutieren zu bieten. Darin sehe ich seinen Verdienst.
Bei Homo Deus muss man nicht zu allem Ja und Amen sagen, um das Buch gut zu finden, bzw. es in vollem Umfang zu schätzen wissen, aber gelesen und darüber nachgedacht haben, sollte man es.

Das Buch habe ich auch gehört. Jürgen Holdorf hat sehr gut gelesen. Gut geübte, wohlklingende Profi-Stimme, die er effektvoll einzusetzen weiß und die zu der Geschichte insg. ganz gut passt. Ich hatte keine Probleme, stundenlang zuzuhören. Seine Art vorzutragen hat die Wirkung des Harari Werkes gut verstärkt, sodass die Zukunftsvisionen &Co. so bestimmt klangen, als ob sie im Stein gemeißelt wären. Vllt war es auch eine gezielte Wirkung, die dann auch sehr gut gelungen ist.

Hörbuch, Spieldauer 17 Stunden und 13 Minuten, ungekürzte Ausgabe.


Veröffentlicht am 09.10.2017

Der Algorithmus des Lebens

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Es ist wahrhaftig nicht einfach, eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben. Die meiste Zeit kam ich mir wie in einer Vorlesung eines sehr gut aufgelegten Professors vor, der mich mit Daten, Fakten, historischen ...

Es ist wahrhaftig nicht einfach, eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben. Die meiste Zeit kam ich mir wie in einer Vorlesung eines sehr gut aufgelegten Professors vor, der mich mit Daten, Fakten, historischen Wissen überrollte und dann, wenn ich irgendwas verarbeitet hatte und meine Hand hob, um eine Frage zu stellen, schon zehn Meter weiter war, so dass ich mit einem gemurmelten "Ja, aber ..." verstummte. Es ist also angeraten, das Buch vielleicht häppchenweise zu lesen, wirklich Kapitel für Kapitel (und idealerweise mit anderen zu besprechen).

Harari nimmt uns auf einen Trip mit. Um auf die Zukunft zu kommen, wie er sie sieht (und mir durchaus möglich, wenn auch nicht in jeder Form zwingend erstrebenswert erscheint) beleuchtet er die Aspekte der Menschheit. Was macht den Menschen aus, wie konnte er sich vom Tierreich abheben, was unterscheidet ihn von anderen Rudeln, Horden, Herden, Rotten und Scharen intelligenter Lebewesen auf der Erde? Nicht viel anscheinend, außer dass wir gelernt haben, uns zu vernetzen. Und wo wird uns die Zukunft hinbringen? Im ersten Moment entwirft er fast eine Art Utopie: keine Kriege mehr, Gesundheit, Glück, ewiges Leben. Und wie soll das bewerkstelligt werden? Durch Algorithmen. Denn das sind wir alle wohl, nicht mehr, nicht weniger.

Die Antwort erscheint im ersten Moment absurd, vielleicht erschreckend, aber nicht unlogisch, was uns aber auch von der Utopie einer Dystopie näherbringt. Denn wenn wir Algorithmen sind, sind wir eher fehlerhaft. In Zukunft werden Algorithmen das Steuer in die Hand nehmen, denen keine (erkennbare) Fehler mehr unterlaufen werden. Schon heute ist in der Datensammlung so viel möglich und üblich, dass es nur noch erschrecken kann, die Zukunft ... wird vielleicht nicht mehr die unsere sein. Harari ist ein Dozent, der seinen Studenten mehr Fragen als Antworten liefert und vielleicht, so sagt er selbst, irrt er sich. (In vielen Dingen mag man das hoffen.) Er schreibt lebendig, sein Unterricht wirkt nicht einschläfernd, und er liebt es zu provozieren. Ich hätte mir mehr "morgen" als "Geschichte" gewünscht, weniger Wiederholungen, aber das Buch hat eines auf jeden Fall geschafft: dass ich gedanklich immer wieder dahin zurückkehre, Wissen neu bewerte, Erkenntnisse vergleiche. Mehr kann sich ein Prof von einem aufmerksamen Student kaum wünschen.