Cover-Bild Das glückliche Geheimnis
(9)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hörbuch Hamburg
  • Themenbereich: Belletristik - Biografischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 26.01.2023
  • ISBN: 9783957132963
Arno Geiger

Das glückliche Geheimnis

5 CDs
Matthias Brandt (Sprecher)

Das neue Hörbuch von Arno Geiger − aufrichtig und lebensklug

Frühmorgens bricht ein junger Mann mit dem Fahrrad in die Straßen der Stadt auf. Was er dort tut, bleibt sein Geheimnis. Zerschunden und müde kehrt er zurück. Und oft ist er glücklich. Jahrzehntelang hat Arno Geiger ein Doppelleben geführt. Jetzt erzählt er davon.
»Wenn man jung ist, ist alles einfach wie Messer und Gabel.« Und doch bleibt die Frage, die sich jeder stellt: Wie finde ich meinen Weg durchs Leben? Arno Geiger erzählt von seinem sehr persönlichen Umgang damit. Wie er Dinge tat, die andere unterlassen. Wie gewunden, schmerzhaft und überraschend Lebenswege sein können, auch der Weg zur großen Liebe. Wie er als Schriftsteller gegen eine Mauer rannte, bevor der Erfolg kam. Und von der wachsenden Sorge um die Eltern.

Ein Bericht voller Lebens- und Straßenerfahrung, voller Menschenkenntnis, Liebe und Trauer. Pointiert, auch voller Witz und mit großer Offenheit berichtet Arno Geiger von Anläufen und Enttäuschungen, vom Finden und Wegwerfen und schließlich vom Glück des Gelingens − kongenial gelesen von Matthias Brandt.

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2023

Mensch sein

0

Das glückliche Geheimnis ist ein autobiografischer Roman. Arno Geiger beschreibt darin die Anfänge seiner schriftstellerischen Karriere. Sie begann vor etwa 30 Jahren indem er - auf der Suche nach Literatur ...

Das glückliche Geheimnis ist ein autobiografischer Roman. Arno Geiger beschreibt darin die Anfänge seiner schriftstellerischen Karriere. Sie begann vor etwa 30 Jahren indem er - auf der Suche nach Literatur im Altpapier Wiens - durch die Straßen radelte und Bücher, Postkarten, Briefe und Tagebücher inspizierte und Lohnenswertes mit nach Hause nahm.

Lohnenswert waren zweierlei "Altpapiervorkommen": einmal die, die Arno Geiger auf dem Flohmarkt zu Geld machen konnte und einmal die, die seinen Horizont erweiterten und ihn zwischenmenschliche Beziehungen und Erlebnisse näher brachten.

"Durch Lesen verkürzen wir unsere Lebenszeit nicht, wir verlängern sie. In wenigen Stunden können wir die Erfahrungen nachvollziehen, die ein anderer Mensch in Jahren oder Jahrzehnten gemacht hat. Wir gewinnen Erfahrung im Zeitraffer. Derlei Wundersames vermögen Bücher." - Section 84



Arno Geiger beschreibt den Verlauf seines Lebens über mehrere Jahre und lässt mich als Leserin auch an seinem Leben mit seiner Frau K und seinen Eltern teilhaben. Arno Geiger macht deutlich, dass alles für ihn seine Zeit hat und Offenheit - trotz Doppellebens - für ihn einen großen Wert hat.



"Heimlich das Tagebuch seines Bruders zu lesen ist grausam. Aber das Tagebuch von jemand Unbekanntem zu lesen, versachlicht das Geschriebene. ... Es ist erstaunlich. Wenn man sich darauf einlässt, erkennt man in jedem Schreiber und jeder Schreiberin eine Ähnlichkeit mit sich selbst. Eine menschliche Familienähnlichkeit, sozusagen." - Section 83



Es ist erstaunlich, denke ich, als ich diese Zeilen lese. Nichts anderes stelle ich fest, wenn ich tagtäglich Menschen begegne. - Nur, dass ich über die zwischenmenschliche Verbindung und den mal geringen, mal etwas ausführlicheren Erlebnisberichten lauschen darf.



Matthias Brandt spricht das Hörbuch in einem sehr angenehmen Timbre. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass Arno Geiger das Hörbuch nicht selbst eingelesen hat, hätte ich annehmen können, Arno Geiger erzählt mir selbst seine Geschichte. Einzig ab Section 79 - von insgesamt 89 Sections - habe ich eine etwas andere Klangfarbe der Stimme wahrgenommen, die mich zunächst irritierte, aber bald wieder ins gewohnte Klangbild zurückfiel.

Das glückliche Geheimnis ist eine wunderbare Geschichte um einen für Arno Geiger bedeutenden Lebensabschnitt, um Literatur und wahrhaften Geheimnissen von Menschen.



