Cover-Bild Die Hummerfrauen
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16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 01.06.2025
  • ISBN: 9783423401111
Beatrix Gerstberger

Die Hummerfrauen

Roman | Nominiert für die Shortlist der unabhängigen Buchhandlungen
Sommer in Maine: wo Vergangenheit auf Gegenwart trifft
»Ich kann dir nichts über das Meer beibringen«, hatte Ann einmal zu Mina gesagt. »Du spürst es oder eben nicht. Am Ende ist es mit dem Meer wie mit dem Leben, man muss alles allein herausfinden. Andere können dich auf dem Weg nur begleiten.«
Die Sommer ihrer Kindheit verbrachte Mina jedes Jahr auf einer kleinen Insel in Maine, gemeinsam mit ihren Eltern und dem großen Bruder. Auf Eagle Island fühlte sich das Leben frei und leicht an: Mina streifte mit dem Fischerjungen Sam durch die Kiefernwälder, sammelte Muscheln und Vogelfedern, während die Erwachsenen die Tage am Strand und auf Gartenpartys vorbeiziehen ließen. Doch ein schicksalhafter Sommertag veränderte alles, die Wege von Mina und Sam trennten sich.
Ein eindringlicher und berührender Roman über eine große Liebe, die für immer im Schatten der Vergangenheit steht
Nun, fast zwanzig Jahre später, ist Minas Familie durch den plötzlichen Tod des Bruders zerbrochen. Sie hat allen Halt verloren, auch sich selbst ist sie fremd geworden. Und sie weiß: Ihre Suche nach sich selbst muss an jenem Ort beginnen, an dem sie zum letzten Mal glücklich war. In Maine, so hofft sie, wird sie endlich herausfinden, warum die Familie die Insel nach diesem Sommer für immer verließ und nie wieder zurückkehrte.
Stürmisch wie das Leben, tief wie das Meer
Mina strandet in einem Hummerfischerdorf bei den beiden Fischerinnen Ann und Julie. Die 72-jährige Ann lebt seit der Trennung von ihrer Lebensgefährtin allein in einem großen Haus am Wasser, nur ein seltener blauer Hummer namens Mr. Darcy leistet ihr Gesellschaft. Julie ist Mitte 50 und musste sich ihren Platz in der männlich geprägten Dorfgemeinschaft hart erkämpfen. Sie packt an, wo es nötig ist und nimmt kein Blatt vor den Mund, aber ihre Gefühle für den Fischer Nat kann sie aufgrund alter Verletzungen nicht zulassen. 
Der raue Alltag der Hummerfischerinnen wird zum Schauplatz eines inspirierenden Romans über Liebe, die Kraft weiblicher Gemeinschaft – und die Frage, ob die Vergangenheit unsere Gegenwart bestimmt
Mit Ann und Julie fährt Mina hinaus aufs Meer, von ihnen erfährt sie Wärme und ein noch nie gekanntes Gefühl von Zugehörigkeit. Dann begegnet sie jedoch Sam wieder. Die tiefe Verbindung aus Kindheitstagen ist vom ersten Moment an wieder spürbar: Mina und Sam verlieben sich leidenschaftlich ineinander. Aber auch Sam kämpft mit seiner Vergangenheit, denn auch seine Familie war nach jenem schicksalhaften Sommer nicht mehr die, die sie einmal war. 
»Wusstest du, dass ein Hummer nur deshalb fast hundert Jahre alt werden kann, weil er sich alle zwei bis drei Jahre häutet? Er stapelt einfach ein Leben auf ein nächstes, ohne zwischendurch den Tod reinzulassen. Er wächst sein Leben lang weiter und muss deshalb regelmäßig den alten Panzer abwerfen, damit er nicht zerquetscht wird. Klingt nicht schön, ist aber die größte Weisheit, die der alte Mr. Darcy mir mitgegeben hat.«

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Auf der Insel der Hummerfischer

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Als Kind verbrachte Mina viele Sommer mit ihren Eltern und ihrem großen Bruder Christopher auf Eagle Island, einer kleinen Insel an der Küste von Maine. Völlig unbeschwert konnte sie dort mit dem Fischerjungen ...

