Cover-Bild Hexenlied
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Verlag Friedrich Oetinger GmbH
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 22.07.2019
  • ISBN: 9783789110528
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Antonia Michaelis

Hexenlied

Tim ist scheinbar ein ganz normaler Jugendlicher. In Lilith dagegen sehen alle eine Außenseiterin. Als Lilith in der Theatergruppe die Hauptrolle der mexikanischen Hexe, „la bruja“, übernimmt, hat das seltsame Auswirkungen. Sobald „la bruja“ die Bühne betritt, wirken alle wie gebannt in ihren Rollen. Außerhalb der Proben entwickelt sich zudem ein besonderes Verhältnis zwischen Tim und „la bruja“. Doch bald gibt es erste Gerüchte, dass Lilith tatsächlich eine Art Hexe sein könnte. Denn immer mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Theaterstück und Realität.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2019

5,0 von 5 SternenAbsolut lesenswert, wenn man auf außergewöhnliche Geschichten steht!

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Meinung:

Mit einer gewissen Vorfreude stürzte ich mich in das neue Buch von Antonia Michaelis. Ich mochte schon ihren sehr speziellen und außergewöhnlichen Schreib - und Erzählstil in „ Niemand liebt ...

Meinung:

Mit einer gewissen Vorfreude stürzte ich mich in das neue Buch von Antonia Michaelis. Ich mochte schon ihren sehr speziellen und außergewöhnlichen Schreib - und Erzählstil in „ Niemand liebt November“ und war sehr neugierig gestimmt, ob sie sie auf die bekannte Herangehensweise auch in „Hexenlied“ zurückgreifen wird.

Und ja - Sie hat es getan und auch hier sprach mich die Intensität und auch „Magie“ der Geschichte total an. Mit ihren außergewöhnlichen Schreibstil schafft es Antonia Michaelis Realität und Fiktion in einem Einklang erscheinen zu lassen, so dass es einem sehr schwer fällt zu unterscheiden was nun Real oder der Fantasie entsprungen zu sein scheint. Nicht nur ihre Charaktere haben mit diesem Phänomen zu kämpfen, sondern auch der Leser wird auf intensive Art mit eingebunden.

Das Setting passiert auf einem Schultheaterstück, welches als Abschlussaufführung gedacht und dem Wahnsinn entsprungen zu sein scheint. Schnell wird dem Leser klar, dass die Grenze der Realität mit jeder Übungseinheit mehr und mehr zu verschwinden droht.
Auslöser dafür ist Außenseiterin Lilith. Sie passt perfekt in die Hauptolle der mexikanischen Hexe „la bruja“ und wickelt ihre Zuschauer allein mit dem Betreten der Bühne um den Finger. Doch welches Geheimnis hütet Lilith und haben die Gerüchte doch einen Funken Wahrheit mit an Bord?

Lilith sprach mich als Protagonistin sofort an. Sie ist mir sofort ans Herz gewachsen. Mit ihrem geheimnisvollen und undurchschaubaren Wesen lässt sie viel Freiraum für eigene Ideen und auch Rätsel. Es ist aber auch ihre Einstellung zu verschiedenen Dingen, ihr großes Herz und Einfühlungsvermögen, aber vor allem das sie sich nicht verstellen möchte um dazuzugehören, machte sie für mich so sympathisch.
Liegt auch daran, dass ich es mag, wenn Protagonistin sich nicht einen Stempel aufdrücken lassen.

Tim, der Protagonist aus dessen Sichtweise die Geschichte erzählt wird, ist auch ein interessanter Charakter. Entgegengesetzt zu Lilith versucht er noch verzweifelt Fuß in der „Schulgesellschaft“ zu fassen, jedoch gelingt ihm dies mehr schlecht als recht. Seine Darstellung und Entwicklung im Verlauf ist sehr authentisch und nachvollziehbar gestaltet. Es machte wirklich Spaß ihn durch die Geschichte zu begleitet und ein Teil seines Reifeprozesses zu werden.

Definitiv sollte man diese Handlung nicht nebenbei und nur zum Zeitvertreib zwischendurch lesen, denn mit ihrem sehr poetisch düsteren und stellenweise sehr schweren Schreibstil ist es eh schon keine leichte Kost, die der Leser zu verdauen hat, sondern zugleich erschafft dieser Stil eine Geschichte mit sehr intensiven Erlerbnisfaktoren, die gleichermaßen Brutalität und Leidenschaft in Szene setzt. Daher sollte man sich schon im Vorhinein bewusst sein, dass diese Geschichte dank des besonderen Schreib - und Erzählstil kein Zuckerschlecken werden könnte.

Autorin Antonia Michaelis weiß mit den Nerven ihrer Leser zu spielen und sie bis zum bitteren Ende in einer düsteren Vorahnung und klaren Ungewissheit zu verstricken. Gerade diese Eigenschaft zeichnen für mich die Bücher von Antonia Michaelis aus.

Fazit:

Wenn sich Realität und Illusion vermischen, bist du in der Geschichte von Autorin Antonia Michaelis angelangt. Eine Gratwanderung der Emotionen wartet auf dich um dich ein Theaterstück der besonderen Art zu entführen!

Gerade wegen ihrem sehr speziellen poetisch- düsteren und sehr intensiven Schreib - und Erzählstil sind die Bücher von Antonia Michaelis eine besondere Abwechslung im Bücherdschungel, denen ich gerne immer wieder aufs Neue verfalle!

Absolut lesenswert, wenn man auf außergewöhnliche Geschichten steht!

Veröffentlicht am 29.09.2019

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Vor Jahren habe ich den Märchenerzähler gelesen und fand ihn besonders, nicht unbedingt super, aber er war sehr speziell und so war ich neugierig auf das neue Buch von Antonia Michaelis. Und auch wenn ...

Vor Jahren habe ich den Märchenerzähler gelesen und fand ihn besonders, nicht unbedingt super, aber er war sehr speziell und so war ich neugierig auf das neue Buch von Antonia Michaelis. Und auch wenn es unterschiedliche Geschichten sind, so gibt es in meinen Augen viele parallelen, der Stil ist ähnlich und auch die Intensität.

Ein harmloses Theaterstück wird zu einem gefährlichen Spiel mit der Realität. Die meisten Schüler der Theatergruppe kennen sich schon seit Jahren. Doch dann kommt Lilith neu dazu, Zufall? Sie passt perfekt in die Tolle der „la bruja“, einer mexikanischen Hexe. Sie ist zwar auch schon lange auf der Schule, doch niemand kennt sie richtig, sie ist ein typischer Außenseiter. Doch wenn sie auf der Bühne steht und ihre Rolle spielt, dann verschwimmt die Realität. Es ist, als wäre das Stück echt. Doch birgt dies auch Gefahren, denn niemand weiß wie das Stück enden wird und wie weit das ganze noch geht....

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Tim. Man merkt schnell, er ist kein typischer Teenager, auch wenn er versucht sich anzupassen, um nicht aufzufallen. Lilith hat dies schon lange aufgegeben, am Anfang hat sie es noch versucht, doch mittlerweile macht sie einfach ihr eigenes Ding.

Lilith ist nun nicht gerade ein Charakter, den man sofort ins Herz schließt. Sie ist sehr undurchsichtig und man wird nicht so richtig schlau aus ihr. Aber ich mochte sie, durch ihre authentische Darstellung viel es mir leicht mit ihr mitzufühlen und mich in sie hineinzuversetzen. Tim fand ich auch interessant, er war gut dargestellt und mit der Zeit hat er sich auch weiter entwickelt.

Der Schreibstil von Antonia Michaelis ist besonders, oft poetisch, aber auch eher distanziert und kühl. Es wird nichts in flauschige Wölkchen gepackt, manchmal geht es ins Grausame. Hier auch die Anmerkung, dass im Buch Tiere verletzt / gequält werden. Falls jemand so etwas nicht lesen mag / kann. Ich mochte ihren Schreibstil sehr, da er auch so ungewöhnlich ist und aus der Maße sticht.

