Cover-Bild Menschenhausen
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21,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Fantasieinsel Verlag
  • Genre: Kinder & Jugend / Bilderbücher
  • Seitenzahl: 88
  • Ersterscheinung: 27.05.2025
  • ISBN: 9783910729179
  • Empfohlenes Alter: bis 12 Jahre

Menschenhausen

viel zu irgendwie
Rusanna Danielian (Herausgeber)

In Menschenhausen ist jeder „viel zu irgendwie“. Aber niemand stört sich an den kleinen Eigenheiten der anderen Bewohner, da keiner fehlerfrei ist. Das heißt, bis zu dem Tag, an dem eine junge Frau in der Stadt aufkreuzt und alles auf den Kopf stellt. Die schöne Unbekannte ist nämlich – zum Erstaunen aller – völlig makellos.
Mit ihrem perfekten Aussehen zieht sie nicht nur bewundernde Blicke auf sich, sondern auch viel Neid. Und plötzlich schämen sich alle für ihre Fehler, weshalb sie versuchen, diese auf die lächerlichste Art und Weise zu verstecken.
Was aber keiner weiß: Auch die perfekte Lady Betty ist nicht ganz so fehlerfrei, wie sie nach außen hin scheint.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2025

Unperfekt perfekt!

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In Menschenhausen leben die Menschen, die alle ‚irgendwie‘ zu viel sind. Menschen mit viel zu kurzen Beinen, zu langen Hälsen, zu dünnen Haaren, zu runden Bäuchen,… und doch sind sie alle glücklich. Bis ...

In Menschenhausen leben die Menschen, die alle ‚irgendwie‘ zu viel sind. Menschen mit viel zu kurzen Beinen, zu langen Hälsen, zu dünnen Haaren, zu runden Bäuchen,… und doch sind sie alle glücklich. Bis eines Tages die Betty ihrer Tante Lady Margret einen Besuch abstattet und viel zu perfekt wirkt. Betty hat einen perfekten Hals, perfekt lange Beine, perfekte blonde Haare und bekommt damit ganz schnell die Aufmerksamkeit jedes Bewohners in Menschenhausen. Plötzlich fallen ihre eigenen Makel wieder stärker ins Gewicht und sie tun alles, um ihre Makel zu verstecken. Doch ist Betty wirklich perfekt oder ist auch sie ‚irgendwie‘ zu viel?

Ich stehe Menschenhausen - viel zu irgendwie von Rusanna Danielian etwas zwiespältig gegenüber. Es gibt einige Dinge, die mir wirklich sehr gut gefallen haben. Da wären die Zeichnungen, welche die Bewohner mit ihren Makeln deutlich überspitzt zeigen und damit wohl das ‚Selbstbild‘ darstellen, denn eigene Makel fallen einem wohl stärker auf als anderen. Dann gefällt mir auch sehr, dass die Darstellung im Schriftbild auffallen und manche Wörter eine besondere Schriftart haben. Auf inhaltlicher Basis mag ich die Botschaft der Selbstliebe und Akzeptanz und auch die Erkenntnis, dass jede:r auf seine Weise besonders ist.

Aber zwischenzeitlich haben mich Inhalte auch geärgert, denn letztendlich wurden die Dorfbewohner:innen unglücklich, weil sie angeblichen Perfektionismus erkannt haben und sich plötzlich selbst minderwertig fühlten. Dabei schien Menschenhausen zu Beginn doch fortschrittlich und so gibt es etwas die Stimmung mit, dass man sich nur gut fühlen kann, wenn jede:r seine ‚Problemzonen‘ hat. Sollten wir uns nicht viel mehr eben nicht mit anderen vergleichen?

Außerdem gib das Erkennen und Vergöttern dieser scheinbar perfekten Betty auch wieder das Gefühl, dass Perfektionismus eben doch Erstrebenswert ist, denn Betty wird direkt von allen bewundert.

Und dann für mich das Schlimmste: Betty wird ausgelacht und das von Menschen, die alle auch einen Makel besitzen und die sich diesem durch Betty erst kürzlich schmerzlich bewusst wurden. Empathie Fehlanzeige. Ja, an dieser Stelle kommt Bettys Selbstliebe und wunderbare Beziehung zu ihrem Körper besonders zur Geltung und doch wirkt das Verhalten der Bewohner:innen paradox und für mich einfach unpassend.

Dennoch bietet vor allem die Figur der Lady Betty viel positives im Bezug auf Akzeptanz, Selbstliebe und Selbstvertrauen und das Verhalten der Bewohner:innen bietet einiges für eine kritische Auseinandersetzung.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Jeder mit Makel wird akzeptiert

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Ein wenig zwiegespalten bin ich schon. Die Geschichte soll vermitteln, dass nicht jeder perfekt sein muss und das alle Menschen so ok sind, wie sie eben sind. Bevor Lady Betty nach Menschenhausen kam haben ...

Ein wenig zwiegespalten bin ich schon. Die Geschichte soll vermitteln, dass nicht jeder perfekt sein muss und das alle Menschen so ok sind, wie sie eben sind. Bevor Lady Betty nach Menschenhausen kam haben alle Menschen glücklich und zufrieden gelebt, weil alle einen kleinen Makel hatten. Aber sobald Lady Betty kamen, haben sich alle unwohl gefühlt, weil sie einfach perfekt aussah. Das kann ich noch nachvollziehen, das dort schnell das Gefühl aufkommt. Aber schade fand ich es dennoch, dass alle sich plötzlich unwohl in ihrer Gegenwart gefühlt haben, zumal Lady Betty niemanden von oben herab behandelt hat und sie hat auch niemanden das Gefühl gegeben nicht gut genug zu sein. Sie war zu allen freundlich und hat sich wirklich wie ein lieber netter Mensch verhalten. Aber als dann die Menschen in Menschenhausen einen Makel bei ihr entdeckt haben, da haben sie sie - wirklich - alle deswegen ausgelacht. Und zu der Grillparty durfte sie auch nicht mehr kommen, weil der Makel wieder hinter den vollen Haaren versteckt wurde. Ich fand das ganz schön gemein und die Menschen aus Menschenhausen waren überhaupt nicht sympathisch. Aber zum Glück kam hinterher die Botschaft schon noch rüber, dass jeder so gut ist, wie er eben ist und das auch trotz aller Makel. Besser hätte ich gefunden, wenn niemand über Lady Betty gelacht hätte, denn das sollte man niemals machen. Auf jeden Fall muss man mit den Kindern reden, die das Buch gelesen haben. Denn so ein Verhalten war gar nicht ok. Aber dennoch war es ein gutes Buch und hat - schätze ich - die Botschaft rübergebracht, dass man auch mit Makel schön sein kann. Die Illustrationen auf jeder Seite sind wirklich sehr schön gelungen und die "Makel" wurden überspitzt dargestellt, damit eben gleich zu erkennen ist, weswegen sich die Menschen dort nicht für vollkommen halten. Und gerade wegen ihrer Außergewöhnlichkeit sehen sie alle sehr sympathisch aus.

Mein Fazit:
Die Idee ist toll und auch die schön gestalteten Seiten sind wirklich sehr gut gelungen. Leider fand ich es total schade, dass Lady Betty ausgelacht wurde und erst akzeptiert wurde, als sie ihren Makel sichtbar gemacht hat und die Menschen verstanden haben, dass sie sich trotz dieses Makels gut gefühlt hat und sich nicht auf das äußerliche reduziert hat.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Menschenhausen – Mein Bauchgefühl grummelt

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Menschenhausen
Viel zu irgendwie

Cover:
Bunt und farbenfroh und es zeigt schon mal die Akteure.

Inhalt und meine Meinung:
Dieser Buch sollte man seinen Kindern nicht einfach in die Hand drücken, hier ...

Menschenhausen
Viel zu irgendwie

Cover:
Bunt und farbenfroh und es zeigt schon mal die Akteure.

Inhalt und meine Meinung:
Dieser Buch sollte man seinen Kindern nicht einfach in die Hand drücken, hier ist nämlich auf jeden fall nach dem Lesen ein Gespräch wichtig.

Menschenhausen ist eine mini Stadt, in der jeder auf seine Weise einen „Makel“ hat, aber allen macht das nichts aus und sie sind glücklich und zufrieden.
Hier ist schon mein erster Haken den ich machen würde. Warum sollten dünne Haare oder zu dicke Arme zum Beispiel ein Makel sein? Mir gefällt es nicht so recht, dass so banale Dinge als Makel bezeichnet werden.
Oder später, als Betty mehrmals ausgelacht wird, naja, das gefällt mir auch nicht so gut.
Ok, am Schluss werden jedem seine kleinen Eigenheiten zugestanden und sie selber erkennen auch dass sie sich dafür nicht schämen müssen.
Trotzdem (auch wenn das Buch eine Pädagogin geschrieben hat() fühle ich mich nicht so recht wohl damit.

Mein Fazit:
Mein Bauchgefühl fühlt sich einfach nicht wohl bei der Geschichte.
Von mir 3 Sterne