Als Kind verbrachte Mina viele Sommer mit ihren Eltern und ihrem großen Bruder Christopher auf Eagle Island, einer kleinen Insel an der Küste von Maine. Völlig unbeschwert konnte sie dort mit dem Fischerjungen Sam herum streifen, Muscheln und Vogelfedern sammeln, schwimmen und mit seinem Boot hinaus aufs Meer fahren. Doch ein Ereignis änderte plötzlich alles - die Familie kehrte nie wieder auf ihre Urlaubsinsel zurück. Inzwischen sind zwanzig Jahre vergangen. Durch den plötzlichen Tod ihres Bruders ist ihre Familie zerbrochen und Mina hat jeglichen Halt verloren. Die Suche nach sich selbst führt sie an die Küste von Maine, dorthin, wo sie eine glückliche Zeit verlebte. Es war ein stürmischer Tag, als sie im Fischerdorf Stone Harbor ankam. Bei der 72jährigen Ann, die seit der Trennung von ihrer Lebensgefährtin alleine mit ihrem Haustier, einem seltenen blauen Hummer, lebt, findet Mina Unterschlupf und bei Julie, einer resoluten Hummerfischerin Mitte 50, kann sie sich nützlich machen. Sie fährt mit ihr raus aufs Meer zum Hummerfang. Von den beiden Frauen erhält sie die familiäre Wärme, die sie so sehr vermisste. Dann trifft sie Sam wieder und die tiefe Zuneigung von damals flammt sofort wieder auf. Auch seine Familie zerbrach an jenem tragischen Sommertag …

Beatrix Gerstberger, geb. 1964 im Sauerland, ist eine deutsche Autorin und Journalistin, die bekannt ist für ihre emotionalen und tiefgründigen Reportagen und Bücher. Nach dem frühen Tod ihres Partners zog sie, um einen Weg aus der Trauer zu finden, Anfang der 2000er mit ihrem damals noch kleinen Sohn für ein halbes Jahr in ein Hummerfischerdorf. Dort lernte sie, dass es viele unterschiedliche Formen von Verlust gibt und dass es genau so viele unterschiedliche Wege gibt, damit umzugehen. Der damalige Aufenthalt in Maine inspirierte sie zu dem Roman „Die Hummerfrauen“ (2025, dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co KG, München). Beatrix Gerstberger lebt heute in Hamburg.

Der Autorin ist es großartig gelungen, den beschwerlichen Alltag der Hummerfischerinnen in einen warmherzigen Roman zu integrieren. Wir lesen von drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die aber dennoch viel gemeinsam haben: ihre Liebe zum Meer und ihr Bedürfnis nach Zusammenhalt. Beatrix Gerstberger hat einen sehr lebendigen, flüssigen Schreibstil und erfasst auch Zusammenhänge und Beziehungen äußerst treffend. Dabei entsteht ein wunderbares Bild der Umgebung, des Meeres und des Dorflebens, sodass man das Gefühl hat, dabei zu sein. Sie erzählt uns die Geschichte der drei Frauen hauptsächlich in den Jahren 2000/2001, schweift gelegentlich zurück zum Sommer 1982, als Mina zum letzten Mal mit ihrer Familie auf der Insel war, und im Prolog und im Epilog erfahren wir, wie es Mina in der Zwischenzeit ergangen ist und wie sie heute lebt.

Fazit: Ein außergewöhnlicher und einfühlsamer Roman über Verlust und Trauer, und über eine Liebe, die von der Vergangenheit überschattet wird.

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Von drei starken Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten

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Männer sind es für gewöhnlich, die zum Fischen rausfahren. Zumindest assoziiere ich diesen doch schweren, sehr anstrengenden Beruf eher mit einem starken Mann denn einer zarten Frau. Soweit mein Vorurteil, ...

Männer sind es für gewöhnlich, die zum Fischen rausfahren. Zumindest assoziiere ich diesen doch schweren, sehr anstrengenden Beruf eher mit einem starken Mann denn einer zarten Frau. Soweit mein Vorurteil, das so nicht ganz stimmt, wenngleich Hummerfischerinnen, von denen ich lese, eher selten sind. Aber doch gibt es sie.

