Cover-Bild Frei wie die Vögel

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7,99
inkl. MwSt
  • Verlag: SCM Hänssler
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 23.08.2018
  • ISBN: 9783775158657
Ann-Helena Schlüter

Frei wie die Vögel

Die Helden von Lübeck – Eine Erzählung gegen das Vergessen
Am 10. November 1943 wurden in Hamburg vier Geistliche durch das Fallbeil hingerichtet. Die katholischen Kapläne Eduard Müller, Johannes Prassek und Hermann Lange sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink hatten öffentlich Stellung bezogen gegen die Verbrechen des Nazi-Regimes.
Voller Leidenschaft für die historischen Hintergründe verwebt Ann-Helena Schlüter die vier Biografien der Lübecker Märtyrer erzählerisch miteinander. Ein Roman voller tiefer Emotionen, eine Geschichte voller Hoffnung im dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.07.2019

sehr schöne freifliegende Gedanken und Flügel der Hoffnung

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Der Rahmen dieses Romans stellt die Hinrichtung bzw. die Entwicklung hin zu diesem grausamen Endpunkt von vier Lübecker Theologen in der Zeit des Nationalsozialismus dar. In diese Gegebenheit legt die ...

Der Rahmen dieses Romans stellt die Hinrichtung bzw. die Entwicklung hin zu diesem grausamen Endpunkt von vier Lübecker Theologen in der Zeit des Nationalsozialismus dar. In diese Gegebenheit legt die Autorin den realen Figuren erfundene Gespräche mit zumeist Menschen, die damals tatsächlich existierten, in den Mund und innere Kämpfe mit sich und Gott ob dieser Schicksale in die Seele.
Eingebunden sind diese lebendigen und poetisch verfassten Darstellungen in den damaligen historischen Kontext. Diese Einbindung ist aber so geschickt mit den Handlungssträngen verwoben, dass man dadurch nicht belehrt wird, sondern eher einen Eindruck davon gewinnt wie diese heute historischen Faktizitäten damals in ihrer Genese gewirkt haben und wie diese die Menschen in der damaligen Zeit wirklich erlebt haben. Man bekommt so ein antwortendes Bild auf die Frage: „Warum haben unsere Großeltern dies nicht gewusst?“.
Die Art, in der die Beantwortung erfolgt, offenbart dabei eine große fesselnde Kunst, denn der Autorin gelingt es mit ihrer suggestiven Wortkraft eine damalige Realität (wir alle wissen: so war es nicht, aber so könnte es tatsächlich gewesen sein) zu entfalten. So gewappnet ist es zum Beispiel ein Leichtes dem damaligen Erleben des „Hörensagens“ näher zu kommen oder einfach das Erleben des „Nichtzuendedenkenkönnens“ - zum Beispiel durch die (Zwangs)Mitgliedschaft in Hitlerjugend, die keine „ordentliche“ Menschschwerdung zuließ - nachzuspüren.
Besonders ergreifend sind aber die Beschreibungen der inneren Kämpfe und zu sehen wie Gott bei diesen verzweifelten (mit vielen Zweifeln gespickt) Kämpfen obsiegt. Ein Changieren aus Angst, auch Angst vor dem Tod – die gewiss jeder Mensch - hat und der Gewissheit das Richtige, das eigentlich von Gott Gewollte, zu tun
Das Prägendste ist, dass man in den Gedanken- und Fragenzirkel mit eingesogen wird und es kommen einen dann solche Fragen: „Was ist grösser, die Angst vor einer machtvollen Gewalt oder die Liebe und der Sinn Gottes und wie würde ich mich positionieren? Wäre ich stark genug für einen Standpunkt der Gottesliebe?“
Das Buch ist aber auch von starker Symbolkraft; Symbole die im Text immer wieder geschickt in den Erzählungen zu finden sind und Ihre hohe Kraft erst nach und nach zu erkennen geben. Ein Beispiel dafür ist der Titel „Frei wie die Vögel“, aber zu viel verraten möchte ich an dieser Stelle auch nicht…


Veröffentlicht am 29.04.2019

Eine klare Kaufempfehlung

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Inhalt (Klappentext):



Ich gehe heim und weiß, zu wem

Vier Geistliche aus Lübeck, evangelisch und katholisch, werden im Jahr 1943 am 10. November um 18 Uhr ermordet. Sie hatten öffentlich Stellung ...

