Cover-Bild Die Spur der Vertrauten
(54)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
22,90
inkl. MwSt
  • Verlag: rotfuchs
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 640
  • Ersterscheinung: 08.10.2025
  • ISBN: 9783757102227
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Christelle Dabos

Die Spur der Vertrauten

Endlich der neue Roman der Autorin von "Die Spiegelreisende" I Eine Dystopie über verbotene Individualität, Widerstand und Liebe
Amelie Thoma (Übersetzer), Nadine Püschel (Übersetzer)

Der neue Roman von Bestsellerautorin Christelle Dabos («Die Spiegelreisende») über Individualität und erste Liebe in einem dystopischen Setting, das kein «Ich» erlaubt.

Claire und Goliath leben in einer Welt, in der das «Wir» über allem steht. In der jeder Mensch den Instinkt besitzt, dem Allgemeinwohl zu dienen. Individualität existiert nicht. Doch was passiert, wenn sie doch an die Oberfläche kommt?

Goliath bleiben nur noch wenige Wochen, um das Leben eines anderen Menschen zu retten und damit ein «Tugendhafter» zu werden. Claire steht vor ihrem Abschluss an der Schule der Vertrauten. Claire weiß, was sie riskiert, wenn sie von diesem Weg abkommt. Doch dann verschwindet ein Schüler und niemand außer Claire scheint es zu bemerken. Wie soll man im Schatten bleiben, während man ermittelt?
Claire und Goliath tun sich zusammen, um den Vermisstenfällen in ihrem Sektor auf den Grund zu gehen. Doch der Fall ist viel größer, als sie sich beide vorstellen können. Und dann beschäftigt Claire noch ein ganz anderes Geheimnis - eines, das sie in Lebensgefahr bringen könnte ...

  • Brillant und vielschichtig geschrieben: Spannung bis zur letzten Seite
  • Eine bewegende Dystopie und ein wahrer Pageturner für Leser*innen ab 14 Jahren!
  • Für Fans von «Die Tribute von Panem» und «1984»

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2025

Wenn Instinkt zum Zwang wird

0

Das geheimnisvolle Cover hat mich von Anfang an angesprochen: Eine einsame Figur, die über ein Labyrinth wandert, das in einer Klippe endet. Am Schluss finde ich erst heraus, wie gut diese Darstellung ...

Das geheimnisvolle Cover hat mich von Anfang an angesprochen: Eine einsame Figur, die über ein Labyrinth wandert, das in einer Klippe endet. Am Schluss finde ich erst heraus, wie gut diese Darstellung zum Inhalt passt. Auch unter dem Schutzumschlag ist das Buch nicht nur einfarbig, sondern die zwei Hauptcharaktere kommen zu Wort. Ihre Sätze schmücken die Vorder- und Rückseite. Sehr durchdacht!

Ich werde ohne große Erklärung mitten ins Geschehen geworfen und lernen eine Welt kennen, in der jeder Mensch mit einem bestimmten Instinkt geboren ist. Dem Instinkt muss nachgegeben werden, ungeachtet welcher Konsequenz die Handlung nach sich zieht. Das Verhalten hat dabei mehr Ähnlichkeit mit einem Zwang, dem der einzelne hilflos ausgeliefert ist. Der freie Wille ist nicht mehr verfügbar. Gleichzeitig ist die Menschheit einer Regierung ausgesetzt, die diese Umstände für ihre Zwecke ausnützt. Jede Handlung wird dem Wir untergeordnet. Der Mensch als Individuum existiert nicht mehr. Es ist eine Welt ohne Mitgefühl, in der jeder Mensch seinen vorbestimmten Platz hat, an dem er funktionieren muss – bis zur Selbstaufgabe.
In diese kalte Welt wird nun ein Individuum ohne Instinkt geboren und bedroht damit die gesamte Weltordnung.

Der Plot des Buches ist völlig neu und speziell, daher auch zunächst schwer zu verstehen. Es hat einige Seiten gedauert, bis ich wirklich begriffen habe, worum es geht. Erzählt wird durchaus spannend. Allerdings erschließt sich die Bedeutung einiger Abschnitte erst später im Buch, im Augenblick des Lesens lässt sich der Inhalt nicht einordnen, zum Nachteil für die Spannung. Außerdem gibt es sehr viele Handlungsstränge, was teilweise sehr verwirrend ist.
Das Ende hat mich leider nicht so überzeugt. Für mich bleiben viele Fragen offen.

Sprache und Schreibstil sind für mich ein Highlight. Einige Passagen habe ich laut gelesen, einfach wegen des Klangs.

Fazit: Das Buch ist aufgrund des innovativen Plots lesenswert. Vor allem sprachlich überzeugt es. Einfach zu lesen ist es allerdings nicht und die Spannung wird nicht immer gehalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.01.2026

Spannender erster Teil

0

3.5 ☆
Goliath und Claire leben in einer Welt, in der das Kollektiv über allem steht und Individualität nicht existiert. Jeder verfügt über einen Instinkt (Handwerkskunst, bestimmtes Denken, Empathie etc), ...

3.5 ☆
Goliath und Claire leben in einer Welt, in der das Kollektiv über allem steht und Individualität nicht existiert. Jeder verfügt über einen Instinkt (Handwerkskunst, bestimmtes Denken, Empathie etc), der diesem Allgemeinwohl dienen soll und der unbedingt ausgelebt werden muss. Mehrere Jugendliche verschwinden, G und C tun sich auf der Suche nach ihnen zusammen und kommen einer größeren Verschwörung auf die Schliche.

Das Jugendbuch ist stattliche 640 Seiten lang. Nach etwa der Hälfte war die erste Storyline, eine Art Detektivfall, beendet, und es setzte eine zweite ein. Die erste fand ich richtig spannend und konnte durchweg mitfiebern. Der zweiten Hälfte allerdings konnte ich nicht mehr gut folgen, ich habe einiges leider nicht verstanden, auch nicht das Ende, oder die Gedankengänge der Figuren, u.a.vom Satzbau her wurde es zunehmend wirrer.

In Teil 2 geht es darum, dass Claire gesellschaftlich fast gottgleich aufsteigt, ihr Geschwister sie t0eten will, weil sie keine besondere Fähigkeit hat, und Goliath für ihn arbeitet. Die sich langsam aufbauende Lovestory wurde zum Ende irgendwie verworfen, was ich schade fand, weil sie so cute zusammen waren und auch verliebt.

Die dystopische Welt erinnern an den Roman 1984, war erschütternd, unheimlich und beklemmend. Wobei die meisten Figuren kein Problem damit hatten. Ich bin mir unsicher, ob es am Schreibstil war, dass ich irgendwann nicht mehr mitgekommen bin und dass ich die Auflösung kognitiv einfach nicht kapiert habe.
Erst konnte ich mich gut in G und C reinfühlen, dann habe ich Claire aber leider verloren, sie war nicht mehr greifbar und das Vokabular wurde wirr.

Die Frage danach, was man als Person möchte und darf, was man aushalten kann und muss zum Wohle der Gesellschaft und wie der freie Wille mitspielt, fand ich wirklich spannend umgesetzt, generell warf das Buch viele philosophische Fragen auf, die teils beantwortet wurden, teils unbeantwortet blieben.
mMn hätte es dem Roman gut getan, ihn als Dilogie mit mehr Erklärungen zu publizieren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.11.2025

Handle wie es dir beliebt

0

Das WIR. Ein DU.
Ein Kollektiv. Und ein Individuum.
Eine Dystopie die mich in Nostalgie schwelgen ließ.

»Bitte um Erlaubnis, die zehn Wörter zu überschreiten.«

Die Spur der Vertrauten wirft mich sofort ...

Das WIR. Ein DU.
Ein Kollektiv. Und ein Individuum.
Eine Dystopie die mich in Nostalgie schwelgen ließ.

»Bitte um Erlaubnis, die zehn Wörter zu überschreiten.«

Die Spur der Vertrauten wirft mich sofort in eine Welt, in der das WIR alles ist und das ICH als gefährliche Abweichung gilt.
Ein System, das Instinkte lenkt, steuert, verschlingt.
Jeder geboren mit eben so einem.
» Es gibt nur Edle Instikte «

Eine Gesellschaft, die so streng geformt ist, dass schon der Gedanke an ein eigenes Ich wie ein Verbrechen wirkt.
Und mittendrin Claire, eine Vertraute, die zuhören MUSS, übermittelt, während ihre Gedanken längst weiter reichen, als sie dürften.

Was mich zunächst absolut begeistert hat, war diese merkwürdige, rückwärtsgewandte Dystopie: Walkman, Beepers, Kassetten. Eine Zukunft, die sich wie die 90er und frühen 2000er anfühlt.
Nostalgisch, vertraut. Ein bisschen wie Kassia & Ky, Divergent oder Delirium – nur eben anders.
Und doch habe ich mich direkt wohl gefühlt.
Das Setting wirkt eigenwillig realistisch, obwohl es so dystopisch aufgebaut ist.
Die Idee von diesem Wir Gefühl … streben wir nicht alle danach. Diese Geschichte macht aber auch deutlich, was es kosten kann.

Die Instinktprinzipien, die Regeln, dieses starre Wir-Gefüge – all das war faszinierend und zugleich bedrückend.
„Der Instinkt weiß, wann, wo, wie“ - wird im Buch zu einem Mantra, und genau das spürt man in jeder Szene. Menschen funktionieren wie Zahnräder, und wer aus der Reihe tanzt, wird eliminiert . Ist eine Gefahr.

_

Claire und Goliath fand ich als Duo spannend, gerade weil sie so unterschiedlich handeln: Ist sie denn die einzige mit profanen Gedanken die nicht dem kollektiven wir entsprechen ?
Er als Schützer, strebend nach Leben die er retten kann. Mit seinem Metall Armen, der zwanghaft retten muss, selbst wenn es ihn verbrennt.
Besonders hat sich bei mir Noah eingeprägt – mit seinem „Schnuffelchen“. Eine unheimliche, aber starke Figur, die der Geschichte eine besondere Schärfe gibt. Das Auffinden der Individuen. Der Defekten ist sein Instinkt.
Er liebt das WIR.

Allgemein ist die einzigartige Beschreibung der Charaktere wieder absolut gelungen. Sie sind wild, anders und einnehmend. Wir tauchen tief in ihre Gedanken ab und werden somit selbst ein Teil des Kollektivs.
Genau dafür ist die Autorin bekannt bei mir.
Diese vielschichtigen Charaktere. Toll !

» Weil ich ich bin und du du bist.
Weil das wir existiert und alles verlangt. «



Die Handlung selbst ist in zwei Teile geteilt: erst das Suchen, dann das Finden. Eine Spur der Vermissten, kollektive Raunen, eine Art Schnitzeljagd durch ein System, das sich selbst nicht erklären will. Diese Welt ist komplex, manchmal verwirrend, aber immer interessant aufgebaut. Ich mochte die Spannung, das stetige Gefühl, dass unter jeder Szene eine größere Wahrheit brodelt.

Was für mich allerdings wirklich schwer wog, war das Ende. Nach all dem Aufbau, all der Atmosphäre, all den Fragen, die sich durch die Kapitel ziehen, endet das Buch in einer Art unfertigem Schweigen. Es fehlt die Erklärung, der letzte Zusammenhang, ein Gefühl von Abschluss. Vieles bleibt offen … zu offen. Die Welt ist so reich an Details, Gedanken und Mechanik, dass sie eine klarere Auflösung verdient hätte. So blieb ich eher ratlos zurück, mit einem absolut unbefriedigenden Gefühl.

Das Buch ist mutig und ausgefallen im Stil, außergewöhnlich im Setting und voller faszinierender Ideen. So fällt auf, dass nur wenige Sätze eben diese 10 Wörter überschreiten. Ist das noch jemanden aufgefallen. Die Idee dahinter war großartiger aber auch nicht ganz einfach zu lesen.
Doch das Ende bricht diesen positiven Eindruck leider ab, statt ihn zu vollenden.
Ich wurde leider etwas enttäuscht zurück gelassen.

Trotzdem verehre ich die Autorin für ihre einzigartigen Gedanken und Strukturen. Für ihre Charaktere und deren Tiefe.

_

Und nun gilt es noch zusagen :
» Handle, wie es dir beliebt. «
Ein Satz mit einer besonderen Schwere in dieser Welt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.10.2025

Regt positiv zum Nachdenken an

0

Die Spur der Vertrauten von Christelle Dabos entführt in eine spannende dystopische Welt, in der Individualität verboten ist und das „Wir“ über allem steht. Claire und Goliath müssen sich mit verschwundenen ...

Die Spur der Vertrauten von Christelle Dabos entführt in eine spannende dystopische Welt, in der Individualität verboten ist und das „Wir“ über allem steht. Claire und Goliath müssen sich mit verschwundenen Schülern auseinandersetzen und stolpern dabei durch jede Menge Abenteuer. Die Autorin schafft es, die Charaktere lebendig zu machen und gleichzeitig philosophische Fragen über Freiheit, Moral und Gemeinschaft einzubauen. Kurzweilig, spannend und zum Nachdenken anregend, perfekt für alle, die Dystopien mit Tiefgang mögen.📚✨

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.10.2025

Sehr komplex

0

Stell dir vor, du lebst in einer Welt, in der jeder Mensch einen sogenannten Instinkt hat, dem er vollkommen unterworfen ist. Dieser Instinkt hat eine bestimmte Reichweite, innerhalb der du deinen Instinkt ...

