Cover-Bild Solange sie tanzen

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10,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Liebesroman: Zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 28.06.2021
  • ISBN: 9783548063089
Barbara Leciejewski

Solange sie tanzen

Roman
Erfolgsautorin Barbara Leciejewski erzählt in ihrem bewegenden Liebesroman, wie man die Trauer nach einem Verlust überwindet. Ein Buch über Vergessen, die Erinnerung und die große Liebe über den Tod hinaus. 

Ada Friedbergs geliebter Ehemann Hans ist verstorben. Nach über fünfzig gemeinsamen Jahren fühlt Ada sich in ihrer Wohnung jetzt oft einsam. Auf der Suche nach einem Zeitvertreib hat sie eine besondere Art des „Fernsehens“ für sich entdeckt. Durch Hans‘ altes Fernglas beobachtet sie ihre Nachbarschaft. Als sie dabei in einem der Häuser ein tanzendes Paar entdeckt, fühlt sie sich an den Anfang ihrer Beziehung zu Hans zurückversetzt. Denn Ada und Hans mussten sich lange Zeit heimlich treffen, weil ihre Eltern die Beziehung nicht akzeptierten. Die gemeinsame Leidenschaft fürs Tanzen zog sich seitdem wie ein roter Faden durch ihr Leben.
Lange Zeit ist Ada gut alleine zurechtgekommen, doch jetzt lässt sie ihr Gedächtnis immer häufiger im Stich. Erst ist es nur ein vergessener Blumenstrauß beim Einkaufen, aber dann erkennt sie ihren eigenen Enkel nicht mehr. Plötzlich ist nichts mehr so, wie es einmal war. Und alles, was Ada in dieser schwierigen Zeit bleibt, sind die Erinnerungen an ihre große Liebe.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.08.2020

Über das Leben, die Liebe und das Alter

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Ein Jahr ist es nun schon her, dass Adas Mann, Hans, gestorben ist. Sie ist über 80 lebt jetzt allein mit ihrem Hund Hemingway, der auch schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Adas liebste Beschäftigung ...

Ein Jahr ist es nun schon her, dass Adas Mann, Hans, gestorben ist. Sie ist über 80 lebt jetzt allein mit ihrem Hund Hemingway, der auch schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Adas liebste Beschäftigung ist es, ihre Nachbarn mit dem Fernglas zu beobachten. Vor allem schaut sie dem frisch eingezogenen Paar in dem schönen alten Haus zu, wie sie tanzen. Sie schwelgt in Erinnerungen an ihr Leben mit Hans, während sich langsam ein Nebel der Vergessenheit in ihrem Kopf ausbreitet.

Ich habe schon einige Parallelen entdeckt zum Beginn der Demenz meiner Oma. Die Verzweiflung über den eigenen Verstand und vor allem die Wut auf sich, dass man so schusselig wird und auch das Leugnen, dass die Vergesslichkeit Symptome dieses Krankheitsbildes sein könnten. Auch die Reaktionen der anderen, die nicht verbergen können, dass sie eine Veränderung bemerken. Irritierte oder sogar genervte Blicke, die man nicht so richtig deuten kann und die einen ganz schön verunsichern. Wenn man mitbekommt, wie man langsam "den Verstand verliert"... Das muss so schlimm sein.

Die Autorin erzählt die tragischen Aspekte dieser Geschichte so unaufdringlich und authentisch und die schönen Aspekte so liebevoll. Dieses Buch ist wieder ein absolutes Wohlfühlbuch. Die Figuren bekommen sehr viel Tiefe und sind so sympathisch, dass man problemlos mit ihnen mitfühlen kann, allen voran natürlich die Protagonistin, Ada.
Mir hat es so gut gefallen, wie die Familie und Freunde miteinander und mit der Situation umgehen. So herzlich und verständnisvoll.

Ich musste so viel grinsen :D Die Atmosphäre und die Dialoge zwischen den beinah ausnahmslos sympathischen Figuren waren so angenehm. Den einzigen, den ich nicht leiden konnte, war Adas Vater. Das war natürlich auch so gedacht. Blödmann... auch sehr authentisch :D

Brenzliche Themen, wie den Nationalsozialismus in der Nachkriegszeit und der oft ignorierten Leugnung der Gräueltaten der Deutschen im zweiten Weltkrieg werden hier sehr reflektiert behandelt. Sie nehmen aber nicht übermäßig viel Raum ein, eben genau richtig.

