"Beneath Broken Skies" ist ein Roman, der auf den ersten Blick vieles mitbringt, was das Herz von Bücherliebhaber:innen höherschlagen lässt: ein Setting in der Londoner Verlagswelt, Charaktere, die sich mit der Herstellung von Büchern beschäftigen, und eine Atmosphäre, die die Liebe zum geschriebenen Wort in den Mittelpunkt stellt. Auch sprachlich macht das Buch einen positiven Eindruck – der Stil ist angenehm flüssig, die Seiten lassen sich leicht lesen, und zu Beginn entsteht der Eindruck, dass sich die Leidenschaft für Bücher auch erzählerisch widerspiegeln könnte.
Leider konnte die Geschichte diesen anfänglichen Zauber nicht über weite Strecken tragen. Die Handlung entwickelt sich äußerst schleppend, bleibt lange spannungsarm und wirkt über weite Passagen beinahe ereignislos. Es fehlt an emotionalen Höhepunkten, an Überraschungen und vor allem an einer Entwicklung, die die Lesenden wirklich mitnimmt. Stattdessen kreist die Geschichte immer wieder um dieselben Themen, insbesondere die Vergangenheit zwischen Maddie und Wes, die zwar immer wieder angedeutet, aber nie wirklich greifbar gemacht wird. Dadurch entsteht ein Gefühl des Stillstands, das schließlich in Frustration umschlägt, weil zentrale Fragen unbeantwortet bleiben und Konflikte nicht ausreichend aufgelöst werden.
Auch die Protagonisten selbst bleiben hinter den Erwartungen zurück. Maddie und Wes wirkten auf mich zu glatt, beinahe schematisch, ohne jene Ecken und Kanten, die Charaktere lebendig und nachvollziehbar machen. Besonders die emotionale Entwicklung zwischen den beiden blieb für mich schwer nachvollziehbar. Die romantische Beziehung wirkte konstruiert, ihre Dynamik wenig greifbar – es fehlte an glaubwürdiger Annäherung, an echter Chemie, die mich als Leserin hätte mitfiebern lassen. Selbst die wenigen intensiveren Szenen erschienen in diesem Kontext unpassend und wenig eingebettet in die bisherige Erzählung.
Der einzige Aspekt, der mich über längere Strecken hinweg überzeugen konnte, waren die detaillierten und kenntnisreichen Einblicke in die Verlagsbranche. Hier zeigt sich, dass die Autorin mit Fachwissen schreibt und ein authentisches Bild dieser Welt zeichnen kann. Diese Passagen waren atmosphärisch gelungen und vermittelten eindrucksvoll, wie viel Herzblut hinter der Herstellung schöner Bücher steckt.
Trotzdem reicht dieser Aspekt für mich nicht aus, um die erzählerischen Schwächen auszugleichen. Dass das Buch schließlich mit einem dramatischen Cliffhanger endet, wirkte auf mich eher wie ein letzter Versuch, Spannung zu erzeugen – nach einer Geschichte, in der über zwei Drittel hinweg kaum etwas Entscheidendes passiert. Für mich fühlte sich der Roman mehr wie ein zu lang geratener Prolog an als wie der Auftakt einer mitreißenden Dilogie.
Trotz des schönen Settings, der angenehmen Sprache und der buchliebenden Atmosphäre konnte mich "Beneath Broken Skies" daher nicht überzeugen. Wer ruhige, melancholische Liebesgeschichten mit reduziertem Spannungsbogen schätzt, wird hier vielleicht eher fündig – mir persönlich fehlten emotionale Tiefe, erzählerische Dynamik und vor allem eine mitreißende Liebesgeschichte, die mich berührt und gefesselt hätte. Ich vergebe 2 ⭐.
Danke an NetGalley für das Rezensionsexemplar!