„Die Hummerfrauen“ faszinieren mich jede für sich. Ann ist mit ihren 72 Jahren die älteste der drei Hummerfischerinnen. Sie lebt schon lange alleine. Fast alleine, denn Mr. Darcy, der blaue Hummer, hat sein Aquarium in ihrem Haus. Die Frage, ob er denn freiwillig hier wäre, kann sie mit JA beantworten, denn sie hat ihn schon mehrfach am Strand ausgesetzt, ihn ins Meer getrieben. Er aber ist immer wieder zu ihr zurückgekrabbelt.

Auch die 54jährige Julie hat ihre ganz eigene Geschichte. Schon vor ihrem schweren Unfall hatte sie einen mitunter scharfen Ton drauf, sie eckt gern mal an, wer sie aber besser kennt, weiß um ihre Hilfsbereitschaft. Sie lernt das Hummerfischen als Achtermann bei Nat und ist nun mit ihrem eigenen Boot draußen, hat ihre Kapitänslizenz und auch Fangrechte. Einst hat sie Nat das Schwimmen gelernt, was unter Fischern nicht üblich ist. Warum sie nicht schwimmen können? Da hab ich erst mal schlucken müssen…

„Du wirst es nicht glauben, ich habe eine Meerjungfrau im Haus.“ Was für ein Kraut sie denn geraucht hätte, wird Ann gefragt. Nun, Ann hat Mina (28) aufgenommen, sie wurde am Strand aufgelesen und zu ihr gebracht - vorerst bleibt sie bei ihr. Schon früher war die kleine Mina mit ihren Eltern und ihrem großen Bruder in Maine. Als Kind trifft sie auf den Fischerjungen Sam, dem sie nun, als erwachsene Frau, wiederbegegnet.

Beatrix Gerstberger hat sich viel mit Hummerfischerinnen unterhalten, wie sie verrät. Sie war für ein halbes Jahr direkt in einem Hummerfischerdorf. Sie schreibt vom Leben und von der Liebe, von Verlust, den jeden treffen kann und von der Trauer und deren Bewältigung. Jeder geht anders mit Schicksalsschlägen um und so manch raue Schale, die nach außen hin gezeigt wird, hat einen weichen Kern. Der generationenübergreifenden Zusammenhalt der Dorfbewohner schwingt mit, ebenso ein Gespür für den Kummer und Schmerz der anderen. Nicht jeder kann die Schatten der Vergangenheit hinter sich lassen, Mina etwa geht ganz anders damit um wie Sam.

Zwei Zeitebenen wechseln sich ab, wobei der Sommer 1982 viel von der Familie Gray aus Philadelphia erzählt. Richard und Judith Gray verbringen mit ihren Kindern Christopher und Mina ihre Ferien. Wir bekommen einen tiefen Einblick in das Familienleben, die so unterschiedlichen Figuren sind fein gezeichnet, nicht jeder ist sympathisch. So auch im Jahr 2000, in dem so manche Beziehung auf dem Prüfstand steht. Sie leben im Einklang mit der Natur, sie wissen um die Vergänglichkeit jeglichen Lebens.

Es wird zunehmend intensiver. Je mehr ich von ihnen allen weiß, desto klarer wird mein Bild, auch das des Hummerortes und dessen Bewohnern, die alle von Hummerfang abhängig sind. Das Hineinfinden ins Buch verlangt schon Aufmerksamkeit, sobald ich aber die einzelnen Charaktere verinnerlicht, je mehr ich gelesen habe, desto weniger mochte ich das Buch zur Seite legen.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Starker Roman über drei Frauen verschiedener Generationen

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Die Hummerfrauen von Beatrix Gerstberger, erschienen im dtv Verlag am 26. Juni 2025.

Mina und ihre Familie sind am Tod des Bruders zerbrochen und Mina will dorthin zurück, wo sie herrliche Sommer in ihrer ...

Die Hummerfrauen von Beatrix Gerstberger, erschienen im dtv Verlag am 26. Juni 2025.

Mina und ihre Familie sind am Tod des Bruders zerbrochen und Mina will dorthin zurück, wo sie herrliche Sommer in ihrer Kindheit erlebt hat. Sie weiß nicht, warum ihre Familie seit 20 Jahren nicht mehr auf Eagle Island gewesen ist. So lernt sie die 72-jährige Ann kennen, die nach einer Trennung allein mit Mr. Darcy, einem blauen Hummer wohnt und dann gibt es noch die Mittfünfzigerin Julie, die sich in der harten Männerwelt des Hummerfangs versucht durchzusetzen.

Drei Generationen von Frauen, aber Liebe und weibliche Gemeinschaft ist bei allen gleich. Die Frauen haben jeder ihre Geschichte, jede ihre sichtbaren und unsichtbaren Narben.

Es gibt zwei Erzählstränge. In dem einen erleben wir Mina und Sam in der Kindheit. Der andere ist die Gegenwart des Jahres 2000 bis Herbst 2001. Zwischendurch sind auch von den anderen Protagonisten Rückblenden zu lesen.

Es ist ein hartes Leben, welches die Frauen führen, es sich aber sympathische Protagonisten mit deren man gerne Zeit verbringt. Es ist ein Sommerbuch. Da darf es ruhig auch mal etwas kitschig werden, noch dazu, wenn es auch rau und laut zugeht.

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Stark

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Das Buch hat mich von Anfang an sehr gefesselt. Das Thema ist für mich neu und deshalb interessant, aber den Bezug zum Meer hatte ich schon immer, deshalb ist der Schauplatz der Handlung besonders reizvoll ...

Das Buch hat mich von Anfang an sehr gefesselt. Das Thema ist für mich neu und deshalb interessant, aber den Bezug zum Meer hatte ich schon immer, deshalb ist der Schauplatz der Handlung besonders reizvoll für mich. Das Cover spiegelt das sehr schön wider. Mir gefielen auch die unterschiedlichen Zeitebenen, in denen das Buch spielt. So kommt beim Lesen keine Langeweile auf. Die Figuren sind ein wirkliches Highlight und es macht Spaß, jede einzelne von ihnen beim Lesen zu begleiten. Ich empfehle das Buch deshalb sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Schatten der Vergangenheit

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Mina ist achtundzwanzig als sie nach vielen Jahren an den Ort unbeschwerter Kindertage zurückkehrt, die damals ein abruptes Ende fanden. Hier in Maine sucht sie Ruhe, um die in sich tragende Trauer zu ...

Mina ist achtundzwanzig als sie nach vielen Jahren an den Ort unbeschwerter Kindertage zurückkehrt, die damals ein abruptes Ende fanden. Hier in Maine sucht sie Ruhe, um die in sich tragende Trauer zu verarbeiten und ihrem Leben neue Perspektiven zu geben. In dem idyllischen, pittoresken Dorf Stone Harbor begegnet sie der zweiundsiebzigjährigen Ann, einer Hummerfischerin, die mit sich und ihrer Umwelt einen schroffen Umgangston pflegt. Auch Julie, die Mittfünfzigerin, übt den harten, kräftezehrenden Beruf einer Hummerfischerin aus, kämpfte sich nach einem schweren Unfall zurück in den Alltag. Beide Frauen wissen was es bedeutet, trotz schmerzlicher Verluste weiterzuleben und geben Mina die Kraft und Stärke, um den Geschehnissen jenes Sommers zu begegnen, die auch für Sams Familie einschneidende Konsequenzen hatte. Sam, der Junge, mit dem sie einst so herrlich frohgelaunte Sommertage verbrachte.
Beatrix Gerstberger zeichnet in ihrem Roman ‘Die Hummerfrauen‘ eine Geschichte, die das Leben in seinen dunklen Stunden zeigt und gleichzeitig die wundersame Energie von Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt darstellt. Lebendig und lebensnah gestaltet sie die Charaktere ihrer Protagonisten, die sich den Herausforderungen jeden Tag aufs Neue stellen und in ihrer Gemeinschaft Halt und Geborgenheit, aber auch Liebe finden. Sie vermag es außerdem, diese wunderschöne Landschaft gekonnt in Szene zu setzen.
Die Autorin selbst hat nach einem Schicksalsschlag das raue Leben der Hummerfischer auf dem wütenden Meer vor Maine kennengelernt und weiß ganz genau wovon sie schreibt.
Ein lesenswerter Roman für entspannende, unterhaltende Sommertage.

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