Inhalt (Klappentext):



Ich gehe heim und weiß, zu wem

Vier Geistliche aus Lübeck, evangelisch und katholisch, werden im Jahr 1943 am 10. November um 18 Uhr ermordet. Sie hatten öffentlich Stellung bezogen gegen die Verbrechen des Nazi-Regimes.


Mit faszinierender Leidenschaft verwebt Ann- Helena Schlüter die vier Biografien erzählerisch miteinander. Sie erzählt von mutigen Männern und Frauen, von ihren letzten Jahren und Tagen, Stunden und Minuten. Ein Roman voller tiefer Emotionen, eine Geschichte voller Hoffnung im dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte.


Meinung :



Frei wie die Vögel von Ann- Helena Schlüter ist eine fesselnde, berührende, bewegende und tief ergreifende Erzählung, über vier mutige Männer. Mich hat sie tief betroffen und nachdenklich gemacht. Ich finde nach wie vor, es sehr wichtig solche Literatur gegen das Vergessen zu Lesen und sich damit zu beschäftigen, sodass sowas nie wieder passiert.


Die Autorin nimmt einen mit, in die Gedanken- und Gefühlswelt der vier Geistlichen, zum einen während der öffentlichen Kritik gegen das Naziregime, bei der Unterstützung der Unterdrückten und im Vorfeld der eigenen Hinrichtung. Sie gibt Einblick in die Hintergründe, Beweggründe und " Kulissen".


Sprachlich sehr eindrücklich, bewegend und emotional aber auch analytisch genau geschrieben.


Gleichzeitig ist es aber nicht nur traurig und garnicht hoffnungslos, denn die vier Geistlichen geben in Zeit des Naziregimes viel Hoffnung und zeigen, dass es auch Menschen gegeben hat, die sich gegen das Grauen aufgelehnt und Widerstand geleistet haben.


Fazit:


Eine fesselnde und tief berührende Erzählung über mutige Menschen, die allen Widerständen und Hindernissen zum trotz ihrer Überzeugung und ihrem Glauben gefolgt sind. Es ist für mich fünf Sterne wert !!!




Veröffentlicht am 27.02.2019

Frei wie die Vögel

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In dem Buch „Frei wie die Vögel“ von Ann-Helena Schlüter erzählt die Autorin von vier Geistlichen, die im Jahre 1943 von Nationalsozialisten hingerichtet werden. Sie skizziert spannend und lebendig, wie ...

In dem Buch „Frei wie die Vögel“ von Ann-Helena Schlüter erzählt die Autorin von vier Geistlichen, die im Jahre 1943 von Nationalsozialisten hingerichtet werden. Sie skizziert spannend und lebendig, wie die vier Märtyrer vorher gelebt haben und was sie alles getan haben. Schlüter versetzt sich in die Personen hinein, sodass der Leser einen genauen Einblick in deren Leben erhält.

Ich persönlich habe mich immer wieder gefreut, wenn ich mal einen ruhigen Moment hatte, um in diesem Buch zu lesen. Denn obwohl Schlüter in ihrem Roman über sehr schwierige Themen schreibt, schafft sie es doch immer, diese einfach und eindrucksvoll darzustellen. Auch rückt die Autorin immer wieder Personen, die im Hintergrund stehen, in den Vordergrund. Dadurch wird schnell klar: Auch die Menschen, die nicht im Fokus stehen, leisten Großartiges!

Diese Biographie ist wirklich beeindruckend!

Dieses Werk ist für jeden Christen geeignet, weil interessante Themen angesprochen werden und die Frage aufkommt, wie man sich wohl zu der Zeit des Nazi-Regimes verhalten hätte. Die Länge des Buchs ist eigentlich genau passend. Trotzdem war ich auf der letzten Seite traurig, dass der Roman schon zu Ende war, denn die Geschichte ist wirklich fesselnd.

Des Weiteren ist dies ein Buch, das an einem nicht spurlos vorbei geht. Denn obwohl die Taten der Nazis grausam sind und dies das dunkelste Kapitel Deutschlands ist, spüren die vier Geistlichen Hoffnung und stehen auf, um etwas für andere Leute zu tun. Denn sie vertrauen Gott und er gibt ihnen auch in scheinbar hoffnungslosen Momenten Kraft. Diese Hoffnungsmomente geben einem Mut und Kraft für den heutigen Alltag. Diese Biographie ist wirklich beeindruckend!