Fazit
Das glückliche Geheimnis ist für alle, die Geschichten und Begebenheiten von Menschen lieben und stets auf der Suche nach mehr Gehalt und Sinn für ihr Leben sind.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.02.2023

Ein offengelegtes Geheimnis

0

Schonungslos und frappierend offen präsentiert und Arno Geiger in diesem autobiografischen Werk eine Antriebsader seines Schreibstils – die 25 Jahre andauernde Runden, bei denen er Altpapiercontainer in ...

Schonungslos und frappierend offen präsentiert und Arno Geiger in diesem autobiografischen Werk eine Antriebsader seines Schreibstils – die 25 Jahre andauernde Runden, bei denen er Altpapiercontainer in Wien und Umgebung auf verwertbares durchstöberte.
Seine „Runden“, die er frühmorgens am Montag drehte, galten ihm in den Anfangszeiten, als Geiger noch ein unbekannter Name in der Literaturszene war, als durchaus willkommene Einnahmensquelle. Doch die Funde, vor allem Tagebücher und Briefwechsel, die er aus den Müllcontainern zog, eröffneten Geiger auch eine andere Sichtweise, eine direktere, persönlichere Sprache und gaben dem „Empathiemonster“ Geiger auch Einblicke in zahllose fremde Leben.
Das Buch fließt Runde um Runde locker in der Geiger eigenen Sprache dahin, der Leser erfährt Details zu Geigers früheren Werken, zu deren Entstehung, deren Ideenfindung, und verfolgt den Autor von der Unbekanntheit zum Licht der heutigen Person Arno Geiger. Erstaunlich offen und verletzlich präsentiert sich Geiger in diesem Werk, in dem er sein Leben detailreich schildert, von Liebesbekanntschaften, der Geschichte der Liebe seines Lebens, K., bis über die Pflege seines zunehmend dement werdenden Vaters und seiner Mutter. Erschreckend ehrlich muten die Einzelheiten an, wenn er anführt, wie seine Mutter, eine frühere Lehrerin, nach einem Schlaganfall mit den Worten kämpft, die in seiner Familie, in Geigers Welt, doch eine so große Rolle spielen.
Während Geiger immer wieder betont, dass die Tagebücher und Briefe ihm unbekannter Menschen einfach nur wertvolle Rohstoffe für sein Werk bedeuten, er in diesem Sinne aber ja keine intimen Geheimnisse offenbaren kann, da er den Menschen hinter den Zeilen ihre Anonymität bewahrt, beschreibt er Personen aus seiner nächsten Umgebung unglaublich detailliert, mit allen Ängsten, Schwächen und Problemen. Hier habe ich als Leser mich zum Teil beschämt gefühlt, auch bei den Schilderungen, wann Geiger mit wem wie häufig Sex hatte. Auf diese Episoden der Geschichte, die mir den Status eines Voyeurs gaben, hätte ich verzichten können.
Spannend hingegen empfand ich die Veränderungen der Umwelt und des Alltags über die Jahre, die Geiger auch aus Sicht des Altpapierdurchstöberers dokumentiert. Weniger Bastelmüll, mehr Versandkartone. Weniger Liebesromane, mehr Krimis und Thriller. Keine Urlaubspostkarten mehr, keine Tagebücher. Plakate von Klimademos, auf die Rückseite eines Kartons für einen Benzinrasenmäher aufgebracht. Der Wandel in Broschüren von Möbelhäusern, in denen keine Bücher mehr in den leeren Regalen zu sehen sind.
Diese Veränderungen geben auch einen Einblick in den Wandel der Gesellschaft, in das Wertesystem, das wir uns vorgeben. Die Lektüre wird aufgelockert durch zahlreiche Zitate, kleine Lebensweisheiten, Denkanstöße, Fundstücke aus dem Altpapier.
Das Buch hat mich nicht nur durch die Parallelen zwischen dem Leben Arno Geigers und meiner eigenen Geschichte tief berührt, und ich habe zwei der Bücher von Geiger, die noch nicht in meinem Regal standen, während der Lektüre bestellt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2023

Vom Finden zu sich selbst

2

Warmherzig und sehr offen erzählt Arno Geiger von sich. Vom Finden zu sich selbst und vom Suchen nach immer neuem Lesestoff ist er unterwegs in Wien, immer dem von anderen Weggeworfen auf der Spur. Eine ...

Warmherzig und sehr offen erzählt Arno Geiger von sich. Vom Finden zu sich selbst und vom Suchen nach immer neuem Lesestoff ist er unterwegs in Wien, immer dem von anderen Weggeworfen auf der Spur. Eine Autobiographie.

Er ist jung, das Geld immer Mangelware. Aber aufs Lesen will er nicht verzichten und so sind ihm die Bücher, die er in Wiens Container findet, mehr als willkommen. Bald sind diese Streifzüge sowas wie Alltag, viele von seinen erbeuteten Schätzen verkauft er nach dem Lesen auf Flohmärkten, eine nicht zu unterschätzende Einnahmequelle.