Die Geschichte ist klasse. Ich hing nur so an den Seiten, musste aber öfters Pausen machen, da die Geschichte meine Aufmerksamkeit gefordert hat. So nebenbei lesen ist nicht ratsam. Sehr spannend und fesselnd und zum Story Verlauf möchte ich gar nicht zu viel verraten, da gerade diese Ungewissheit viel ausmacht.


Fazit:
Ein Theaterstück, Realität und Illusion verschwimmen.
Ein Haufen Schüler, eine zarte Romance, eine einsame Berghütte und eine vermeintliche Hexe.
Und vor allem menschliche Abgründe.
Und das sind nur einige Elemente aus Hexenlied.
Würde ich das Buch jedem blind empfehlen?
Nein, der Schreibstil von Antonia Michaelis ist speziell, schaut euch die Leseprobe an.
Mir hat er wahnsinnig gut gefallen, die Mischung aus poetisch und kühl, ja schon grausam.
Außerdem ist die Atmosphäre besonders, düster, bedrückend, es entsteht ein Sog und von einer leichten Theatergeschichte wird man immer mehr hineingerissen, bis man am Ende völlig in der Geschichte hängt.
Nicht alles ist realistisch, normalerweise stört mich so was extrem, doch hier passte es einfach in das Gesamtkonzept.
Für mich ein geniales Buch.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Theaterstück fürs Herz

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Inhalt:
Tim ist scheinbar ein ganz normaler Jugendlicher. In Lilith dagegen sehen alle eine Außenseiterin. Als Lilith in der Theatergruppe die Hauptrolle der mexikanischen Hexe, „la bruja“, übernimmt, ...

Inhalt:
Tim ist scheinbar ein ganz normaler Jugendlicher. In Lilith dagegen sehen alle eine Außenseiterin. Als Lilith in der Theatergruppe die Hauptrolle der mexikanischen Hexe, „la bruja“, übernimmt, hat das seltsame Auswirkungen. Sobald „la bruja“ die Bühne betritt, wirken alle wie gebannt in ihren Rollen. Außerhalb der Proben entwickelt sich zudem ein besonderes Verhältnis zwischen Tim und „la bruja“. Doch bald gibt es erste Gerüchte, dass Lilith tatsächlich eine Art Hexe sein könnte. Denn immer mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Theaterstück und Realität.

Meinung:
Für mich war Hexenlied ein weiteres literarisches Meisterwerk in diesem Jahr.

Zu Beginn der Zeilen war der Stil für mich neu, aber bereits nach kurzer Zeit hat er in mir ein Feuer entfacht, dass bis zum Ende nicht erloschen ist.

In Hexenlied verschmelzen Theater und Realität miteinander, sodass es auch mir als Leser schwer fiel bis zum Ende des "Stücks" auszuharren. Neben der mysteriösen Handlung konnten mich auch die wundervoll ausgeprägten und vor allem geheimnisvollen Charaktere in ihren Bann ziehen.

Dieser Roman hatte für mich in gewissen Punkten Horrorpotenzial und bot neben einigen Gruselfaktoren auch den ein oder anderen gewaltvollen Akt - dies könnte eventuell nicht jeden gefallen, doch für mich hat es in diesem Zusammenhang den klassischen Rahmen gesprungen.

Antonia Michaelis hat mit Hexenlied etwas neues, emotionales und wundervolles erschaffen, dessen Bild nicht nur Potenzial für Kopfkino bietet, sondern vllt ja wirklich eines Tages vor einem roten Vorhang abspielen wird.

Fazit:
Dieser Roman hat mich in allen Punkten überrascht und hat sich für mich zu meinen Highlights gesellt. Die Autorin hat es geschafft das Theater ins Wohnzimmer und vor allem in mein Herz zu bringen. 5 von 5 Sternen ?

Veröffentlicht am 08.08.2019

La Bruja - ein Meisterstück an Spannung, Verwirrung und Dramatik

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"Aber Gerüchte sind wie Quecksilbertropfen. Wenn sie den Boden berühren, teilen sie sich, rollen und fließen in Lücken und Spalten, vermehren sich, winzig, beinahe unsichtbar... giftig." (s. 36)

Meine ...