Schlüter versetzt sich in die Personen hinein, sodass der Leser einen genauen Einblick in deren Leben erhält.

Fazit:

Eine wirklich packende Geschichte, die spannend und eindrucksvoll geschrieben ist. Denn obwohl es sich hierbei um eine eigentlich traurige Begebenheit handelt, ist sie trotzdem voller göttlicher Hoffnung.


Diese Rezension erschien erstmals auf meinem Blog:
https://www.bookexplorer-fynnliest.com/post/frei-wie-die-vögel-von-ann-helena-schlüter-rezension

Veröffentlicht am 19.01.2019

Vier mutige Männer

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„...Unser Krieg ist gut. Es geht um Säuberung, um Reinigung, um die dringende Reinhaltung des Blutes! Alles ,was rein ist, tut auch Ihnen gut!...“

Am 10. November 1943 werden vier Männer aus Lübeck hingerichtet. ...

„...Unser Krieg ist gut. Es geht um Säuberung, um Reinigung, um die dringende Reinhaltung des Blutes! Alles ,was rein ist, tut auch Ihnen gut!...“

Am 10. November 1943 werden vier Männer aus Lübeck hingerichtet. Drei von ihnen sind katholische Geistliche, der vierte gehört der evangelischen Kirche an. In dem Buch erzählt die Autorin das Geschehen der Jahre 1941 bis 1943 in einer spannenden Romanhandlung.
Nach einem Vorwort von Prof. Heike Henning erläutert die Autorin im Prolog, was sie bei der Recherche zum Buch erlebt und erfahren hat. Dann folgen kurze Biografien von Johann Prassek, Eduard Müller, Hermann Lange und Karl Friedrich Stellbrink.
Anschließend beginnt die eigentliche Romanhandlung. Dabei fallen zwei Dinge besonders ins Auge. Die einzelnen Kapitel sind nicht chronologisch aneinandergereiht und der Schriftstil variiert zum einen für die Person, aber auch für den Inhalt.
Jedes Kapitel beginnt mit zwei Originalzitaten und der Datumsangabe. Das Eingangszitat bezieht sich auf Eduard. Vertreter des Staates versuchen, ihn als Jugendleiter für die Hitlerjugend zu gewinnen. Er lehnt ab.
Ganz anders klingt es, wenn die Autorin mich an den Gedanken von Hermann Lange in seiner Zelle teilnehmen lässt.

„...Die weißen Stunden bewegen sich langsam und leise, wie auf Zehenspitzen oder mit geräuschlosen, dicken Pantoffeln. Als wären meine Ohren mit Watte verstopft. Ich höre die Stille und höre mein Herz. Ich atme. Ich lebe...“

Die Autorin gestaltet den Roman wie ein Musikstück oder ein Gemälde. Sie blättert immer andere Facetten des Geschehens auf. Einmal gibt es tiefgehende Diskussionen der Männer in der Küche des Pfarrhauses. Im nächsten Moment unterhält sich Johannes mit polnischen Zwangsarbeitern und bringt ihnen Essen, obwohl das verboten ist. Ab und an machen sie wohlmeinende Gemeindemitglieder auf die Gefahren aufmerksam. Manchmal gehen die Gedanken der Vier zurück in die Vergangenheit. Ich erfahre Ereignisse aus der Kindheit und dem Studium.
Häufig wird der christliche Glaube den Glaubenssätzen des Naziregimes gegenübergestellt. Dabei stellt sich heraus, dass das Gift der neuen Ideologie bis in die eigene Gemeinde reicht. Ein Gedanke Johannes` ist auch heute wieder aktuell:

„...Man konnte doch sein Land lieben und dennoch oder gerade deswegen gastfreundlich sein...“

Nach der Bombardierung Lübecks und der Wende im Krieg wird es für die vier Männer lebensgefährlich. Sie werden zeitgleich verhaftet. Der Prozess ist eine Farce. Letzterer ist zwar nicht Thema des Buches, wird aber durch den Aussagen der Rechtsanwälte und die Gedanken der Inhaftierten mehrmals angesprochen. Sehr behutsam gibt die Autorin die letzten Stunden wieder. Es ist eine Zeit der Hoffnung, aber auch der Angst, nicht der Angst vor dem Tod, denn mit dem Leben hier auf Erden haben sie abgeschlossen, aber der Angst vor dem Moment des Sterbens.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Die Autorin hat damit vier Männern ein Denkmal gesetzt, die bereit waren zu ihrem Glauben und ihrer Menschlichkeit auch in finsterer Zeit zu stehen.

