Cover-Bild Die Rheinreise
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 240
  • Ersterscheinung: 12.08.2025
  • ISBN: 9783755800477
Ann Schlee

Die Rheinreise

Roman | »Erschütternd schön und schön gegenwärtig« DIE WELT
Werner Löcher-Lawrence (Übersetzer)

1851: Nur drei Jahre, nachdem Arbeiterrevolten Europa im Kern erschüttert haben, kehren die ersten englischen Touristen auf den Kontinent zurück. Sie legen in Baden-Baden ab und fahren mit dem Schaufelraddampfer das für seine romantischen Landschaften berühmte Rheintal hinunter. Neben Franzosen und deutschen Familien befinden sich auch Reverend Charles Morrison mit Frau und Tochter sowie seine unverheiratete Schwester an Bord: Charlotte, eine scheinbar sanftmütige Frau mittleren Alters, hat ihr Leben damit verbracht, sich um die Bedürfnisse anderer zu kümmern. Doch wie der Fluss, auf dem die Gesellschaft reist, birgt auch Charlottes Seele verborgene Abgründe. Als sie in Koblenz einem fremden und doch eigentümlich vertrauten Mitreisenden begegnet, wird sie in einen Strudel aus verdrängten Erinnerungen und unterdrücktem Verlangen gestoßen.
Ein so zarter wie eindringlicher Roman über Reue und unerfüllte Träume, aber auch über die Hoffnung, entgegen gesellschaftlichen Widerständen selbstbestimmt zu leben.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2025

Haptisch und optisch ein Traum, äußerst angenehme malerisch verträumte Lektüre

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Angesprochen vom wunderschönen Aquarell-Cover in Kombination mit einer tollen Schriftart und der im Klappentext erwähnten Handlung in der viktorianischen Zeit habe ich mir eine größtenteils leichte und ...

Angesprochen vom wunderschönen Aquarell-Cover in Kombination mit einer tollen Schriftart und der im Klappentext erwähnten Handlung in der viktorianischen Zeit habe ich mir eine größtenteils leichte und unterhaltsame Lektüre erhofft. Diese Hoffnung wurde in Teilen erfüllt, da es letztendlich tiefer ging, als von mir erwartet. Dies empfand ich jedoch keinesfalls als negativ.

Die zwischenmenschlichen Interaktionen entfalten sich in spannenden Dialogen zwischen Charlotte und ihren Mitreisenden und die landschaftlichen und situativen Beschreibungen laden zum Träumen ein.

Das gefällt mir richtig gut: Man begibt sich auf eine doppelte Reise, entlang des Rheins und auch durch das Leben und die Gedanken der Protagonistin Charlotte. Sehr subtil und doch stetig verändert sich Charlotte im Laufe des Romans und gewinnt an neuem Selbstbewusstsein.Dadurch fühlt sich das Buch für mich sehr lebendig an. Dennoch hat es eine gewisse Verklärtheit, was sicherlich am Sprachstil liegt, der der viktorianischen Zeit nachempfunden ist.
Zu Beginn gibt es eine historische Anmerkung und am Ende eine Nachbemerkung, das klammert die Geschichte schön rund ein und man klappt es zufrieden zu, nur um erneut das äußerst hübsche Cover zu bestaunen.

Das gefällt mir nicht so gut: Ich habe rein gar nichts an dem Buch auszusetzen, es ist für mich durch und durch stimmig.

Mir fiel es etwas schwer, ein Beispielzitat auszuwählen, da die Gesamtgeschichte in sich so ein harmonisches Ganzes ist. Dennoch folgt nun ein kleiner Eindruck des Schreibstils von Ann Schlee: „Nach ihrem Gebet lag sie ungeduldig ausgestreckt im Bett und wartete auf den Schlaf. Sie genoss dieses Grenzgebiet zwischen Wachen und Schlafen, wenn die Gedanken, immer noch unter gewisser Kontrolle, einen eigenen Willen zu entwickeln und eigene Wege zu gehen begannen.“

Empfehlen würde ich das Buch allen, die sich vom Cover angesprochen fühlen und eine angenehme Lektüre zu lesen wünschen, die man zum Beispiel noch gut im müden Zustand vor dem Zubettgehen lesen kann. Was andere vielleicht als zu langweilig und nicht packend genug beschreiben würden empfinde ich als sehr angenehm.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Wenn sich Wünsche nicht erfüllen

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Der Roman führt seine Leser ins Jahr 1851. Eine englische Reisegesellschaft, bestehend aus einem Geistlichen, seiner Gattin und seiner Tochter, sowie seiner unverheirateten, nicht mehr ganz jungen Schwester, ...