Stell dir vor, du lebst in einer Welt, in der jeder Mensch einen sogenannten Instinkt hat, dem er vollkommen unterworfen ist. Dieser Instinkt hat eine bestimmte Reichweite, innerhalb der du deinen Instinkt ausführen musst. Nehmen wir an, dein Instinkt ist Reparieren, und deine Reichweite 5 m, dann musst du alles, was in diesem Umkreis um dich herum kaputt geht, reparieren, ob du willst, oder nicht, du kannst deinem Instinkt nicht entkommen. Du kannst ihn aber auch nicht ewig umgehen, denn wenn du ihn längere Zeit nicht ausführst, bekommt dir das gesundheitlich nicht. Alles, was getan wird, dient dabei dem Wir, Individualiät ist verpönt.

In dieser Welt leben die Charaktere dieses Romans. Einige von ihnen lernt man näher kennen, vor allem die drei Protagonist:innen. Claire ist eine sogenannte Vertraute, der dazugehörige Instinkt ist zuhören. Da meistens jemand um einen herum redet, ist es den Vertrauten gestattet, Kopfhörer zu tragen, um sich zu schützen. Claire trägt aber auch ein Geheimnis in sich, das sehr gefährlich werden könnte.

Goliath ist ein Schützer, ein sehr gefährlicher Instinkt, denn der Schutz der anderen ist wichtiger als der eigene, und so hat Goliath bereits Extremitäten verloren. Als eines Tages mehrere Schüler verschiedener Schulen spurlos verschwinden, sieht er seine Chance, einen oder mehrere zu finden und dadurch deren Leben zu retten, was ihm einen Platz im Turm der Erhabenen sichern würde, das er schon lange anstrebt. Dabei trifft er auf Claire, und die beiden tun sich für die Suche zusammen.

Über den dritten Protagonisten möchte ich wenig sagen. Sein erster Auftritt hat mich die Luft anhalten lassen.

Neben den Perspektiven dieser Drei gibt es noch weitere, die allerdings oft nur ein oder zwei Kapitel ausmachen. Nicht nur die der drei Protagonist:innen werden in Ich-Form erzählt, aber nicht alle.

Die Geschichte ist sehr komplex, zunächst hat man viele Fragen, manche werden nach und nach beantwortet, manche bleiben auch am Ende offen. Für mich ergab sich die Spannung in der ersten Hälfte des Romans vor allem aus diesen Fragen, und ich habe fleißig spekuliert. In der zweiten Hälfte hat mich der Roman etwas verloren, ich mochte die Entwicklung nicht so recht. Es gab weitere, neue Fragen, und manches erschien mir mittlerweile nicht mehr so ganz logisch. Auch mit dem Ende habe ich etwas gehadert, nicht nur, weil nicht alle Fragen beantwortet wurden, sondern auch, wie die Geschichte sich entwickelte. Andererseits bietet es, wie auch der Rest des Romans einiges zum Nachdenken, was ich im Grunde gut finde. So war ich am Ende eher zwiegespalten.

Ob der Roman, wie angegeben, ab 14 gelesen werden sollte, bin ich wegen der Komplexität und des Themas nicht sicher. Geübten Leser:innen in dem Alter kann man es vielleicht schon zutrauen, ansonsten würde ich zu einem späteren Alter raten. Auch für Erwachsene ist der Roman eine gewisse Herausforderung.

Der Roman ist sehr komplex und daher nicht immer einfach zu lesen, nach und nach werden die Hintergründe klarer, doch alle Fragen sind am Ende nicht gelöst. Ich finde das nicht schlimm, denn ich habe sowieso von Anfang bis Ende viel über das Geschehen nachdenken müssen. Dennoch war ich am Ende zwiegespalten, die Entwicklung des Romans in der zweiten Hälfte mochte ich nicht ganz so gerne, während ich in der ersten Hälfte sehr begeistert war. Ich empfehle den Roman auf Grund der Komplexität und des Themas eher für erwachsene Leser:innen, sowie sich auf ihn einzulassen.