Veröffentlicht am 16.12.2018

Eine ungemeine Aussagekraft entfalten diese Zeilen

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Frei wie die Vögel ein Roman aus Kriegszeiten gegen das Vergessen von Ann-Helena Schlüter, verlegt vom SCM Verlag
Vier Geistliche aus Lübeck werden am 10. November 1943 um 18.00 Uhr auf Hitlers Befehl ...

Frei wie die Vögel ein Roman aus Kriegszeiten gegen das Vergessen von Ann-Helena Schlüter, verlegt vom SCM Verlag
Vier Geistliche aus Lübeck werden am 10. November 1943 um 18.00 Uhr auf Hitlers Befehl hingerichtet. Ihr offenes Aufbegehren gegen die Verbrechen des Nazi-Regimes kostet sie letztendlich ihren Kopf.
Die 288 Seiten lesen sich flüssig. Die 22 Kapitel sind mit passenden Überschriften und Zitaten sowie Gedanken in kurzen Zweizeilern versehen. Dem Vorwort und Prolog schließen sich kurze Biographien mit Fotos der vier Märtyrer an. Ein Epilog und Dank umrahmen die Geschichte. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und sehr ergreifend. Tief erschüttern mich die jeweiligen Begebenheiten und zeitlichen Einblicke in das Leben dieser intelligenten Männer. Intelligenz, Bildung und Menschlichkeit hinterfragt! Der Glaube ist nicht konform, kann es in dieser Zeit auch gar nicht sein mit den perfiden Ansichten des Kriegs-Regimes. Dies wird allen vier Männerrn zum Verhängnis und/oder erlöst sie letztendlich. Jedes Abweichen von der Norm und vom Verlangten konnte als Vorwand für Straftaten genutzt werden. Diese Geschichte gibt tiefe Einblicke in das Verhalten und Denken aller Gefolgsleute Hitlers. Mich erschüttert dieses Vorgehen der Nationalsozialisten. Der Glaube mit solch einer festen Überzeugung, diese menschenverachtenden und unwürdigen Dinge wären richtig, ist mir unbegreiflich. 
Die Positionierung der richtigen Person am richtigen Platz zeigt das Aufgehen Hitlers Strategie (z.B der Standpunkt der evangl. Kirche). Erschreckend und sehr anschaulich schildert die Autorin die Gegensätze dieser Zeit, das Leid der Bevölkerung und der nichtgewollten Gruppen. Neben den Juden wurden noch viele andere Bevölkerungsgruppen und Stände verfolgt und denunziert. Dies trifft die Autorin mit ihren einfühlsamen und bildhaften Worten bis ins Detail. Die Zeilen von Frau Schlüter gehen tief ins Herz und sind wahrlich keine leichte Kost! Man weiß, worauf die Geschichte am Ende hinaus läuft und doch entsteht während des Lesens Hoffnung! Die Gedanken in Gefangenschaft sind sehr düster und liegen schwer auf der Geschichte. Im Gegenzug dazu bringt die Arbeit und der Einsatz der Geistlichen Lichtblicke ins Dunkel. Die herannahende Bedrohung ist greifbar, weil alle vier Hauptprotagonisten ihren Weg gewählt haben und insgeheim wissen, dass es für sie persönlich nicht gut enden wird. Sie hoffen auf Gerechtigkeit und das sich die Augen der Bevölkerung öffnen. Doch ihren Bemühungen steht ein riesiges Geflecht aus Macht, Intrigen, Hass und Verblendung gegenüber, gerade weil diese gläubigen Menschen so herzlich dargestellt werden.
Das traurige, unausweichliche Ende hat mich bewegt, wie die ganze Geschichte. FrauSchlüter hat hier ein ausgezeichnetes Zeitzeugnis zu Papier gebracht, welches unbedingt gelesen werden sollte. Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen zu einem großen Gemälde. Schwieriger Stoff, doch der sehr gut erzählende Ton gibt dem Buch Lebendigkeit und lassen die Charaktere sehr nahe an den Leser heran. Unbedingt empfehlenswert!