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Der Roman entführt den Leser in eine Welt von Reichtum, Luxus und gesellschaftlicher Inszenierung, schafft es jedoch nur bedingt, die erzählerischen Versprechen einzulösen. Jaynas Entscheidungen wirken ...
Der Roman entführt den Leser in eine Welt von Reichtum, Luxus und gesellschaftlicher Inszenierung, schafft es jedoch nur bedingt, die erzählerischen Versprechen einzulösen. Jaynas Entscheidungen wirken häufig widersprüchlich und wenig nachvollziehbar, wodurch die Spannung eher aus äußeren Tabus und Konflikten als aus authentischer Charakterentwicklung entsteht. Ihre Situation – geprägt von finanziellen Zwängen und moralischen Dilemmata – wird dramaturgisch zugespitzt, doch innere Konflikte und emotionale Tiefe werden nur unzureichend dargestellt.
Xavier, der Sohn ihres Sugar Daddys, bleibt trotz der wiederholten Betonung seines „verbotenen“ und anziehenden Wesens ein flacher Charakter. Seine Rolle dient primär als Auslöser für Spannungsmomente, bietet aber kaum psychologische Substanz. Die Beziehung zwischen den Protagonisten stützt sich stark auf Machtgefälle, Geheimnisse und Tabubrüche, ohne dass deren Konsequenzen oder die moralische Dimension der Entscheidungen wirklich reflektiert werden.
Im letzten Teil des Buches wirkt die Handlung besonders gehetzt. Konflikte werden abrupt aufgelöst, emotionale Entwicklungen bleiben weitgehend aus, und die narrative Spannung lässt nach. Die Geschichte verliert dadurch an Kohärenz und Tiefe. Die dramaturgische Zuspitzung wird nicht durch glaubwürdige Charakterinteraktionen getragen.
Insgesamt hinterlässt der Roman den Eindruck einer oberflächlich funkelnden, aber inhaltlich schwachen Erzählung. Trotz der anziehenden Thematik und der dunklen, sinnlichen Atmosphäre bleibt die psychologische und emotionale Substanz der Charaktere unzureichend ausgearbeitet, sodass das Potenzial der Geschichte nur zum Teil genutzt wird.