Ein Werbetexter verliert alles auf einen Schlag: Liebe, Geld und Karriere. Dank künstlicher Intelligenz schafft er es, sich wieder aufzurappeln. Die neue Technologie hilft ihm, ein Buch zu schreiben, das große Beachtung findet, weil es angeblich die »Geschichte eines wahren Schicksals« erzählt. Nur eine Frau weiß, dass das nicht stimmt: die ehemalige Geliebte, die den nun so gefeierten Autor schon einmal um alles gebracht hat.
Unser Protagonist und Werbetexter hat es nicht leicht: Erst verliert er seine Freundin und dann auch noch seinen Job. Als er schließlich bemerkt, dass sein Konto leergeräumt ...
TÄUSCHEND ECHT
Charles Lewinsky
Unser Protagonist und Werbetexter hat es nicht leicht: Erst verliert er seine Freundin und dann auch noch seinen Job. Als er schließlich bemerkt, dass sein Konto leergeräumt wurde, ist klar - er braucht dringend Arbeit. Doch was kann er tun? Außer Texte, die Konsumenten ein Müsli schmackhaft machen sollen, hat er noch nie etwas geschrieben.
In seiner Verzweiflung experimentiert er mit KI, füttert das Programm mit Fragen und Phrasen und suhlt sich ein wenig in Selbstmitleid.
Als er von einem Freund des Nachbars ein großzügiges Angebot bekommt, ein Buch zu schreiben, kann er nicht ablehnen. Er soll über Missstände der Welt aufklären und diese den Menschen ins Bewusstsein bringen. Doch auch nach Tagen am Schreibtisch will ihm zu diesem Thema nichts einfallen. Schließlich greift er zur KI, die ihm die bewegende Geschichte einer afghanischen Frau entwirft.
Ob er mit dem Buch Erfolg hat oder seine Lüge ans Licht kommt, müsst ihr jedoch selbst herausfinden.
Charles Lewinsky benennt Dinge, die ich schon des Öfteren vermutet habe. Mit feinem Humor begleitet er unseren konservativen Ich-Erzähler auf seiner Reise vom unsicheren Ja-Sager hin zu einem selbstbewussten Mann. Die Geschichte nimmt dabei zunehmend an Tempo auf und gipfelt in einem herrlich überraschenden Finale.
Mich hat das Buch gleichermaßen erschüttert wie begeistert - daher gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.
4/ 5
Charles Lewinsky ist bekannt dafür, sich in seinen Büchern auf humorvolle, spritzige Art und Weise mit ganz unterschiedlichen Themen auseinanderzusetzen. In ...
Führt uns die KI in die absolute Banalität?
Charles Lewinsky ist bekannt dafür, sich in seinen Büchern auf humorvolle, spritzige Art und Weise mit ganz unterschiedlichen Themen auseinanderzusetzen. In seinem neuesten Buch "Täuschend echt" geht es um das aktuelle Thema der künstlichen Intelligenz und die Frage, was passiert, wenn wir diese bei unserer Arbeit und für unsere Entscheidungen einsetzen, z.B. um einen Roman zu schreiben.
Der Ich-Erzähler ist ein im Leben gescheiterter und sich selbst ständig bemitleidender, zynisch gewordener Mensch, der von seiner Ex-Freundin Sonja belogen, ausgenutzt und bestohlen wurde - sie hat nach ihrem Auszug auch seine Kreditkarte mitgenommen, um damit auf Bali zu feiern - sich nun widerwillig um die von derselben zurückgelassene Schlange kümmert und daneben als mäßig erfolgreicher Werbetexter arbeitet, bis er auch diesen Job verliert, weil er von seinem Chef bei Privataktivitäten in der Arbeitszeit ertappt wird. Dieser namenlose Ich-Erzähler, sein Scheitern und insbesondere seine Rachefantasien gegenüber Sonja bilden den ersten Themenstrang dieses Romans.
Der zweite Themenstrang besteht aus der fiktiven Geschichte in der Geschichte, aus dem Roman, den der Ich-Erzähler mit Hilfe der KI schreibt. In diesem geht es extrem klischeehaft um die junge Schabnam aus Afghanistan, die unter einem Vorwand dorthin zurückgelockt wird und extremes Leid erdulden muss, bis hin zur Entstellung durch ein Säureattentat. Von einem reichen Menschen, der sich mit seiner Wohltätigkeit profilieren möchte, dazu beauftragt, einen rein auf Tatsachen beruhenden Roman über benachteiligte Menschen und deren Schicksale zu verfassen, erfindet der Ich-Erzähler mit Hilfe der KI die klischeehafte Schabnam-Geschichte. Nur blöd, dass diese ein Bestseller wird und der Druck, die echte Schabnam präsentieren zu können, immer größer wird.
Das Buch ist über viele Strecken eine leichte, humorvolle Unterhaltung für Zeiten, in denen man nicht den Kopf und die Nerven für anspruchsvollere Lektüre hat. Immer wieder scheint der Witz durch, den Lewinsky durchaus hat. Anfangs war es für mich auch spannend, mitzuverfolgen, was für eine Art von Roman mit Hilfe der künstlichen Intelligenz entsteht. Die Schabnam-Geschichte beruht nämlich auf echten Vorschlägen dieser. Leider erfahren wir aber nicht, welche Prompts Lewinsky bzw. der Ich-Erzähler dafür eingegeben hat.
