Eine stille, aber eindringliche Reise
Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut. Das Gemälde mit den Bäumen und der Frau mit Schirm wirkt auf den ersten Blick zurückhaltend, aber je länger ich es anschaue, desto besser passt es zur Atmosphäre ...
Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut. Das Gemälde mit den Bäumen und der Frau mit Schirm wirkt auf den ersten Blick zurückhaltend, aber je länger ich es anschaue, desto besser passt es zur Atmosphäre des Romans.
Die Geschichte führt uns ins Jahr 1851: Charlotte, eine unverheiratete Frau mittleren Alters, reist mit ihrem Bruder, dessen Frau und Tochter den Rhein hinab. Schon früh spürt man, dass sie ihr Leben bisher vor allem den Bedürfnissen anderer gewidmet hat. Als sie in Koblenz auf einen Mann trifft, den sie von früher zu kennen glaubt, brechen alte Erinnerungen und verdrängte Gefühle hervor.
Ann Schlee erzählt das sehr leise und zugleich intensiv, sodass ich mich tief in Charlottes Gefühlswelt hineinversetzen konnte. Der Schreibstil ist flüssig, zugleich poetisch, manchmal wie ein Spiegel des Flusses, an dem die Handlung spielt. Besonders gefallen hat mir, wie Landschaft und innere Entwicklung der Figuren miteinander verwoben sind.
Für mich war es spannend, Charlotte auf dieser Reise zu begleiten, bei der es nicht nur um den Rhein, sondern um ein ganzes Leben voller Fragen geht. Das Buch hat mich nachdenklich und bewegt zurückgelassen. Eine stille Geschichte, aber eine, die lange nachhallt.