Teenie-Mafiosi und viele Extreme
Achtung: Band 1 einer Reihe, aber ohne Cliffhanger.
Triggerwarnung: Vergewaltigung, Folter, Gewalt!
Ekaterina wurde in eine Mafia-Familie hineingeboren. Vom Tag ihrer Geburt an war sie Aleksandr versprochen ...
Achtung: Band 1 einer Reihe, aber ohne Cliffhanger.
Triggerwarnung: Vergewaltigung, Folter, Gewalt!
Ekaterina wurde in eine Mafia-Familie hineingeboren. Vom Tag ihrer Geburt an war sie Aleksandr versprochen und hatte damit auch nie ein Problem, immerhin kennen sie sich ihr Leben lang. Als sich die Ereignisse aber überstürzen, ist es plötzlich Giulio den sie heiraten soll, ausgerechnet Giulio vor dem sie so schreckliche Angst hat und von dem alle sagen, dass er der grausamste und schrecklichste von allen ist. Was soll jetzt nur aus ihr werden?
Für mich war das Lesen dieses Buches ein durchwachsenes Erlebnis. Einerseits fand ich die Grundidee, dass New York unter den vier Familien aufgeteilt worden ist und diese nun einen brüchigen Frieden halten interessant, vor allem hinsichtlich der Gesellschaft, in der sie leben, die wirklich eine Parallelwelt darstellt.
Aber mir waren die Charaktere einfach zu jung für die Handlung.
Ja, die Mafia-Welt ist brutal und heftig, aber in diesem Buch war es mir einfach zu viel. Es wurde zu viel hineingequetscht. Erst geht es praktisch nur um Gewalt und darum, dass die Frauen der Familien lediglich Ware sind, sie werden herangezogen, um gewinnbringend – natürlich jungfräulich – verkauft zu werden und das nennt man dann Ehe.
Mir war das Buch einfach überfrachtet. Es waren zu viele Einzelkonflikte und Verwicklungen und emotional blieb vieles auf der Strecke.
Ekaterina kennt nur diese Welt. Aber in ihrer Familie werden die Mädchen abgeschirmt, also weiß sie nicht wie brutal es wirklich zugeht. Im Verlauf des Buches ändert sich das aber sehr schnell.
Lange war Ekaterina vor allem eins: total naiv. Dabei weiß sie, was los ist, wenn auch keine Einzelheiten. Trotzdem versteift sie sich ständig auf ihre Vorurteile. Sie steckt Menschen in Schubladen, sie sind gut oder böse, aber Graustufen versucht sie auszublenden.
Sie entwickelt sich im Verlauf des Buches, aber ich finde es schade, dass sie nicht hinterfragt. Sie hinterfragt immer nur Giulios Motive aber nie die eines der anderen. Das war für mich einfach unrealistisch. Auch Hinweise ignoriert sie einfach und das dauernd.
Davon abgesehen hat mich ihr ständiges Weinen irgendwann nicht mehr berührt, sondern nur noch genervt. Es kam einfach zu oft vor.
Giulio hat den Ruf ein Monster zu sein. Warum er Ekaterina will, erfährt man recht schnell, aber sein Verhalten passt dazu für mich nicht ganz. Da sind bei mir einige Fragen offengeblieben.
Fazit: Mir war das Buch zu oft zu brutal. Entweder ging es um Sex oder um Gewalt. Dazwischen passiert praktisch nichts, außer, dass alte Männer über ihre Töchter und die der anderen reden, als seien sie Vieh.
Ja, diese Welt ist nun mal heftig, alles gut und schön, aber wir waren es zu viele Extreme und die Charaktere zu jung für die Handlung. Wären sie ein paar Jahre älter hätte das für mich mehr Sinn gemacht. Aber so ist eben auch viel Teenie-Kram dabei.
Gerade Ekaterina ging mir mit ihren Vorurteilen oft auf die Nerven. Sie glaubt jedem alles, außer Giulio und natürlich auch dann nicht, wenn es an ihren Urteilen über andere kratzen würde. Hinweise werden konsequent ignoriert.
Ich vermute, dass man in den weiteren Bänden noch mehr über die Hintergründe erfahren wird. Ich hatte zwar richtig vermutet, wer auf welcher Seite steht, aber deren Verhalten ergab trotzdem nicht immer Sinn. Aber das Problem hatte ich mit einigen Charakteren.
Von mir bekommt das Buch 2,5 Sterne. Es war spannend und es war auch nicht schlecht, aber ich fand es oft zu extrem, zu überfrachtet und die Charaktere zu jung für die Handlung.