Der Roman führt seine Leser ins Jahr 1851. Eine englische Reisegesellschaft, bestehend aus einem Geistlichen, seiner Gattin und seiner Tochter, sowie seiner unverheirateten, nicht mehr ganz jungen Schwester, macht eine Schiffsreise auf dem Rhein. Nicht nur, um sich bekannte Sehenswürdigkeiten wie den Kölner Dom zu besichtigen - was der anglikanische Geistliche strikt ablehnt, die Damen aber reizen würde- die Gesundheit der Gattin ist angeschlagen. Da erhofft man sich natürlich Besserung.

Die Tochter verliebt sich blitzartig in einen Uniformierten, der versucht, mit dem Vater Kontakt aufzunehmen, was aber die Schwester verhindert.

Die Schwester, die in Zukunft im Haus des Geistlichen wohnen soll, hat einen alten Herrn gepflegt und nach seinem Tode alles geerbt.

Sie lebt in der Erinnerung einer Herrenbekanntschaft, aus der nie mehr geworden war. Ein Mitreisender, der eine gewisse Ähnlichkeit aufweist, läßt sie völlig in imaginäre Gespräche und Wunschvorstellungen abgleiten.

Sehr interessant finde ich das Nachwort, das Aufschluss über die Entstehung der Geschichte gibt.

Sehr schön ist auch das Cover.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Ein Highlight meines Lesejahres 2025

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Das kann nicht wahr sein. Er steht tatsächlich unten und schaut zu ihr hinauf. Ihre einzige Liebe, die leider nicht sein durfte, da ihr Bruder mit der Verbindung absolut nicht einverstanden war. Desmond ...

Das kann nicht wahr sein. Er steht tatsächlich unten und schaut zu ihr hinauf. Ihre einzige Liebe, die leider nicht sein durfte, da ihr Bruder mit der Verbindung absolut nicht einverstanden war. Desmond Farmer schaut hoch zu ihr. Sein Anblick lässt ihre Tränen fließen und sie muss laut schluchzen. Eigentlich wähnte sie sich über den heftigen Herzschmerz hinweg. Aber weit gefehlt. Charlotte atmet auf als sie erkennt, dass es doch nicht ihre verlorene Liebe ist, die unten im Hafen steht. Dass sie allerdings im Tagesverlauf mit ihren Gedanken nicht bei ihrer Familie ist, fällt nicht nur ihr selber auf. Dabei freute sie sich so sehr auf diese Reise.

„Die Rheinreise“ von Ann Schlee spielt im Jahr 1851 und ist eine Wiederentdeckung. Der Roman wurde vor 40 Jahren geschrieben und schildert die Reise von vier Menschen. Diese leben im viktorianischen England und so verhalten sie sich auch. Mich beeindruckte die Sprache, welche so recht in diese Zeit passt. Dann das geschwollene Verhalten der Akteure, herrlich amüsant. Die Reise ging von Koblenz nach Köln und sowohl Ehrenbreitstein als auch Remagen finden Erwähnung. Damals gab es noch nicht so viel Schiffsverkehr auf dem Rhein und die Fahrten mit Dampf waren üblich.

Nein, es ist kein nullachtfünzehn Roman. Das zeigt alleine die Aufmachung des Buches. Das Cover wurde wertig gestaltet und ein rotes Lesebändchen gehört zwingend dazu. Im Anhang gibt Lauren Groff interessante Hintergrundinformationen. Für mich ein Juwel und literarisch ein Genuss. Meine Leseempfehlung gilt also ohne Einschränkung.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

gesellschaftlicher Roman in schöner atmospährischer Kulisse

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Charlotte, eine alleinstehende Frau mittleren Alters, begleitet ihren Bruder, Reverend Charles Morrison und seine Familie 1851 auf einer Reise entlang des Rheins. Begleitet wird die Reise der kleinen Gruppe, ...

Charlotte, eine alleinstehende Frau mittleren Alters, begleitet ihren Bruder, Reverend Charles Morrison und seine Familie 1851 auf einer Reise entlang des Rheins. Begleitet wird die Reise der kleinen Gruppe, durch die politischen Veränderungen der damaligen Zeit.

Ein Roman über die Rolle der Frau, hier vor allem auch der einer unverheirateten, in der damaligen Zeit. Welchen allgemeinen gesellschaftlichen Zwängen sind Frauen zu der Zeit unterworfen und welche Hindernisse, erwartet in den speziellen ledigen Frauen? Welche Wünsche und Träume hat sie? Welche Erinnerungen hat sie verdrängt? Kann sie mehr sein als der Beiwagen der Familie ihres Bruders? Kann sie allein leben?

Der Schreibstil der Autorin nimmt den Leser mühelos in die damalige Zeit mit und man fühlt sich wirklich in die Szenerie gezogen. Man fühlt sich förmlich in den Schuhen der Protagonisten. Nicht nur die Gefühle, sondern auch die Szenerie werden gut geschildert.

Ein lesenswertes Buch, das die damalige Zeit gut einfängt, speziell die gesellschaftliche Situation und verpasste Chancen.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Epochenbild mit schöner Sprache

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Ann Schlees Die Rheinreise ist ein stilles, feinsinniges Porträt einer Frau im Schatten gesellschaftlicher Konventionen – und zugleich eine poetische Momentaufnahme einer vergangenen Epoche.

Die Geschichte ...

Ann Schlees Die Rheinreise ist ein stilles, feinsinniges Porträt einer Frau im Schatten gesellschaftlicher Konventionen – und zugleich eine poetische Momentaufnahme einer vergangenen Epoche.

Die Geschichte spielt um die Jahrhundertwende: Charlotte, eine alleinstehende Frau mittleren Alters, reist mit der Familie ihres Bruders den Rhein entlang – von Koblenz nach Köln. Was auf den ersten Blick wie eine beschauliche Urlaubsreise wirkt, entpuppt sich bald als feinschichtiges Kammerspiel über Rollenbilder, Erinnerung und stille Sehnsüchte.

Der eigentliche Reiz des Romans liegt in seinem Ton. Schlee schreibt in einer ruhigen, eleganten Sprache, die mit altmodischem Charme besticht. Ihr Stil passt sich mühelos der Epoche an, in der die Handlung verankert ist – ohne aufgesetzt zu wirken. Die Sätze fließen poetisch, mit einer fast meditativen Ruhe, die es erlaubt, ganz in die Zeit einzutauchen. Zwischen Militärpräsenz, Flusslandschaften und Sommergeselligkeit entsteht eine Atmosphäre, die gleichermaßen idyllisch wie latent beklemmend ist.

Charlotte steht dabei im Zentrum als stille Beobachterin – und zugleich als Figur, an der die gesellschaftliche Position alleinstehender Frauen jener Zeit schmerzlich deutlich wird. Ihre Wahrnehmung wird immer wieder untergraben, ihre Bedürfnisse übergangen. Statt selbst zu genießen, wird sie zur stillen Begleiterin degradiert – zur Aufpasserin, Helferin, fast zur Dienstbotin innerhalb der Familie. Als Leser*in spürt man ihre Isolation und ihre Sehnsucht, insbesondere in der vagen Bekanntschaft zu Mr. Newman – einem englischen Mitreisenden, in dem Charlotte einen Mann aus ihrer Vergangenheit zu erkennen glaubt. Ob er tatsächlich mit ihr kommuniziert oder ob es sich um Projektionen handelt, bleibt bewusst vage – ein Spiegel ihrer inneren Leere und unerfüllten Wünsche.

Auch das Äußere des Buches verdient eine Erwähnung: Das wunderschöne, leinengebundene Cover mit geprägter Schrift unterstreicht die Wertigkeit dieses Werks – ein haptisches wie optisches Vergnügen, das zum Inhalt passt.

Fazit: Die Rheinreise ist ein leises, aber eindrucksvolles Buch. Es lebt von Zwischentönen, von feiner Beobachtung und von einer Sprache, die längst vergangen scheint – und gerade deshalb so wohltuend wirkt. Wer sich auf dieses entschleunigte Erzähltempo einlässt, wird mit einem tiefgründigen Leseerlebnis belohnt.