Ehrlich und provokant
Ich kann dieses Buch nur schwer objektiv bewerten, weil ich damals ein großer Fan von Tokio Hotel war und ihre Musik nicht nur gehört, sondern wirklich gefühlt und gelebt habe. Daher berichte ich hier ...
Ich kann dieses Buch nur schwer objektiv bewerten, weil ich damals ein großer Fan von Tokio Hotel war und ihre Musik nicht nur gehört, sondern wirklich gefühlt und gelebt habe. Daher berichte ich hier eher davon, was ich beim Lesen empfunden habe.
Das Verrückte für mich war, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, zwischen damals und heute zu stehen. Zwischen kreischenden Teenie-Erinnerungen und einer viel erwachseneren Sicht auf die Dinge. Vieles, was man früher nur von außen gesehen hat, bekommt hier plötzlich eine ganz andere Tiefe.
Besonders interessant war für mich, wie offen Bill über die Schattenseiten der Musikindustrie spricht. Über Einsamkeit, über den Druck, über dieses Gefühl, nie wirklich irgendwo dazuzugehören.
Der Schreibstil ist dabei sehr direkt, teilweise vulgär und provokant, aber sie passt zu ihm (wer Podcast oder Serie kennt, weiß, was ich meine 🤭).
Gleichzeitig hat das Buch in mir auch etwas sehr Nostalgisches ausgelöst. Die Musik und dieses intensive Fan-Sein war auf einmal alles wieder da. Tatsächlich war ich fast ein bisschen wehmütig, dass diese Zeit schon so lange zurückliegt (durch den Monsun ist einfach mal 20 Jahre her... 🥺)
Ich habe das Buch nicht gelesen, um es kritisch zu analysieren (dafür hängt einfach zu viel Herz an dieser Zeit dran). Es war eher ein Wiedererleben einer Zeit, die mich sehr geprägt hat und die auf eine gewisse Weise immer ein Teil von einem bleibt.