Hemingway hab ich besonders lieb gewonnen. So ein toller Hund <3 Als ich mich mal mit meinem Hund verlaufen hatte, hat sie es auch gespürt und hat mich dann nachhause geführt. Hunde sind eben sehr feinfühlig :)

Das Ende war wirklich wunderschön und jetzt sitz ich hier und hab immernoch Tränen in den Augen.

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Veröffentlicht am 25.05.2020

So lange sie tanzen

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Ada Friedberg ist eine alte Dame, die sich von nichts und niemandem unterkriegen lässt, nicht einmal vom plötzlichen Tod ihres über alles geliebten Mannes Hans. Sie vermisst ihn schmerzlich, aber sie muss ...

Ada Friedberg ist eine alte Dame, die sich von nichts und niemandem unterkriegen lässt, nicht einmal vom plötzlichen Tod ihres über alles geliebten Mannes Hans. Sie vermisst ihn schmerzlich, aber sie muss sich schließlich um ihren Boxer Hemingway kümmern. Der Hund verleiht ihrem Alltag nicht nur Freude, sondern auch Struktur und Orientierung, was dringend nötig ist, denn Ada wird allmählich vergesslich und bringt immer mehr durcheinander.

Doch dann findet sie einen neuen Zeitvertreib, für den sie lediglich ein Fernglas und ihren gemütlichen Platz am Fenster ihres Wohnzimmers benötigt. Von dort aus beobachtet sie die Leute in ihrer Nachbarschaft. Als sie eines Tages beim abendlichen »Fernsehen« in einem alten Haus ein tanzendes Paar entdeckt, erinnert sie dieser Anblick an die erste Zeit ihrer großen Liebe zu Hans. Abend für Abend kehrt sie nun zu den beiden Tänzern zurück. Während die Vergangenheit erwacht, verschwimmt die Gegenwart mehr und mehr, doch das tanzende Paar gibt Ada Halt. Solange sie tanzen …

„Solange wir tanzen“ durfte ich vor der Veröffentlichung lesen, dafür ein ganz großes Dankeschön an Barbara Leciejewski. Meine Meinung zum Buch hat dies natürlich nicht beeinflusst.

Was soll ich sagen? Ich kann nicht annähernd beschreiben, welche Gefühlsachterbahn ich mit dieser Geschichte erlebt habe! Es ist eine sehr, sehr emotionale Kost.

Der Schreibstil hat alle Facetten in sich vereint: fesselnd von der ersten Seite an, humorvoll, bildhaft, spannend, gefühlvoll.

Wir haben es hier mit der über achtzigjährigen Ada zu tun, die ihr Leben ohne ihren geliebten Hans bewerkstelligen muss, doch Ada hat schon immer mit beiden Beinen im Leben gestanden und wird dies auch weiterhin tun. Wenn sie auf einmal nur nicht so vergesslich würde. Es fängt mit banalen Sachen an, nach und nach werden die Lücken immer größer und Panik breitet sich in ihr aus. Ruhe und Gelassenheit findet sie abends daheim, wenn sie von ihrem Wohnzimmerfenster die Nachbarn beobachtet, vor allem jenes neue Paar, welches in „ihr altes Haus“ gezogen ist und jeden Abend tanzt. Tanzen hat für Ada eine symbolische Bedeutung und alles ist gut, solange sie tanzen…

Barbara Leciejewski ist mit Ada eine so wundervolle, authentische Hauptprotagonistin gelungen. Ich habe sie von Anfang an in mein Herz geschlossen. Habe mit ihr gelacht und geweint. In zwei Zeitebenen lernen wir die junge Ada kennen und ihren geliebten Hans, wie sie Ende der Fünfziger Jahre um ihre Liebe kämpfen, ihr weiteres Leben, bei dem nicht nur die Sonne schien. Des Weiteren erleben wir Ada im hier und jetzt, als ihre Vergesslichkeit ungeahnte Ausmaße annimmt. Der Handlungsverlauf ist aber auch nicht durchgehend traurig und deprimierend, sondern auch voller Hochgefühl und vielen humorvollen Szenen. Ada hat einen herrlichen trockenen Humor und der Umgang und Zusammenhalt mit der Familie, mit ihren Kindern hat mir sehr gefallen, man muss nicht immer einer Meinung sein, um sich trotzdem zu verstehen.

Ada’s plötzliche Krankheit bzw. deren Symptome hat Barbara Leciejewski hier sensibel einfließen lassen. Es war sehr gekonnt beschrieben, wie diese Krankheit sich eingeschlichen hat, wie es ist aus Sicht des Betroffenen. Ada’s Gedankengänge konnte ich absolut nachvollziehen, wie sie sich dagegen wehrt und um ihre Selbständigkeit kämpft. Und was hier sehr gut rübergekommen ist, Ada war nicht alleine, ihre Kinder und deren Familien haben es geschafft, trotz eigenem Leben, Beruf etc., Ada zu unterstützen und für sie da zu sein.

„Solange sie tanzen“ ist ein wunderbarer Roman, der von mir inkl. Fünf Sternen eine klare Kaufempfehlung bekommt.

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Veröffentlicht am 08.04.2021

Ruhiges Buch mit einer sympathischen Hauptperson

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Worum geht es in dem Buch:
Ada Friedberg ist eine ältere Dame, verwitwet. Sie lebt in München. Viel passiert in ihrem Leben nicht mehr. Ihren Mann Hans vermisst sie sehr – und oft denkt sie an die Zeit ...

Worum geht es in dem Buch:
Ada Friedberg ist eine ältere Dame, verwitwet. Sie lebt in München. Viel passiert in ihrem Leben nicht mehr. Ihren Mann Hans vermisst sie sehr – und oft denkt sie an die Zeit mit ihm zurück.
Täglich geht sie mit ihrem Mops Hemingway spazieren. Da ihr außer dem Mops sonst selten jemand Gesellschaft leistet und sie merkt, dass sie manche Sachen vergisst (Beginn einer Demenz), achtet sie vermehrt auf die üblichen Tagestätigkeiten – zum Beispiel den Toilettengang.
Ihre Tochter Susanne und ihr Sohn Thomas sind mit ihrem eigenen Leben beschäftigt und besuchen sie ab und zu. Immer wieder kommt eine Dame, namens Karola, und hilft Ada im Haushalt. Immer wieder beobachtet Ada ihre Nachbarn, die im selben Haus wohnen wie sie. Viele dieser Leute kennt sie schon lange und kann sie auch einschätzen.
Abwechslung in ihr Leben scheint durch neue Nachbarn zu kommen. Ada beobachtet immer wieder fasziniert mit einem Fernglas, wie eine Frau und ein Mann in einem Haus in ihrer Nähe tanzen. Und plötzlich erinnert sich Ada zurück an die Zeit, als sie ihren Mann Hans kennen lernte und mit ihm zum Tanzen ging…

Meine Meinung zu diesem Buch:
Der Roman ist aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit erzählt. Die Handlung ist ruhig – aber so bekommt man als Leser auch ein Gefühl dafür, wie sich Ada als Witwe, der kaum jemand Gesellschaft leistet, fühlt.
Der Roman erzählt nicht nur über Ada als Witwe, sondern auch darüber, wie Ada und Hans sich kennen lernen und durch Briefe ihre Beziehung festigen. Ada steht zu Hans und verteidigt ihn gegenüber ihrem herrschsüchtigen Vater. Dieser meint offenbar, dass Ada als seine Tochter sein Eigentum sei und zu tun und zu lassen habe, was er will. Bewundernswert finde ich, wie sie sich durchsetzt – und Hans schließlich heiratet.
Was ich zu bemängeln habe, ist, dass mir das Buch meistens zu ruhig ist – es passiert oft nicht viel in dem Buch. Einer der wenigen Höhepunkte in Adas Leben ist das tanzende Paar im Nachbarhaus. Man braucht schon immer wieder Motivation, um das Buch weiterzulesen.
Ich vergebe drei Sterne.

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