"Aber Gerüchte sind wie Quecksilbertropfen. Wenn sie den Boden berühren, teilen sie sich, rollen und fließen in Lücken und Spalten, vermehren sich, winzig, beinahe unsichtbar... giftig." (s. 36)

Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch gerade ausgelesen - und bin noch immer vollkommen geflasht! Für mich ist es eines der besten YA-Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe! Obwohl, "Young Adult" trifft es nicht ganz, denn in diesem Buch verschwimmen nicht nur die Grenzen zwischen Illusion und Realität, es verwischen auch die Grenzen vieler gängiger Buchgenres: "Hexenlied" hat Gene von YA, Coming of Age, Psychothriller, Mystery, Abenteuer, Drama und leichte Anklänge von Horror (in sehr verträglicher Dosis und geschickt gemacht). Genau wie Tim und die anderen Schüler in dieser Story immer mehr in ihr Theaterstück über die mexikanische Hexe "la bruja" hineingesogen werden, hat diese Story auch mich Seite für Seite immer mehr in ihren Bann gezogen. Es beginnt recht harmlos mit den Proben in der Schule, doch schon bald ereignen sich immer merkwürdigere Dinge. Als die kleine Schülergruppe dann zur Theaterfreizeit in eine einsam gelegene Berghütte fährt, beginnt die Situation zu eskalieren - bis aus Spiel tödlicher Ernst wird.

Im Mittelpunkt steht dabei die 16jährige Außenseiterin Lilith, die von allen gemieden wird ("Ich, Lilith, bin die Nacht, ein uralter vorbabylonischer Dämon." - S. 186). Ausgerechnet sie soll die Hexe "la bruja" spielen - und es dauert nicht lange, bis sie genau diesen Spitznamen trägt und ihre Mitschüler in ihr selbst eine Hexe zu sehen meinen. Mir persönlich war Lilith von Beginn an sehr sympathisch. Ja, sie ist ein wenig verschroben, geheimnisvoll und anders - aber es blitzt immer wieder ihre Liebenswürdigkeit durch. Lilith ist einer dieser ganz besonderen Menschen, deren Herz viel zu groß ist für diese Welt - die das nicht erkennt. Einer dieser Menschen, der alle anderen sieht, sie versteht. Und doch selbst von niemandem gesehen, gar verstanden wird. Und ich bin mir sicher: gäbe es mehr Menschen wie Lilith, wäre die Welt ein besserer Ort.

Zu dieser außergewöhnlichen Geschichte um eine genauso außergewöhnliche Protagonistin kommt noch ein eindringlicher, bildhafter und stellenweise schon poetischer Schreibstil, der die Atmosphäre der Situationen und die Gefühle der Charaktere ganz wunderbar transportiert, und mir sehr gut gefallen hat. Kostprobe? Bitte sehr: "Das Fenster stand offen, es roch nach Grün und Werden und Sein, nach unfertigen Gedichten und Frühlingsverrücktheit." (S. 80) oder auch: "Der Ort war schwer vor Melancholie, ein Friedhof der Kindheiten." (S. 171)

Am Ende schließt sich der Kreis mit einem Finale, dass mich bis zur letzten Seite hat bangen lassen - und das für mein Empfinden perfekt zu dieser Geschichte passt. Danke, Antonia Michaelis!

FAZIT:
Eine faszinierende wie fesselnde Geschichte. Eine Mixtur aus YA, Mystery, Psychothriller und Drama. Und eine ganz besondere Protagonistin. Ein absolutes Highlight!

Veröffentlicht am 01.08.2019

Realität und Fiktion verschwimmen

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Allgemeines:

Hexenlied ist der neue Jugendroman von Autorin Antonia Michaelis. Er ist am 22.07.2019 als gebundenes Buch in der Verlagsgruppe Oetinger erschienen. Das Buch hat 400 Seiten und wird ab einem ...

Allgemeines:

Hexenlied ist der neue Jugendroman von Autorin Antonia Michaelis. Er ist am 22.07.2019 als gebundenes Buch in der Verlagsgruppe Oetinger erschienen. Das Buch hat 400 Seiten und wird ab einem Lesealter von 14 Jahren empfohlen. Wie immer bei Michaelis‘ Büchern würde ich dieses Lesealter eher bei 16 aufwärts ansiedeln.

Wer Lust hat, sollte sich auf jeden Fall den oben verlinkten Buchtrailer anschauen. Ich finde ihn ziemlich gut gemacht und denke, dass dieses Medium viel mehr genutzt werden sollte, um auf Bücher aufmerksam zu machen.

Inhalt:

„Tim ist scheinbar ein ganz normaler Jugendlicher. In Lilith dagegen sehen alle eine Außenseiterin. Als Lilith in der Theatergruppe die Hauptrolle der mexikanischen Hexe, „la bruja“, übernimmt, hat das seltsame Auswirkungen. Sobald „la bruja“ die Bühne betritt, wirken alle wie gebannt in ihren Rollen. Außerhalb der Proben entwickelt sich zudem ein besonderes Verhältnis zwischen Tim und „la bruja“. Doch bald gibt es erste Gerüchte, dass Lilith tatsächlich eine Art Hexe sein könnte. Denn immer mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Theaterstück und Realität.“ (Quelle: Verlagsgruppe Oetinger)

Meine Meinung:

La Bruja fängt dich. La Bruja jagt dich. Sie ist la Bruja. Ob du willst oder nicht. Ob sie will oder nicht. Und sie wird brennen. Ob wir wollen oder nicht.

„Wir haben die Hexe getötet!“ (S. 7)

Hexenlied umgibt eine gewisse magische Faszination. Antonia Michaelis spielt wie gewohnt mit der Wahrnehmung ihrer Leser. Sie vermischt und verwischt gekonnt Realität und Fiktion. Dieses Mal sogar auf mehreren Ebenen. Zum einen wissen wir als Leser nicht mehr, was vor sich geht. Zum anderen haben jedoch auch die Protagonisten keinen Wissensvorsprung und verstricken sich ebenfalls immer mehr in das inszenierte Theaterstück. Denn genau das ist dieses Buch. Ein geschickt konstruierts Stück menschlicher Abgründe. Eine Kombination aus Michaelis und Herr der Fliegen. Ein Stück von „wie-weit-können-wir-gehen“, ein Stück von „wann-gibt-es-Konsequenzen“. Wie lange sind wir Menschen und was macht uns eigentlich dazu? Inwiefern vertrauen wir unseren Lehrern. Inwiefern können sie diese Aufgabe auf Klassenfahrten überhaupt erfüllen. Wann sind auch sie machtlos?

Die Theater-AG studiert jedes Jahr ein Stück ein. Doch dieses Jahr ist es anders. Es wird ihr letztes Stück auf dem Weg zum Abitur sein. Das letzte Mal, dass sie Zeit dafür haben, sich dem Spielen zu widmen. Und das erste Mal, dass ihr Stück ein ganz besonderes ist. Dass irgendetwas anders ist als sons,t entfaltet Michaelis subtil und geschickt. Als Leser wundert man sich, ist manchmal beklommen und möchte den Schauspielern sagen, dass sie doch lieber aussteigen sollen. Den ganz besonderen Schauspielern, jeder ein Unikat für sich. Menschen mit Problemen, Menschen wie du und ich. Auf dem Weg zu großen Erwachsenen mit den gleichen Problemen.

Michaelis‘ Stück steigert sich bis zum dramatischen Höhepunkt. Man könnte sagen, dass sie ebenfalls ein Drama in mehreren Akten schreibt. Nach und nach entwickelte ich Angst vor dem Ende, wollte es aber gleichzeitig erfahren, die Auflösung kennen. Ich wollte, dass Michaelis das Ganze auflöst und gut ausgehen lässt, damit ich wieder gut schlafen konnte. Natürlich sind das unrealistische Erwartungen an diese Autorin. Ja, sie löst alles gut auf. Sehr durchdacht und vollkommen logisch. Aber ob alles ein gutes Ende nimmt, kann ich euch nicht verraten. Aber jeder von uns kann anfangen zu überlegen, auf welcher Seite er am Ende des Stückes gerne stehen würde…

Fazit:

Hexenlied ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Leser, die das können, erwartet wie immer eine faszinierende und ganz und gar einzigartige Geschichte, in der Realität und Fiktion verschwimmen.