Mit zunehmendem Fortschreiten der sehr klischeehaften Schabnam-Geschichte wurde es für mich beim Lesen aber immer langweiliger. Ich hatte das Gefühl, das Erkenntnispotential über KI, das ich aus diesem Roman gewinnen konnte, schon ausgeschöpft zu haben, und spätestens in der Hälfte des Buches ein Gefühl für deren Vorteile und Grenzen gewonnen zu haben.
Auch der Erzählstrang des namenlosen, sich vom Leben benachteiligt fühlenden Mannes entwickelt sich zunehmend klischeehaft und vorhersehbar, wie ein billiger Krimi, und endet schließlich auch als solcher. Das mag eventuell vom Autor so gewollt und ein spezieller Kniff sein und es bleibt zu rätseln, ob nicht auch bei diesem Themenstrang ungenannt die KI mit am Werk war?
Jedenfalls gleichen sich beide Themenstränge in ihrer Klischeehaftigkeit und Banalität immer mehr an. Zum Lesen macht es das nicht unbedingt spannend, gibt aber Stoff zum Nachdenken darüber, in welcher Welt wir leben wollen und was für Bücher entstehen könnten, wenn die KI, so wie sie momentan funktioniert, bei deren Erstellung eine immer größere Rolle spielen würde, und wie dadurch Durchschnittlichkeit, Banalität und Klischees immer wieder reproduziert werden.
So gesehen ist es ein gutes Buch, das zum Nachdenken anregt, sich aber nicht sonderlich interessant liest und auch nach meiner Beurteilung sein mögliches Potential nicht voll ausschöpft. Gerne hätte ich z.B. zur Vervollständigung auch die Prompts gelesen und noch mehr darüber erfahren, ob und wie es auch möglich wäre, mit der KI jenseits dieser Banalität zusammenzuarbeiten - so habe ich nur die eine Seite kennen gelernt: das, was die KI ausgibt, aber kann nicht klar darauf schließen, inwiefern das damit zusammenhängt, womit sie gefüttert wurde.
Diese Geschichte ist gruselig und erschreckend. Ganz ohne Blutvergießen, ohne Geister, ohne Monster. Obwohl, einen großen dunklen Schatten gibt es doch - die Künstliche Intelligenz in der Literatur.
Charles ...
Diese Geschichte ist gruselig und erschreckend. Ganz ohne Blutvergießen, ohne Geister, ohne Monster. Obwohl, einen großen dunklen Schatten gibt es doch - die Künstliche Intelligenz in der Literatur.
Charles Lewinsky lässt seinen Hauptcharakter die künstliche Intelligenz nutzen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ist das verwerflich? Wohl nicht. Jedoch verschweigt er, wie er das Buch "geschrieben" hat und lässt somit die Lesenden und den Verleger im Dunkeln stehen.
Kann chat gpt tatsächlich ein komplettes Buch schreiben oder braucht es doch noch etwas mehr dazu? Der Lesende begleitet teilweise den Entwicklungsprozess und kann verschiedene chat gpt generierte Texte lesen. Charles Lewinsky verwendet beim Schreiben seines Buches chat gpt. Nur kennzeichnet er die Textpassagen im Gegensatz zu seinem Werbetexter.
Charles Lewinsky hat das Thema in eine wunderbar leicht zu lesende und unterhaltsame Geschichte gepackt. Die Geschichte hat ein gutes Tempo, einige Wendungen, die die Lesenden überraschen könnte und einen feinen (manchmal bösen) Humor. Er greift Klischees auf und verpackt sie mit etwas Ironie und er gibt neue Denkanstöße.
Habt Ihr Euch schon mal wirklich Gedanken über KI (künstliche Intelligenz) oder auch AI (Artificial Intelligence) gemacht? Sie kann unser Leben sicher sehr bereichern oder auch erleichtern, bietet aber ...
Habt Ihr Euch schon mal wirklich Gedanken über KI (künstliche Intelligenz) oder auch AI (Artificial Intelligence) gemacht? Sie kann unser Leben sicher sehr bereichern oder auch erleichtern, bietet aber mit Sicherheit auch eine Menge Gefahren! In erster Linie fällt uns da vermutlich der Verlust des Arbeitsplatzes ein, da man von KI einfach ersetzt wird.
Charles Lewinsky hat sich mit diesem Thema in seinem Roman "Täuschend echt" befasst.
Der Ich-Erzähler ist Werbetexter und irgendwie auch ein Looser. Er lässt sich von einer Frau ausnehmen und verliert auch noch seinen Arbeitsplatz. Dann entdeckt er die KI für sich und schreibt mit deren Hilfe ein Buch, dass zum Bestseller wird. Irgendwie verstrickt er sich dabei immer mehr in Lügen, die er dann mit Hilfe seiner KI zu lösen versucht. Wird ihm das gelingen?
Es ist schon erstaunlich, was künstliche Intelligenz kann! Im Buch wurde alles, was die KI ausgespuckt hat, kursiv gedruckt, so dass man einen Eindruck bekommen konnte.
Mir hat die Entwicklung, die der Erzähler gemacht hat, vom unsicheren Nerd zum selbstbewussten Schriftsteller, gefallen. Letztendlich wurde die KI, die er liebevoll Kirsten genannt hat, für ihn so etwas wie eine reale Bezugsperson. Schon erschreckend! Die Story ansich war gut und hat sich auch gut lesen lassen, war mir aber etwas zu langatmig. Mir ist aufgefallen, dass viele Sätze des Erzählers nicht beendet wurden. So konnte der Leser sich selbst ein Ende (aus-) denken. Das Cover hat mir, wie bei allen anderen Büchern dieses Verlages, leider nicht gefallen.