Schreiben ist seit jeher seine Leidenschaft, lange ist er der unbekannte Literat, aber aufgeben ist keine Option. Der Erfolg stellt sich ein, Arno Geiger ist mittlerweile ein anerkannter und mit Preisen ausgezeichneter Schriftsteller. Diese literarische Seite mit allen Höhen und Tiefen zieht sich durchs Buch, gefühlt bin ich sehr oft mit ihm unterwegs, um all die Bücher, die alten Briefe und die vielen Schriften zu retten, die anderen nichts mehr wert sind.

Daneben oder besser gesagt dazwischen erfahre ich von seinen Frauen, immer vorne dabei K., mit der er es nach vielen Irrungen und Wirrungen in den Hafen der Ehe geschafft hat. Auch von seinen Eltern gibt er viel preis, für mein Empfinden fast zu viel. Seine Eltern gehören zu ihm und er zu ihnen, man spürt ihre tiefe Verbundenheit.

Der Autor macht sich und sein Leben sichtbar, dabei gelingt es ihm, den richtigen Ton zu treffen. Es ist ein kurzweiliges Porträt über ein erfülltes Dasein geworden, sein Leben ist geprägt von und mit seinen Büchern. Den gelesenen und denen, die ihn zum Schreiben inspiriert haben.

Arno Geigers glücklichem Geheimnis bin ich hörend gefolgt, gesprochen von Matthias Brandt, dem herausragenden Schauspieler und Hörbuchinterpreten. Ich kenne und schätze ihn sehr, er ist immer ein Gewinn. Ihm habe ich gerne zugehört, er hat mir „Das glückliche Geheimnis“ aufs Beste nahegebracht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.01.2023

Ein Doppelleben – erzählt mit großer Offenheit.

0

Dieses ‚glückliche‘ Geheimnis zu lüften, erfordert Mut. Respekt habe ich vor dem in diesem Buch Erzählten. Diese Autobiographie, mit vielen Aspekten der eigenen Familiengeschichte gespickt, aber auch bereichert ...

Dieses ‚glückliche‘ Geheimnis zu lüften, erfordert Mut. Respekt habe ich vor dem in diesem Buch Erzählten. Diese Autobiographie, mit vielen Aspekten der eigenen Familiengeschichte gespickt, aber auch bereichert mit Gedankengängen zu den Funden aus Altpapier-Containern aus über 25 Jahren, dokumentiert die unmittelbar greifbare Angst als Schriftsteller ohne Selbstvertrauen vor der Zukunft bis weit hinaus zum sehr erfolgreichen Romanautor, der jetzt auf der Suche nach einem neuen Geheimnis ist. Die Wortwahl ist überlegt, treffend gewählt, ohne sentimentale Schnörkel, dafür in seinen bildlichen Vergleichen klar begreifbar und überzeugend schlüssig in seiner Argumentation. Die tiefgehenden Inhalte regen zum Nachdenken an, sogar zum Überdenken der eigenen Konventionen. Das Cover zeigt die Rückansicht eines Mannes in Hut und T-Shirt, coloriert in warmen, sommerlichen Tonabstufungen – auch künstlerisch sehr ansprechend in der gewählten Technik.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.03.2023

Schonungslos offen

0

Vom Autor schon viel gehört, aber noch nichts gelesen, wurde seine Autobiographie mein erster „Arno Geiger“. Schonungslos offen und ehrlich stellt der Schriftsteller darin seinen bisherigen Lebensverlauf ...

Vom Autor schon viel gehört, aber noch nichts gelesen, wurde seine Autobiographie mein erster „Arno Geiger“. Schonungslos offen und ehrlich stellt der Schriftsteller darin seinen bisherigen Lebensverlauf als Künstler, aber auch als Privatmensch dar. Dabei erzählt er von seiner Frau, seinen Eltern und seinem glücklichen Geheimnis: Jahrzehntelang hat Arno Geiger mit seinem Fahrrad die Straßen unsicher gemacht, stets auf der Suche nach Schätzen im Alltagsmüll Fremder.

Ich fand es sehr interessant, vom Lebensverlauf eines Schriftstellers zu erfahren, der sich oftmals jenseits der Konventionen bewegt. Manchmal war mir der Autor dabei jedoch fast schon zu offen – oder ich zu konservativ? Das ein oder andere Fremdgehen hätte ich nicht zwingend wissen müssen, um mir ein Bild von der Person machen zu können.

Außergewöhnlich gut kann der Autor allerdings mit Worten umgehen. Der sehr schöne, aber nüchterne Sprachstil schaffte einen angenehmen Ausgleich zu den teilweise sehr emotionalen Inhalten und Schicksalsschlägen im Leben des Schriftstellers. Ich muss gestehen, dass mir der Autor in der Gesamtschau durch seine Biographie nicht unbedingt sympathisch geworden ist, dennoch zeigte er sich jedoch vor allem eins: menschlich.

Fazit: Mal etwas ganz anderes jenseits meiner üblichen Lesegewohnheiten. Auch wenn einige Abschnitte für mich nicht ganz greifbar waren, weiß der Autor aber definitiv, mit Worten umzugehen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere